Freiburger Gründerzeitvilla: Alte Bausubstanz, moderner Küchenraum

20.12.2018 | Susanne Scheffer
Ein heller und freundlicher Raum, der auf historischer Bausubstanz eine moderne Küche begründet. Ein Projekt von Guido Hille vom Studio "Die Küche - Marc Boehlkau". (Foto: Andreas Schaps)

In unserem ‚Küchenprojekt des Monats‘ stellen wir Ihnen alle vier Wochen einen Küchenraum vor, der Akzente in Küchendesign und Funktionalität oder auch außergewöhnlichen Kundenwünschen setzt. Heute: Guido Hille vom Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“ lässt im Küchenraum einer Freiburger Gründerzeitvilla historische Bausubstanz und moderne Küchenmaterialien elegant miteinander verschmelzen.

 

Eine reizvolle Begegnung in der Küchenarchitektur ist das Aufeinandertreffen alter Bausubstanz und moderner Einrichtungsideen, die einander charmant ergänzen zu einem charakteristischen Raum, in dem es sich heute gut leben lässt. Diesen anspruchsvollen Auftrag hat das Studio „Die Küche – Marc Boehlkau“ für sich angenommen und den Küchenraum einer Freiburger Gründerzeitvilla in einen hellen, aufgeräumten und sinnlich inszenierten Wohlfühlraum mit viel verborgenem Stauraum verwandelt.

 

Eine dreiköpfige Familie wohnt in der luftig gestalteten Freiburger Gründerzeitvilla, an deren Küchenraum sich ein Wohn- und Essbereich anschließt. Die Anforderung bestand darin, den Raum optisch modern und klar zu strukturieren und diesen in die historische Bausubstanz zu integrieren. (Foto: Andreas Schaps)

Eine dreiköpfige Familie wohnt in der luftig gestalteten Freiburger Gründerzeitvilla, an deren Küchenraum sich ein Wohn- und Essbereich anschließt. Die Anforderung bestand darin, den Raum optisch modern und klar zu strukturieren und diesen in die historische Bausubstanz zu integrieren. (Foto: Andreas Schaps)

 

 

Freiburger Gründerzeitvilla: Der Küchenraum vor dem Umbau

Die wunderschön weitläufige und lichtdurchflutete Wohnung der Freiburger Gründerzeitvilla gehört einem Akademikerpaar, das in Freiburg arbeitet und schon länger mit dem nun fast volljährigen Sohn in dem hochwertig erhaltenen Haus wohnt. Auch zuvor bestand der Küchenraum aus weißen, grifflosen Küchenmöbeln, die jedoch in die Jahre gekommen waren und nicht mehr dem Geschmack der Kleinfamilie entsprachen.

Gleich mehrere Änderungswünsche sollten nicht nur die Küche, sondern auch den Raum neu strukturieren: zum einen war dem Ehepaar die massive Kücheninsel zu wuchtig, sodass der eigentlich angenehm große Küchenraum stark vereinnahmt wurde. Eine grazilere Lösung, die den gemeinsamen Esstisch der dreiköpfigen Familie beibehalten musste, sollte hierfür gefunden werden.

Die Frau des Hauses, eine Ingenieurin, hegt zudem eine große Begeisterung fürs Kochen. Das Paar lädt gerne Freunde und Familie zu sich, die im an den Küchenraum angrenzenden Wohn- und Essbereich Platz nehmen können. Aufgrund der Kochleidenschaft der Hausherrin sollte daher die nutzbare Arbeitsfläche vergrößert und mehr Stauraum für Küchenutensilien aller Art eingeplant werden, ohne jedoch den Küchenraum einzuengen.

Eine weitere wichtige Anforderung betraf die Kochstelle der Familienküche: diese sollte ins rechte Licht vor das großzügige Fenster gerückt werden, um beim Kochen den Ausblick aus der Gründerzeitvilla genießen zu können. Im bisherigen Entwurf hatte die Köchin stets das große Fenster im Rücken, welches daher keine eigene Funktion einnehmen konnte.

