Epochale Küche in Hamburger Villa: die perfekte Symmetrie

27.09.2019 | Susanne Maerzke
Eine epochale Küche in einer Hamburger Villa wurde vom Küchen-Atelier Hamburg (KAH) geplant und verbaut. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Wie gern würde man hinter die Fassaden altehrwürdiger Villen blicken, durch deren Räumlichkeiten streifen und davon träumen, selbst jeden Tag mit diesem Anblick aufzuwachen? In unserer Küchenreferenz gestatten wir Ihnen zumindest einen Einblick: das Küchen-Atelier Hamburg durfte eine beeindruckende Küche in einer Hamburger Villa planen, die mit kühler Ästhetik und Noblesse überzeugt.

 

 

Der Mittelweg in Hamburg hat seinen Namen aus einer Abkürzung erhalten, die zuvor, glaubt man Recherchen über Hamburger Straßennamen, „Mittelweg der Chaussee nach Harvestehude“ lautete. Vermutet man zunächst hinter „Mittelweg“ noch den recht einfallslosen Namen einer Reihenhauskolonie, wird spätestens bei der Konnotation der „Chaussee“ klar, dass es sich um eine noblere Straße handeln muss. Und tatsächlich grenzt der Mittelweg links und rechts des Trottoirs an die Hamburger Stadtteile Harvestehude und Rotherbaum, die für ihre noblen Villen, Museen und Konsulate bekannt sind.

Das Glück und vielmehr auch die anspruchsvolle Aufgabe, eine solche großzügig geschnittene Villa mit einem Küchenraum auszukleiden, hat das Küchen-Atelier Hamburg (KAH) unter der Leitung von Daniel Ilagan übernommen. Unter einer imposanten, vier Meter hohen Decke sollte ein Küchenraum entstehen, der es in Größe und Aussehen mit dem eindrucksvollen Raumgefüge aufnehmen konnte.

 

 

Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen dieses spannenden Küchenprojekts: diese großzügige, lichtdurchflutete Räumlichkeit sollte mit einer ebenbürtigen Küche ausgestattet werden. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Blicken Sie mit uns hinter die Kulissen dieses spannenden Küchenprojekts: diese großzügige, lichtdurchflutete Räumlichkeit sollte mit einer ebenbürtigen Küche ausgestattet werden. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

 

Küche in Hamburger Villa: stattliches Anthrazit im Spiel mit satter Lichteinstrahlung

Die Vorgaben des Hamburger Ehepaares an das Küchenstudio äußerten sich in dem Wunsch, mit Blick ins Grüne zu arbeiten, einen angrenzenden Essbereich in die Küchenraumplanung einzubeziehen und den Küchenkorpus selbst komplett in Anthrazit zu tauchen, um eine klare Formensprache mit dem Rest des Hauses einzugehen. Die anspruchsvolle Haltung hat sich durchaus gelohnt: entstanden ist ein imponierender Küchenraum von beeindruckender Größe und puristischer Stringenz, wie man ihn eher in den wohlhabenden Hügeln der Hollywood Hills vermuten würde.

Stattdessen vorm Fenster der Blick in das Grau des Hamburger Himmels, der auf einmal gar nicht mehr stört, wenn er von grünen Gewächsen gesäumt ist und überdies durch zahlreiche bodentiefe, nebeneinander platzierte Glaswände in den Küchenraum leuchtet. Die raumeinnehmende, fast deckenhohe Gestaltung der Küche wirkt durch die lichtdurchfluteten Räumlichkeiten kolossal, ohne ihn einzuengen.

 

 

Der anspruchsvolle Küchenplan musste es mit einer meterhohen Decke und imposanten Raumverhältnissen aufnehmen. Der bodenlange Korpus wird durch eine feine architektonische Symmetrie strukturiert. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Der anspruchsvolle Küchenplan musste es mit einer meterhohen Decke und imposanten Raumverhältnissen aufnehmen. Der bodenlange Korpus wird durch eine feine architektonische Symmetrie strukturiert. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

 

Küche in Hamburger Villa mit architektonischer Stringenz puristisch gegliedert

Das stimmige Gesamtbild aus hochgeschlossener Küchenzeile und Kücheninsel lässt den Betrachter diesen Küchenraum als Ganzes wahrnehmen, anstatt, wie oft üblich, die Kochinsel in den Mittelpunkt des Raums zu rücken. Für die Küchenfronten wurde vom Küchen-Atelier Hamburg glattes, pflegeleichtes Laminat in matter Optik verwendet, dessen vertikale Gliederung an der Kücheninsel sich in der hinteren Küchenzeile in vielen kleinen, schmalen Schranknischen fortsetzt. Der hintere, zunächst nicht einsehbare Bereich wurde wiederum mit horizontalen Laminat-Fronten gegliedert, die sich gegenüber im unteren Drittel der Küchenzeile widerspiegeln. Symmetrie wird hier als architektonischer Reiz äußerst stimmig eingesetzt und erklärt, warum die einheitlich gefärbte Küche eine Faszination auf ihren Betrachter ausübt.

Die epochale Größe des Küchenraums wird durch seinen absoluten Purismus ausgeglichen, der nur das Nötigste an gestalterischen Mitteln einsetzt. Optisch verborgen bleibt ein Großteil der Küchengeräte, die hinter den Schränken vollintegriert oder aber flächenbündig in die Arbeitsplatte versenkt eingeplant wurden. So verschwindet eine große Kühl-Gefrier-Kombination von stolzen 90 cm hinter dem einzigen, mit eloxierten Stahl-Griffen ausgestatteten Einbauschrank, welche wiederum eine Symmetrie mit den spiegelnden Schwarzglasfronten der Gaggenau-Geräte auf der linken Seite eingeht.

