5 Fehler in der Küchenbeleuchtung:„Eine tödlich langweilige Angelegenheit“

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Schalter an, Schalter aus, Haken dran? So einfach macht es uns die moderne Beleuchtung in der Küche nicht: Was gestalterisch ganz neue Möglichkeiten eröffnet, birgt durch unzählige Lichtquellen in Möbeln und Geräten auch etliche Do’s & Don‘ts. Innenarchitektin Claudia Ritzen bringt Licht ins Dunkel – und erklärt, welche Fehler Sie lieber vermeiden sollten.

Licht als Einrichtungselement

Wo Licht ist, ist auch Schatten? Im Küchenraum trifft dieses Sprichwort tatsächlich zu – und zwar im besten Sinne. Denn erst das bewusste Wechselspiel aus hellen und dunkleren Zonen schafft Struktur: Es trennt Arbeitsbereich und Essplatz, bringt Tiefe in den Raum und sorgt für visuelle Bewegung, erklärt Innenarchitektin Claudia Ritzen von Kelzenberg Einrichtungen.

Die richtige Beleuchtung wertet eine Küche aber nicht nur funktional auf, sondern lässt sie auch wohnlicher, eleganter und durchdachter wirken. Licht gibt Orientierung, inszeniert Materialien – und sorgt buchstäblich für „Highlights“ im offenen Küchenraum.

Weil heutzutage allerdings deutlich mehr Licht in Möbeln und Geräten zum Einsatz kommt, muss sich auch die zentrale Beleuchtung des Küchenraums daran ausrichten, erklärt die Einrichtungsexpertin. Und die sollte wohldosiert sein: „Eine zu stark ausgeleuchtete Küche ohne Schatten ist eine tödlich langweilige Angelegenheit.“

No-Go’s in der Beleuchtung Ihrer Küche

Nehmen wir es also gleich vorweg, liebe Leserinnen und Leser: Bei der Beleuchtung in der Küche gibt es zahlreiche „Do’s & Don’ts“ – und weitaus mehr Stolperfallen, als das Thema auf den ersten Blick bietet.

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So wirken sich beispielsweise ein ungünstiger Schattenwurf, unterschiedliche Lichtfarben oder die falsche Platzierung schnell negativ auf das Gesamtbild der Küche aus. Zudem werden in vielen Neubauten von vorneherein feste Deckenstrahler installiert, die eine harmonische Ausleuchtung des Küchenraums erschweren, sagt Claudia Ritzen. „Dabei ist die Beleuchtung der Küche ist weitaus mehr als ein funktionales Add-on. Licht ist ein Einrichtungsgegenstand.“

Im Gespräch verrät die Innenarchitektin, warum die Lichtplanung im Küchenraum heute komplexer ist als je zuvor, welche Fehler sich bei der Küchenbeleuchtung vermeiden lassen – und auf welches Feature sie beim Lampenkauf immer achten würde.

Rote Leute PH Artichoke von Louis Poulsen, Bunkeren Projekt
Leuchten liefern das gewisse Extra im Küchen- und Wohnraum – und setzen selbst minimalistische Planungen spektakulär in Szene. (Foto: Louis Poulsen)

1. Fehler bei der Küchenbeleuchtung: Zu wenige Lichtquellen

Viele Küchen verfügen über ein Hauptlicht, das man „mit dem großen Schalter“ anknipst. Kleinere Lichtquellen sind kaum gegeben – oder kommen höchstens dann zum Einsatz, wenn Kühlschrank oder Dunstabzug eingeschaltet werden. Das wird der Bedeutung der Küche als Wohn- und Wohlfühlort natürlich nicht gerecht, reicht aber auch allein aus funktionalen Gründen nicht aus.

Besser ist es laut Expertin Claudia Ritzen, die Beleuchtung auf drei Ebenen zu planen:

  • Unverzichtbar ist das Arbeitslicht, das Oberflächen und Funktionszonen klar und konzentriert ausleuchtet. Also überall dort, wo mit spitzen Messern, scharfen Werkzeugen und heißen Töpfen gearbeitet wird.
  • Atmosphärisches Licht entfaltet seine Wirkung, wenn die Küche zum Lebensraum wird. Zum Beispiel beim Kaffee mit Freunden, beim gemeinsamen Abendessen oder bei einem Glas Wein im Anschluss.
  • Akzentlicht schließlich rückt jene Bereiche ins rechte Licht, die der Küche Persönlichkeit und Wertigkeit verleihen. Das kann ein offenes Regal mit ausgewählten Objekten oder ein Kunstwerk an der Wand sein.

2. Fehler bei der Küchenbeleuchtung: Zu viele Lichtquellen

Licht hat sich seinen Platz im Küchenraum in einer nie dagewesenen Vielfalt erobert. Die klassische Grundbeleuchtung aus Deckenstrahlern und Pendelleuchten konkurriert heute mit zahlreichen integrierten Lichtlösungen in Möbeln und Geräten.

