Hohe Decken, historische Flügeltüren und kunstvolle Bodenfliesen: Diese restaurierte Jugendstil-Villa in Freiburg strahlt den Charme vergangener Zeiten aus. Mitten in diesem besonderen Ambiente plante das Freiburger Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“ eine Küche, die sich sensibel in die Architektur einfügt – und dennoch selbstbewusst ihren eigenen Charakter zeigt. Warme Kirschholzfronten greifen die Atmosphäre des Hauses auf, während Edelstahl einen spannenden Kontrast setzt. Unsere Küche des Monats April.

Entwurf zwischen Geschichte und Gegenwart
Häuser aus der Jugendstilzeit haben oft eine ganz eigene Logik. Der Grundriss ist verschachtelt, Wände verlaufen leicht schief und selbst architektonische Elemente wie Schächte oder Vorsprünge sind fester Bestandteil der Raumstruktur. Genau diese Eigenheiten verleihen solchen Villen ihren unverwechselbaren Charakter, machen Planung und Renovierung jedoch zugleich anspruchsvoll.
Eine junge Familie mit zwei Kindern entschied sich dennoch bewusst für das Gebäude in Freiburg und ließ es mit viel Gespür für die historische Substanz vollständig restaurieren. Ziel war es, den Charme der Jugendstil-Villa zu bewahren und gleichzeitig ein Zuhause zu schaffen, das dem Alltag einer modernen Familie gerecht wird.
Schon früh in der Bauphase holte man deshalb das Freiburger Studio Die Küche – Marc Boehlkau mit ins Boot. „Wenn Kunden bereits im Rohbau zu uns kommen, ist das für uns ideal“, sagt der für das Projekt zuständige Küchenplaner Guido Hille. „Denn dann können wir gemeinsam eine Designlinie entwickeln, bei der Architektur, Materialien und Funktion von Anfang an zusammen gedacht werden.“
Dafür musste der eine oder andere gestalterische Kniff angewandt werden, doch diese haben sich mehr als ausbezahlt.

Zementfliesen und Kirschholz: Wenn Materialien Atmosphäre schaffen
Noch bevor über Details entschieden wurde, stand eines bereits fest: In dieser Küche sollte Holz eine zentrale Rolle spielen. Man entschied sich bei den Fronten daher für Kirschholz. Auf der großen Fläche kommt die charakteristische, leicht rötliche Färbung und die lebendige Maserung des sogenannten Edelholzes besonders gut zur Geltung.
Schon im Biedermeier galt Kirschholz als beliebtes Material für Möbel und Innenausstattungen. Das liegt zeitlich zwar vor dem Jugendstil, unterstreicht jedoch auf besonders stimmige Weise den historischen Charakter der Villa.
Erst nachdem die Entscheidung für das Kirschholz gefallen war, suchten Bauherren und Planer den passenden Boden aus. Die Wahl fiel auf historische Zementfliesen mit einem feinen Rauten- bzw. Diamantmuster. Besonders auffällig ist der umlaufende Bordürenstreifen, der die Küche wie einen Teppich im Raum rahmt.
„Gerade bei alten Häusern wurde früher viel Wert auf feine Einzelheiten gelegt – wie etwa beim Boden“, erklärt Küchenplaner Guido Hille. „Die Bauherren wollten diese Sorgfalt aufnehmen und den historischen Charakter der Villa auch in der neuen Küche weiterführen.“
Edelstahl als moderner Akzent in der Jugendstil-Villa
Neben Kirschholz und Zementfliesen entschieden sich Bauherren und Planer bewusst für einen modernen Kontrast. Die Arbeitsplatte der Insel besteht deshalb aus Edelstahl. Ein Material, das in dieser Umgebung zunächst überraschend wirkt, sich jedoch als stimmiger Gegenpol zu den warmen und historischen Elementen erweist.
Zum Einsatz kommt ein besonderer Edelstahl des Schweizer Herstellers Franke: fünf Millimeter stark, warmgewalzt und zusätzlich elektrolytisch behandelt. „Dadurch erhält die Oberfläche einen sehr intensiven Glanz und changiert je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Nuancen“, erklärt Experte Guido Hille. „Der Edelstahl wirkt dadurch deutlich wärmer und lebendiger als klassische Industrieoberflächen. Gleichzeitig bringt er eine moderne Präzision in den Raum, ohne die authentische Atmosphäre der Villa zu stören.“
Auch Sockel und Stangengriffe greifen das Material auf und verbinden die einzelnen Elemente der Küche zu einem harmonischen Gesamtbild.
Der Edelstahl erfüllt jedoch nicht nur eine gestalterische Funktion. Er spielt auch eine entscheidende Rolle bei einer der größten planerischen Herausforderungen: einer quadratischen Säule mitten im Raum.

