Miele: 7 Fragen rund um den Dialoggarer

11.05.2018 | Jesper Thiersemann
Rund um den Dialoggarer ranken sich viele Fragen, beispielsweise: wie kann der Fisch schon gar sein, während der Eisblock noch instant ist? Dies klären wir in unseren 7 Fragen rund um den Dialoggarer. (Foto: Miele)

Der Dialoggarer von Miele ist ein revolutionärer Fortschritt im Küchensegment – und doch voller neuer Begriffe und Vorgänge. Wir klären die wichtigsten 7 Fragen und Begriffe rund um den Dialoggarer und seine Garvorgänge.

 

 

Miele: Jahrelange Forschung und Entwicklung rund um den Dialoggarer

„Der größte Innovationssprung in der Küche seit Erfindung des Induktionskochfeldes“ hatte Miele sein neues Produkt vergangenes Jahr im Vorfeld zur IFA 2017 angekündigt und versprochen, das Gerät sei „von revolutionärer Exzellenz“. Die spektakuläre Enthüllung des Dialoggarers brachte anschließend Händler, Kunden und Journalisten gleichermaßen zum Staunen wie ins Grübeln: Einen Fisch im Eisblock garen, ohne diesen zu schmelzen, elektromagnetische Wellen nutzen, ohne zarte Lebensmittel zu zerstören, und „Gourmet Units“ anstelle einer Gradzahl eingeben, um ein Gericht temperaturgerecht zuzubereiten – all das sind faszinierende Möglichkeiten, die ebenso viele Fragen aufwerfen.

Das über einen Zeitraum von sieben Jahren in kleinteiliger Forschung mit Geräte- und Kochexperten entwickelte Produkt, das mit der sogenannten „M Chef“-Technologie arbeitet, wurde nun abermals auf der EuroCucina 2018 in Mailand einer internationalen Öffentlichkeit vorgestellt und ist seit Beginn des Monats erstmals auch käuflich in Küchenstudios zu erwerben. Die neuartige Funktionsweise des Backofens sowie die zahlreichen Möglichkeiten der Lebensmittelzubereitung werden mit Fachwörtern paraphrasiert, an die sich der Nutzer zunächst gewöhnen muss. Wir stellen sie vor und klären die wichtigsten Fragen rund um den Dialoggarer.

 

Rund um den Dialoggarer ranken sich viele Fragen: Wie funktioniert die M Chef-Technologie? Wie schädlich sind die elektromagnetischen Wellen? Und wie kann uns das Gerät beim Zeitsparen helfen? Wir klären die wichtigsten Fragen. (Foto: Miele)

Rund um den Dialoggarer ranken sich viele Fragen: Wie funktioniert die M Chef-Technologie? Wie schädlich sind die elektromagnetischen Wellen? Und wie kann uns das Gerät beim Zeitsparen helfen? Wir klären die wichtigsten Fragen. (Foto: Miele)

 

 

7 Fragen und Antworten rund um den Miele Dialoggarer

 

1 Was unterscheidet den Dialoggarer von herkömmlichen Backöfen?

Konventionelle Backöfen arbeiten mit einer Energiezufuhr wie beispielsweise Ober- und Unterhitze oder Umluft, bei der eine gradgenau eingestellte Wärme von außen an das Lebensmittel herandringt und sich langsam ins Innere vorarbeitet. So entstehen an der äußeren Schicht des Lebensmittels, beispielsweise bei Brot oder Braten, dunkle Krusten, während das Innere noch durchgebacken werden muss.

Die M Chef-Technologie des Dialoggarers schaltet zusätzlich zur konventionellen Betriebsart elektromagnetische Wellen mit wechselnden Frequenzen, die die Beschaffenheit von Lebensmitteln analysieren und dann gleichmäßig „im Volumen garen“. Rund um den Dialoggarer wird permanent gemessen, wieviel Energie in Form von Wärme ein Lebensmittel bereits aufgenommen hat. So weiß das Gerät nicht nur, wann das Ende des Garprozesses erreicht ist, sondern kann sich auch auf verschiedene Zutaten gleichzeitig einstellen, die eine unterschiedliche Menge an Energie in variierender Intensität benötigen.

Die berühmten Experimente rund um den Dialoggarer, beispielsweise der Fisch im Eisblock, funktionieren, weil das Gerät keinen Gegenpol im Eis findet, der Energie aufnehmen muss. Er bleibt somit unberührt von der Energieaufnahme durch elektromagnetische Wellen und würde mit der Zeit lediglich durch die konventionelle Außenhitze schmelzen.

