Eine Küche renovieren: 6 Schritte

29.08.2017 | Frederik Dix
Anmalen, austauschen, abschleifen: Wir zeigen Ihnen in 6 Schritten, wie Sie Ihre Küche renovieren können. (Foto: Joshua Niedermayer)

Mit einer hochwertigen Küche ist es wie mit einer guten Beziehung: Man muss etwas dafür tun, damit sie auch nach Jahren noch schön aussieht und zusammenhält. Während sich das bei einer Beziehung bisweilen schwierig gestalten kann, lässt sich eine Küche renovieren, um weiterhin zu glänzen und den Geschmack ihres Besitzers zu treffen.

 

 

Kleine Mängel oder neuer Küchenstil: Was wollen Sie renovieren?

Wer von Anfang an in eine erstklassige Küche investiert, lebt im Durchschnitt nämlich rund 17 bis 20 Jahre damit. Dieser Zeitraum geht auch am besten Modell nicht spurlos vorüber: Kleine Schönheitsfehler, Kratzer, Platzer und unschöne Flecken können ausgebessert werden, ohne, dass der gesamte Küchenkorpus neu erworben werden muss.

Je nachdem, ob Sie beim Küche renovieren nur kleine Mängel beseitigen oder den Stil der Küche verändern wollen, können Sie Fronten, Arbeitsplatten, Geräte oder Griffe austauschen lassen – oder gar die Wahrnehmung des Raumes ändern, in dem Sie Wände durchbrechen, neue Fenster einsetzen lassen und das Koch-Wohn-Gefüge neu anordnen.

 

Neue Farben, Fronten, Geräte oder Accessoires: Wenn Ihre Küche in die Jahre gekommen ist, gibt es viele Schritte für eine sanfte Erneuerung - oder einen radikalen Umbau. (Foto: Dulux)

Neue Farben, Fronten, Geräte oder Accessoires: Wenn Ihre Küche in die Jahre gekommen ist, gibt es viele Schritte für eine sanfte Erneuerung – oder einen radikalen Umbau. (Foto: Dulux)

 

Küche renovieren: Bitte mit Experten

In jedem Fall sollten Sie beim Renovieren der Küche darauf achten, den Rat von Experten und Handwerkern hinzuzuziehen. Ein Küchenplaner kann Ihnen nicht nur bei der Planung und Gestaltung einer neuen Küche, sondern auch beim Ausbau oder Umbau eben dieser helfen. Viele Küchenstudios sind beispielsweise auf Altbauten oder den architektonischen Innenausbau spezialisiert und können Ihnen Mittel und Wege aufzeigen, um Ihre nicht mehr ganz taufrische Küche in einem gänzlich neuen Licht erscheinen zu lassen.

Wenn Sie planen, Ihre Küche renovieren zu lassen, sollten Sie sich vorher Gedanken um Aufwand und Außenwirkung machen. Wir haben 6 mögliche Schritte für Sie zusammengetragen – von kleinen Mängeln, die schnell behoben werden können, bis hin zu großen Veränderungen.

 

 

So können Sie Ihre Küche renovieren – in 6 Schritten:

 

 

(1) Die Küche renovieren: mit neuen Fronten

Ein neuer Lack oder gleich eine neue Front: Hersteller ändern über die Zeit oftmals Farben und Oberflächen, behalten die Grundstruktur ihrer Modelle aber bei. Das macht den Austausch nach Jahren leichter. (Foto: Dulux)

Ein neuer Lack oder gleich eine neue Front: Hersteller ändern über die Zeit oftmals Farben und Oberflächen, behalten die Grundstruktur ihrer Modelle aber bei. Das macht den Austausch nach Jahren leichter. (Foto: Dulux)

 

Das Austauschen der Küchenfronten gleicht einer kompletten Generalüberholung der Küche. Warum? Fronten sind das „Gesicht“ der Küche, da mit ihnen Kücheninsel, Küchenzeile und Küchenschrank verkleidet werden. Farbe und Beschaffenheit fallen somit zuerst ins Auge und dominieren das Aussehen eines Küchenraums.