 

 

Ein Vorher-Nachher-Vergleich: der bereits vor dem Umbau moderne Küchenraum kann seine Eleganz nicht entfalten, weil unterschiedliche Schrank- und Wandhöhen wie zerrissene Versatzstücke den Raum dominieren. (Foto: privat)

Ein Vorher-Nachher-Vergleich: der bereits vor dem Umbau moderne Küchenraum kann seine Eleganz nicht entfalten, weil unterschiedliche Schrank- und Wandhöhen wie zerrissene Versatzstücke den Raum dominieren. (Foto: privat)

 

 

Neue Küche in Freiburger Gründerzeitvilla: optische Anpassung durch Trockenbauwände

Guido Hille, ein erfahrener Küchenplaner und langjähriger Fachberater aus dem Haus „Die Küche – Marc Boehlkau“, hat sich den Anforderungen der neuen Küchenplanung in der Freiburger Gründerzeitvilla innenarchitektonisch gestellt. Der einst zerklüftet wirkende Küchenraum sollte nicht nur funktional mit neuen Küchenmöbeln, sondern auch optisch einheitlich ausgestattet werden.

Um stringente Geradlinigkeit im Raum zu erzeugen, arbeitete Guido Hille mit Trockenbauwänden, die an der Längs- und Stirnseite des Küchenraums eingezogen wurden und die dortigen Küchenschränke flächenbündig aufnehmen. Die hochgeschlossene, voluminöse Geräte- und Stauraumwand integriert sich somit zurückhaltend in den Raum, bietet aber tatsächlich viel Platz für Küchengeräte und Lebensmittel.

Auch der mit polierten Edelstahlleisten filigran gestaltete Oberschrank an der Küchenstirnseite wird mit seinem schweren Gewicht nahezu schwebend in der ausgesparten Küchennische der Trockenwand aufgenommen.

Die beiden ausgesparten Deckennischen der Längs- und Stirnseite wurden optisch parallel zu den schmalen Sockelblenden der Küchenzeilen eingelassen und sollen künftig als Ausstellungsmöglichkeit persönlicher Wertgegenstände oder Designobjekte genutzt werden können. Beide werden mit changierenden LED-Leuchtleisten illuminiert.

 

 

Um die optische Einheitlichkeit des Küchenraums in der Freiburger Gründerzeitvilla zu gewährleisten, wurden Trockenbauwände eingezogen, in die sich Oberschrank und Gerätezeile flächenbündig integrieren ließen. Edelstahl wird als Element an verschiedenen Gestaltungspunkten wiederaufgegriffen. (Foto: Andreas Schaps)

Um die optische Einheitlichkeit des Küchenraums in der Freiburger Gründerzeitvilla zu gewährleisten, wurden Trockenbauwände eingezogen, in die sich Oberschrank und Gerätezeile flächenbündig integrieren ließen. Edelstahl wird als Element an verschiedenen Gestaltungspunkten wiederaufgegriffen. (Foto: Andreas Schaps)

 

 

Freiburger Gründerzeitvilla: LEICHT-Küche aus Glas, Naturstein und Edelstahl

Der Küchenraum der Freiburger Gründerzeitvilla wird mit Materialkontrasten aus Glas, Naturstein und Edelstahl profiliert, die optisch harmonisch in wiederkehrender Reihenfolge eingebunden werden.

Alle Fronten des Küchenraums bestehen aus mattem, satiniertem Glas in einem weichen Merino-Ton, der eine hauchzarte Nuance Grau in den weißen Farbton einfließen lässt. Die geradlinige, vertikale Frontstruktur des LEICHT-Modells IOS-M wird durch kaum wahrnehmbare, schmale Edelstahlgriffleisten in horizontaler Ausführung aufgegriffen.