Wenn der Kaminschacht Teil der Insel wird
Die gerade erwähnte Säule ist in Wirklichkeit ein Kaminschacht, der zur historischen Bausubstanz der Villa gehört. „Der Schacht musste natürlich bestehen bleiben“, erzählt Küchenplaner Guido Hille vom Studio Die Küche – Marc Boehlkau. „Also haben wir überlegt, wie wir ihn nicht verstecken, sondern optisch integrieren können.“
Die Idee: Die Kücheninsel sollte sich förmlich um die Säule schmiegen. Deshalb wurde die Edelstahl-Arbeitsplatte so geplant, dass sie entlang der Wand nach oben knickt und den Schacht wie ein Kragen umschließt.
„So wird der Kaminschacht ein Teil der Insel. Und er wirkt nicht wie ein planerisches Hindernis, sondern wie ein prägendes Gestaltungselement“, sagt der Profi.

Technik, die sich zurücknimmt
Nicht nur Materialien und Architektur folgen einer klaren Linie – auch die Technik fügt sich bewusst zurückhaltend in das Gesamtbild ein. Anstelle einer sichtbaren Dunstabzugshaube entschieden sich die Bauherren und Planer für eine diskretere Lösung.
„Wir haben im Trockenbau eine Deckenabhängung montiert und darin den Dunstabzug versteckt“, erklärt Küchenplaner Guido Hille. „So bleibt der Blick vollkommen frei. Gleichzeitig sorgt die integrierte Beleuchtung des Dunstabzugs dafür, dass die Kochstelle auf der Insel optimal ausgeleuchtet ist.“
Die moderne Küchentechnik setzt sich an verschiedenen Stellen fort. So befindet sich an der Insel ein Kochfeld, das mit Gas-, Wok- und Induktionsmodulen kombiniert ist. Das bietet maximale Flexibilität beim Kochen. In der Hochschrankzeile ergänzen ein Backofen, ein Kombigarer und ein extrabreiter, vollintegrierter Kühlschrank die Ausstattung.
Damit zeigt die Küche eindrucksvoll, dass sich historische Architektur und moderne Küchentechnik keineswegs ausschließen müssen – im Gegenteil: Richtig geplant, können sie sich sogar perfekt ergänzen.

Fazit: Eine Küche, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet
Die Küche dieser Freiburger Jugendstil-Villa zeigt eindrucksvoll, wie stimmig sich moderne Planung in historische Architektur einfügen kann. Warme Kirschholzfronten, kunstvolle Zementfliesen und präzise eingesetzter Edelstahl verbinden Vergangenheit und Gegenwart zu einem ausgewogenen Gesamtbild.
Dass dabei auch bauliche Herausforderungen – wie der Kaminschacht mitten im Raum – nicht nur gelöst, sondern zu einem gestalterischen Highlight der Küche gemacht wurden, ist vor allem der durchdachten Planung zu verdanken. Experte Guido Hille vom Freiburger Studio Die Küche – Marc Boehlkau hat gemeinsam mit den Bauherren eine Lösung entwickelt, die Funktion, Materialität und Architektur auf besonders elegante Weise zusammenführt.
>>> Mehr über das Freiburger Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“, weitere Referenzprojekte und alle Kontaktdaten finden Sie auf unserer Studioseite.
Weitere Einblicke in die Arbeit des Studios gibt es außerdem auf der Website des Küchenstudios.