Wer seine Küche renovieren möchte – beispielsweise, weil der früher gewählte Stil nicht mehr gefällt oder weil am Material bereits Ecken abgeplatzt sind – kann die Wirkung alter Küchenschränke also mit neuen Fronten relativ schnell „aufmöbeln“. Hintergrund ist, dass sich die meisten Einbauküchen aus genormten Bauteilen zusammensetzen.

Ein einzelner Korpus bzw. Küchenschrank weist in der Regel eine Grundfläche von 60 x 60 Zentimetern auf, wodurch die übliche Breite einer Front ebenfalls 60 Zentimeter beträgt. Vorsicht ist bei der Höhe geboten, die bei unterschiedlichen Küchenherstellern oftmals variiert. Möglich ist es daher, neue Fronten auf ein älteres Modell desselben Herstellers montieren zu lassen oder aber sich vom Fachmann, beispielsweise einer Schreinerei, neue Fronten maßfertigen zu lassen.

Während Schichtstoff- und Lackfronten ausgetauscht werden müssen, kann bei Echtholz-Fronten der Glanz vergangener Zeiten bereits durch Abschleifen und Lackieren oder Lasieren wieder erreicht werden.

 

 

(2) Die Küche renovieren: mit neuen Arbeitsplatten

Dem Landhausstil überdrüssig? Mit einer neuen Arbeitsplatte und den richtigen Accessoires wandeln Sie Ihre Küche schnell in den ebenfalls wohnlichen Industrial Style um. (Foto: Silestone von Cosentino)

Dem Landhausstil überdrüssig? Mit einer neuen Arbeitsplatte und den richtigen Accessoires wandeln Sie Ihre Küche schnell in den ebenfalls wohnlichen Industrial Style um. (Foto: Silestone von Cosentino)

 

Arbeitsplatten sind beim Renovieren in der Küche nicht ganz so leicht auszutauschen, wie der Laie vielleicht glauben mag. Zum einen bieten immer mehr Hersteller Arbeitsflächen aus thermisch verformbaren Mineralwerkstoffen wie beispielsweise Corian an, die individuell auf die Vorlieben des Küchennutzers zugeschnitten werden und fugenlos ins Spülbecken übergehen. Dieses muss somit bei einer Renovierung ebenfalls ausgetauscht werden.

Zum anderen werden Arbeitsplatte und Küchenkorpus, je nach Hersteller und Material, nicht nur gesteckt oder verschraubt, sondern – beispielsweise bei Naturstein – auch mit Silikon verklebt, weshalb die Unterschränke beim Loslösen der Arbeitsplatte Schaden nehmen könnten. Wenden Sie sich daher an einen Profi, der Ihnen die Arbeitsplatte austauschen kann, wenn Sie Ihre Küche renovieren wollen.

 

 

(3) Die Küche renovieren: mit neuen Farben

Neue Farben an der Wand oder an Küchenmöbeln liefert z.B. LEICHT mit seiner Farbpalette von Les Couleurs Le Corbusier. (Foto: LEICHT)

Neue Farben an der Wand oder an Küchenmöbeln liefert z.B. LEICHT mit seiner Farbpalette von Les Couleurs Le Corbusier. (Foto: LEICHT)

 

Wer sich für neue >Fronten in der Küche entscheidet, wählt oftmals auch eine gänzlich neue Farbe. Vielleicht, weil das Orange des Küchenraums nach zehn Jahren eben doch etwas zuviel wurde. Oder das Beige zu langweilig. Oder die Lieblingsfarben des Lieblingsherstellers erst jetzt verfügbar sind. So oder so: Farben charakterisieren nicht nur Menschen, sondern auch einen Küchenraum.

Blau in der Küche schafft Weite, Grau bringt Ruhe, Rot festigt einen Küchenraum und hebt ihn hervor, Weiß wirkt zurückhaltend und kann mit den richtigen Begleitfarben wohnlich-warm oder puristisch-kühl ausgelegt werden. Um nicht bald wieder in der Küche renovieren zu müssen, sollte mindestens eine ruhige Begleitfarbe ausgewählt werden.

