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Die 12 größten Fehler beim Küchenkauf

09.02.2017 | Frederik Dix
Wer seine Küche nicht sorgfältig genug plant oder planen lässt, riskiert Fehler beim Küchenkauf, die später sehr unangenehm werden können. (Foto: Ivan Kruk)

Ein Küchenkauf ist eine große Investition, die gut überlegt sein will. Wieviel Budget habe ich für die neue Küche übrig, welche Farbe passt zu mir – und welchen Küchenplaner wähle ich dazu aus? Leider vergessen die meisten Menschen bei diesen zentralen Fragen, dass der Teufel oft im Detail steckt. Schon kleine Fehler können sich im Nachhinein als großes Ärgernis entpuppen.

 

Wir erklären Ihnen…

Die 12 größten Fehler beim Küchenkauf, die Ihnen nicht passieren sollten:

 

1 Das erstbeste Studio auswählen

Auf dem Weg zur Arbeit kommen Sie regelmäßig an einem Küchenstudio vorbei? Sicherlich ist es nicht schlecht, für die eigene Planung etwas Fußläufiges heranzuziehen: Schließlich müssen Sie drei bis vier Mal hereinschauen, bis Ihre Traumküche fertig geplant ist. Dennoch gilt, sich erst einmal Referenzfotos anzuschauen und weitere Küchenstudios in der Nähe in die engere Auswahl einzubeziehen. Falls Sie mit einem Küchenplaner nicht ideal zurechtkommen, sollten Sie noch einmal wechseln – schließlich werden Sie einige Zeit mit ihm oder ihr verbringen. Schauen Sie sich hier eine Auswahl an Küchenstudios in Ihrer Nähe an.

 

Wieviel Zeit muss ich einplanen für die Planung einer Küche? Experten sagen: Rund 2-4 Monate, je nach Küchenstudio. Es gehört zu den 12 größten Fehler beim Küchenkauf, nicht genügend Zeit einzuplanen und durch Hektik Probleme zu verursachen. (Foto: Sonja Langford)

Wieviel Zeit muss ich einplanen für die Planung einer Küche? Experten sagen: Rund 2-4 Monate, je nach Küchenstudio. (Foto: Sonja Langford)

2 Zeitlich knapp planen

Wer einen Hausbau in Angriff nimmt, muss sich sehr lange vorher mit der Raumplanung beschäftigen und kann eine neue Küche rechtzeitig in Auftrag geben. Mit dem Bezug einer neuen Wohnung geht es aber manchmal ganz schnell – und wenn die geplante Küche dann noch nicht fertig ist, ist der Ärger oft vorprogrammiert. Für eine sorgfältige Küchenplanung, -anfertigung und -montage sollte man mindestens drei Termine beim Küchenplaner und etwa 2-4 Monate für den Gesamtprozess einplanen.

Je nach individuellen Vorgaben oder Maßanfertigungen verlängert sich die Anfertigungszeit für eine hochwertige Küche natürlich: Also besser rechtzeitig zum Küchenhändler Ihres Vertrauens gehen.

Sehen Sie Erläuterungen zum wöchentlichen Ablauf im Küchenprozess hier.

 

3 Kein Budget einplanen

Wer das erste Mal mit einem Küchenplaner spricht, darf sich Vorschläge unterbreiten und inspirieren lassen – für das Aussehen der Küche. Wer ohne ein anvisiertes Budget in ein Studio stolpert, lässt nicht nur den Küchenplaner zurück: Die Ausführung der Küche, die Beschaffenheit der Arbeitsplatte oder die Art der eingebauten Geräte hängt stark davon ab, in welchen Preisklassen man sich bewegen kann oder will. Mit 10.000 EUR sollte man eine umfangreiche Küchenanschaffung heutzutage einpreisen. Die hochwertige Durchschnittsküche liegt im Premium-Segment bei 20-30.000 EUR, und für exquisite Küchenliebhaber geht es sogar ab 50.000 EUR aufwärts.

Auch, wenn dies zunächst enorme Summen sind, sollte man eines jedoch beim Budget für den Küchenkauf nie vergessen: Jeder Deutsche kauft im Schnitt zwei, manche sogar drei Küchen in seinem Leben. Eine Küche steht also für die nächsten 15-20 Jahre in den eigenen vier Wänden: Da darf es vielleicht auch ein bisschen mehr kosten.

 

Wer auf der Arbeitsplatte ausreichend Platz zum Backen und Kochen haben möchte, darf nicht vergessen, dass dort regelmäßig Deko, Geräte und Gegenstände stehen. Also lieber mehr Fläche einplanen. (Foto: Sony mit dem Sony Xperia Projector)

Wer auf der Arbeitsplatte ausreichend Platz zum Backen und Kochen haben möchte, darf nicht vergessen, dass dort regelmäßig Deko, Geräte und Gegenstände stehen. Also lieber mehr Fläche einplanen. (Foto: Sony mit dem Sony Xperia Projector)

4 Nicht genügend Arbeitsfläche einplanen

Das A und O einer funktionalen Küche ist eine großzügige Arbeitsplatte, auf der genug Platz zum Schnippeln, Zubereiten und Anrichten ist. Wer eine Küche plant, darf nicht vergessen, dass die Arbeitsoberfläche gerne noch für weitere Dinge genutzt wird: Kleingeräte wie Toaster, Smoothiemaker oder Kaffeemaschine werden hier abgestellt; außerdem werden Kochbücher aufgestellt oder Oberflächen dekoriert.

