Haya Molcho im Interview: „Das Gefühl fürs Kochen ist verloren gegangen“

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Die israelische Köchin, Autorin und Unternehmerin Haya Molcho hat aus der „Levante“-Küche eine Marke erschaffen: In ihren NENI-Restaurants zelebriert sie Hummus, Mezze und Gastfreundschaft in ganz Europa. Im Interview mit dem Küchen&Design Magazin erklärt sie, was Essen mit Fürsorge zu tun hat, wie sie Menschen dazu bringt, sich beim Kochen fallenzulassen – und welches Produkt ihres Kooperationspartners NEFF aus ihrer Küche nicht mehr wegzudenken ist. Bete’avon! 

Springen Sie unter diesen Links direkt zum Interview vor. 

TEIL 1: HAYA MOLCHO UND DIE LEVANTE-KÜCHE – EIN EIGENES LEBENSGEFÜHL 

TEIL 2: KOCHKURSE UND KOCHBÜCHER – ABER BITTE KEINE STERNEKÜCHE

TEIL 3: HAYA MOLCHO UND IHRE KOOPERATION MIT DEM GERÄTEHERSTELLER NEFF 

Familienbande: Haya Molcho und ihre vier Söhne Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan. Die Namen bilden das mittlerweile berühmte Kürzel NENI. (Foto: NENI/ 25hours Hotel)
Familienbande: Haya Molcho und ihre vier Söhne Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan. Die Namen bilden das mittlerweile berühmte Kürzel NENI. (Foto: NENI/ 25hours Hotel)

Haya Molcho und ihr Familienimperium: „Sympathisches Chaos“

Haya Molcho, man darf es so plakativ sagen, macht ihrem Namen alle Ehre. Al-hayat, so leitet sich der Vorname der israelischen Köchin ab, stammt aus dem Arabischen und bedeutet „die Lebendige“.  Wer die Unternehmerin kennenlernt, ahnt nicht nur, warum sie es mit ihrer mitreißenden Art und ihrer kreativen Leidenschaft für Küche und Kochen so weit gebracht hat. Man verspürt auch sofort das Gefühl von Familie, das Haya unablässig und voller Herzlichkeit transportiert. Sie, die selbst in einer israelischen Großfamilie aufgewachsen ist und eine selbige in ihrer Wahlheimat Wien, gemeinsam mit ihrem Mann Samy, aufgezogen hat.  

Als „Balagan“, sympathisches Chaos, bezeichnet Haya die ausgelassene Stimmung bei Tisch, an dem neben ihrem Mann und ihren vier – mittlerweile erwachsenen – Söhnen auch deren Familien und Freunde des Hauses Platz nehmen. Beim Sonntagsbrunch, verrät sie uns im Interview, gehe es kunterbunt zu: „Das Haus ist voll, jeder kocht, jeder hilft, wir essen zusammen, haben schöne Gespräche. Das ist das, was uns ausmacht. Das ist mein Leben.“ 

Siegeszug der „Levante“-Küche in Europa – auch dank der NENI-Lokale 

„Balagan“ ist auch der Titel des ersten Kochbuchs, das Haya Molcho vor nunmehr 10 Jahren veröffentlicht hat und das mit großformatigen Bildern in die Basics der orientalischen Küche eintaucht: Hummus, Falafel, Shakshuka und Mezze traten damals als Botschafter der israelischen Lebenskultur ihren Siegeszug in Europa an. Dass die Gerichte heute wie selbstverständlich Teil der hiesigen Foodszene sind, dürfte auch Haya und ihrem Team zu verdanken sein. Mittlerweile, sagt sie lachend, verkaufe die österreichische Supermarktkette SPAR mehr von ihrem Hummus als vom regional überlieferten Brotaufstrich des „Liptauers“. Die Levante-Küche des Mittelmeers? Schon lange kein Trend mehr, sondern fest als Länderküche verankert, sagt Haya. 

Mittlerweile ist die beliebte Köchin und Unternehmerin weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt, wo sie mit ihrem Lokal „NENI“ am Wiener Naschmarkt ihre Erfolgsgeschichte einst begründete. Heute gastiert die florierende Marke als eigenes Restaurant in zahlreichen europäischen Städten und hat die gemeinsame Essenskultur auch um das „Sharing“-Prinzip erweitert. Das liebevolle Teilen verschiedener Teller, Schüsselchen und Schälchen bei Tisch birgt nicht allein den Vorteil, von allem etwas probieren zu können. Es drücke zugleich die Fürsorge für Mitmenschen aus, erzählt Haya Molcho; insbesondere die für Kinder oder ältere Menschen der Gesellschaft.  