 

 

Faszinierend ist an dieser absolut einzigartigen Küchenplanung nicht nur die bestechende Ausnutzung der Raumhöhe, sondern auch die puristische Stringenz: Küchengeräte bleiben verborgen oder fügen sich charakteristisch ins Bild ein. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Faszinierend ist an dieser absolut einzigartigen Küchenplanung nicht nur die bestechende Ausnutzung der Raumhöhe, sondern auch die puristische Stringenz: Küchengeräte bleiben verborgen oder fügen sich charakteristisch ins Bild ein. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

 

Laminat, Beton und Edelstahl in gekonnter Symbiose in Hamburger Küchen-Villa

Die ansonsten grifflose Küche wirkt so glatt und perfekt wie ihre sie umgebenden Oberflächen. Passend zum kühlen Laminat wurde das Arbeitsplattenmaterial in industriellem Beton gewählt, welcher ebenfalls im Farbton Anthrazit eingefärbt wurde. Die hauchdünne, nur 1 cm starke Arbeitsplatte in den großzügigen Maßen 3,30 m x 1,30 m steht in ästhetischem Kontrast zum breitflächigen Korpus, den sie wie ein Rahmen umschließt – und überdies in Kontrast zum 5 cm starken Edelstahltresen, der nach vorn und seitlich der Insel auskragt.

Der warmgewalzte Edelstahl ist ein stimmiges Element, das sich in Armatur, Sockelleiste und Geräten wiederfindet und den industriellen, urbanen Charakter des monolithischen Küchenraums unterstreicht. Mit seinen abgerundeten Kanten fügt sich der Küchentresen dennoch sanft ins Gesamtbild ein und bietet mit zwei Barhockern aus eloxiertem Stahl zusätzliche Sitzmöglichkeiten für ein schnelles Frühstück oder einen Aperitif beim Empfang. Zudem wurde er vom Küchen-Atelier Hamburg als verbindendes Element zum anschließenden Essbereich der offenen Küche gewählt.

 

 

Laminat und Beton dominieren die großflächige Kücheninsel zum Arbeiten und Spülen. Eine warmgewalzte und abgerundete Edelstahl-Barplatte bringt urbanen Chic ein und lädt zum Aperitif. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Laminat und Beton dominieren die großflächige Kücheninsel zum Arbeiten und Spülen. Eine warmgewalzte und abgerundete Edelstahl-Barplatte bringt urbanen Chic ein und lädt zum Aperitif. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

 

Küche in Hamburger Villa auch funktional perfekt ausgestattet: Quooker & Weinklimaschrank

Der Küchenraum am Hamburger Mittelweg beeindruckt jedoch nicht nur optisch seine Betrachter, sondern wurde für das Ehepaar auch noch höchst funktional mit raffinierten Küchengeräten ausgestattet. Neben der Gerätewand aus Backofen und Dampfgarer findet sich ein an der Innenseite der Insel verbauter Weinklimaschrank aus hochwertigem Schwarzglas wieder, dessen Inhalt frisch gekühlt an der Edelstahlbar serviert werden kann. Ebenfalls verborgen bleibt der zuvor erwähnte Kühlschrank von Liebherr, der eine integrierte Eiswürfelfunktion innehält.

Die Heißwasserarmatur von Quooker fügt sich perfekt ins Edelstahlambiente von Spülbereich und Bar ein und spendet den Bewohnern neben warmem und kaltem Wasser zusätzlich auf Knopfdruck 100°C kochendes Wasser, sodass das Aufstellen eines Wasserkochers überflüssig wird. Der zusätzlich gewonnene Platz wird für Toaster und Brotschneidemaschine genutzt, die analog zum Küchendesign in glänzendem Edelstahl gehalten sind.

Eindrucksvoll bleibt dieser Küchenraum des Studios Küchen-Atelier Hamburg in Winterhude dem Betrachter im Kopf. Den Mittelweg in Hamburg vergisst so schnell niemand mehr.

 

 

Der in gebürsteter Edelstahloptik verbaute Quooker dient als funktionale Küchenarmatur, die warmes, kaltes und kochend heißes Wasser auf Knopfdruck spendet. Dahinter erstreckt sich der angrenzende Essbereich. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Der in gebürsteter Edelstahloptik verbaute Quooker dient als funktionale Küchenarmatur, die warmes, kaltes und kochend heißes Wasser auf Knopfdruck spendet. Dahinter erstreckt sich der angrenzende Essbereich. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

Puristische Stringenz, eine monochromatische Farbgebung und hochwertige Geräte wie dieser Weinklimaschrank machen die epochale Küche in der Hamburger Villa zu einem absoluten Liebhaberstück. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

Puristische Stringenz, eine monochromatische Farbgebung und hochwertige Geräte wie dieser Weinklimaschrank machen die epochale Küche in der Hamburger Villa zu einem absoluten Liebhaberstück. (Foto: Volker Renner/ KAH Hamburg)

 

 

Möchten Sie mehr zum Studio Küchen-Atelier Hamburg erfahren? Hier geht es zur Homepage der Hamburger. Hier finden Sie eine weitere Referenz unter der Leitung von Daniel Ilagan vor. Unter diesem Link gelangen Sie zum Überblicksbericht des Studios.

 

Zum Autor
Susanne Maerzke
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.