Die Verwendung von Edelstahl spiegelt sich zwischen den weißen Fronten und weißen Wänden noch zweimal im Küchenraum der Freiburger Gründerzeitvilla wider: im elegant polierten Oberschrank, der die darin ausgestellten Gläser anmutig zur Geltung bringt, und in der schmalen Sockelleiste, die dem darüberliegenden Küchenkorpus einen sanft schwebenden Charakter verleiht.

Als warmer Kontrast zu Glas und Edelstahl setzte Guido Hille für die Arbeitsplatten der Küchenzeilen eine hell gemaserte Oberfläche in Granit bianco romano poliert ein. Der ehrwürdige Stein verleiht dem Küchenbild eine historische Note, die dem Gründerzeitbau Rechnung zu tragen scheint. Er wird komplementiert mit dem nachgedunkelten Eichenton des hochwertigen Fischgrätenparketts, das bereits zu Beginn der Küchenplanung vorhanden war und für die Erneuerung des Raums abermals abgeschliffen wurde.

 

 

Hochwertige Glasfronten in einem sanften Merino-Farbton treffen bei dieser LEICHT-Küche auf eine schmal verarbeitete Arbeitsplatte aus Granit bianco romano poliert - und ein edel aufbereitetes Fischgrätenparkett aus Holz. (Foto: Andreas Schaps)

Hochwertige Glasfronten in einem sanften Merino-Farbton treffen bei dieser LEICHT-Küche auf eine schmal verarbeitete Arbeitsplatte aus Granit bianco romano poliert – und ein edel aufbereitetes Fischgrätenparkett aus Holz. (Foto: Andreas Schaps)

 

 

Details zum Küchenraum der Freiburger Gründerzeitvilla: BORA, Miele, lapalma

Wie vom Kunden gewünscht, bleibt der Essplatz in Form einer luftig aufgelegten Barplatte mit einer stützenden Schichtstoff-Wange weiterhin präsent im Raum bestehen und wird mit drei hochwertigen Barstühlen von lapalma ausgestattet, auf denen die dreiköpfige Familie wochentags Platz nehmen kann für gemeinsame Mahlzeiten.

Das nun ans Fenster verlegte Kochfeld von BORA ist mit dem Kochfeldabzug „Classic“ ausgestattet und erhält somit das ästhetische Küchenbild ohne störenden Dunstabzug, aber mit voller Abzugsleistung. Weitere hochmoderne und leistungsstarke Geräte sind der vollintegrierte Kühlschrank sowie der jeweils flächenbündig verbaute Kombidampfgarer und Kaffeevollautomat von Miele, die in der Funktionswand Platz finden.

Raffiniert integriert ist die Heizung, die in dem jahrhundertealten Haus an der linken Wandseite am Esstisch ihren Platz gefunden hatte und dort auch erhalten bleiben musste. Guido Hille hat diese weiß streichen und somit als unauffälligen Platzhalter im Küchenbild integrieren lassen.

Der freundliche, helle Küchenraum wird durch zahlreiche LED-Deckenstrahler sowie zwei sanfte Glasleuchten an beiden Seiten der Stirnseite erhellt. Zudem sorgen in den Unterboden des Oberschranks eingelassene LED-Strahler für ein konzentriertes Arbeitslicht zu Kochzwecken.

 

 

Die großzügige Fensterfront der Freiburger Gründerzeitvilla spielt nun als Ausblick beim Kochen eine tragende Rolle. Geschickt itnegriert wurde eine weiße Heizplatte über dem Essbereich. (Foto: Andreas Schaps)

Die großzügige Fensterfront der Freiburger Gründerzeitvilla spielt nun als Ausblick beim Kochen eine tragende Rolle. Geschickt integriert wurde eine weiße Heizplatte über dem Essbereich. (Foto: Andreas Schaps)

 

 

Interessieren auch Sie sich für eine Küchenplanung des Freiburger Studios „Die Küche – Marc Boehlkau“? Klicken Sie hier, um weitere Informationen zum Studio sowie Kontaktadressen zu erhalten. Hier geht es zur Facebookseite des Studios.

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.