Küche als wichtigster Raum im Haus: Haya Molcho zelebriert Genuss mit allen Sinnen 

Ihre kompromisslose Hingabe zu Genuss – zu echtem Genuss, den man mit den Fingerspitzen fühlen kann – lässt sich sogar auf Bildern und Videos entdecken: Ihre Kochkurse zelebriert Haya mit Leib und Seele; Zutaten werden direkt auf der Arbeitsplatte der Küche vermischt, vermengt und geformt. Man kocht mit bloßen Händen, sieht, hört, riecht, atmet, schmeckt und fühlt das Gericht, das daraus entstehen soll. Das schafft eine Verbindung zu hochwertigen Lebensmitteln, zu Qualität und Verarbeitung; aber eben auch bereits eine Vorfreude auf das Essen, das mit allen Sinnen verzehrt wird. 

Haya Molcho teilt in ihren Kochbüchern – es sind nunmehr acht an der Zahl, darunter eine Neuerscheinung aus 2023 – also nicht nur ihre Familienrezepte oder kreativen Kreationen, die aus der Lust an Neuem heraus entstanden sind. Zugleich ist es eine Ode an die Lebensfreude, an Gemeinschaft und Vielfalt, an gute Produkte und an eine Küche, die Herz und Anlaufpunkt im Hause Molcho ist. Man braucht sie nicht danach zu fragen, aber dann tut man es eben doch; wohlwissend, wie warm und herzlich die Antwort ausfallen wird: Welche Rolle spielt der Küchenraum in ihrem Leben? „Alles passiert in der Küche“, antwortet sie, „die Küche ist der wichtigste Teil des Hauses. Ich könnte sogar das Haus verkaufen und nur die Küche behalten – na gut, und mein Schlafzimmer.“ 

Haya Molcho und NEFF: „Der Slide&Hide®-Backofen hat mich fasziniert“ 

Seit rund drei Jahren arbeiten Haya Molcho und ihre Marke NENI eng mit dem Küchengerätehersteller NEFF zusammen. „Ich benutze meine Küche so viel“, erzählt sie, „ich brauche gute Geräte, auf die ich mich verlassen kann.“ Sie selbst habe NEFF-Geräte in ihrer Wiener Wohnküche verbaut. „Was mich wirklich fasziniert hat, ist der Slide&Hide®-Backofen“, sagt Haya. „Ich habe so viele schwere Töpfe. Bei diesem Ofen zieht sich die Tür automatisch ein und ich kann ungestört auf mein Gargut zugreifen. Das hat mich überzeugt.“ 

Natürlich wollten wir noch mehr von Haya wissen: Was sie als ihr „Signature Dish“ bezeichnen würde, wie sie über die große Sterneküche denkt und was sie sich von Kooperationspartner NEFF wünscht, lesen Sie im ausführlichen Interview mit Haya Molcho.  

Haya Molcho und NEFF: Der "Slide&Hide®"-Backofen hat es ihr besonders angetan. (Foto: NEFF)
Haya Molcho und NEFF: Der „Slide&Hide®“-Backofen hat es ihr besonders angetan. (Foto: NEFF)

TEIL 1: HAYA MOLCHO UND DIE LEVANTE-KÜCHE – EIN EIGENES LEBENSGEFÜHL 

Interview mit Haya Molcho über NENI und NEFF.

Küchen&Design Magazin (K&D): Haya, du hast vor rund 14 Jahren dein erstes Restaurant am Wiener Naschmarkt eröffnet und damit einen wahren Hype rund um die “Levante”-Küche entfacht. Wie gut funktioniert das Prinzip rund um Hummus, Mezze und Fladenbrot heute noch? 

Haya Molcho (HM): Vor 14 Jahren kannte man noch überhaupt keinen Hummus. Heute wird unser Hummus in Österreich mehr verkauft als der klassische „Liptauer“-Aufstrich. Das hat sich aus der bewussten Ernährung heraus entwickelt: Die jungen Leute achten mehr darauf, was sie essen. Was ich esse, das bin ich. Ich glaube sehr an den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit. Die Levante-Küche hat deswegen diesen Trend entfacht, aber sie ist mittlerweile kein Trend mehr – sie gehört dazu, genau wie die italienische Küche oder die japanische Küche. Natürlich auch, weil darin sehr viel vegetarisch gekocht wird. Oder auch vegan, aber mit Geschmack.  

