Wie lässt sich das gewisse Extra in einer Küche erzeugen, die der Bauherr „so minimalistisch wie möglich“ in Auftrag gibt? Frank Semmelroth vom küchen haus winter hat eine Antwort darauf gefunden – mit viel Stauraum, etwas Glamour und einer Hochglanz-Küchenoptik in Weiß. Unsere Küche des Monats.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Also nicht sofort: In den Türen und Schränken dieser Hochglanz-Küche in Weiß verbergen sich nämlich zahlreiche Küchenhelfer und Einbaugeräte, die bewusst hinter der ruhig kuratierten Optik des Küchenraums zurücktreten.
Nur zwei Gewürzmühlen – ebenfalls monochrom in Schwarz-Weiß gehalten – sowie eine geschwungene Obstschale aus Porzellan erinnern daran, dass diese Küche täglich genutzt wird. Sie wirken wie ein Still-Leben in einem Möbel-Ensemble, das sich der Bauherr exakt so gewünscht hat: Minimalistisch, modern und geradlinig sollte der Entwurf werden. Ein Küchenraum, der Eleganz ausstrahlt und dennoch erschwinglich ist.

Geplant vom küchen haus winter
Der Auftrag an das Studio küchen haus winter aus Kassel stammte von einem Architekten, der in seiner beruflichen Laufbahn selbst viele Kundenprojekte mit dem erfahrenen Küchenfachhändler umgesetzt hat. Für das eigene Zuhause wünschten er und seine Frau sich nun eine Küche mit ruhiger, klarer Designsprache, pflegeleichten Materialien und der idealen Balance aus Stauraum und Leichtigkeit.
Gar nicht so leicht, das umzusetzen. Denn mit mehreren Schränken hätte das Projekt zu viel Platz im ohnehin schmalen Grundriss aus Kochen, Wohnen und Essen beansprucht. Zugleich ist die Gartenfront des Hauses, die sich zum abfallenden Hang hin öffnet und den Blick auf grüne Hügel und Häuserketten freigibt, vollständig verglast. Auch hier lässt sich somit kein einziger Regalmeter planen.

Ruhiger Wechsel aus Schwarz und Weiß
Frank Semmelroth, der die Planung im küchen haus winter leitet, entschied sich daher für eine großzügige Kochinsel, die sowohl Ausblick als auch Stauraum bietet. Und für einen raumhohen Wandschrank, der Platz bis unter die Decke ermöglicht. Der Clou: Durch die strenge stilistische Handschrift aus Schwarz und Weiß und das geschlossene, grifflose Fugenbild wirkt die Küche trotz zahlreicher Auszüge und Schränke unaufdringlich.
Die richtige Farb- und Materialwahl verstärkt diese Leichtigkeit. Das gelingt zum einen durch den Farbton „Mohair“ der Marke Leicht Küchen, die ein sehr helles Grau imitiert. Durch das vielfach einfallende Tageslicht scheint sich diese Nuance in ein gedimmtes Weiß zu verwandeln. Dadurch setzen sich Küchenzeile und Hochschrank subtil von anderen weißen Raumelementen – wie etwa den Vorhängen oder Türrahmen – ab.
Hochglanz-Küche in Weiß spielt mit Licht und Tiefe
Zum anderen kommt – endlich mal wieder, möchte man fast sagen – eine Oberflächenwahl zum Tragen, die lange Zeit in Vergessenheit geraten schien: Die Hochglanz-Küche. Sie feiert an dieser Stelle ein unaufgeregtes und würdiges Comeback. Weiche Lichtreflexe erzielen eine räumliche Tiefe und vergrößern den Küchenabschnitt dadurch optisch. Zugleich wird durch den „glanzvollen“ Auftritt – ebenso wie durch den planerischen Trick des wandhängenden Sideboards – die simple Raffinesse der Hochglanz-Küche in Weiß betont.


Gespachtelte Rückwand erdet Hochglanz-Küche in Weiß
Für einen bodenständigen Ankerpunkt sorgt indes die Kücheninsel aus der Serie „Bondi“. Diese ist mit carbongrauen Fronten ausgestattet und hält mit einer Arbeitsplatte aus Fenix genügend Platz zum Kochen und Schneiden bereit. Eine aufgesetzte Bar-Platte entlang des Kochblocks ließ das Kundenehepaar aus dem gleichen Holz anfertigen wie das des Küchenbodens. Ein so simpler wie effektvoller Trick, um optische Parallelen im Raum zu erzielen.
Apropos Optik: Der wahre Hingucker inmitten der ruhigen und zeitlosen Handschrift dieser Küchenplanung ist natürlich die spektakulär gespachtelte Nischenrückwand mit schwarzgoldener Wischtechnik. Sie wurde nach dem Vorbild einer Wandpaneele von Leicht vom örtlichen Maler angefertigt. Sie bildet das natürliche Rückgrat der Küchenzone. Von ihr ausgehend darf der Blick nach draußen ins Grüne wandern – und sie verbindet zugleich die Nuancen Weiß, Schwarz, Carbon und Grau als erdender Mittelpunkt des Raumes.

Versteckte Durchgangstür zu Privaträumen
Zurück zur Frage, wo in dieser Küche die untrüglichen Zeichen eines Kochalltags versteckt sind. Bis auf den Weinkühlschrank, der auf Wunsch des Bauherren frontal zum Wohn- und Essbereich hin eingebaut werden sollte, finden sich Geschirrspüler, Kühlschrank, Backofen und Kleingeräte allesamt in der Hochglanz-Schrankwand wieder – bisweilen sogar unauffällig vollintegriert.
Nicht minder unauffällig ist der Durchgang auf der rechten Seite, der tatsächlich zum Schlafzimmer des Auftraggebers und einem angrenzenden Masterbad führt. Was wie ein griffloser Schrank getarnt ist, sichert somit doppelt diskret den Zugang zu den Privaträumen des Paares. Küche und Schlafraum ergänzen sich dabei kongenial. Ein Wäsche-Abwurfschacht wurde nämlich perfekt getarnt links neben der Durchgangstür in die Küche eingebaut und ist vonseiten des Schlafzimmers aus zugänglich.


Fazit zur Hochglanz-Küche in Weiß: Zeitlos, elegant und bezahlbar
Planer Frank Semmelroth vom küchen haus winter betont, dem Architekten sei ein minimalistisches und schlichtes Format des Küchenraums ebenso wichtig gewesen wie eine elegante Ausstrahlung. Und das trotz eines Budgets, das nicht sechsstellig habe werden sollen. Mit hochwertigen Geräten, lackierten Fronten und einigen Möbelelementen auf Maß bewegt sich die Küche im preislichen Rahmen von 40.000 bis 50.000 Euro. Unbezahlbar bleibt hingegen die optische Weite und Luftigkeit – und das scheinbar gemalte Still-Leben.
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