 

 

Fisch im Eisblock? Rinderlende im Bienenwachsmantel? Mehrere Sachen auf einmal zubereiten? Kein Problem für den Dialoggarer, der jedes Lebensmittel mit einer eigenen Energie-Intensität gart. (Foto: Miele)

Fisch im Eisblock? Rinderlende im Bienenwachsmantel? Mehrere Sachen auf einmal zubereiten? Kein Problem für den Dialoggarer, der jedes Lebensmittel mit einer eigenen Energie-Intensität gart. (Foto: Miele)

 

 

2 Was unterscheidet den Dialoggarer von einer Mikrowelle?

Sowohl der Dialoggarer als auch die Mikrowelle funktionieren über den Gebrauch elektromagnetischer Wellen. Allerdings kann die Mikrowelle aufgrund ihrer nur oberflächlich wirksamen Wellen Lebensmittel lediglich auftauen und aufwärmen. Die elektromagnetischen Wellen rund um den Dialoggarer hingegen arbeiten mit geringerer Leistung und dringen dafür tiefer in das Lebensmittel ein. Das funktioniert, weil der Dialoggarer ein Spektrum an Frequenzen statt einer einzigen nutzt – und die ausgesandten Wellen permanent an den Garprozess anpasst, bis die Zutaten genug Energie aufgenommen haben.

 

 

3 Sind die Wellen des Dialoggarers schädlich?

Der Dialoggarer arbeitet im Frequenzbereich um 915 Megahertz; also etwa derselbe Bereich, den auch Mobilfunk-Netze in Europa nutzen. Diese elektromagnetischen Wellen sollen laut Miele weder die zarte Struktur von Vitaminen und Mineralstoffen in Lebensmitteln zerstören, noch generelle Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Rund um den Dialoggarer kann eine Störung des Mobilfunknetzes übrigens ausgeschlossen werden, da das Gerät mit einer extra dicken, strahlendichten Klapptür keine elektromagnetischen Wellen nach außen dringen lässt.

 

 

Einige Menschen fürchten sich vor den elektromagnetischen Wellen von Mikrowellen - und somit auch vor denen des Dialoggarers. Diese Sorgen sind unberechtigt: Die Strahlen dringen zum einen nicht nach außen und sind zum anderen nicht gesundheitsschädigend für Mensch und Zutat. (Foto: Miele)

Einige Menschen fürchten sich vor den elektromagnetischen Wellen von Mikrowellen – und somit auch vor denen des Dialoggarers. Diese Sorgen sind unberechtigt: Die Strahlen dringen zum einen nicht nach außen und sind zum anderen nicht gesundheitsschädigend für Mensch und Zutat. (Foto: Miele)

 

 

4 Was bedeuten die Parameter „Gourmet Units“ und „Intensität“ für den Back- und Garprozess?

Zusätzlich zu den konventionellen Betriebsarten schaltet der Dialoggarer, wie eingangs erwähnt, elektromagnetische Wellen mit wechselnden Frequenzen, um ein Produkt oder ein ganzes Menü im Volumen zu garen. Die individuell oder automatisch einstellbaren „Gourmet Units“ bestimmen dabei die Menge an Energie, die einem Gargut zugeführt werden soll (1 Gourmet Unit = 1 Kilojoule). Diese Energie wird benötigt, um das Lebensmittel nicht, wie sonst, von außen nach innen zu garen, sondern bereits während des Prozesses gleichmäßig von innen heraus zu erwärmen.

Das hat zur Folge, dass einzelne Zutaten und Gerichte in viel kürzerer Zeit fertig zubereitet sind, als es Rezepte und Erfahrungen mit herkömmlichen Backofen lehren. Ein Marmorkuchen gelingt beispielsweise im Dialoggarer in nur 37 statt 55 Minuten, ein Kartoffelgratin in 35 statt 60 Minuten – und das zeitzehrende Zubereiten von Pulled Pork kann auf sagenhafte zwei Stunden und 20 Minuten reduziert werden, statt vormalig acht bis 16 Stunden dafür veranschlagen zu müssen.

Die „Intensität“ des Dialoggarers bestimmt die jeweilige Energiestärke, also wie schnell ein Lebensmittel die zur Verfügung stehende Energiemenge aufnehmen soll. In der Regel ist „stark“ gängig für alle herkömmlichen Garzutaten wie Fleisch und Brot; „mittel“ oder „leicht“ kann für empfindliche Lebensmittel und Gerichte wie Kuchen und Soufflees genutzt werden.

