Die nachhaltige Küche: 5 realistische Tipps für Ihren Kauf

Wir alle würden gern nachhaltiger leben, doch manchmal weiß man schlichtweg nicht, wo man anfangen soll. Wir möchten Ihnen den Schritt in der Küchenplanung gern erleichtern und haben fünf Tipps gesammelt, die Ihnen – als Inspiration und Denkanstoß – den Kauf einer nachhaltigen Küche erleichtern sollen. Die Zeit für einen grüneren Lebensstil ist längst gekommen. Glücklicherweise bietet die Küchenbranche mittlerweile Alternativen an, die sich in Stil, Design und Funktionalität nichts nehmen und doch einen grüneren Fußabdruck als herkömmliche Produkte erzeugen.

Springen Sie hier direkt zu den fünf Tipps vor.

„Don’t look up“: Warnung an Klimaskeptiker

Haben Sie den vieldiskutierten Film „Don’t look up“ schon gesehen? In der starbesetzten Komödie von Netflix arbeiten sich Leonardo Di Caprio und Jennifer Lawrence als Astrophysiker an einem ungläubigen Volk ab, das – vom einfachen Arbeiter bis zur US-Präsidentin, verkörpert durch Meryl Streep – nicht an den nahenden Einschlag eines Kometen glaubt und die besorgten Hinweise der Wissenschaftler als „hysterische Panikmache“ abwinkt.

Der überspitzte Film ist eine durchaus beißende Persiflage auf den Klimawandel und seine Folgen, die bereits jetzt unser Leben nachweislich beeinträchtigen. Flutkatastrophen, Waldbrände und Artensterben sind allgegenwärtig; gehandelt werden muss: sofort. Und doch geben sich Politiker und Kritiker gemächlich, was das Erreichen von Klimazielen und die Reduzierung von Treibhausgasen und anderen schädlichen Emissionen angeht. Wie das Ganze ausgehen könnte, zeigt der Film eindrücklich in seinen letzten, packenden Minuten.

Ein Film über die drohende Klimakatastrophe - getarnt als Science Fiction Komödie. (Foto: Tina Miroshnichenko / stock)
Ein Film über die drohende Klimakatastrophe – getarnt als Science Fiction Komödie. (Foto: Tina Miroshnichenko / stock)

„Klimaneutraler Hersteller“: Warum der wichtigste Titel der Küchenbranche gekauft ist

Nicht nur Hollywood beschäftigt sich mit der drohenden Klimakrise. Wie schon zahlreiche andere Industriezweige zuvor hat auch die Küchenbranche die Wichtigkeit eines neuen Umweltbewusstseins erkannt – und tut alles dafür, um der serienmäßigen Produktion von Möbeln und Geräten einen grünen Anstrich zu verleihen. Bei vielen namhaften Marken äußert sich das bereits in der Bezeichnung „klimaneutraler Hersteller“ als schmückendes Beiwerk zum Firmennamen.

Allein: klimaneutral ist nicht klimapositiv. Der Titel beruht in Wahrheit auf einer Vielzahl gekaufter Ausgleichszertifikate. Der Grund: Alles, was in den Produktionshallen nicht durch grüne Energie gespeist oder an ausgestoßenen Emissionen reduziert wird, schlägt sich negativ auf die Energie- und Umweltbilanz nieder. Diese wird ausgeglichen mit umweltfreundlichen Projekten, beispielsweise der Aufforstung eines Waldes, bei denen der Hersteller ein Zertifikat gegen einen festgelegten Betrag erhält – und mit besagtem, „klimaneutralen“ Titel werben darf. Der moderne Ablasshandel täuscht Kundinnen und Kunden allerdings darüber hinweg, dass die Küchenbranche derzeit noch lange nicht so grün ist, wie sie es gerne wäre.

FSC, PEFC und Klimapakt: Nicht alle Siegel haben die gleiche Aussagekraft. (Collage: Küchen&Design Magazin)
FSC, PEFC und Klimapakt: Nicht alle Siegel haben die gleiche Aussagekraft. (Collage: Küchen&Design Magazin)

Die nachhaltige Küche: spannende Ansätze der Industrie – so können auch Sie handeln

Dennoch gibt es spannende Entwicklungen mit umweltfreundlichen Ansätzen, die lobend hervorgehoben werden dürfen. Diese möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die vielleicht gerade auf der Suche nach einer „grünen“, nachhaltigen Küche sind, nicht vorenthalten. Sie finden diese in Punkt 1 bis 3 unserer Liste.

