Eine Eismaschine kaufen: Warum eigentlich nicht?

17.08.2016 | Susanne Scheffer

Ob Birne-Walnuss, Maracuja-Basilikum, Rauchmandel-Pistazie – oder ganz einfach der Schoko-Vanille-Klassiker: Welches Eis 2016 in die Waffel gefüllt wird, bestimmen Sie selbst. Wer offen für Experimente ist, Genuss-Sorten mischt und Zutaten abwägt, ist bereit für den aufregend verbotenen Wunsch aus Kindertagen, sich selbst eine Eismaschine in die heimische Küche zu stellen. Wir haben Einsteiger- bis Luxusmodelle unter die Lupe genommen. Bleibt nur noch die Frage: Warum eigentlich nicht?

Selbstgemachtes Eis, Karamell-Sauce, einen tiefschwarzen Kaffee: Die Nachmittagspausen im Sommer gefallen uns. (Foto: Neha Deshmukh)

Selbstgemachtes Eis, Karamell-Sauce, einen tiefschwarzen Kaffee: Die Nachmittagspausen im Sommer gefallen uns. (Foto: Neha Deshmukh)

Eis ist nicht gleich Eis: Auch hier gibt es Trends

Ein Eis gehört zum Sommer dazu wie Baden, Sonne, Meer. Natürlich gehen auch zwei Eis, drei, vier, in immer ungewöhnlicheren Sorten, fruchtig und süß oder herb und salzig, oder doch beides gemischt? Die Eismacher überschlagen sich derzeit mit kreativen Geschmacksrichtungen und ungewöhnlichen Noten, denn nur so kann man sich zum einen vom üblichen italienischen Dolce Vita abheben, das die Touristen in Scharen unter rote Sonnenschirme lockt und den typisch deutschen Bananensplit in petto hat. Zum anderen muss der trendhungrigen Meute nach Dinkelsmoothie und Eiweißbrot eben ständig etwas Neues serviert werden, für das Instagram heißlaufen kann.

So wird der Klassiker auch in diesem Jahr ungewöhnlich und aufwändig in Ricotta-Feige, Gin-Zitrone-Rosmarin, Honig-Salbei oder Apfel-Sellerie gereicht, als Softeis, Wassereis, Milcheis, Sorbet oder Parfait. Sie finden das toll und inspirierend – oder aber grauenhaft und fordern das gute alte Schokoladen- und Erdbeereis zurück? Antwort: Dann machen Sie’s doch selbst. Denn Eismaschinen, der geheime Traum aus Kindertagen, werden mittlerweile auch stilvoll, unkompliziert und preiswert für die eigenen vier Wände angeboten. Wenn Ihre Mutter Ihnen früher immer vorgehalten hat, dass diese Anschaffung zu teuer und wenig lohnenswert wäre, können Sie sie jetzt vom Gegenteil überzeugen – wir haben die schönsten Modelle unter die Lupe genommen.

 

Worauf muss man beim Kauf von Eismaschinen achten?

Zunächst einmal sollte man einen Blick in den eigenen Geldbeutel werfen: Der Preis von Eismaschinen hängt nämlich auch ganz klar von ihrer Machart ab. Es gibt günstige Eismaschinen (20-80 €) mit einem Gefrierbehälter, der vor dem Zubereiten des Eises für bis zu 24 Stunden im Gefrierfach vorgekühlt werden muss, um das integrierte Kühlmittel schockzufrosten – dieses lässt die Zutaten später zu feinen Eiskristallen erstarren, bis Eiscreme entsteht. Alternativ greift man zur empfehlenswerten Variante mit Kompressor, die allerdings deutlich teurer (150-300€) und geräuschintensiver beim Verarbeiten ist. Selbstkühlende, elektrische Eismaschinen haben dennoch gleich mehrere Vorteile: Sie kühlen die Zutaten exakt auf die benötigte Temperatur herunter, können mehrere Portionen hintereinander ohne großen Aufwand zubereiten und sind bei Bedarf sofort ohne große Vorbereitungen einsetzbar.

 

Eiscreme, Sorbet, Frozen Yoghurt: Mit einer Eismaschine zuhause können Sie über Geschmack, Konsistenz und Farbe selbst entscheiden. Und den Namen natürlich auch... (Foto: foodiesfeed)

Eiscreme, Sorbet, Frozen Yoghurt: Mit einer Eismaschine zuhause können Sie über Geschmack, Konsistenz und Farbe selbst entscheiden. Und den Namen natürlich auch… (Foto: foodiesfeed)

Fassungsvermögen und Eigengewicht sollten beachtet werden

Auch das Fassungsvermögen und das Eigengewicht von Eismaschinen variiert zwischen den Modellen erheblich. Kleine Maschinen schaffen etwa einen halben Liter Speiseeis, große und professionelle Geräte hingegen über zwei Liter. Diese Eismaschinen sind dann aber auch von Haus aus eher wuchtig und müssen mit bis zu 14 Kilogramm Eigengewicht fest in der Küche eingeplant und stationiert werden. Auch aus Gründen des vorher erwähnten Geräuschpegels ist es ratsam, das Kompressor-Gerät eher in einen Haushaltsraum zu verfrachten: Fast 70 Dezibel maß die Stiftung Warentest bei einigen Modellen – dies entspricht fast einem Staubsauger.