 

 

(4) Die Küche renovieren: mit neuen Wänden

Wände aufbrechen und das Licht hereinlassen: So mancher Küchenraum wurde dadurch bereits vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan... (Design: Destilat)

Wände aufbrechen und das Licht hereinlassen: So mancher Küchenraum wurde dadurch bereits vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan… (Design: Destilat)

 

Eine große Chance und die vielleicht eindrücklichste Veränderung eines Küchenraums bietet das Einreißen oder Aufbauen von Wänden. Besprechen Sie Ihr Vorhaben in jedem Fall mit einem Experten im Küchenstudio, der Ihnen sowohl innenarchitektonisch als auch bei der statischen Planung zur Seite steht. Viele Küchenräume werden vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan, in dem festgefahrene Raumgrößen und -strukturen durchbrochen und Platz geschaffen wird. Ein stärkerer Lichteinfall, eine offene Kücheninsel oder eine gemütliche Wohnküche mit Sitzecke werden aus Ihrer Küche im Handumdrehen das Herz Ihres Hauses machen.

Zeitgleich gibt es auch den Kniff, einen Wohnkubus für mehr Stauraum oder künstlich angelegte Wände einzuziehen, um überdimensionierten Lofts mit einer “Küchenecke” Einhalt zu gebieten. Ihr Küchenplaner kann Sie beraten, wie Küchenraum und Küchenkorpus nach der Änderung noch zusammenpassen.

 

 

(5) Die Küche renovieren: mit neuen Geräten

Mit neuen hochwertigen Geräten macht es gleich doppelt so viel Spaß, in der "alten" Küche zu kochen - dank der Innovationsfreudigkeit von Geräteherstellern wie Gaggenau, Miele und Siemens. (Foto: bespoke.eu)

Mit neuen hochwertigen Geräten macht es gleich doppelt so viel Spaß, in der “alten” Küche zu kochen – dank der Innovationsfreudigkeit von Geräteherstellern wie Gaggenau, Miele und Siemens. (Foto: bespoke.eu)

 

Eine Küche renovieren zu wollen, muss nicht immer mit dem Wunsch nach einem Farbwechsel zusammenhängen. Auch die technische Ausstattung in der Küche entscheidet darüber, wie modern eben jene ist. Wer gern kocht, legt auch Wert auf neue Geräte, Koch- und Backkomfort sowie technologische Innovationen.

Hersteller von hochwertigen Küchengeräten sind bemüht, ihre Backöfen, Dampfgarer, Kochfelder und Geschirrspülmaschinen beständig weiterzuentwickeln. Kunden können die Funktionalität neuer Geräte oftmals im Küchenstudio ihres Vertrauens bei offenen Sonntagen oder Kochveranstaltungen austesten und sich beraten lassen. Zudem können Studiobesitzer bereits erworbene Produkte nachrüsten lassen oder Tipps zur pflegeleichten Erneuerung der Geräte geben.

 

 

(6) Die Küche renovieren: Mit neuen Accessoires

Elegante Leuchten, bunte Vasen, stylishe Accessoires: Auch damit lässt sich ein Küchenraum nachhaltig verändern und erneuern. (Hersteller: Cattelan Italia, Design: Studio Kronos)

Elegante Leuchten, bunte Vasen, stylishe Accessoires: Auch damit lässt sich ein Küchenraum nachhaltig verändern und erneuern. (Hersteller: Cattelan Italia, Design: Studio Kronos)

 

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – das gilt übrigens auch in der Pflege einer Küche. Wer nicht die ganze Küche renovieren möchte, kann über kleine Kniffe bereits einige „Typveränderungen“ bewirken. Mit hochwertigem Kochgeschirr und eleganten Küchenaccessoires – beispielsweise in Form von Schneidemessern, Salz- und Pfefferstreuern, Kochbuchhaltern, Küchenpflanzen und Kissen auf der Küchensitzbank – wird eine Küche optisch aufgewertet und bekommt einen frischen Anschliff, mit dem es sich wieder motiviert kochen lässt.

 

Zum Autor
Frederik Dix
Redakteur

Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.