Gehandelt werden kann natürlich bereits im Kleinen – nämlich, in dem man große Anschaffungen wie den Küchenkauf durchdacht gestaltet und auf nachhaltige Möbel und Geräte setzt. Aber auch im bestehenden Haushalt lassen sich Energiefresser durch stromsparende Alternativen ersetzen. Erhalten Sie hierzu Anreize aus unseren Punkten 3 bis 5.

Wer eine nachhaltige Küche planen möchte, sollte unsere 5 Ratschläge durchlesen und gewappnet sein. (Foto: Vie Studio/ stock)
Wer eine nachhaltige Küche planen möchte, sollte unsere 5 Ratschläge durchlesen und gewappnet sein. (Foto: Vie Studio/ stock)

Fünf Tipps für die nachhaltige Küche

1) Klimaneutrale Küchenhersteller: stimmt das?

2) Möbel aus recycelten Materialien: wer produziert das?

3) Geräte aus recycelten Materialien: gibt’s das?

4) Neue Elektrogeräte: energieeffizient und sparsam

5) Naturmaterialien statt Kunststoff: neuer Trend 2022

Tipp 1 für die nachhaltige Küche: Klimaneutrale Hersteller

Bei der Wahl des richtigen Herstellers für eine nachhaltige Küche ist zuallererst „Klasse statt Masse“ angesagt. Je größer ein Küchenkonzern ist, der Küchen „von der Stange“ produziert, desto geringer ist die Chance, dass nachhaltige Herstellungsverfahren genutzt werden. Premium-Produzenten hingegen fertigen oft von Hand und setzen auf natürliche, nachwachsende Rohstoffe.

Der Luxushersteller bulthaup lehnt beispielsweise Tropenhölzer ab und setzt seit Jahren auf heimische Hölzer, die hierzulande verarbeitet werden und als ökologisch unbedenklich gelten. Der rasch nachwachsende Bambus zählt mittlerweile als Klassiker für bulthaup-Fronten, während in Schüben und Auszügen Birkenschichtholz (b1) oder Eichen- und Nussbaumholz (b3) verarbeitet wird.

Ebenso hat bulthaup – genauso wie Konkurrent Poggenpohl – Lacke auf Wasserbasis entwickelt, die die weitaus umweltschädlicheren und schwer zu recycelnden lösemittelhaltigen Lacke ersetzen. Allerdings haben beide Hersteller sich noch nicht offiziell als klimaneutrales Unternehmen zertifizieren lassen.

Im Gegensatz dazu bemühen sich größere Hersteller darum, ihre Produktionen auf ein nachhaltiges Level zu setzen. Das gelingt bei Häcker beispielsweise schon mit 55% Ökostrom und einem nachhaltigen Versand der Küchenmöbel, die mit Recyclingstoffen – anstelle von Styropor und Schaumstoff – gesichert werden.

Alles im grünen Bereich? Häcker kauft zwar Zertifikate ein, um als "klimaneutral" zu gelten. Immerhin wirbt das Unternehmen aber bereits mit 55% Ökostrom in der Produktion. (Foto: Häcker)
Alles im grünen Bereich? Häcker kauft zwar Zertifikate ein, um als „klimaneutral“ zu gelten. Immerhin wirbt das Unternehmen aber bereits mit 55% Ökostrom in der Produktion. (Foto: Häcker)

Zudem sind die Hölzer nahezu aller deutschen Küchenhersteller PEFC- und FSC-zertifiziert, darunter beispielsweise die verwendeten Hölzer von LEICHT, Häcker, nobilia, eggersmann, rational und Rotpunkt. Diese Siegel garantieren eine Waldwirtschaft im Einklang mit der Natur und eine behutsame Aufforstung.

