Elegante Stilfusion: In dieser Jugendstil-Villa trifft Altbau-Charme auf Edelstahl

HomeKüche des MonatsElegante Stilfusion: In dieser Jugendstil-Villa trifft Altbau-Charme auf Edelstahl

Hohe Decken, historische Flügeltüren und kunstvolle Bodenfliesen: Diese restaurierte Jugendstil-Villa in Freiburg strahlt den Charme vergangener Zeiten aus. Mitten in diesem besonderen Ambiente plante das Freiburger Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“ eine Küche, die sich sensibel in die Architektur einfügt – und dennoch selbstbewusst ihren eigenen Charakter zeigt. Warme Kirschholzfronten greifen die Atmosphäre des Hauses auf, während Edelstahl einen spannenden Kontrast setzt. Unsere Küche des Monats April.

Helle Küche mit Holzfronten und Edelstahlgeräten. Die Schrankzeile auf der rechten Seite ist mit glatten, horizontalen Holzflächen gestaltet. Ein Einbauofen und weitere Küchengeräte sind mittig integriert. Die Arbeitsplatte besteht aus Edelstahl. Links steht ein filigraner Drahtstuhl vor einem kleinen Tisch mit zwei Metallstühlen. Auf dem Tisch steht eine kleine Vase mit Blumen. Die Fenster sind groß und lassen viel Tageslicht herein. Der Boden ist mit einem geometrischen Muster aus weißen und braunen Fliesen gestaltet. Auf der Arbeitsfläche steht ein weißer Blumentopf mit einer grünen Pflanze. Eine Planung vom Studio Die Küche - Marc Boehlkau aus Freiburg.
Kirschholz, Zementfliesen und klare Linien: Die Küche interpretiert den Charme der Jugendstil-Villa auf moderne Weise. (Foto: Andreas Schaps)

Entwurf zwischen Geschichte und Gegenwart

Häuser aus der Jugendstilzeit haben oft eine ganz eigene Logik. Der Grundriss ist verschachtelt, Wände verlaufen leicht schief und selbst architektonische Elemente wie Schächte oder Vorsprünge sind fester Bestandteil der Raumstruktur. Genau diese Eigenheiten verleihen solchen Villen ihren unverwechselbaren Charakter, machen Planung und Renovierung jedoch zugleich anspruchsvoll.

Eine junge Familie mit zwei Kindern entschied sich dennoch bewusst für das Gebäude in Freiburg und ließ es mit viel Gespür für die historische Substanz vollständig restaurieren. Ziel war es, den Charme der Jugendstil-Villa zu bewahren und gleichzeitig ein Zuhause zu schaffen, das dem Alltag einer modernen Familie gerecht wird.

Schon früh in der Bauphase holte man deshalb das Freiburger Studio Die Küche – Marc Boehlkau mit ins Boot. „Wenn Kunden bereits im Rohbau zu uns kommen, ist das für uns ideal“, sagt der für das Projekt zuständige Küchenplaner Guido Hille. „Denn dann können wir gemeinsam eine Designlinie entwickeln, bei der Architektur, Materialien und Funktion von Anfang an zusammen gedacht werden.“

Dafür musste der eine oder andere gestalterische Kniff angewandt werden, doch diese haben sich mehr als ausbezahlt.

Küche mit Fliesenboden im Jugendstil. Die Küchenzeile besteht aus Holzfronten und einer Arbeitsplatte aus Edelstahl. Auf der Arbeitsfläche stehen Obstschalen und eine kleine Lampe. Im Hintergrund ist ein Esszimmer mit Bücherregal und großem Fenster sichtbar. Rechts steht ein Schreibtisch mit Metallgestell und einer Vase mit Blumen. Die Wände sind weiß, die Räume wirken hell und großzügig. Eine Planung vom Studio Die Küche - Marc Boehlkau aus Freiburg.
Blick durch die Küche in den Wohnbereich: Die Planung verbindet historische Raumstrukturen mit moderner Gestaltung und schafft fließende Übergänge zwischen den Bereichen. (Foto: Andreas Schaps)

Zementfliesen und Kirschholz: Wenn Materialien Atmosphäre schaffen

Noch bevor über Details entschieden wurde, stand eines bereits fest: In dieser Küche sollte Holz eine zentrale Rolle spielen. Man entschied sich bei den Fronten daher für Kirschholz. Auf der großen Fläche kommt die charakteristische, leicht rötliche Färbung und die lebendige Maserung des sogenannten Edelholzes besonders gut zur Geltung.

