Welche Küchenfarben liegen im Trend?

12.07.2016 | Susanne Scheffer

Farbe bringt Leben in die Bude – das gilt auch für Ihre Küche, mit der Sie stilvoll oder bunt Akzente jeder Art setzen können. Die Farbe des Küchenraums ist selbstverständlich abhängig vom eigenen Geschmack, der Wand- und Bodengestaltung oder den Lichtverhältnissen in Ihrer Wohnung.

Manchmal bedarf es aber auch ein wenig Inspiration, um sich die Kombination ungewöhnlicher Farben vorzustellen oder sich ihrer Wirkung bewusst zu werden. Auf das Detail kommt es an! Sie werden überrascht sein, welche Farbe sich gerade als Trend in Küchen, Kissen und Tassen etabliert und wie dunkle Farben mit den richtigen Materialien kombiniert ein warmes, gemütliches Zimmer abgeben – lesen Sie hier unsere Farbvorschläge für eine aufregende Küchenfarbe.

 

Die Trendfarbe des Jahres 2016

Goldocker. Die Trendfarbe der Küche 2016 laut Dulux, dem Experten für Fassadenfarben.

Goldocker. Die Trendfarbe der Küche 2016 laut Dulux, dem Experten für Fassadenfarben.

Um die Trendfarbe des Jahres 2016 werden Sie aber dennoch nicht herumkommen, weil sie sich längst in unserer Einrichtung, unseren Kleiderschränken und unseren Köpfen festgesetzt hat: Goldocker.

Die niederländische Firma AkzoNobel, die zu den weltweit führenden Herstellern von Lacken, Lasuren und Farbstoffen zählt, hat diesen Farbton im hauseigenen „Global Aesthetic Center“ mithilfe eines Teams an Forschern, Designern, Statistikern und Künstlern ermittelt. Goldocker ist dabei die entspannte und elegante Variante des knallgelben Zitronengelbs, vermittelt aber dennoch mehr Spritzigkeit und Charme als das dröge Ocker aus den 70er Jahren. Heleen van Gent, Leiterin des Global Aesthetic Centers, konnte mit ihrem Team bereits 2014 ermitteln und voraussagen, dass Gelb- und Goldtöne zur Trendfarbe einer neuen Einrichtungswelle avancieren werden.

Erfahren Sie hier mehr zur Trendfarbe des Jahres 2016 und warum die US-Farbenfirma Pantone zwei völlig andere Farben als richtungsweisend für 2016/17 bestimmt hat.

 

Natur pur in den eigenen 4 Wänden

Das Projekt "Ernst Ahlgrens Väg" von Scandinavian Homes-Designer Jesper Laursen.

Das Projekt “Ernst Ahlgrens Väg” von Scandinavian Homes-Designer Jesper Laursen.

Die tiefgreifende Schweden-Sehnsucht der Deutschen und die damit einhergehende Verklärung des skandinavischen Wohn- und Lebensstils führte bereits vor Jahren zu neuen Maßstäben im Einrichtungssegment: Heller und freundlicher sollte es sein, mit klaren Farben und Formen, einfach und schnörkellos, elegant und dabei sehr gemütlich. Vor allem mit Holz sowie hellen Pastelltönen, Grautönen und grünen Pflanzentupfern wird der Skandinavien-Look assoziiert und in die heimischen Wohn- und Küchenräume geholt.

Passend dazu werden natürliche, kaum verarbeitete Rohstoffe und Materialien eingesetzt. Wolle oder Filz, Natur- oder Ziegelstein, unversiegeltes Holz oder Lehm.

Natur pur in den eigenen vier Wänden: Ein Trend, der uns auch die nächsten Jahre noch begleiten wird. Nicht zuletzt, weil sich der getriebene Großstadtmensch zwischen Freizeitstress und Arbeitshektik wieder mehr auf Ursprünglichkeit und Natur, natürlich modern und urban aufgehübscht, besinnen will. Oder aber auch, weil die Skandinavier trotz weniger Millionen Einheimischer ein designverrücktes Völkchen sind, das mit seinen Ideen schon viele Menschen mehr weltweit glücklich gemacht hat.

 

Der Klassiker: Strahlendes Weiß in allen Nuancen

"Vanilla Wood", fotografiert von Josh Partee.

“Vanilla Wood”, fotografiert von Josh Partee.

Weiß ist nicht nur der zeitlose und elegante Klassiker unter den Wandfarben, sondern auch bei Küchenfronten, Küchenschränken und Kochinseln die häufigste Farbwahl. Nicht verwunderlich, bringt es doch Helligkeit und Licht ins Zimmer und lässt speziell kleine Räume durch seine reflektierende Wirkung größer und aufgeräumter erscheinen. Zudem kann man Weiß wunderbar mit anderen Farben und nahezu allen Materialien kombinieren, ohne dass der Raum überfrachtet oder eingeengt wirkt.

Farbliche Hingucker sind nötig, um eine weiße Küche im für das Auge angenehmem Maß von Küchenboden oder Küchenwand abzusetzen und dem Raum Struktur zu geben. Diese Farbtupfer können Accessoires wie Grünpflanzen, Flickenteppiche, verchromtes Küchenbesteck u.Ä. sein, aber auch feine Nuancen der Farbe Weiß, die sich angenehm voneinander unterscheiden. So kann man mit soften, matten Weißtönen, einem strahlenden Schneeweiß, Vanilletönen, Eierschale, dezent ins Grau oder Grün verlaufenden Weißtönen oder hellen Sandtönen spielen.

