Eine altersgerechte Küche planen – mit Checkliste zum Download

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„Forever young“: Was einst Alphaville in einem ikonischen Song beschrieb, ist in der Realität leider ein frommer Wunsch. Wenn die Beweglichkeit mit zunehmendem Alter abnimmt, wird es Zeit, die eigenen vier (Küchen-)Wände ergonomisch zu verändern. Wer rechtzeitig eine altersgerechte Küche plant, profitiert auch in jüngeren Jahren bereits von einem rückenfreundlichen Raumgefüge.

Eine altersgerechte Küche sorgt nicht nur für mehr Selbstständigkeit und Komfort im eigenen Zuhause, sondern ermöglicht im Alter auch, länger ohne fremde Hilfe in der vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. Die Planung einer barrierefreien Küche sollte jedoch nicht erst dann angegangen werden, wenn es akut wird: Auch im Hier und Jetzt ziehen Hobbyköche bereits Vorteile aus einer ergonomischen Raumaufteilung und einem Fokus auf Bequemlichkeit.

Schritt 1 zur altersgerechten Küche: Finanzierung klären

Viele Kranken- oder Pflegekassen gewähren Zuschüsse für altersgerechte Küchen. Erkundigen Sie sich also vor Beginn der Planung bei Ihrem Anbieter gezielt nach Fördermöglichkeiten. Zudem bieten einige Kreise und Kommunen individuelle Fördermöglichkeiten für barrierefreies Wohnen an: Nachfragen bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung kann sich also durchaus lohnen. Sind eventuelle Finanzierungshilfen geklärt, lässt sich das Budget im Küchenstudio zuverlässig einplanen.

Küche für Senioren planen: altersgerechte Küchen benötigen ausreichend Sitzgelegenheiten. (Foto: Adobe Stock)
Erkundgen Sie sich zu Beginn der Planung einer altersgerechten Küche bei der Kranken- oder Pflegekasse sowie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach Fördermöglichkeiten. (Foto: Adobe Stock)

Übrigens: In der DIN-Norm 18040-2 sind Gestaltungsvorgaben für barrierefreies Wohnen klar geregelt. Spezielle Förderprogramme stellt die KfW-Bank gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen zur Verfügung.

Schritt 2 zur seniorenfreundlichen Küche: Raum ergonomisch gestalten

Eine ergonomische Raumaufteilung ist mitunter der wichtigste Faktor der altersgerechten Küche. Gute Küchenplanerinnen und Innenarchitekten orientieren sich hierbei am sogenannten Arbeitsdreieck. Dieses bestimmt den Weg zwischen den wichtigsten Zonen in der Küche: Spüle, Herd und Kühlschrank. Die Länge einer Seite des Arbeitsdreicks sollte etwa 1,5 Meter betragen. Insgesamt gilt ein Umfang von 7 Meter für das gesamte Dreieck als optimal und sorgt für maximalen Komfort – nicht nur in der barrierefreien Küche.

Für bewegungseingeschränkte Menschen eignen sich Küchen in L-Form am besten. So sind die wichtigsten Zonen auch mit dem Rollstuhl gut erreichbar. Idealerweise sind alle Abläufe und Tätigkeiten in der Küche mit nur einer Drehbewegung erledigt. Gezielt platzierte Haltegriffe im ganzen Küchenraum sorgen zusätzlich für mehr Sicherheit.

Lassen Sie bei der Planung der barrierefreien Küche einige Unterschränke weg, um unterfahrbare Arbeitsflächen zu schaffen. So kann mit Rollstuhl oder anderen Sitzgelegenheiten bequem an der Arbeitsplatte geschnippelt werden. Überhaupt sollten genügend Sitzmöglichkeiten in der Küche platziert werden, um sich beim Kochen Ruhepausen zu gönnen. Stilvolle Barhocker mit erhöhter Sitzfläche für komfortables Hinsetzen und Aufstehen sowie Drehstühle gibt es beispielsweise von Christine Kröncke, Carl Hansen oder Magis Design. Die Grundfläche im Küchenraum sollte dabei möglichst frei bleiben, um bequem im Raum agieren zu können.

Schritt 3 der barrierefreien Küchenplanung: Schränke auf Erreichbarkeit optimieren

Erreichbarkeit ist das oberste Ziel bei der Planung der Schränke in der barrierefreien Küche. Hängeschränke werden deshalb bevorzugt niedrig montiert oder mit einem Schienensystem ausgestattet, das die Schränke komfortabel nach unten ausklappbar macht. Schubladen eignen sich besser als Schränke mit Türen. Achten Sie hierbei auf Vollauszüge, die zusätzlich einen Kippschutz bieten.

