So kocht Deutschland: 4 Kochtypen

28.09.2017 | Susanne Scheffer
Gemeinsam oder alleine: Wie kochen die Deutschen? In einer Studie haben Hochschulstudenten 4 verschiedene Kochtypen ausfindig gemacht. (Foto: Neff)

Eine Studie, die Studenten der Universitäten Wismar und Furtwangen gemeinsam erarbeitet haben, verrät nicht nur die Sicht junger Küchenkäufer auf ihre zukünftige Küche – sondern unterteilt die Deutschen auch noch in 4 Kochtypen, deren Küchen individuell auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Welcher der 4 Kochtypen ist Ihnen am ähnlichsten?

 

Wer dann und wann mit Freunden zusammen kocht, wird feststellen, wie sehr sich bereits bei der Zubereitung von Speisen die Geschmäcker unterscheiden. Der eine achtet auf bio, der nächste möchte möglichst zeiteffizient kochen, der dritte beschäftigt sich intensiv mit High Tech-Geräten und der vierte sitzt da und verkostet den mitgebrachten Wein – er hat gar keine Lust zu kochen. So oder so ähnlich haben Studenten der Hochschulen Wismar und Furtwangen die Deutschen in einem aktuellen Stiftungsprojekt eines Küchenverbandes in vier Koch-Typen eingeteilt.

 

 

Wie kocht Deutschland? Allein, mit Freunden, in einem luxuriösen Küchenraum oder doch lieber mit viel Holz? Eine Studie hat nun 4 Kochtypen ausfindig gemacht. (Foto: Bosch)

Wie kocht Deutschland? Allein, mit Freunden, in einem luxuriösen Küchenraum oder doch lieber mit viel Holz? Eine Studie hat nun 4 Kochtypen ausfindig gemacht. (Foto: Bosch)

 

Küche hat hohen Stellenwert im Leben junger Menschen

Dem Projekt vorangegangen war eine repräsentative Umfrage zum Thema „Die Küche von morgen“, in der die Studenten ermitteln wollten, welche Vorstellungen und Bedürfnisse Menschen mit dem Lebensraum Küche verbinden, wie sie sich zukünftig einrichten wollen und wie das auch das jeweilige Essverhalten beeinflussen wird. Die Ergebnisse wurden auf der diesjährigen LivingKitchen 2017 vorgestellt und offenbarten interessante Aussagen.

So hat die Küche überraschenderweise nicht erst ab einem höheren Alter – verbunden mit einem festen Einkommen – einen hohen Stellenwert, sondern bereits in der Gruppe der 19-29-Jährigen. 88% dieser Befragten hält sich laut Studie „mehrmals täglich in der Küche auf“ und gibt an, die Küche habe einen „sehr hohen Stellenwert“ in ihrem Leben. Bei Investitionen in den nächsten 10 Jahren würden junge Menschen nach Wohneigentum, Urlaubsreise, Fahrzeug und Hobbys in die Küche investieren, mit weitem Abstand vor anderen Räumlichkeiten wie Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad.

 

Die Küche wird individueller: Es gibt 4 Kochtypen

Knapp über die Hälfte der Befragten peilt bereits jetzt eine Küche im Wert von 15.000 bis 20.000 Euro an, weil die Küche für sie zu einem zunehmend wichtigen Faktor im Familienleben wird – und auch als das neue Statussymbol gilt. Wenn es um die Einrichtung geht, sind sich die jungen Erwachsenen allerdings nicht mehr ganz so einig: Individualität ist nirgendwo stärker im Wohn- und Möbelsegment ausgeprägt wie bei der eigenen Kücheneinrichtung, so die Studie.

Je nach aktueller Lebenssituation und dem damit verbundenen Kochverhalten bzw. den Wünschen und Vorstellungen der nächsten 10 Jahre konnten die Studenten aus Wismar (Design, Innenarchitektur) und Furtwangen (Angewandte Gesundheitswissenschaften) vier Kochtypen ausmachen, deren unterschiedliche Vorlieben auch individuelle Küchenräume erfordert. Wir stellen Ihnen diese 4 Koch-Typen im Überblick vor – welcher wären Sie?

 

 

Die 4 Kochtypen der Studie „Küche von morgen“

 

1 DER BIO-KOCHER

Der Bio-Kocher kocht am liebsten entspannt mit vielen Freunden. Er legt Wert auf hochwertiges Holz und Wohnlichkeit. (Foto: Rotpunkt Küchen)

Der Bio-Kocher kocht am liebsten entspannt mit vielen Freunden. Er legt Wert auf hochwertiges Holz und Wohnlichkeit. (Foto: Rotpunkt Küchen)

 

Der Bio-Kocher vereint von allen Koch-Typen ein paar Eigenschaften in sich: Er legt Wert auf Qualität und Ästhetik, greift gern zu regionalen und Bio-Produkten oder bäckt sein Brot noch selbst. Freundschaft und Familie sind ihm wichtiger als Status und Stress. Sein Motto – „lieber weniger, dafür frisch und gesund“ – spiegelt sich auch in der Auswahl seiner Küche wider.

