Der Avocado-Trend nimmt kein Ende

07.07.2016 | Dilara Suzuka

‘Hass’ im Supermarkt und am heimischen Küchentisch gibt es derzeit häufig – aber zum Glück nur als beliebte Avocado-Sorte! Die butterweiche grüne Frucht schmeckt nicht nur fantastisch, sondern soll auch die Haare glänzend und die Haut geschmeidig machen. Wie das funktioniert? Erfahren Sie hier – inklusive einiger köstlicher Sommerrezeptvorschläge.

 

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Avocados enthalten wertvolle Fettsäuren und hochwertiges Avocado-Öl.

Butterweich lässt sich das grüngelbe Fruchtfleisch aus der dunkelvioletten Schale mit dem eigentümlichen Kroko-Abdruck schälen. Dieses Aussehen hat der Avocado neben „Butterbirne“ auch den Begriff „Alligator-Birne“ eingebracht. Die Frucht aus der Familie der Lorbeergewächse wächst an bis zu 15 Meter hohen Bäumen und wurde ursprünglich im südmexikanischen Tehuacán kultiviert – vor nunmehr über 10.000 Jahren. Doch der Sprung über den großen Teich dauerte lang, die spanischen Seefahrer brachten sie erst nach Südamerika, dann Afrika und Südostasien, bis schließlich Europa Gefallen an ihnen fand.

 

Avocado als Superfood: Dank vieler ungesättigter Fettsäuren

Mittlerweile gibt es quasi kein Halten mehr: Die Avocado wurde zum Superfood erklärt, deren wertvolle Inhaltsstoffe im Fruchtfleisch – allen voran die reichhaltigen Omega-3-Fettsäuren – Herz und Nerven stärken, unheimlich viel Energie liefern und für schöne Haut und geschmeidiges Haar sorgen sollen. Tatsächlich haben Avocados einen exorbitant hohen Fettgehalt, 100 Gramm der Frucht beinhalten satte 200 Kilokalorien. Damit hat sie den von allen bekannten Obst- und Gemüsearten mit Abstand höchsten Fettgehalt. Und dennoch: Die in der Avocado reichlich enthaltenen Fettsäuren sind solche des einfach ungesättigten Typs, die dafür bekannt sind, den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen und den Insulinspiegel zu stabilisieren. So kann durch den hohen Fettgehalt ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl hervorgerufen werden; zudem sorgen die in einer Vielzahl enthaltenen Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin A, Vitamin E, Alpha-Carotin, Beta-Carotin und Biotin, für den normalen Erhalt von Körper- und Stoffwechselprozessen. Zudem sollen die Avocado-Fette auch mittels äußerlicher Anwendung für glänzende Resultate sorgen: Sie gelten als zellregenerierend und pflegen spröde Lippen, Haut und Haare dank ihres hohen Anteils an Fettsäuren. Das Öl der Avocado-Frucht findet daher bereits Anwendung in zahlreichen Shampoos, Duschbädern und anderen kosmetischen Produkten.

 

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Guacamole ist ein traditionell mexikanischer Dip aus dem Fruchtfleisch der Avocado, der als Brotaufstrich oder für Nachos auch hierzulande immer beliebter wird.

Avocado in ihrer berühmtesten Form: Mexikanische Guacamole

Der Trend zur Avocado geht sogar so weit, dass so mancher behauptet, sie hätte anderen Früchten längst den Rang als perfekte Sommerfrucht abgelaufen. Bleibt nur noch zu verkünden: Man kann mit der Frucht ja auch jede Menge leckerer und leichter Sommersnacks zaubern. Fast vergessen. Juhu!

Bekannt und beliebt ist die Avocado als Brotaufstrich und Dip für Nachos & Co. Dazu eignen sich die Sorten Fuerte (eine größere birnenförmige Avocado mit mittelgrüner Schale) und Hass (kleiner, rundlicher, dunkelviolette Schale), die in Israel, Mexiko, Kalifornien, Spanien und Chile angebaut werden und hierzulande am häufigsten verbreitet sind, ideal. Weltweit gibt es über 400 Kultursorten, die von den Tropen über Australien bis nach Peru und Südspanien angebaut werden.

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Auch als giftgrüner, hochgesunder Shake hält die Avocado Einzug in deutsche Küchen und Frauenzeitschriften.

Im Gegensatz zum golfballgroßen harten Avocado-Kern ist das Fruchtfleisch ringsum sehr nahrhaft und kann pur, mit Limetten- oder Zitronensaft beträufelt oder leicht gesalzen genossen werden. Aufgrund ihrer fast cremeartigen, butterweichen Konsistenz wird die Avocado üblicherweise zu Guacamole, also „Avocado-Sauce“ verarbeitet, durch die sie hierzulande erst ihre Berühmtheit erlangte. Hierzu wird das Fruchtfleisch reifer Avocados vom Kern befreit und in einer Schüssel zerdrückt. Das Fruchtmus wird anschließend mit Knoblauch, grünen Chilis und Salz gewürzt, mit Limettensaft beträufelt und mit Tomatenwürfeln abgerundet. Auch etwas Pfeffer oder gehackter Koriander schmecken aromatisch zum butterweichen Avocadomus.

Wandelbar und köstlich: Sommerrezepte mit Avocado

Avocado glänzt – im wahrsten Sinne des Wortes – aber auch gewürfelt, in Scheiben, gratiniert oder im Smoothie. Aber Achtung, erwärmt entwickelt die Avocado einen leicht bitteren Geschmack und sollte daher kräftig gewürzt werden. Zum Glück bieten sich aber auch genügend fruchtige Sommerrezepte mit kaltem Avocado-Mash oder Sommersalate mit der puren Avocado-Frucht an: Beliebt sind Kombinationen wie der Kichererbsen-Avocado-Salat, die Hähnchenbrust mit kalten Avocado-Streifen oder die Avocado als „Summerbowl“ mit allerlei Zutaten in der ausgehöhlten Fruchthülle. Natürlich lässt sich die Avocado dank der weichen Konsistenz auch perfekt zu einem grünen Smoothie mixen oder zu Sommereis anrühren. Der perfekte Snack zum Start in den Tag oder für zwischendurch ist übrigens eine Scheibe Vollkornbrot mit Avocadocreme und Landei-Würfeln. Das sieht nicht nur gut aus und schmeckt fantastisch, sondern liefert die perfekte Mischung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, ohne den Magen allzu schwer zu belasten. Mit Schwung in den Tag mithilfe einer kleinen grünen Frucht – klingt logisch. Ist ja schließlich auch die Farbe der Hoffnung.

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Frühstück in Perfektion: Das Avocado-Vollkornbrot mit Ei liefert zu gleichen Teilen Eiweiß, Kohlenhydrate und gesunde Fette für einen energiereichen Start in den Tag.

 

Zum Autor
Dilara Suzuka
Redakteurin

Die Küche war für Dilara schon immer ein magischer Anziehungspunkt; als Nesthäkchen mit vier Geschwistern drehte sich schon im Familienhaushalt immer alles um den heiligen Ort des Zusammenseins beim Essen, Kochen, Hausaufgaben machen, Malen, Diskutieren, Entscheidungen verkünden. Auch in ihrer WG während des Studiums kreuzten sich in der Küche sämtliche Lebenswege. Die Webdesignerin entschied deshalb, dass es an der Zeit wäre, diesem Altar des Essens und der Entscheidungen auch im Internet ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Los geht’s.