K&D: Inwiefern? 

HM: Wenn ich nur rote Bete oder rote Rübe ohne alles vorgesetzt bekomme, dann möchte das niemand essen. Wir aber haben die vegetarisch-vegane Küche mit der Levante-Küche und ihren Gewürzen zusammengebracht. Ich probiere viel, ich kombiniere es miteinander; das Bittere, das Süße, das Salzige, das Scharfe und auch Umami. Wenn du das auf einem Löffel vereinst, sind die Menschen plötzlich von vegetarischer und veganer Küche begeistert. 

NENI hat das nach Europa transportiert und das hat eingeschlagen. Genau zur richtigen Zeit. Vielleicht sogar etwas früh, aber wir haben nicht aufgegeben. 

K&D: Wie vegetarisch geht es in deinem Haushalt und bei NENI zu? 

HM: Mein Mann Samy ist vegetarisch aufgewachsen, Anfang des 20. Jahrhunderts, das war für die damalige Zeit schon revolutionär. Unsere Kinder haben daher auch viel öfter vegetarisch gegessen als Fleisch. In unseren NENI-Läden ist die Nachfrage nach fleischlosen Gerichten groß, obwohl wir auch beispielsweise Kebab anbieten. Aber 70% der Levante-Küche ist vegan-vegetarisch. Fleisch kann auch gut sein – aber in Maßen.  

K&D: Du hast vor deiner Karriere als Köchin sehr kosmopolitisch gelebt und bist gemeinsam mit deinem Mann Samy herumgereist. Fließen also unterschiedliche Landesküchen in deine Rezepte mit ein? 

HM: Absolut. Israel selbst ist ja schon ein Integrationsland. Dort haben viele Menschen ihre Länderküchen in die heimische Kultur eingebracht. Die dortige Orientküche hat Einflüsse aus New York, Rumänien, Russland, Polen, der Ukraine, dem Jemen, Marokko und vielen weiteren Ländern erfahren. Das ist für mich eine Weltküche. Israels Küche ist also nicht rein „orientalisch“, sondern eben eklektisch zusammengestellt. Ich mache beispielsweise gern das New Yorker Pastrami-Sandwich. Das Rezept stammt ursprünglich von polnisch-jüdischen Familien und wurde dann durch New Yorker-Jüdinnen und Juden nach Amerika überliefert.  

K&D: Deine Küche, die Levante-Küche, lebt auch vom „sharing is caring“-Prinzip. Ist es typisch deutsch, dass man sich hierzulande damit schwer tut? 

HM: Ich glaube: ja. In Europa lebt man oft in Kleinfamilien zusammen, hat 1 bis 2 Kinder. Im Orient gibt es auch mal 8 Kinder. Man stellt dort die Gerichte auf den Tisch und teilt sie sich. Man denkt nicht nur an sich selbst. Was meins ist, ist deins. Das ist auch eine Mentalitätsfrage. Hier musst du jemanden zwei Monate vorher zum Essen einladen. Bei uns hingegen steht die Tür offen und jeder kann kommen. Das zieht sich auch als Generationenfrage durch: In Europa leben viele alte Menschen alleine. Im Orient gibt es so viele Kinder und Enkelkinder – die kümmern sich um die Großeltern. Und man hat auch mehr Respekt vor alten Leuten. Familie ist das Wichtigste.  Und deshalb ist „Sharing“ in Israel auch eine ganz normale Sache. Wir haben das mit NENI nach Europa gebracht. Wenn ich sehe, wie voll unsere Lokale sind und wie die Leute das genießen, bin ich stolz, dass wir das geschafft haben. Das hat auch eine wichtige psychologische Komponente. 

K&D: In einem Interview mit dem Stern vergangenes Jahr sagtest du: „In Emotion steckt auch Motion, also Bewegung.“ Ist es das Miteinander, das du mit deiner Küche bewegen möchtest? 

HM: Absolut. NENI ist nicht nur Essen. NENI ist eine Philosophie, die wir leben. Es ist Familie. Gerade während Corona ließ sich beobachten, wie die Sehnsucht nach Familie und Zusammenhalt wuchs. Das Miteinander, das Sich-Umeinander-Kümmern: Ich glaube, wir haben unseren Teil dazu beigetragen. 