Wichtig ist, dass bei alledem dann doch genügend Arbeitsfläche für den eigentlichen Zweck bleibt: Dem leidenschaftlichen Kochen.

 

5 Nicht genügend Stauraum einplanen

Wer eine Küche beim Profi planen lässt, wird sich jetzt wundern: Wie kann dieser nicht genügend Stauraum in eine neue Küche einplanen? Fakt ist aber auch: Nur Sie allein wissen, welche Küchenutensilien Sie zuhause beherbergen und wieviel Küchengeschirr fachmännisch verstaut werden muss.

Nicht vergessen sollte man neben den üblichen Tellern, Töpfen und Pfannen zum Beispiel einen Vorratsschrank, in dem Lebensmittel in Ermangelung einer Speisekammer aufbewahrt können. Ebenso wichtig ist die Besteckschublade, die nicht nur mit Messer und Gabel befüllt werden sollte, sondern auch Platz für Suppenkellen, Tortenheber etc. bieten muss.

Enorm wichtig bei der Stauraum-Planung und ein Phänomen der neueren Zeit ist der Platz in der Kücheninsel, auf den bei einem Downdraft-Abzug verzichtet werden muss. Dicke Abzugrohre werden im Unterschrank verbaut und darin per Umluft oder Abluft entsorgt – und kosten den Besitzer mindestens ein bis zwei Schubladenhöhen, die als nicht nutzbare Blende verbaut werden müssen.

 

Die alte Küche muss dringend raus - in seltenen Fällen übernimmt das sogar das Küchenstudio. Sprechen Sie es aber lieber vorher bei einem ausführlichen Beratungsgespräch ab. (Foto: Dario Lo Presti)

Die alte Küche muss dringend raus – in seltenen Fällen übernimmt das sogar das Küchenstudio. Sprechen Sie es aber lieber vorher bei einem ausführlichen Beratungsgespräch ab. (Foto: Dario Lo Presti)

6 Die alte Küche nicht abmontieren

Die Vorfreude auf die neue Küche steigt, der Termin zum Einbau wird festgelegt – und dann der Schreck: Wohin eigentlich mit der alten Küche? Einige wenige Küchenstudios entsorgen die alte Vorgängerküche, doch hierfür sollten Sie sich präzise erkundigen. Auch so ist es ratsam, die alte Küche einige Zeit im Voraus zu entfernen, um gegebenenfalls noch einmal Maler-, Lack- oder Bodenarbeiten vornehmen zu lassen.

 

7 Die neue Küche vermeintlich „vorbereiten“

Wer mit einem neu angelegten Raum zum Küchenplaner geht, erfreut dessen Herz: Alle Anschlüsse für das Kochfeld, den Backofen oder sonstige Geräte können noch geplant werden. Wer aber diese Arbeiten zuerst hat erledigen lassen, schränkt den Küchenplaner in seiner Kreativität ein – und zwingt ihn eventuell zum Nacharbeiten von Elektroinstallationen oder Abluftsystemen.

Wer einen bestehenden Küchenraum renovieren möchte, kann unter Umständen aber alte Anschlüsse nutzen und mit dem Küchenplaner absprechen. Wichtig ist, dass alle Gewerke wie Fliesenleger, Elektriker, Klempner etc. vom Küchenstudio koordiniert oder zumindest informiert werden.

 

Richtig ausmessen ist definitiv eine Sache des Profis: Lassen Sie einen Mitarbeiter mit Lasergerät oder zumindest fachmännischem Know-How hierfür vorbeikommen. (Foto: stock)

Richtig ausmessen ist definitiv eine Sache des Profis: Lassen Sie einen Mitarbeiter mit Lasergerät oder zumindest fachmännischem Know-How hierfür vorbeikommen. (Foto: stock)

8 Den Küchenraum selber ausmessen

Wer denkt, er könne mit einem Maßband bewaffnet seinen (zukünftigen) Küchenraum ganz einfach selbst ausmessen, irrt gewaltig: In der Abstandsmessung passieren die häufigsten Fehler, die sich hinterher beim Kücheneinbau nicht nur zu Ärgernissen, sondern zu großen Problemen auswachsen können. Wurde ein Winkel falsch berechnet, kann schnell eine Küchenfront an eine andere anstoßen oder eine Tür nicht richtig öffnen und schließen.