 

Auch die Reinigung ist ein Kriterium

Zuguterletzt sollte man übrigens nach guter Hausfrauenmanier auch nicht aus den Augen lassen, wie sich die Eismaschine reinigen lässt. Keiner von uns möchte das Gerät umständlich ins Spülbecken wuchten oder drei Stunden einweichen lassen. Tatsächlich besitzen aber nicht alle Eismaschinen einen portablen Innenraumbehälter; bei wiederum anderen muss man darauf achten, dass das Gerät nach der Reinigung gut trocknet, da sich zwischen Behälter und Deckelfassung sonst Spülwasser ansammeln und ins frisch kreierte Himbeer-Spargel-Eis laufen kann. Immerhin sind die meisten Geräte, in ihre Einzelteile zerlegt, aber wasserfest.

Welche Maschinen haben wir für Sie herausgesucht?

Wie in einer gut sortierten Eisdiele ist hier für jeden etwas dabei: Ein Modell im günstigen Preissegment, eine moderat bepreiste Eismaschine und natürlich die Super-Luxusvariante. Unsere Eismaschinen kosten zwischen 70 € und 900 € und kühlen Ihre Eiscreme auf bis zu -39° Grad in nur 30 Minuten herunter. Selbstverständlich haben wir auch auf Design und Optik der Geräte geachtet.

 

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Die Perfect Mix 9000 von Krups. Klein, leicht und ihr Geld absolut wert. (Foto: Krups)

Die Perfect Mix 9000 von Krups. Klein, leicht und ihr Geld absolut wert. (Foto: Krups)

Die Günstige: Eiscreme für die ganze Familie

Die „Krups G VS2 41 Perfect Mix 9000 Eismaschine Venise“ hat einen komplizierten Namen, lässt sich aber dafür kinderleicht bedienen: Mit nur 6 Watt und 3,8 kg Eigengewicht produziert der doppelwandige Eistopf immerhin satte 1,6 Liter Eiscreme in seinem Gefrierbehälter.

> LCD-Überwachungsanzeige der Zubereitung
> Gefrierbehälter mit 1,6 l Fassungsvermögen
> Leistung: 6 Watt
> Deckel, Rührarm & Eisschaber sind spülmaschinenfest
> Ø-Preis: ca. 70 €

Pluspunkt: Gefrierbehälter kühlt sehr lange sehr stark; Motor ist kräftig

Minuspunkt: Behälter sollte vorher für 24h ins Gefrierfach, ist dafür fast zu groß – und kostet Zeit

 

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Deckel, Rührgerät, Gefrierbehälter - und das von höchster Qualität:

Deckel, Rührgerät, Gefrierbehälter – und das von höchster Qualität: Bis zu 2 Liter Eis können mit der Unold Eismaschine Gusto produziert werden. (Foto: Unold)

Die Moderate: Digital gesteuert durch den Dauerbetrieb

Die „Unold 48845 Eismaschine Gusto“ sieht mit ihrem eleganten und robusten Edelstahlgehäuse nicht nur gut aus, sondern leistet mit dem selbstkühlenden Kompressor auch cremig-weiches Eis in weniger als einer Stunde. Durch die zusätzliche Deckelöffnung lassen sich weitere Zutaten wie Schokostreusel oder Mandeln nach und nach einfüllen während des Rührvorgangs.

> Digitaler Timer für minutengenaue Programmierung
> selbstkühlender Kompressor bis -35° Grad – kein Vorfrieren nötig

> 2 Liter Fassungsvermögen
> robuster Motor, für Dauerbetrieb geeignet
> Ø-Preis: ca. 200 €
Pluspunkt: hervorragende Konsistenz der Eiscreme, kräftiger Kompressor

Minuspunkt: Einzelteile nicht spülmaschinenfest, Gerät hat keinen An-/Aus-Schalter und verbraucht dadurch mehr Strom
 

 

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Der kleine Ferrari unter den Eismaschinen: Die Musso-Mini-Maschine von

Der kleine Ferrari unter den Eismaschinen: Die Musso-Mini-Maschine produziert 750 ml Eis in 15 Minuten – mit satten 20 kg Eigengewicht. (Foto: Musso Lussino)

Die Luxus-Variante: Selbermachen ja – aber für Gourmets

Die „Musso Lussino MINI 4080 Eismaschine“ ist tatsächlich kleiner als andere Modelle – und dabei von wahrer Detailschönheit und Raffinesse. Der 750 ml fassende Behälter wartet mit einer Vollautomatik-Garantie für 100 Watt auf, sodass in lockeren 15 bis 20 Minuten feinste italienische Eiscreme produziert werden kann. Die Eismaschine glänzt zudem mit einem Rührer aus geschweißtem Edelstahl mit einer gedrehten Edelstahlhalterung.

> Gewicht: 20 kg Edelstahl mit Kompressor

> 750 Milliliter Fassungsvermögen
> Zubereitungszeit: 15-20 min. mit Vollautomatik
> Made in Italy – 2 Jahre Garantie
> Ø-Preis: ca. 800 €

Pluspunkt: Extrem cremiges Eis in kurzer Zeit, wie in der Eisdiele

Minuspunkt: Rührgefäß nicht entnehmbar, muss mit Maschine abgespült werden – und: sehr teuer, nur für Liebhaber

 

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Also dann: Erwachsen sein, Mutters Bedenken trotzen, Eismaschine besorgen. Ran ans Rührgerät und sich selbst an Marshmellow-Joghurt, Madagaskar-Meersalz, Kürbis-Nougat oder Kastaniensorbet probieren. Warum eigentlich nicht?

 

foodiesfeed.com__white-icecream1_Jakub Kapusnak

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.