TEIL 2: KOCHKURSE UND KOCHBÜCHER – ABER BITTE KEINE STERNEKÜCHE 

K&D: Stichwort „Miteinander“: Du kochst mit allen Sinnen. Auch bei deinen zahlreichen Kochkursen. Wie lassen sich Menschen denn bei deinen Kochstunden auf das Zubereiten und Genießen mit bloßen Händen ein? 

HM: Oh, die Kochkurse könnte ich jeden Tag vollmachen. Die Leute lieben das; für sie ist es ein Erlebnis. Klar, zunächst sind viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehemmt. Aber dann entwickelt sich daraus wahre Freude. Sie lernen das Produkt viel besser kennen – sowohl die Zutaten als auch die Küche selbst. Weißt du, wenn ich salze, würde ich nie den Salat mit Salatbesteck verrühren. Ich mache das mit meinen Händen, weil ich viel besser fühle, wie viel Salz, wie viele Gewürze ich nehmen muss. Kochen mit allen Sinnen. Menschen haben das Gefühl dafür verloren und wissen gar nicht, wie man bestimmte Gemüsesorten zubereitet. Oder, wie man Flecken von roten Rüben wieder aus der Kleidung bekommt; nun, das gehört alles zum Kochen dazu! Das Gefühl ist verloren gegangen! 

K&D: Welche Gefühle hast du denn eigentlich gegenüber der großen Sterneküche? Du bist sehr erfolgreich als Köchin mit deinen Kochbüchern, Kursen und im Fernsehen. Hast du jemals über eine andere Karriere nachgedacht? 

HM: Ich habe erst gestern im Team darüber gesprochen. Wir haben ein Lokal aufgemacht, das C.O.P., „Collection of Produce“; das sollte meiner Meinung nach einen Stern bekommen – aber ganz ehrlich? Wir wollen gar keinen. Wir wollen einfach kochen, was uns schmeckt; die Leute sollen kommen und gutes Essen genießen, ohne zu viel Geld auszugeben. Komm, wie du bist, komm mit deiner Familie, sei ungezwungen, lass es dir gutgehen. Überhaupt: Ich bin auch keine Sterneköchin. Da wären so viele Details wichtig; ob ich die Serviette jetzt so oder so hinlege – das ist mir sowas von unwichtig. Mir ist es wichtig, dass die Leute unser Essen mögen, aber auch das ist Geschmackssache. Wenn sie es nicht mögen, gibt es so viele andere schöne Lokale für jeden Geschmack. Wir haben in unserer Nische viel erreicht. Die meisten kommen wieder und wieder.  

K&D: Dein neues Kochbuch „Coming Home“ porträtiert deine Familie und deren Lieblingsrezepte. Welcher Genuss macht dich denn persönlich aus? 

HM: Die jüdisch-türkische Küche ist eine der reichsten Küchen der Welt. Ich liebe Burekas, ich liebe die reichhaltigen Gemüsesorten. Die Beere Sumak kommt von dort, die man als Gewürz benutzen kann. Und es wird mit so vielen Kräutern gekocht. Kunahfeh, eines unserer Desserts bei NENI, stammt ursprünglich aus Anatolien. Ich habe es von dort mitgenommen und auf europäisch-israelische Weise interpretiert. Das ist eins meiner Lieblingsdesserts. 

K&D: Vergangene Woche ist außerdem ein weiteres Kochbuch als Neuauflage von dir erschienen: „Lust auf fremde Küche“. 

HM:  Ja, das war unser erstes Kochbuch über NENI am Naschmarkt in Wien. Das war lange Zeit vergriffen. Damals glich es einer Sensation, weil wir es von rechts nach links bedruckt haben, so, wie man im Arabischen liest – nur eben auf Deutsch. Die Leute waren anfänglich total irritiert, aber wir haben es ihnen erklärt. Wir denken eben „out of the box“, sowohl mit unserer Küche als auch unseren Produkten. Nun haben wir es neu fotografiert. Das sind die absoluten Basics unserer Küche. Die Anfänge von NENI am Naschmarkt. „Lust auf fremde Küche“ und „Balagan“ sind beide der nächsten Generation gewidmet. Meine Rezepte für die nächste Generation. 