Der Bio-Kocher bevorzugt minimalistisches Design ohne großen Schnickschnack, dafür aus ökologischem Waldanbau mit viel Holz (beispielsweise Massivholz aus Eiche oder Ahorn). Seine Küche soll schön, schlicht und doch wohnlich sein; zudem legt er Wert auf attraktive Detaillösungen und Langlebigkeit durch gute Materialien.

 

 

2 DER LÄSSIG-KOCHER

Für den Lässig-Kocher, der die meiste Zeit außer Haus isst, haben die Studenten den mobilen Service-Butler kreiert: Er ist mit allem ausgestattet, worauf der Kunde Wert legt und kann ihn zuhause automatisch bedienen. Foto: Küchenplaner)

Für den Lässig-Kocher, der die meiste Zeit außer Haus isst, haben die Studenten den mobilen Service-Butler kreiert: Er ist mit allem ausgestattet, worauf der Kunde Wert legt und kann ihn zuhause automatisch bedienen. Foto: Küchenplaner)

 

Der Lässig-Kocher ist so etwas wie der Geschäftsmann unter den 4 Koch-Typen: Immer beruflich und privat im Stress, stets unter Strom, selten zuhause. Gegessen wird, wenn es passt, meist unterwegs und in Begleitung. Essen und Kochen rangieren hinter seinen anderen Aktivitäten, weshalb die passenden Küchenmöbel für den Fall der Fälle besonders ökonomisch und flexibel arbeiten müssen.

Das Küchenkonzept für den Lässig-Kocher stellt den herkömmlichen Gedanken einer Küchenzeile auf den Kopf. Die Studenten kreierten hierfür den mobilen Service-Butler sowie eine tresenartige Basisstation, die der seltenen, aber hochtechnologischen Benutzung der eigenen Küche gerecht wird. Der fahrbare Butler macht die seltenen Stunden daheim bequemer, indem er den Nutzer in einem Sessel nach dessen Wünschen bedient.

 

 

3 DER GENUSS-KOCHER

Der Genusskocher ist der größte Gourmet der 4 Kochtypen: Er legt großen Wert auf hochwertige Oberflächen, die neueste Technik und eine Küche als "Showroom". (Foto: Miele)

Der Genusskocher ist der größte Gourmet der 4 Kochtypen: Er legt großen Wert auf hochwertige Oberflächen, die neueste Technik und eine Küche als “Showroom”. (Foto: Miele)

 

Der Genuss-Kocher ist ein echter Ästhet – und ein Perfektionist, was Kochen und Gastgeberschaft in seiner Küche angeht. Die Echtheit des Materials ist für ihn ein Muss; er lässt sich von der Haptik edler Hölzer inspirieren. Neben Design spielt Technik eine große Rolle für den Genuss-Kocher: Da er kocht, um sich vom Tagesgeschehen zu erholen, aber auch, um seine Freunde zu beeindrucken, müssen Küchengeräte auf dem neuesten Stand sein und ihn mit automatisierter Benutzung unterstützen.

Der Genuss-Kocher zelebriert nicht nur das gute Essen, sondern auch den Prozess dorthin, also beispielsweise das hochwertige Kochwerkzeug. Daher schreiben ihm die Studenten eine beleuchtete Messervitrine vor einer edlen und großzügigen Funktionswand zu. Auch ein Dry-Ager-Kühlschrank als Zeichen guter Fleischzubereitung darf neben weiteren High End-Küchengeräten wie Weinkühlschrank und Dampfgarer nicht fehlen. Im Zentrum der großen Küche ergänzt ein ausgefallener Granitküchenblock die Bühne des Genuss-Kochers, an der er seine Gäste empfangen kann.

 

 

4 DER CLEVER-KOCHER

Der Clever-Kocher muss sich als Familienmensch wie in einem Unternehmen organisieren: Kurze Laufwege, clevere Stauraumlösungen und pflegeleichte Oberflächen sind hier gefragt. (Foto: LEICHT)

Der Clever-Kocher muss sich als Familienmensch wie in einem Unternehmen organisieren: Kurze Laufwege, clevere Stauraumlösungen und pflegeleichte Oberflächen sind hier gefragt. (Foto: LEICHT)

 

Der Clever-Kocher hat oftmals eine größere Anzahl an Menschen, zum Beispiel seine Familie, zu managen – und muss sich daher noch besser organisieren als die anderen vier Kochtypen. Den Haushalt strukturiert er wie in einem Unternehmen: Da in der Küche die Prozesse des Einkaufs, der Zubereitung und des Verzehrs koordiniert werden, benötigt der Clever-Kocher eine Küche mit kurzen Wegen, durchdachtem Stauraumkonzept und pflegeleichten Oberflächen.

Die Küche soll den Clever-Kocher zudem einen schnelleren und leichteren Kochprozess ermöglichen. Zu den Highlights gehören daher zum Beispiel smarte Backofenkombinationen, Kühl- und Gefrierschubladen mit verschiedenen Kühlzonen, ein Geschirrspüler mit Comfortlift-Funktion, der das einfache Befüllen unterstützt, sowie der Müsli-Dispenser im „iMove“ von Kesseböhmer. Auch eine Tierfutterschublade im Küchensockel für die Hygiene des Haustierfutters oder kindersichere Küchenschubladen sind in der Küche des Clever-Kochers von Bedeutung.

 

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.