Schon im Biedermeier galt Kirschholz als beliebtes Material für Möbel und Innenausstattungen. Das liegt zeitlich zwar vor dem Jugendstil, unterstreicht jedoch auf besonders stimmige Weise den historischen Charakter der Villa.

Erst nachdem die Entscheidung für das Kirschholz gefallen war, suchten Bauherren und Planer den passenden Boden aus. Die Wahl fiel auf historische Zementfliesen mit einem feinen Rauten- bzw. Diamantmuster. Besonders auffällig ist der umlaufende Bordürenstreifen, der die Küche wie einen Teppich im Raum rahmt.

„Gerade bei alten Häusern wurde früher viel Wert auf feine Einzelheiten gelegt – wie etwa beim Boden“, erklärt Küchenplaner Guido Hille. „Die Bauherren wollten diese Sorgfalt aufnehmen und den historischen Charakter der Villa auch in der neuen Küche weiterführen.“

Edelstahl als moderner Akzent in der Jugendstil-Villa

Neben Kirschholz und Zementfliesen entschieden sich Bauherren und Planer bewusst für einen modernen Kontrast. Die Arbeitsplatte der Insel besteht deshalb aus Edelstahl. Ein Material, das in dieser Umgebung zunächst überraschend wirkt, sich jedoch als stimmiger Gegenpol zu den warmen und historischen Elementen erweist.

Zum Einsatz kommt ein besonderer Edelstahl des Schweizer Herstellers Franke: fünf Millimeter stark, warmgewalzt und zusätzlich elektrolytisch behandelt. „Dadurch erhält die Oberfläche einen sehr intensiven Glanz und changiert je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Nuancen“, erklärt Experte Guido Hille. „Der Edelstahl wirkt dadurch deutlich wärmer und lebendiger als klassische Industrieoberflächen. Gleichzeitig bringt er eine moderne Präzision in den Raum, ohne die authentische Atmosphäre der Villa zu stören.“

Auch Sockel und Stangengriffe greifen das Material auf und verbinden die einzelnen Elemente der Küche zu einem harmonischen Gesamtbild.

Der Edelstahl erfüllt jedoch nicht nur eine gestalterische Funktion. Er spielt auch eine entscheidende Rolle bei einer der größten planerischen Herausforderungen: einer quadratischen Säule mitten im Raum.

Im Vordergrund steht eine Kücheninsel mit einer Arbeitsplatte aus Edelstahl und einem rechteckigen weißen Pflanzgefäß, das mehrere grüne Pflanzen enthält. Die Küchenfronten bestehen aus Holz mit horizontaler Maserung. Im Hintergrund befindet sich ein kleiner Essbereich mit einem Tisch und zwei Stühlen aus Metall. Auf dem Tisch steht ein Blumenarrangement. Die Wand ist weiß, und ein Fenster mit Sprossen lässt Tageslicht herein. Ein einzelner Pendelleuchte hängt über dem Essbereich. Eine Planung vom Studio Die Küche - Marc Boehlkau aus Freiburg.
Die elektrolytisch behandelte Edelstahl-Arbeitsplatte von Franke schimmert im Lichteinfall und bildet einen spannenden Kontrast zu den warmen Kirschholzfronten. (Foto: Andreas Schaps)

Wenn der Kaminschacht Teil der Insel wird

Die gerade erwähnte Säule ist in Wirklichkeit ein Kaminschacht, der zur historischen Bausubstanz der Villa gehört. „Der Schacht musste natürlich bestehen bleiben“, erzählt Küchenplaner Guido Hille vom Studio Die Küche – Marc Boehlkau. „Also haben wir überlegt, wie wir ihn nicht verstecken, sondern optisch integrieren können.“

Die Idee: Die Kücheninsel sollte sich förmlich um die Säule schmiegen. Deshalb wurde die Edelstahl-Arbeitsplatte so geplant, dass sie entlang der Wand nach oben knickt und den Schacht wie ein Kragen umschließt.

„So wird der Kaminschacht ein Teil der Insel. Und er wirkt nicht wie ein planerisches Hindernis, sondern wie ein prägendes Gestaltungselement“, sagt der Profi.