Die hohen Standards auf dem deutschsprachigen Markt schützen jedoch vor Trugschluss nicht. Diverse Siegel, so unter anderem „Der Klimapakt der Möbelindustrie“, die „Emissionsklasse DGM“ (Emissionslabel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V.) oder „fokus-zukunft.com“, stellen Zertifizierungen aus, die schwerlich über Jahrzehnte weiterverfolgt werden können. Eine Streuobstwiese oder ein aufgeforsteter Wald sind beispielsweise erst dann ein ertragreicher Ausgleich, wenn sie genug Zeit haben, um sich im Sinne der Natur zu entwickeln und CO2 aus der Umgebung zu kompensieren. Werden sie vorher abgeholzt, ist die berechnete Menge an CO2-Kompensation entsprechend geringer.

Aufforstung, Windparks, Streuobstwiesen: ein sehr guter Anreiz, um CO2-Ausstöße zu kompensieren. Aber sind zugehörige Siegel wirklich vertrauenswürdig? (Foto: Jan Kopriva/ stock)
Aufforstung, Windparks, Streuobstwiesen: ein sehr guter Anreiz, um CO2-Ausstöße zu kompensieren. Aber sind zugehörige Siegel wirklich vertrauenswürdig? (Foto: Jan Kopriva/ stock)

Hinzu kommt, dass es schwierig ist, Anfang und Ende der Nutzungskette zu beleuchten und daraus eine Klimaneutralität abzuleiten. Fängt Nachhaltigkeit bei der Förderung der Materialien an? Hört sie auf, wenn die Küchen die Fabrik verlassen – oder zählt auch ihre Lebensdauer beim Endkunden mit dazu?

Wer eine nachhaltige Küche kaufen und dabei auf Nummer sicher gehen möchte, wählt lieber kleine Manufakturen und Tischlereien für die Umsetzung eines ökologischen Fußabdrucks – oder zumindest Küchenhersteller, die auf Regionalität und Klimaneutralität in kleinen Schritten setzen.

Tipp 2 für die nachhaltige Küche: Möbel aus recycelten Materialien

Wenn Sie nun möglicherweise vom ersten Abschnitt abgeschreckt sein mögen, so können wir Ihnen versichern: eine grüne und nachhaltige Küche, das geht! Der kleine Küchenhersteller Rotpunkt aus Bünde (Ostwestfalen) produziert sie, unbemerkt von einem Großteil der Küchenkäuferinnen und -käufer, schon sehr lange. Angefangen hat alles mit einem Material namens „BioBoard“, das sich aus Mais und anderen, schnell nachwachsenden Einjahrespflanzen zusammensetzte. Bei gleicher Stärke und Langlebigkeit konnte mit den BioBoard-Küchen der Kollektion „Greenline“ von Rotpunkt deutlich an Gewicht eingespart und damit der Energieverbrauch gedrosselt werden.

Mittlerweile wurde die Produktion umgestellt auf Recyclingmöbel, Sperrholz und Bruchhölzer. Damit verwendet Rotpunkt bereits bestehendes Holz und verarbeitet es zu hochwertigen, modernen Küchen. Nahezu jedes Modell der Rotpunkt-Kollektion kann auch in der Verarbeitung „BioBoard Gen.2“ (Generation 2) gewählt werden. Das Ergebnis ist langlebig, schön und zauberhaft „grün“.

Eine nachhaltige Küche muss nicht "öko" aussehen. Rotpunkt beweist mit der BioBoard Gen 2, dass auch Eleganz einen grünen Daumen haben kann. (Foto: Rotpunkt)
Eine nachhaltige Küche muss nicht „öko“ aussehen. Rotpunkt beweist mit der BioBoard Gen 2, dass auch Eleganz einen grünen Daumen haben kann. (Foto: Rotpunkt)

Tipp 3 für die nachhaltige Küche: Geräte aus recycelten Materialien

Zugegeben, diesen Punkt gibt es noch nicht sehr lang – und er ist umso verblüffender, weil das recycelte Material im Falle des neuen Kühlschranks von Grundig tatsächlich Essensabfälle sind. Das deutsche Traditionsunternehmen präsentiert 2022 erstmalig eine Kühl- und Gefrierkombination („Edition 75“), die aus biobasiertem Kunststoff und recycelten Lebensmittelresten besteht.

