Alles im Griff: 9 Designs für Küchengriffe – von Leder bis Gold

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Die jüngsten Messen zeigen es ganz eindeutig: Küchengriffe erleben ein Comeback – und zwar nicht nur im modernen Landhausstil. Wo vorher Grifflosigkeit dominierte, werden nun Griffe, Knöpfe und Knebel mit außergewöhnlichen Materialien in Szene gesetzt. Wir haben 9 Designs für Küchengriffe zusammengetragen, die Projekte u.a. mit Leder, Holz oder Glas veredeln. Greifen Sie zu!

Spannende Zeiten in der Küchenbranche: Von Hochglanz-Fronten bis zum 70’s-Style feiern gerade viele Trends von früher ein Comeback – und auch Küchengriffe sind zurück im Interior Design. Was in den letzten Jahren bisweilen als optischer Störfaktor im geradlinigen Küchenbild galt, erobert sich durch eine raffinierte Vielfalt zunehmend den Status als Designelement zurück.

Das mag zum einen praktische Gründe haben: Beim täglichen Kochen und Hantieren ermöglichen Küchengriffe den schnellen Zugriff auf Gewürze, Lebensmittel und Kochutensilien. Geschieht das mit feuchten oder schmutzigen Händen, lassen sich Griffe in der Regel schnell reinigen – und lästige Fingerabdrücke bleiben Fronten und Oberflächen fern.

Optischer Sidekick: Küchengriffe in verschiedenen Materialien

Zum anderen stellen zahlreiche Produzenten auf den jüngsten Küchenmessen unter Beweis, dass Knöpfe, Griffe und Bügel nicht nur funktional ihre Berechtigung haben. Vielmehr fungieren Knebel immer öfter als ästhetischer Sidekick in der Küchenplanung, bei dem tief in die Materialkiste gegriffen werden darf: Leder, Holz und Messing sind keine Seltenheit; Glas, Porzellan und Kork sorgen für Extravaganz – und sogar an 24-karätigem Gold probiert sich mit La Cornue nun ebenfalls der erste Küchenhersteller aus.

Was dem gemütlichen Landhausstil ein geradezu nostalgisches Flair beschert oder den rauen Charme des Industrial Styles unterstreicht, erobert sich in der puristischen Küche nun eine individuelle Deutungshoheit. So mancher Knopf rundet eine Küchenplanung mit seiner Form wortwörtlich ab.

Unser Überblick zu neun verschiedenen Materialien, mit denen Sie Ihre Küche garantiert „im Griff“ haben: Von überraschend bis unauffällig – und in jedem Fall ein Hingucker.

Im Scandi-Stil ohnehin zuhause - und bald auch wieder im puristischen Küchenraum: Griffe für die Küche in allen erdenklichen Materialien und Formen. (Foto: Beslag Design)
Im Scandi-Stil ohnehin zuhause – und bald auch wieder im puristischen Küchenraum: Griffe für die Küche in allen erdenklichen Materialien und Formen. (Foto: Beslag Design)

Liste: 9 Materialien für Küchengriffe

1 – Küchengriff aus Edelstahl: Der Klassiker

2 – Küchengriff aus Aluminium: Der Wandelbare

3 – Küchengriff aus Leder: Der Kunstvolle

4 – Küchengriff aus Messing: Der Glanzvolle

5 – Küchengriff aus Porzellan: Der Nostalgische

6 – Küchengriff aus Kork: Der Ungewöhnliche

7 – Küchengriff aus Glas: Der Besondere

8 – Küchengriff aus Holz: Der Naturverbundene

9 – Küchengriff aus Gold: Der Prunkvolle

1 – Küchengriffe aus Edelstahl: Der Klassiker

Griffe aus Edelstahl sind in der funktionalen Küche das Mittel der Wahl: Sie sind pflegeleicht, robust und hochhygienisch. Die glatte Oberfläche des korrosionsfreien Materials sorgt dafür, dass sich Keime nur sehr schwer festsetzen können. Dadurch lässt sich beim Zubereiten von Lebensmitteln auch bedenkenlos mit Edelstahlgriffen interagieren. Die Beständigkeit gegen Hitze und Feuchtigkeit macht den unauffälligen Klassiker zum idealen Begleiter einer Küchenwerkstatt.

