Grillin’ me softly: Fastfood im Foodtruck

11.08.2016 | Jesper Thiersemann
Foto: grillin.me

 

New York liegt jetzt in Bayern und nennt sich München zur Tarnung, aber ansonsten ist alles wie immer. Man nehme einen Food Truck, lässige HipHop-Beats, ein paar gut gelaunte Jungs und originelle Burger-Angebote und verpasse der Küche Münchens einen legendär gewürzten Hauch amerikanischer Esskultur – fertig ist das Konzept „Grillin‘ me softly“. So weit, so gut, so auch an jeder Straßenecke zu finden? Nicht ganz.

 

Der "King of Queens Burger" mit 8h gesmoktem Pulled Pork, Tequila-Cole Slaw, Limette, roten Zwiebeln, Jalapenos, Salat und einer feurigen BBQ-Sauce auf einem gegrillten Brioche Bun. Wer da nicht schwach wird, ist selber schuld (P.S.: Es gibt auch einen Burger mit Veggie-Tandoori-Patty). (Foto: grillin.me)

Der “King of Queens Burger” mit 8h gesmoktem Pulled Pork, Tequila-Cole Slaw, Limette, roten Zwiebeln, Jalapenos, Salat und einer feurigen BBQ-Sauce auf einem gegrillten Brioche Bun. Wer da nicht schwach wird, ist selber schuld (P.S.: Es gibt auch einen Burger mit Veggie-Tandoori-Patty). (Foto: grillin.me)

Fast-Food geht eben auch bio, frisch und regional

Florian Villegas und Sascha Lopez vom Münchner Food-Start-Up Grillin‘ me softly machen nicht nur mit einem augenzwinkernden Namen auf sich aufmerksam, sondern haben sich nicht weniger vorgenommen, als die Imbisskultur Münchens neu zu gestalten. Soll heißen: Weg von Currywurst und Pommes, hin zum Bewusstsein, dass Fast Food auch „slow-cooked“, frisch und bio sein kann, mit regionalen Produkten, internationalen Rezepten und fairen Preisen.

Die Speisekarte des Grillin‘ me softly-Foodtrucks bildet den Schmelztiegel fremder Kulturen ab, wie sie vor allem im New Yorker Big Apple wiederzufinden sind. Neben Burgerpatties, die vom original amerikanischen Weiderind aus Freilandhaltung in Nebraska stammen, finden sich vietnamesische Tacos, asiatische Sandwiches und französische Salate auf der Karte wieder. Die Gerichte protzen mit großen Namen wie „El Gringo Burger“, „St. Louis Sweet Potato Fries“ oder dem „Central Park Salad“; hinzu kommen amerikanische Köstlichkeiten wie Dry Aged Beef, geröstete Maiskolben mit Butter und Salz, BBQ Ribs und Hawaiian Banana Bread.

 

Das Gründerduo von Grillin' me softly, Sascha Lopez und Florian Villegas. (Foto: grillin.me)

Das Gründerduo von Grillin’ me softly, Sascha Lopez und Florian Villegas. (Foto: grillin.me)

Viele Zutaten stammen aus dem Münchner Umland

Und doch, ihren Münchner Wurzeln und dem regionalen Produktversprechen bleiben die Grillin‘ me softly-Gründer dennoch treu. Salate und Gemüse sind unbehandelt und stammen von Bauern aus dem Umland Münchens, die selbst kreierten Baguettes werden täglich frisch von einer Münchner Familienbäckerei angeliefert und das Münchner Start-Up BBQUE liefert köstliche amerikanische Grillsaucen – ohne Konservierungsstoffe, versteht sich.

Ein dann doch sehr amerikanisches Prinzip der Firma ist der dazugehörige Foodtruck: Neben einem Laden in der hippen Münchner Maxvorstadt bietet Grillin‘ me softly mit den Food-Trucks an verschiedenen Spots der Stadt zur Mittagszeit eine Anlaufstelle für hungrige Büromenschen und Arbeiter. Saftig gegrillte Burger, knackiger Salat und reichlich belegte Sandwiches sind somit „always just a block away“ – der amerikanische Traum von Mobilität und Freiheit auf vier Rädern.

 

Mit dem Foodtruck an jeder Straßenecke – auch daheim

Privat kann man die Jungs mit dem köstlich bestückten Foodtruck auch für das Catering der eigenen Veranstaltung buchen. Villegas und Lopez, die beiden Geschäftsführer, finden nicht, dass sich Streetfood und die Küche daheim ausschließen: Schließlich würden immer mehr Küchen mit eingebauten Grills und hochwertigen Kochgeräten ausgestattet, Fritteusen genießen einen besseren Ruf als früher und Salate werden mit reichlichen Zutaten bestückt. Fast Food könne jetzt eben auch „Organic Food“ sein, weil es mit erstklassigen regionalen Produkten vertrieben werde, die weder Gentechnik noch Hormonbehandlung erfahren hätten. Und zuhause Streetfood zu produzieren, sei eine lässige Art des Kochens, zu der man Freunde einladen kann, jeder bringe was mit, und „dann wird eben gegrillt, belegt, geschnippelt und gemeinsam genossen“. Auch auf der heimischen Gartenbank.

Die "St. Louis Sweet Potato Fries": Knusprige Süßkartoffel-Fritten mit einem Avocado- & Spicy Sesam-Limetten-Dip (Foto: grillin.me)

Die “St. Louis Sweet Potato Fries”: Knusprige Süßkartoffel-Fritten mit einem Avocado- & Spicy Sesam-Limetten-Dip (Foto: grillin.me)

Wer jetzt Lust auf „Grillin‘ Burger“ und „Truffle Fries“ bekommen hat, sollte schleunigst auf der Seite von Grillin‘ me softly herausfinden, wo der Truck als nächstes steht. Wer sich zunächst mal über verschiedene Grills zuhause informieren möchte, darf hier weiterstöbern. Bei uns ist jetzt gleich Lunchtime angesagt – und Sie ahnen, wo es uns hinzieht…

 

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Zum Autor
Jesper Thiersemann

Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.