So betonen illuminierte Nischenrückwände, Glasvitrinen, Besteckauszüge oder Sockelleuchten die Wertigkeit von Materialien und lenken den Blick auf Handwerk, Linienführung und Proportionen. In Einbaugeräten wie dem Kühl- oder Weinklimaschrank suggeriert Licht wiederum Frische und Appetitlichkeit, technologischen Anspruch und funktionalen Komfort.

„Ich rate dennoch dazu, die Anzahl der Lichtquellen überschaubar zu halten“, sagt Innenarchitektin Claudia Ritzen. Eine übermäßig ausgeleuchtete Küche verliert an Wirkung, lässt keine erkennbare Zonierung zu und kann schnell ungemütlich oder unruhig wirken. „Das überlagert einzelne Akzentleuchten, die als wirkungsvolle Treffer im Küchendesign platziert sind“, so die Expertin.

Idealerweise werden Küchenplanung und Beleuchtungskonzept daher gemeinsam gedacht und zeitgleich aufeinander abgestimmt. „Optimal ist es, wenn die Profis bereits im Rohbau eingebunden sind und die Positionierung der Anschlüsse mitplanen können.“

Occhio Luna Series, indirekte Kugelleuchten, Pendelleuchte oder wandhängend, warme Küchenatmosphäre
Erst im Zusammenspiel aus Licht und Schatten ergibt sich eine charakteristische Atmosphäre, sagt Expertin Claudia Ritzen. „Alles andere ist tödlich langweilig.“ (Foto: Occhio)

3. Fehler bei der Küchenbeleuchtung: Falsche Platzierung

Licht- und Küchenplanung bedingen einander. Das unterstreicht auch die Maxime, mit der Claudia Ritzen und ihr Team von Kelzenberg Einrichtungen die Beleuchtung der Küche grundsätzlich angehen: „Du kannst keinen Raum beleuchten, wenn du nicht weißt, wo die Möbel stehen“, sagt die Lichtexpertin bestimmt.

Ist die Küche in U- oder L-Form gehalten, werden Hochschränke oder Hängeregale genutzt, schließt sich ein Essbereich an – und inwiefern werden die Wände des Raumes genutzt? „Kunst und Arbeitszonen sollten beispielsweise immer gezielt beleuchtet werden“, erklärt Claudia Ritzen.

Ansonsten gilt die Regel, Möbel rhythmisch auszuleuchten: Also beispielsweise mit drei Leuchten für sechs Oberschränke, die im proportionalen Abstand zur Wand angebracht sind dadurch ein wirkungsvolles Wechselspiel aus Licht und Schatten erzeugen. Höherwertige Leuchten lassen sich nachträglich mit speziellen Streulinsen ausstatten, um den Lichtkegel zu optimieren. Besonders gut kommt das bei strukturierten Oberflächen zur Geltung, deren Materialität dadurch eindrucksvoll unterstrichen wird – grob verputzten Betonwänden, beispielsweise, aber auch Fliesen und Kacheln entlang der Küchenrückwand.

Doch apropos Schatten: Auf der Arbeitsfläche hat der natürlich nichts zu suchen. Um sich beim Schneiden, Kochen und Spülen nicht selbst im Licht zu stehen, empfiehlt es sich, das Licht durch eine nahe Quelle von vorn oder leicht seitlich auf die Arbeitsplatte fallen zu lassen. Deckenspots erzeugen hier meist zu viel Schattenwurf von oben und eignen sich daher eher als Grundbeleuchtung.

4. Fehler bei der Küchenbeleuchtung: Unterschiedliche Lichtfarben

Je nach Küchenzone sind unterschiedliche Farbtemperaturen gefragt: Arbeitsflächen benötigen ein kühles, konzentriertes und tageslichtnahes Weiß (ca. 3.500 bis 5.000 Kelvin), während Aufenthalts- und Essbereiche mit warmweißem Licht (2.700 bis 3.000 Kelvin) eine einladende Atmosphäre stiften. Gleichzeitig gilt: „Räume wirken auf uns nur dann stimmig, wenn auch die Lichtfarben aufeinander abgestimmt sind“, sagt Claudia Ritzen.

In der Praxis beobachtet die Lichtexpertin häufig, dass stark unterschiedliche Farbtemperaturen für visuelle Unruhe im Raum sorgen. Sie empfiehlt daher Leuchten mit einstellbarer Farbtemperatur, die situativ und auf Knopfdruck zwischen warmweißem und kaltweißem Licht wechseln können. Produkte mit diesem Feature sind als „CCT-steuerbar“ (Correlated Color Temperature) oder dem Zusatz „tunable white“ gekennzeichnet.