Kücheninsel aus Holz mit einer Arbeitsplatte aus Edelstahl, darauf ein Kochfeld und mehrere Schubladen mit Metallgriffen. Die Insel steht auf einem Boden mit weiß-braunem Fliesenmuster. Im Hintergrund helle Wände, große Fenster und eine kleine Tischgruppe mit Stühlen. Auf der Arbeitsplatte liegt eine Obstschale. Eine Planung vom Studio Die Küche - Marc Boehlkau aus Freiburg.
Der Kaminschacht wird Teil der Insel: Die geknickte Edelstahl-Arbeitsplatte umschließt das Element und wird so selbst zu einem prägenden Design-Detail. (Foto: Andreas Schaps)

Technik, die sich zurücknimmt

Nicht nur Materialien und Architektur folgen einer klaren Linie – auch die Technik fügt sich bewusst zurückhaltend in das Gesamtbild ein. Anstelle einer sichtbaren Dunstabzugshaube entschieden sich die Bauherren und Planer für eine diskretere Lösung.

„Wir haben im Trockenbau eine Deckenabhängung montiert und darin den Dunstabzug versteckt“, erklärt Küchenplaner Guido Hille. „So bleibt der Blick vollkommen frei. Gleichzeitig sorgt die integrierte Beleuchtung des Dunstabzugs dafür, dass die Kochstelle auf der Insel optimal ausgeleuchtet ist.“

Die moderne Küchentechnik setzt sich an verschiedenen Stellen fort. So befindet sich an der Insel ein Kochfeld, das mit Gas-, Wok- und Induktionsmodulen kombiniert ist. Das bietet maximale Flexibilität beim Kochen. In der Hochschrankzeile ergänzen ein Backofen, ein Kombigarer und ein extrabreiter, vollintegrierter Kühlschrank die Ausstattung.

Damit zeigt die Küche eindrucksvoll, dass sich historische Architektur und moderne Küchentechnik keineswegs ausschließen müssen – im Gegenteil: Richtig geplant, können sie sich sogar perfekt ergänzen.

Moderne Küche mit hellen Holzfronten und einer zentralen Kücheninsel. Die Arbeitsflächen sind hell und glatt. Über der Insel befindet sich eine flache, in die Decke integrierte Dunstabzugshaube mit Glasabdeckung und Beleuchtung. Auf der Insel stehen eine Obstschale und ein Topf mit grüner Pflanze. Der Boden ist mit einem geometrischen Fliesenmuster in Weiß und Braun gestaltet. An der Rückwand sind Küchengeräte und Schneidebretter sichtbar. Eine Planung vom Studio Die Küche - Marc Boehlkau aus Freiburg.
Der Dunstabzug ist dezent in die Deckenabhängung integriert – so bleibt der Blick frei, während die Kochstelle auf der Insel optimal ausgeleuchtet wird. (Foto: Andreas Schaps)

Fazit: Eine Küche, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet

Die Küche dieser Freiburger Jugendstil-Villa zeigt eindrucksvoll, wie stimmig sich moderne Planung in historische Architektur einfügen kann. Warme Kirschholzfronten, kunstvolle Zementfliesen und präzise eingesetzter Edelstahl verbinden Vergangenheit und Gegenwart zu einem ausgewogenen Gesamtbild.

Dass dabei auch bauliche Herausforderungen – wie der Kaminschacht mitten im Raum – nicht nur gelöst, sondern zu einem gestalterischen Highlight der Küche gemacht wurden, ist vor allem der durchdachten Planung zu verdanken. Experte Guido Hille vom Freiburger Studio Die Küche – Marc Boehlkau hat gemeinsam mit den Bauherren eine Lösung entwickelt, die Funktion, Materialität und Architektur auf besonders elegante Weise zusammenführt.

>>> Mehr über das Freiburger Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“, weitere Referenzprojekte und alle Kontaktdaten finden Sie auf unserer Studioseite.
Weitere Einblicke in die Arbeit des Studios gibt es außerdem auf der
Website des Küchenstudios.

Lisa Demmel
Lisa Demmel
Party-Mittelpunkt, Home-Office, Frühstücks-Platz: An die perfekte Küche hat unsere Redaktionsleiterin viele Ansprüche. Beim Kochen sind für sie Schnelligkeit und Effizienz wichtig, bei der Ästhetik wiederum Formgefühl und Nachhaltigkeit. Um ihre Küche noch organisierter, funktionaler oder schöner zu machen, durchforstet sie das Internet nach eindrucksvollen Trends, smarten Geräten und cleveren Hacks.