Auch Fenster werden gerne mal vergessen, obwohl direkt vor ihnen die Arbeitsplatte mit Spüle verbaut werden soll – ein schwieriges Unterfangen, wenn die Fensterbank oder der Öffnungsradius nicht oder nicht richtig berechnet wurden. Daher gilt: Immer den Profi zu Rate ziehen – und dies ist bei einem seriösen Küchenstudio selbstverständlich.

 

9 Den Raum nicht ausreichend nutzen

Ein großzügiger, offener Küchenraum ist der Traum eines jeden Hobbykochs – allerdings erfordern manche Küchen auch einfach Platzersparnis und komfortable Kleinstlösungen. Schlecht ist es dann, wenn dieser begrenzte Raum dann nicht ausreichend genutzt wird. Bei hohen Sockelblenden, Deckenanschlussblenden oder ungünstigen Ecklösungen für die Küche kann bedauerlicherweise viel wertvoller (Stau-)Raum verloren gehen.

Sprechen Sie im Küchenstudio ab, worauf Sie verzichten können, wenn Sie dafür im Gegenerhalt ein paar Zentimeter mehr Stauraum bekommen.

 

Diese amerikanische Küche mag ihren Besitzern gefallen und ist durchaus schön großzügig geschnitten - aber wer von der Spüle zum Herd laufen möchte, legt auf Dauer einiges an Metern zurück. (Foto: breadmaker)

Diese amerikanische Küche mag ihren Besitzern gefallen und ist durchaus schön großzügig geschnitten – aber wer von der Spüle zum Herd laufen möchte, legt auf Dauer einiges an Metern zurück. (Foto: breadmaker)

10 Lange Arbeitswege

Eine schöne, ästhetische Küche ist nicht immer funktional. Wer sich als Laie am Programmieren einer Küche in einem 3D-Format probiert, stößt spätestens in der Umsetzung an seine Grenzen, weil er beispielsweise die Spüle viel zu weit weg vom Kochfeld geplant hat und dafür längere Laufwege in Kauf nehmen muss. Ein Küchenprofi in einem Studio achtet hingegen darauf, dass die Laufwege kurz, die Arbeitshöhen verstellbar und die Arbeitsabläufe leicht zu erledigen sind.

 

11 Einen fertigen Küchenentwurf übernehmen

Gewiefte Küchenhäuser mit XXXL-Buchstaben auf dem Dach haben oftmals konkrete Vorstellungen, wie Küchenräume auszusehen haben – und mit dem Sortiment des Möbelstudios befüllt werden können. Auch, wenn diese Küchenentwürfe per se nicht schlecht sein müssen, sollten Sie das Geld hierfür doch lieber in ein professionelles Küchenstudio investieren, das Ihnen die Wunschküche nach Ihren Bedürfnissen auf den Leib schneidert.

Eine seriöse Küchenplanung ist per se immer individuell: Welche Anforderungen richten Sie an eine Küche, welches Kochverhalten legen Sie an den Tag, wieviele Personen leben in Ihrem Haushalt und welche Räume grenzen an die Küche an? Sie merken: Das Geld ist bei einer persönlichen Planung besser aufgehoben.

 

Mit hochwertigen Küchenleuchten wie der Sento Sospeso von Occhio können Küchentisch, Kücheninsel und Spüle individuell beleuchtet werden, sodass keine Schatten oder Blendungen entstehen. (Foto: Occhio)

Mit hochwertigen Küchenleuchten wie der Sento Sospeso von Occhio können Küchentisch, Kücheninsel und Spüle individuell beleuchtet werden, sodass keine Schatten oder Blendungen entstehen. (Foto: Occhio)

12 Die Beleuchtung vergessen

Eine Küchenplanung sollte nie losgelöst von einem Raum betrachtet werden. In das Gesamtkonzept spielen Wände, Boden und die Lichtplanung ebenso mit hinein wie der eigentliche Küchenaufbau. Ganz besonders die Beleuchtung sollte beim Profi erfragt oder gleich mitgeplant werden: Welches Licht hänge ich über mein Kochfeld, wenn dort keine Dunstabzugshaube mit Lichtquelle hängt? Welches Licht sorgt für stimmungsvolles Ambiente bis in den offenen Wohnraum hinein, wenn die eigentliche Kocharbeit getan ist?

Falsche Beleuchtung sieht nicht nur unschön aus (und überträgt sich auf die Stimmung), sondern kann auch zu Blendung, Schattenwurf und unzureichender Ausleuchtung führen.

 

Ein kleiner Abschlusssatz unserer Redaktion: Fehler Nummer #13 ist es, beim Kücheneinbau überhaupt dabei zu sein! Schonen Sie Ihre Nerven und lassen Sie es den Fachmann erledigen, wenn in Küchenrückwände Löcher für Muldenlüftungen gesägt oder Arbeitsplatten zurechtgestutzt werden. So gewinnen beide Seiten das nötige Maß an Ruhe, das vielleicht hilft, etwaige Fehler beim Einbau noch rechtzeitig wieder wettzumachen.

 

Zum Autor
Frederik Dix
Redakteur

Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.