 

 

5 Welche Vorteile bietet der Dialoggarer?

Zeit ist ein kostbares Gut, und genau hierin liegt der größte Vorteil des Dialoggarers: Er schenkt seinem Besitzer mehr davon, sei es durch die Zeitersparnis beim Backen und Kochen, das automatische Überwachen des Garprozesses oder die zeitgleiche Zubereitung verschiedener Zutaten eines Menüs. Gastgeber können so künftig entspannter an gemeinsame Kochabende mit Freunden herangehen und die Zeit mit den Gästen genießen. Einmal vorbereitet, kümmert sich der Dialoggarer nahezu selbständig um das Gelingen des Gerichts, in dem er im ständigen „Dialog“ mit den Lebensmitteln und ihrer verbleibenden Energiedichte steht.

Die individuellen Zubereitungsarten rund um den Dialoggarer bieten vor allem Hobbyköchen die Gelegenheit, sich an anspruchsvollen Gerichten zu versuchen. Wer kreativ werden will, kann die einzelnen Optionen des Dialoggarers – Intensität, Gourmet Units, Zeit – manuell einstellen und mit verschiedenen Zutaten herumtüfteln.

 

 

Hobbyköche können rund um den Dialoggarer munter experimentieren: Brot mit oder ohne Kruste, ein Steak mit Prädikat "medium rare" oder in gleichmäßigem Garzustand, feine Soufflees ohne unförmiges Überquellen - vieles ist möglich. (Foto: Miele)

Hobbyköche können rund um den Dialoggarer munter experimentieren: Brot mit oder ohne Kruste, ein Steak mit Prädikat “medium rare” oder in gleichmäßigem Garzustand, feine Soufflees ohne unförmiges Überquellen – vieles ist möglich. (Foto: Miele)

 

 

6 Welche Nachteile hat der Dialoggarer?

Das Kochen mit dem neu geschaffenen Begriff „Gourmet Units“ basiert auf zahllosen Testversuchen im Miele-Forschungslabor, die die richtige Anzahl an Energie-Einheiten für jedes Lebensmittel und gängige Gerichte vorab definieren sollen. Bereits über 100 Rezepte wurden auch schon geschaffen, die über die Miele@mobile-App abgerufen werden können.

Dennoch werden mit der Zeit Erfahrungswerte das Gerät noch wertvoller und intuitiver machen, wenn es sich Informationen aus der realen Benutzung im Alltag zieht. Der Nutzer muss zunächst rund um den Dialoggarer experimentieren, wann ein Lebensmittel „medium rare“, durchgebacken oder kross ist – und wie er die richtige Balance zwischen der „M Chef“-Technologie (mit Gourmet Units, ohne Kruste oder Röstaromen) und konventioneller Hitze (Umluft als zusätzliche Backoption für ein gebräuntes Aussehen) erreicht.

 

 

Wer mit dem Dialoggarer arbeiten will, muss sich einiges Wissen an Technik zusammensammeln: Wieviele Gourmet Units in Kombination mit herkömmlichen Heizarten ein Produkt benötigt, ist oft zwar voreingestellt, aber nicht immer vorhersehbar im Endergebnis. (Foto: Miele)

Wer mit dem Dialoggarer arbeiten will, muss sich einiges Wissen an Technik zusammensammeln: Wieviele Gourmet Units in Kombination mit herkömmlichen Heizarten ein Produkt benötigt, ist oft zwar voreingestellt, aber nicht immer vorhersehbar im Endergebnis. (Foto: Miele)

 

 

7 Wo kann man den Dialoggarer kaufen und wieviel kostet er?

Der Dialoggarer wendet sich an ambitionierte Hobbyköche und Gastgeber. Das anvisierte Preissegment setzt sich nicht nur aus der jahrelangen Forschung und Entwicklung, sondern auch der völlig neuen, nie dagewesenen Art zu kochen zusammen. Der UVP liegt mit 7.990 EUR in der hohen Premiumklasse.

Kunden sollten sich daher rund um den Dialoggarer informieren und beraten lassen und gegebenenfalls eine Kochvorführung im Studio vor Ort in Anspruch nehmen, um sich von den Vorteilen des Dialoggarers selbst ein Bild zu machen. Exzellente Küchenstudios mit eingängiger professioneller Beratung finden sich beispielsweise unter diesem Link mit Postleitzahlsuche.

 

Zum Autor
Jesper Thiersemann

Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.