Eine immer größere Rolle spielt zudem der Farbwiedergabe-Index, der mit dem „CRI-Wert“ gekennzeichnet ist. Je höher die Zahl, desto tageslichtähnlicher wirkt das ausgestrahlte Licht. Hochwertige Leuchten erreichen CRI-Werte von über 90, wobei die Sonne mit 100 als Referenz gilt. Spitzenprodukte – etwa von spezialisierten Herstellern wie Occhio – kommen sogar auf Werte um 97. Farben, Materialien und insbesondere Lebensmittel lassen sich so deutlich realistischer und frischer wahrnehmen.

5. Fehler bei der Küchenbeleuchtung: Fehlende Smart Home-Anbindung

Zugegeben: Schon Hotelzimmer können zur Herausforderung werden, wenn sich unterschiedlichste Lichtquellen hinter einer wahren Flut an Tasten und Schalter verbergen. Gleiches gilt für den modernen Küchenraum. Um situativ auf verschiedene Tageszeiten – und damit Lichtbedürfnisse – reagieren zu können, empfiehlt es sich daher, auf vernetzungsfähige Leuchtmittel zu setzen.

Über intelligente Lichtsysteme wie Philips Hue oder Occhio Air lassen sich smarte LEDs und Leuchten kabellos per App oder mit einem Sprachbefehl steuern. „Individuelle Lichtszenarien, die vorprogrammiert werden, sind dann natürlich die Königskategorie“, sagt Claudia Ritzen. „So kann ich beispielsweise die Situation ‚Peter kocht‘ oder ‚Peter genießt‘ vorbereiten – und die Lichtwiedergabe in Sekundenschnelle ändern.“

Viele Menschen halten der Raumplanerin zufolge an Schaltern fest, dabei gibt es mittlerweile Leuchten, die gar keine Schalter mehr benötigen. Sie werden über Gestensteuerung bedient und lassen sich mit einfachen Wisch-Bewegungen der Hand hoch- und runterfahren, in ihrer Intensität dimmen oder in ihrer Farbskala anpassen. „Das ist auch eine tolle Option für Altbau-Wohnungen, in denen ich Stromleitungen nicht so einfach neu verlegen kann“, erklärt die Lichtexpertin. „Es eröffnet gestalterisch ganz neue Möglichkeiten.“

Weitere Varianten, die ohne direkte Stromzufuhr auskommen, sind Akkuleuchten, die sich an Wände oder Decken befestigen oder ganz einfach auf den Tisch stellen lassen.

Signify-Lichtszenario, ehemals Philips Hue, mit Moodbild-Farben für Lichtstimmung
Möglicherweise Geschmackssache, aber: Smart Home-fähige Leuchten lassen sich für individuelle Szenarios programmieren, beispielsweise „Morgenstimmung“ oder „Abendruhe“. (Foto: Signify, ehemals Philips Hue)

Fazit: Der Gang zum Profi lohnt sich

… und der Griff zur Marke auch. Ein besonders exklusiver Leuchtkörper – ob minimalistisch oder exzentrisch, integriert oder freischwingend – entfaltet im Küchenraum seine ganz eigene Strahlkraft. Als federführend für funktionales Licht gelten Label wie Mawa, Delta Light oder Buschfeld und Grau. Für dekorative Leuchten empfehlen sich Foscarini, Flos, Tom Dixon, DWCéditions, Louis Poulsen oder Bocci. Der deutsche Hersteller Occhio verbindet laut Claudia Ritzen beides in Perfektion.

Die Innenarchitektin betont jedoch, dass bei der Beleuchtung in der Küche vor allem die richtigen Leuchtmittel und smarten Lichtsysteme ihr Geld wert seien: „Es gibt viele tollen Leuchten, auch günstige“, erklärt die Planerin. „Aber wenn ich eine fest eingebaute LED aus dem Baumarkt kaufe, gilt meistens das ‚Friss-oder-stirb‘-Prinzip. Da ist nicht viel zu machen.“

Wer stattdessen Wert auf dimmbare Leuchten, skalierbare Farbnuancen und eine tageslichtähnliche Farbwiedergabe legt, ist mit höherwertigen Herstellern besser dran. Viele Parameter lassen sich dann auf die individuelle Küche und das eigene Empfinden abstimmen.

Gut beraten ist zudem, wer seine Beleuchtung in der Küche direkt in die Planung des Raums einbezieht oder Küchenfachhändler und Lichtexpertin miteinander vernetzt. Eine professionelle Beratung bringt Licht ins Dunkel – und moderne Küchenräume zum Strahlen.

Occhio Luna Esstisch elegant Luxusplanung
Eine gelungene Beleuchtung wertet den Küchenraum auf – und adelt ihn zum Lebensraum. (Foto: Occhio)

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Susanne Maerzke
Susanne Maerzke
Kochen ist Lebensfreude, Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Auch unsere Redakteurin sieht die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich endet jede gute Party zurecht in der Küche neben den letzten Käsehäppchen und einem Glas Wein. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.