Das sogenannte „Bioplastik“ verbraucht in seiner Herstellung laut Grundig „deutlich weniger fossile Ressourcen“ und büßt dennoch weder an Design noch an Langlebigkeit ein. Einzelne Elemente des Kühlgeräts werden durch raffinierte, nachhaltige Alternativen ersetzt: so besteht beispielsweise der Eierbehälter aus einem Mix aus alten Eierschalen und Bioplastik, welches wiederum aus Zuckerrohr oder Maisstärke gewonnen wird.

Es sind kleine Schritte, die zu einer nachhaltigen Küche führen. Aber immer mehr Hersteller sind bereit, sie zu gehen.

Ein Kühlschrank aus - Achtung - Lebensmittelresten? Nun ja, fast: Grundig entwickelt derzeit viele Einbaugeräte für die Küche aus recycelten Materialien. (Foto: Grundig)
Ein Kühlschrank aus – Achtung – Lebensmittelresten? Nun ja, fast: Grundig entwickelt derzeit viele Einbaugeräte für die Küche aus recycelten Materialien. (Foto: Grundig)

Tipp 4 für die nachhaltige Küche: Neue Elektrogeräte

Apropos Elektrogeräte: noch dürften die wenigsten als nachhaltig oder gar recycelt gelten, doch Energiekosten lassen sich auch auf ganz andere Weise senken – nämlich, indem man zu modernen Geräten greift, die Koch- und Spülvorgänge dank hochentwickelter Technologien immer sparsamer vollziehen.

Ein Induktionskochfeld benötigt im Schnitt lediglich fünf Minuten, um einen Topf mit 1,5 Litern Wasser zum Kochen zu bringen. Ein strahlungsbeheiztes Kochfeld (z.B. Ceran) benötigt für die gleiche Menge Wasser etwa neun Minuten. Durch die Erwärmung des Topfbodens, nicht aber der Kochplatte, kann die Hitze bei Induktion sehr zielgerichtet eingesetzt werden – und natürlich auch nur so lange, wie benötigt.

Heute lassen sich viele Geräte kombinieren und schon allein deshalb Energie einsparen. Das inductionAir Plus von Siemens ist ein schneller Alleskönner, der sogar entstehende Gerüche beseitigt. (Foto: Siemens Hausgeräte)
Heute lassen sich viele Geräte kombinieren und schon allein deshalb Energie einsparen. Das inductionAir Plus von Siemens ist ein schneller Alleskönner, der sogar entstehende Gerüche beseitigt. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Am schnellsten erhitzen Sie Wasser mit einem Quooker oder einer ähnlichen Heißwasserarmatur: Hierbei wird das Wasser nämlich im Standby innerhalb eines vakuumisolierten Reservoirs stetig warmgehalten und ist sofort auf Knopfdruck verfügbar. Das verbraucht etwa 0,05 € pro Tag und 18,00 € im Jahr bei mehrmaliger Nutzung pro Tag. Zum Vergleich: ein Wasserkocher benötigt bei einmaligem Gebrauch pro Tag (5 Minuten) etwa 0,06 € pro Tag und damit rund 20 Euro im Jahr. Sollten Sie also häufiger heißes Wasser für Tee, Nudeln, Suppen oder zum Sterilisieren von Gegenständen benötigen, lohnt sich die Anschaffung eines Quookers.

Mit einem Quooker erhalten Sie sofort kochendes Wasser aus dem Hahn. Mit einem Quooker CUBE sogar gekühltes und sprudeliges Wasser. (Foto: Quooker)
Mit einem Quooker erhalten Sie sofort kochendes Wasser aus dem Hahn. Mit einem Quooker CUBE sogar gekühltes und sprudeliges Wasser. (Foto: Quooker)

Einen glänzenden Auftritt unter allen energiesparenden Geräten legen übrigens moderne Geschirrspüler hin: So arbeiten Modelle von Siemens, Bosch und Miele mit Sensoren, die die Beladung und Verschmutzung des Geschirrs messen und daran automatisch die Laufzeit des Spülvorgangs berechnen. Mit der Miele PowerDisk wählt das Programm sogar eigenständig die benötigte Menge an Spülmittel aus, frei nach dem Motto: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Ein neues Modell von Bosch ist zudem „belehrbar“. Nach jedem Spülvorgang können Nutzerinnen und Nutzer „Feedback“ an das Produkt per App geben und die bevorzugte Temperatur oder Spüldauer einstellen. Zusätzlich schlägt das Programm eine langsamere, aber umweltfreundlichere Alternative vor. Für heutige Spülmaschinenvorgänge werden mitunter lediglich sechs Liter verbraucht, für die früher die doppelte Menge benötigt wurde.