Sogar optisch lässt sich aus dem minimalistischen Material noch ein Vorteil ziehen: In der monochromen Küche wird Edelstahl gern als zeitloser Begleiter von hellen oder wahlweise dunklen Oberflächen genutzt. Gemeinsam mit einer Armatur und einer Sockelleiste aus Edelstahl setzt sich auch ein Küchengriff aus Edelstahl als wiedererkennbares Designelement durch.

2 – Küchengriffe aus Aluminium: Der Wandelbare

In der modernen Küche kommen Griffe aus Aluminium – neben dem Klassiker aus Edelstahl – am häufigsten zum Einsatz: Der Werkstoff ist leicht im Gewicht und robust in der Anwendung. Als pulverbeschichtete Oberfläche wird Aluminium nicht nur langfristig veredelt und ist dadurch kratzfest, stoßfest und in hohem Maße korrosionsgeschützt. Vielmehr ermöglicht das sogenannte „Coating“, also ein im Ofen geschmolzener Pulverlack, auch intensive Farben mit glatter Oberfläche und hoher Leuchtkraft.

Das sorgt dafür, dass neben tiefschwarzen Küchengriffen aus gepulvertem Aluminium, wie sie bei Möbeln aus Holz oder Lack vielfach zum Einsatz kommen, auch zunehmend farbenfrohe Exemplare ihren Weg in den Küchenraum finden. So bietet die Berliner Manufaktur „Kolor“ Griffe in Neongelb, Ultramarinblau oder Mintgrün an – und sogar IKEA hat mit „Latmask“ bereits einen orange gepulverten Aufsteckgriff entwickelt.

Als Edelvariante bietet sich Aluminium übrigens als Basiswerkstoff an, der mittels einer PVD-Beschichtung einen gold-, kupfer- oder bronzefarbenen Überzug erhält. So halten Küchengriffe in gebürsteter oder gewalzter Metalloptik Einzug ins Zuhause und sind dennoch vor einer empfindlichen Patina geschützt.

3 – Küchengriffe aus Leder: Der Kunstvolle

Es ist ein Material, das Emotionen weckt: Gerade weil Leder als weiche, gegerbte Oberfläche enorm anfällig für Fett- und Farbflecken ist und sich dadurch – theoretisch – nicht für den Küchenraum empfiehlt, ist seine zunehmende Verwendung als Griff für Küchenfronten durchaus spektakulär. Dabei passt der natürliche Stoff ideal zu einer Umgebung, in der dank Holz, Stein und Glas ohnehin mit echten Materialien hantiert wird.

Die feinfühlige Haptik von Leder ist ein sinnlicher Kontrast zu kühlen Stein- und glatten Lackoberflächen und hebt Küchengriffe auf ein hochwertiges Niveau. Zugleich erinnert das Material an die Vergänglichkeit des Seins: Ebenso wie bei Holz oder Kupfer entwickelt sich auch bei Leder eine Patina, die mit ihren Gebrauchsspuren an gelebte Stunden im Küchenraum erinnert und sich nicht mehr blankputzen lässt. Gerade darin findet sich für so manchen Käufer die „Perfektion des Unperfekten“ wieder.

4 – Küchengriffe aus Messing: Der Glanzvolle

Nicht nur High End-Küchen sind Gold und Glamour vorbehalten: Dank goldgelber Küchengriffe aus Messing zieht der filigrane Schimmer auch in herkömmliche Küchenräume ein. Dabei liegt der sogenannte „Metallic Trend“ hoch im Kurs, was Fronten und Arbeitsplatten angeht. Ein Griff, Knopf oder Knebel aus Messing scheint also die logische Erweiterung des nachgefragten Materials zu sein.