Küche mal anders: Diese ungewöhnlichen Farben treffen genau den richtigen Ton

Sie möchten sich nicht nur im Wohnraum, sondern auch in der Küche an knalligen Farben und extravaganten Farbkombinationen ausprobieren? Schlichtes Weiß ist Ihnen zu langweilig und moderne Holztöne dürfen ruhig aufgepeppt werden? Dann probieren Sie es doch mal mit Gold oder Schwarz – hier kommen ungewöhnliche Designideen, die uns in der Umsetzung erstaunen und begeistern!

 

1. Eine Küche in Schwarz

Das Projekt "Huus 11" der beiden Innenraumgestalterinnen Nicole Lindemann und Melanie Stahmer für ihre Firma "open ruum"

Das Projekt “Huus 11” der beiden Innenraumgestalterinnen Nicole Lindemann und Melanie Stahmer für ihre Firma “open ruum”.

Im Gegenzug zu anderen dunkelbraunen oder schwarzen Möbelstücken wirkt eine schwarze Küche nicht düster oder schwerfällig, sondern mit den entsprechenden Materialeigenschaften kraftvoll, elegant und nobel. Voraussetzung ist, dass ein großzügiger, heller Raum zur Verfügung steht und Sie eine helle Farbgebung in Accessoires oder Einzelteilen mit der „Nichtfarbe“ Schwarz kombinieren. Dies setzt Kontraste und neutralisiert und kann überdies die beabsichtigte Stimmung Ihrer Küche widerspiegeln. Mit einem kühlen Weißton als Gegenspieler unterstreichen Sie zum Beispiel eine minimalistische Küchenaura und halten das Ambiente klar und schnörkellos. Mit warmen Holztönen kombiniert, erscheint Schwarz – zum Beispiel in Granitform – dagegen modern und avantgardistisch.

 

2. Eine Küche in Mintgrün

Ashlea Kooman präsentiert auf ihrem Blog "Mamas Dance" das DIY-Makeover einer alten Farmer Küche. Wir finden's toll und sagen: Mehr Mut zur Farbe!

Ashlea Kooman präsentiert auf ihrem Blog “Mamas Dance” das DIY-Makeover einer alten Farmer Küche. Wir finden’s toll und sagen: Mehr Mut zur Farbe!

Mintgrün ist das Blau des Nordens: Weniger brachial, mehr streichelnd und schmeichelnd, ein echter Farbhingucker, der sich dennoch unaufdringlich im Hintergrund hält und schneeweiße Küchentheken oder helle Holzhocker perfekt in Szene setzt. Sehr hip und dennoch gemütlich. Auffällig und dennoch ruhig. Ein Farbklecks, aber dennoch lässig. Wie die Nordlichter halt.

 

3. Eine Küche in Roségold

Küchenstudio Wildeshausen, Kupferküche

Die Kupferküche bleibt Exot, ist jedoch ein absoluter Hingucker.

Ebenso zart und doch ungewöhnlich ist der Metallic-Look in Roségold: Er wirkt edel und teuer, wird aber im Handumdrehen mit den richtigen warmen Holztönen (Birkenweiß, Ebenholzbraun oder heller Ahorn) zur entspannten Designerküche. Jahrelang funktionierten Silber und Stahl in deutschen Küchen – jetzt kommt der Juwel unter den Farben hinzu und lässt deutsche Küchen strahlen. Ihre Besitzer übrigens auch!

 

4. Eine Küche in Blau (maritim)

Das Dulux-Blau "Licht und Dunkelheit".

Das Dulux-Blau “Licht und Dunkelheit”.

Blau ist nicht gleich blau – die letztendliche Farbintensität des Klassikers für Jeans und Autos, jedoch weniger für Küchen, bleibt immer noch Ihnen überlassen. Klar jedoch ist: Eine maritime Aura verbreitet die mit zarten Weiß- und Goldtönen oder hellem Holz kombinierte Farbe in jeder Hinsicht. Wer einen kräftigen Blauton wählt, hat vermutlich immer gute Laune – aber benötigt hierzu auch einen großen, lichtdurchfluteten Raum, um nicht vom farblichen Meeresrauschen erschlagen zu werden. Skandinavisch wird’s mit hellblauen Pastelltönen: Diese lassen sich hervorragend zu Minze, Weiß und Rosé oder unserer Trendfarbe 2016, Goldocker, kombinieren und sorgen für eine unaufdringliche Wohlfühlküche. Einen ungewöhnlicheren Anstrich im Industriestil gibt’s mit dem Mix aus Blau und Chrom: Stylisch, kühl und bestimmt.

 

5. Eine Küche in floralem Motiv

Florales Wandmotiv in der Küche: Wirkt nicht nur retro, sondern in Kombination mit Kupfer und Holz auch sexy. Gesehen bei "archzine"

Florales Wandmotiv in der Küche: Wirkt nicht nur retro, sondern in Kombination mit Kupfer und Holz auch sexy. Gesehen bei archzine.net.

Wer es bunt und etwas ausgefallen mag oder dem Retro-Look verfallen ist, wird an der floralen Designbewegung Gefallen finden. Vorrangig dominiert das blumige Motiv allerdings noch eher Wandtattoos, Kacheln oder Küchenzubehör. Auf Arbeitsplatten oder Küchenfronten selbst entdeckt man es (noch) eher selten – zum Glück: Die Wucht des Musters könnte doch etwas überhand nehmen mit einer großen Küchenwand. Im Kleinen peppt das florale Motiv in der Küche aber einen eintönigen Farbton fröhlich auf oder wirkt herzerwärmend retro. Wir sagen: Let the flowers speak 😉

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.