"Lust auf fremde Küche": Der NENI-Klassiker mit allen Basic-Rezepten der orientalischen Weltküche. Jetzt als Neuauflage erhältlich! (Foto: NENI)
„Lust auf fremde Küche“: Der NENI-Klassiker mit allen Basic-Rezepten der orientalischen Weltküche. Jetzt als Neuauflage erhältlich! (Foto: NENI)

K&D: Die nächste Generation bei euch am Tisch: das ist der sogenannte „Balagan“-Stil, den du mit „sympathisches Chaos“ übersetzt. Trifft das auch auf deine Familie zu? 

HM: Ja, auf jeden Fall. Sonntags machen wir Brunch, da kommen meine Söhne, deren Frauen und Freunde, die Freunde meines Mannes und von mir; wir haben ein offenes Haus und jeder ist willkommen. Alle kochen zusammen; Kinder, Babys, alle sind da. Das Haus ist voll, jeder kocht, jeder hilft, wir essen zusammen, haben schöne Gespräche. Das ist das, was uns ausmacht. Das ist mein Leben.  

K&D: Das heißt, Küche und Esstisch stehen bei dir auch physisch im Mittelpunkt des Hauses? 

HM: Absolut. Wir haben einen großen Wintergarten und eine große Küche. Man kann die Fenster zum Garten hin aufmachen. Und dann findet alles in der Küche statt. Die Küche ist der wichtigste Teil des Hauses. Ich könnte das Haus verkaufen, und nur die Küche behalten – und mein Schlafzimmer. 

TEIL 3: HAYA MOLCHO UND IHRE KOOPERATION MIT DEM GERÄTEHERSTELLER NEFF 

K&D: Die Leidenschaft, die du zu Familie und Freunden pflegst, legst du auch in deine Markenkooperationen. Wie kam es, dass du dich für NEFF entschieden hast? 

HM: Ich liebe Küchen. Damals habe ich mir angehört, wie NEFF das Thema Küche mit seinen Einbaugeräten aufgreift. Was mich wirklich fasziniert hat, und das war für mich auch entscheidend, den Weg mit NEFF zu gehen, ist der Backofen Slide&Hide®. Die Tür vom Ofen zieht sich beim Öffnen automatisch nach unten ein. Ich habe so viele schwere Töpfe beim Kochen, ich kann nichts brauchen, was mich da stört. Das war für mich wirklich entscheidend.  

K&D: Das heißt, du kochst tagtäglich mit NEFF-Geräten und entwickelst auch Rezepte darin? 

 
HM: Oh ja, koche ich so viel zuhause. Ich benutze meine Küche wie eine Werkstatt. Da brauche ich verlässliche und gute Geräte, und die bietet NEFF mir. Es wäre toll, wenn es irgendwann vom Slide&Hide®-Backofen auch eine 90 cm breite Variante geben würde. Ich koche ja schließlich für die ganze Familie. (lacht) 

K&D: Welche Tipps kannst du Käuferinnen und Käufern von NEFF mit auf den Weg geben? Rezepte, die sie sich mal trauen sollten? 

HM: Ich glaube, immer mehr Menschen experimentieren heute bereits mit dem Kochen, vor allem junge Leute. Man muss nur Mut haben, etwas auszuprobieren! Einer der ersten, der Menschen die Angst vorm Kochen genommen hat, war Jamie Oliver. Der verkörpert, dass es nicht perfekt sein muss. Und wir? Wir kochen „Middle East“: mit unseren Händen und Sinnen; wir motivieren, wir reden; das macht Spaß! Im Backofen lässt sich beispielsweise ein gutes Sauerteigbrot backen. Zuerst auf der Arbeitsplatte: mit den Händen falten, einen Bezug zu Wasser und Mehl und der richtigen Mischung herstellen. Dann im Ofen knusprig aufbacken, das funktioniert gut über den Wasserdampf. 

K&D: Spielt Design in der Küche und bei der Auswahl deiner Geräte auch eine Rolle? 

HM: Oh ja, für mich ist die Optik sehr wichtig. Ich bin ein ästhetischer Mensch. Das gilt für unsere Restaurants, wenn die Teller perfekt angerichtet rausgehen. Aber eben auch für mein Zuhause. NEFF hat eine sehr schlichte Optik. Ich habe dunkle Geräte in Anthrazit gewählt, die passen perfekt zu meiner Küche. 