Messing ist deutlich leichter und kostengünstiger als Gold, zeigt sich aber ebenso wandelbar in seiner Optik: So lassen sich Küchengriffe mit glatt polierter Oberfläche als elegantes Gestaltungselement im puristischen Küchenraum einsetzen. Das setzt eine subtile Note in Verbindung mit dunklem Holz oder schwerer Keramik und passt hervorragend zu messingfarbenen Spülbecken, Nischenrückwänden oder Armaturen.

Im rustikalen Landhausstil oder im Industrial Style kommen wiederum eher Küchengriffe aus brüniertem Messing zum Einsatz, die aufgrund ihrer nachgedunkelten Patina an Altgold erinnern. Das lässt sich hervorragend mit kräftigen Farben kombinieren.

Apropos nachgedunkelt: Messing gilt als pflegebedürftiges Material, das regelmäßig mit geeigneten Reinigungsmitteln gesäubert und nachpoliert werden sollte. Gegen hartnäckige Flecken hilft eine Wasserlauge mit Essigessenz. Auch Zahnpasta oder Zitronensaft haben sich hierbei bewährt. Eine gewisse Einfärbung ist bei Messinggriffen allerdings im Laufe der Zeit normal.

5 – Küchengriffe aus Porzellan: Der Nostalgische

Ja, das gibt es tatsächlich: Küchengriffe aus Porzellan sind hauptsächlich im französischen Landhausstil angesiedelt, wohingegen englische Landhausküchen eher auf Muschelgriffe und Griffstangen aus Stahl, Gusseisen oder Messing setzen. Die filigrane, glänzend geschwungene Form von Porzellan erzeugt ein träumerisches Retro-Flair, das oftmals zusätzlich mit Mustern (z.B. Blumen, Streifen, Ornamenten) durchsetzt ist. Dennoch sind Griffe aus Porzellan robust genug für eine Verwendung im Küchenraum: Porzellan als Unterform der Keramik ist ein widerstandsfähiges Material, das säure- und laugenbeständig sowie weitestgehend kratz-, stoß- und hitzefest ist. Knäufe aus Keramik oder Porzellan sind in der Regel rund oder länglich-oval gestaltet und werden zur Befestigung an Schranktüren und -Auszügen von einem Gestell aus Messing oder Stahl gehalten.

6 – Küchengriffe aus Kork: Der Ungewöhnliche

Nach dem Küchengriff aus Leder sorgt Kork für die nächste Überraschung: Das natürliche, weiche Material ist eher als Grundlage für Pinnwände und Flaschenverschlüsse oder zur Veredelung von Accessoires bekannt. Doch auch als Auszugsgriff ließe sich die verarbeitete Rinde der Korkeiche nutzen. Das Produkt ist nicht nur leicht und elastisch, sondern auch feuerhemmend, wasserabweisend und hochgradig abriebfest. Hätten Sie das gewusst? Die Liste geht noch weiter: Großflächig eingesetzt, ist Kork akustik- und vibrationsdämmend, antistatisch und geruchsneutral und stabilisiert die Lufttemperatur und -Feuchtigkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Materialien ist ein Griff aus Kork sogar umweltfreundlich: Der Rohstoff stammt von Bäumen, die sich selbst regenerieren.

So gesehen ist es schade, dass Kork bislang nicht öfter als Küchengriff zum Einsatz kommt. Das dürfte mutmaßlich an seiner eindimensional nutzbaren Oberfläche liegen, die weitestgehend unbehandelt verarbeitet wird. Selbst Dispersionsfarbe hält nur schlecht auf dem Material. Immerhin: Der spanische Designshop Sklum bietet Korkknäufe an, die sich mit einer Edelstahlschraube an Schränken befestigen lassen. Andere Anbieter (z.B. Pipes at Home) setzen auf eine Kombination aus Kork, Filz und Holz, um haltbare Griffe für die Küche herzustellen.