Grundsätzlich lässt sich feststellen: Im Gegensatz zu Küchenmöbeln, die mit mehr als 20 Jahren einer langen Lebenszeit und Nutzungsdauer entgegenblicken, sollten alte Küchengeräte gegen moderne Stromsparer eingetauscht werden. Das neue Energieeffizienzlabel der EU hilft Ihnen, von vorneherein zu erkennen, welche Einbaugeräte sparsamer sind als andere.

Tipp 5 für die nachhaltige Küche: Naturmaterialien statt Kunststoff

Wussten Sie, dass die Massenproduktion von Plastik erst Mitte der 1950er Jahre begann? Kunststoffe sind leicht im Gewicht, belastbar und vor allem kostengünstig. Mittlerweile ist ein Großteil unseres Lebens auf Kunststoff aufgebaut, und doch wissen wir auch: es dauert ewig, bis das Abfallprodukt verrottet. Kunststoff und künstliche Bestandteile von Naturprodukten (z.B. Kunststein) haben keine gute Umweltbilanz.

Nicht nur deshalb mag es in den vergangenen Jahren den Trend gegeben haben, in der Küche wieder verstärkt auf Naturmaterialien zu setzen. Auch die unnachahmliche Haptik von rauem Echtholz, glattem Naturstein oder kühlem Edelstahl lässt sich – anders als die Optik – nicht durch einen künstlich produzierten Verbundwerkstoff imitieren. Mit der steigenden Bereitschaft, der Küche einen hohen Stellenwert beizumessen und entsprechend mehr Geld in die Küchenplanung zu investieren, wächst auch das Bedürfnis nach echten, hochwertigen Materialien, die Langlebigkeit und Eleganz ausstrahlen. Holz, Stein, Glas und Stahl zählen zu den gefragtesten Naturmaterialien in der Küche. Sie lassen sich hervorragend mit Lack, Beton und Metallen (z.B. Messing, Kupfer) kombinieren.

Ebenfalls spannend: Mittlerweile wird die Patina, die sich ein Naturprodukt im mitunter derben Küchenalltag unter Einfluss von Hitze, Dampf und Feuchtigkeit einhandelt, sogar nachgefragt. Stand früher die Frage nach Kratzfestigkeit und Makellosigkeit im Raum, die Kunststoff nur allzu gut bedienen konnte, drücken mögliche Flecken oder Schrammen nun die Individualität eines Küchenraums aus. Messing, Beton und Holz entwickeln mit der Zeit eine Oberfläche, die die Spuren der Zeit zeigt. Sie spiegeln wider, dass diese Küche eine Werkstatt ist, in der nach Herzenslust gearbeitet und gelebt werden darf. Viele Menschen können sich dafür begeistern. Mit der zurückgekehrten Lust an der Natur im Küchenraum erlebt auch die nachhaltige Küche erneut einen Aufschwung – und das lassen sich Käuferinnen und Käufer etwas kosten.

Dilara Suzuka
Die Küche war für Dilara schon immer ein magischer Anziehungspunkt; als Nesthäkchen mit vier Geschwistern drehte sich schon im Familienhaushalt immer alles um den heiligen Ort des Zusammenseins beim Essen, Kochen, Hausaufgaben machen, Malen, Diskutieren, Entscheidungen verkünden. Auch in ihrer WG während des Studiums kreuzten sich in der Küche sämtliche Lebenswege. Die Webdesignerin entschied deshalb, dass es an der Zeit wäre, diesem Altar des Essens und der Entscheidungen auch im Internet ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Los geht’s.