K&D: Ich hätte deine Küche jetzt eher kunterbunt eingeschätzt. 

HM: Ich habe hier so viele Gläser mit Gewürzen stehen, die lassen alles bunt erscheinen! Sonst ist es eine Küche aus Holz und Stein, sehr hochwertig und langlebig. Ich koche schon 30 Jahre darin. Sie wird ab und an neu gestrichen und Geräte müssen natürlich hin und wieder ausgetauscht werden. Aktuell hat sie ein schönes, warmes Grau. 

K&D: Kochen begleitet dich dein Leben lang. Hast du ein „Signature Dish“? 

HM: Ich würde sagen, das ist die „Jerusalem Plate“ – unser meistverkauftes Gericht. Dazu gehört unsere Jerusalem-Gewürzmischung Ras-el-Hanout, die wir selbst anmischen. Die passt zu Vegetarischem und zu Fleisch. Und dann natürlich unser Hummus! Unser Hummus ist besonders gut. Der kriegt lauter Preise.  

Gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden ist Haya Molcho wichtig. Wie gut, dass das im Einklang mit Kochen und Genießen steht! (Foto: NEFF)
Gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden ist Haya Molcho wichtig. Wie gut, dass das im Einklang mit Kochen und Genießen steht! (Foto: NEFF)

K&D: Du bist lebhaft, leidenschaftlich, fast schon ruhelos – und leitest mittlerweile 12 Restaurants in ganz Europa. Was kommt als Nächstes?  

HM: Also zunächst haben wir ja die beiden Kochbücher neu herausgebracht. Außerdem eröffnen wir nächstes Jahr ein zweites NENI auf Mallorca. Das jetzige in Port de Sóller ist so gut besucht, weil wir dort die israelische und spanische Küche kombinieren. Wir beziehen lokale Zutaten ein, Mandeln, Orangen, Fisch, Pulpo. Das Neue wird am Meer sein, im Südosten der Insel, beim Platja des Trenc. Außerdem gibt es weitere Pläne für ein neues NENI am Wörthersee – ebenfalls am Wasser. Da haben wir wirklich schöne Plätze gefunden.  

Und sonst? Familie und Freunde sind am wichtigsten. Klar, ich mache Karriere und reise viel. Aber was bleibt, ist die Familie. Wenn man das nicht pflegt, ist man einsam im Alter. Für mich sind meine Kinder und meine Familie das Wichtigste im Leben. Ganz klar die Priorität. Alles andere kommt danach.  

K&D: Liebe Haya, wir danken dir für das Gespräch. 

Neue NENIs, neue Rezepte: Von Haya Molcho dürfte noch viel zu hören sein. (Foto: NEFF)
Neue NENIs, neue Rezepte: Von Haya Molcho dürfte noch viel zu hören sein. (Foto: NEFF)

>>> Neu erschienen von Haya Molcho: Kochbücher über Familie, Genuss und das Leben

(1) „Lust auf fremde Küche“, Neuauflage 2023, 35,00 Euro, hier kaufen. 

Entdecken Sie die Basics der orientalischen Küche – und genießen Sie zuhause Klassiker wie Hummus, Mezze, Falafel & Co., die aus den Anfangstagen des Lokals NENI am Naschmarkt in Wien zeugen. Das Buch lebt von kreativen und einfachen Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und das genussvolle Lebensgefühls Israels auf Ihre Teller zaubern. 

(2) „Coming Home“, 2022, 35,00 Euro, hier kaufen. 

Haya Molcho widmet ihrer Familie ein Kochbuch über Lieblingsgerichte, feine Gewürznuancen und die Eigenheit des persönlichen Geschmacks. Ihre vier Söhne Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan erhalten – ebenso wie sie und ihr Mann Samy – ein eigenes Kapitel mit Anekdoten und Rezepten. Tauchen Sie ein in eine Familiengeschichte, die Offenheit, Genuss und Kreativität atmet. 

>>> Lassen Sie sich zum Slide&Hide®-Backofen und weiteren Einbaugeräten von NEFF beraten. NEFF-Fachhändler in Ihrer Umgebung finden Sie in unserer Studiosuche

Susanne Maerzke
Susanne Maerzke
Kochen ist Lebensfreude, Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Auch unsere Redakteurin sieht die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich endet jede gute Party zurecht in der Küche neben den letzten Käsehäppchen und einem Glas Wein. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.

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