Ungewöhnlich, aber möglich: Küchengriffe aus Kork. (Foto: Pipes at Home)

7 – Küchengriffe aus Glas: Der Besondere

Hier folgt das nächste Mysterium: Glas kommt als robustes und dabei äußerst hochwertiges Material bereits heute in der Küche zum Einsatz. Als satinierte – also lichtdurchlässige, aber weitestgehend undurchsichtige – Oberfläche wird es allerdings bislang nur für Fronten und Regale eingesetzt. Küchengriffe aus Glas sind selten am Markt vertreten. Dabei weisen sie ebenso pflegeleichte wie hygienische Charaktereigenschaften auf und sind, bei spezieller Beschichtung, auch hitzebeständig und weitestgehend kratzfest.

Einige Anbieter nutzen farbiges Glas als Griffvariante, das sich innenarchitektonisch durchaus elegant im Küchenraum einsetzen lässt. Insbesondere Polen gilt hierbei als Vorreiter. Spezialisierte Onlineshops, beispielsweise Nerikomi Glass, bieten beispielsweise Glasknäufe in Burgunderrot, Zitronengelb, Waldgrün oder Indigoblau an. Das setzt stilvolle Farbakzente im monochromen Küchenraum.

8 – Küchengriffe aus Holz: Der Naturverbundene

Gar nicht so selten: Küchengriffe aus Holz sind die konsequente Ergänzung in Küchenräumen, die auf hochwertiges Massivholz oder Echtholzfurnier setzen und diese naturnahe Komponente auch im Detail weiterführen wollen. Die Vorteile von Griffen aus Holz liegen wortwörtlich auf der Hand: Das warme Material schmeichelt jedem Arbeitsablauf. Die antibakterielle Oberfläche eignet sich zudem hervorragend für den Küchenalltag. Auch optisch fügen sich Stangengriffe oder Knäufe aus Holz enorm hochwertig in einen Küchenraum aus Stahl, Stein und Glas ein und definieren hierbei „das gewisse Extra“.

Allerdings birgt der wunderbare Werkstoff auch seine Nachteile: So ist Holz weder wasserfest noch hitzebeständig und äußerst anfällig für Flecken und Säuren. Lässt sich die Widerstandsfähigkeit des Materials durch spezielle Lasuren und Öle deutlich erhöhen, müssen Anwender:innen dennoch mit einer Gebrauchspatina von Holzgriffen im Laufe der Zeit rechnen. Das kann mit einem verwitterten Stil wiederum durchaus attraktiv und individuell wirken.

9 – Küchengriffe aus Gold: Der Prunkvolle

Zu guter Letzt ein Ausreißer mit Augenzwinkern: Zwar fragen sich so manche Menschen hinter vorgehaltener Hand, ob goldene Griffe und Armaturen der Grund für teure Küchenkäufe sind. Tatsächlich stecken allerdings eher Maßanfertigungen von Möbeln und hochwertige Einbaugeräte dahinter. Küchengriffe aus Gold sind nämlich bislang äußerst selten. Der Grund: Das Material ist nicht nur hochpreisig, sondern auch sehr weich und formbar. Daher ist Gold weder kratz- noch stoßfest. Das führt im Küchenalltag schnell zu irreparablen Mikroschäden.

Immerhin: Andere Eigenschaften zeichnen Gold als extrem korrosionsbeständig, weitestgehend feuer- und wasserfest sowie enorm säurebeständig aus. Wer sich für Goldgriffe interessiert, dürfte an einer Neuheit aus dem Hause La Cornue interessiert sein: Der französische Edelküchenbauer präsentierte unlängst ein Premium-Modell als Kochinsel, das mit 24-karätigen Goldgriffen bestückt ist. Das Projekt ging allerdings aus einer Zusammenarbeit mit einem französischen Schmucklabel hervor und soll nicht in Serie produziert werden.

Küchengriffe aus echtem, 24-karätigen Gold: Das bietet der französische Gerätehersteller La Cornue für sein Luxusmodell an. (Foto: Küchen&Design Magazin)

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Susanne Maerzke
Susanne Maerzke
Kochen ist Lebensfreude, Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Auch unsere Redakteurin sieht die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich endet jede gute Party zurecht in der Küche neben den letzten Käsehäppchen und einem Glas Wein. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.

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