Eine kluge Planungsidee für die altersgerechte Küche sind Sockellösungen wie der SpaceStep von blum, die Stauraum und Trittstufe in einem sind. So lassen sich Hochschränke einfach und sicher erreichen, ohne, dass zusätzliche Hocker im Weg stehen. Clever sind auch höhenverstellbare Arbeitsplatten, etwa von BLANCO oder Team7: Diese lassen sich per Knopfdruck hoch- und herunterfahren und ergonomisch an verschiedene Haushaltsmitglieder anpassen. Diese rückenschonende Funktion kommt auch bereits jüngeren Haushalten zugute, in denen Bewohner mit unterschiedlichen Körpergrößen kochen.

Schritt 4 zur altersgerechten Küche: sichere Elektrogeräte wählen

Bei der Wahl der Elektrogeräte in der altersgerechten Küche sollten Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit an erster Stelle stehen. Backöfen, die auf Brusthöhe platziert sind, sorgen für einen bequemen Zugang. Menschen, die im Rollstuhl sitzen, erreichen mit den Armen etwa eine Höhe von bis zu 140 Zentimetern. Häufig genutzte Geräte wie Backofen und Kühlschrank sollten daher niedrig genug gesetzt werden. Der Slide&Hide® von Neff verfügt als einziger Ofen über eine versenkbare Backofentür: das verringert die Verbrennungsgefahr beim Entnehmen der Speisen und sorgt für einen komfortablen Zugriff auf das Gargut.

Höchste Sicherheit und Komfort bieten zudem Induktionskochfelder wie das InductionAir Plus von Siemens: Intelligente Sensoren verhindern das Überkochen und Verbrennen von Speisen; ein integrierter Dunstabzug erleichert den Kochvorgang. Für Menschen im Rollstuhl eignen sich Kochfelder mit einer horizontalen Anordnung aller Kochzonen, etwa das Novy Panorama.

Die technischen Innovationen des Smart Home bieten spannende Möglichkeiten für die altersgerechte Küche: Mit dem Smart Kitchen Dock von Siemens lassen sich vernetzte Küchengeräte per Sprachbefehl steuern. Das kommt besonders seh- oder bewegungsbeeinträchtigten Menschen zugute. Smarte Kühlschränke, die automatische Inventarlisten erstellen und diese übers Smartphone ausgeben, erleichtern die Einkaufsplanung. Bei schlechter Sehkraft eignen sich Geschirrspüler oder Backöfen mit großen Displays oder praktischer Bodenanzeige.

Am Spülbecken unterstützen Auszieharmaturen dabei, alle Winkel des Spülbeckens bequem zu erreichen. Nach vorne verlängerte Hebel, zum Beispiel von KWC, erleichtern die Bedienung. Ein Temperaturbegrenzer sorgt für mehr Sicherheit.

Platzieren Sie Steckdosen und Schalter für Kleingeräte möglichst an der Blende unter der Arbeitsplatte oder an der Schrankfront – für einen komfortablen Zugang, auch sitzend.

Erfahrenes Fachstudio für die altersgerechte Küche

Die Planung einer altersgerechten oder gar barrierefreien Küche ist im erfahrenen Fachstudio sicher aufgehoben. Erkundigen Sie sich gleich zu Beginn, ob das Studio bereits Erfahrung mit Küchen für Senioren hat. Soll die Küche gemäß der Norm DIN 18040-2 barrierefrei sein und durch die Pflegekasse gefördert werden, muss das Studio die gesetzlichen Vorgaben kennen und diese fachgerecht umsetzen.

Ein weiterer Vorteil guter Küchenstudios: eventuelle Umbauarbeiten übernehmen diese gleich mit und steuern die beteiligten Gewerke. Für immer jung bleiben Küchenkäufer so zwar auch nicht – eine angenehme Planung aus einer Hand dürfte jedoch immerhin ein paar Sorgenfalten einsparen.

Altersgerechte Küche planen: Checkliste zum Download

Die wichtigsten Tipps und Hinweise zur Planung einer altersgerechten Küche haben wir in einer praktischen Checkliste zum kostenlosen Download aufbereitet (PDF-Format).

>>> Erfahrene Planungspartner für altersgerechte Küchen finden Sie in unserer Studiosuche nach PLZ.

Julia Dau
Julia Dau
Das Gefühl grenzenloser Freiheit beim Entdecken einer dampfenden Köstlichkeit in den Garküchen Asiens, wohlige Aufregung beim Anschneiden eines perfekt gegarten Steaks, und manchmal auch Pioniergeist, wenn der Kern des Lava Cake zum ersten Mal weich und unverschämt herrlich duftend über den Teller fließt: Kochen und Essen ist für unsere Redakteurin Abenteuer, Experiment und pure Harmonie. Als studierte Informationsdesignerin mit Leidenschaft für Ästhetik, Innenarchitektur und gutes Essen fasziniert sie besonders, wie alle Sinne in der Küche – und auch ein bisschen in unserem Magazin – verschmelzen.

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