Hochglanz oder matte Fronten: Was ist leichter zu reinigen?

10.02.2017 | Susanne Maerzke
Die Küche "Blickfänger" aus der Selektion D2-Kollektion. Ein echter Hingucker - aber wie gut lässt sich diese Hochglanz-Front reinigen? Wären matte Fronten pflegeleichter? (Foto: Selektion D)

Es gibt Küchentrends, die halten sich ewig: Dazu zählen neben der ewig weißen Küche auch Küchen mit Hochglanz oder matte Fronten. Eine Frage umtreibt jedoch jeden Küchenkäufer: Welche Oberfläche ist leichter zu reinigen?

 

 

Hochglanz in der Küche wirkt luxuriös und edel. Hochglanz oder matte Fronten sind seit Jahren sehr beliebt. (Foto: Patrick Yves Lee, Eppingen, LEICHT)

Hochglanz in der Küche wirkt luxuriös und edel. Fronten dieser Art sind seit Jahren sehr beliebt. (Foto: Patrick Yves Lee, Eppingen, LEICHT)

Hochglanz oder matte Fronten: Seit Jahren ein Trend

Hochglanzküchen wurden früher mit Vorliebe von Designern verbaut und in hochwertige Lofts gesetzt. Ihr Schimmern gab ein Versprechen von Luxus und Eleganz; stilvoll beleuchtet passte sich die Hochglanzküche der restlichen edlen Zimmerausstattung an. Heute sind Hochglanzküchen seit Jahren der Renner in Normalhaushalten und dank ihrer glänzenden Optik bei Jung und Alt beliebt.

Doch ein anderer Trend kehrt gerade in die Küche zurück: Die matte Küche, die sich im Auftreten betont zurücknimmt und dafür lieber mit Form, Farbe oder Funktionalität auffällt. Von Natur aus glanzlose Materialien wie Schiefer oder Beton geben die Optik vor; bei Mattlackfronten wird der seidige Look imitiert.

Welchen Küchenstil man präferiert, hängt natürlich von den eigenen Vorlieben und dem Küchenraum selbst ab: In kleinen Räumen kann eine Hochglanzküche eine optische Vergrößerung bieten, während eine matte Küche in großen Räumen eine beruhigende Wirkung erzielt und den Raum sanft abgrenzt. Eine Frage umtreibt jedoch jeden Küchenkäufer: Ist eine Hochglanzküche oder doch eine matte Küche leichter zu reinigen?

 

 

Hochglanz-Lack lässt sich sehr leicht reinigen, ist allerdings auch enorm anfällig für Kratzer. Ein robusteres Material ist da der Acryllack. (Foto: Selektion D)

Hochglanz-Lack lässt sich sehr leicht reinigen, ist allerdings auch enorm anfällig für Kratzer. Ein robusteres Material ist da der Acryllack. (Foto: Selektion D)

Hochglanz: Vorsicht vor Fingerabdrücken

Tatsächlich haben beide Küchenstile, ob Hochglanz oder matte Fronten, ihre Vor- und Nachteile. Eine Hochglanzfront ist die Diva unter den Küchen, da man auf der glatten, glänzenden Front schnell Finger- und Fettabdrücke hinterlässt und diese auch weitreichend sehen kann. Außerdem sind Hochglanzfronten enorm empfindlich und nehmen schnell Schaden durch kratzige Wischtücher, zum Beispiel das Microfasertuch. Das kann unschöne Kratzer und Rillen verursachen, die sich hinterher nicht mehr wegputzen lassen.

Dennoch haben Küchenhersteller in den letzten Jahren hart daran gearbeitet, Hochglanz-Küchenfronten unempfindlicher zu machen. Mit dem Zwei-Komponenten-Lack, der aus einem Stammlack und einem Härtungslack besteht, sowie dem zusätzlichen Hochglanzlack werden die Fronten dicht versiegelt und strapazierfähiger. So reicht es heute oftmals, mit einem Tuch und einem handelsüblichen Glasreiniger die Fingerabdrücke oder Flecken auf Hochglanzfronten wegzupolieren. Dank der glatten, porenfreien Oberfläche lässt sich Schmutz leicht und schnell beseitigen.

 

 

Alternative zu Hochglanz-Fronten: Das robustere Acryl

Alternativ kann man auch eine Acrylfront anstelle einer Hochglanzfront wählen: Diese strahlen einen ebenso starken Glanz aus und sind leicht zu reinigen, aber nach einer entsprechenden Versiegelung sogar kratzfest. Dennoch sollte man bei allen Hochglanzfronten darauf achten, diese niemals trocken zu reinigen, sondern ihnen stets mit einem weichen Lappen, warmem Wasser und etwas Spülmittel zu Leibe zu rücken.

 

 

Matte Fronten kehren zurück als Trend in deutschen Küchen. Sie sind wunderschön anzusehen - aber leider extrem anfällig für Fingerabdrücke. (Foto: Lang Küchen)

Matte Fronten kehren zurück als Trend in deutschen Küchen. Sie sind wunderschön anzusehen – aber leider extrem anfällig für Fingerabdrücke. (Foto: Lang Küchen)

Matte Fronten: Samtweich – und schnell schmutzig

Matte Küchenfronten können zum Beispiel aus Mattlack, Strukturlack oder Kunststoff sein, allerdings soll an dieser Stelle, um einen direkten Vergleich zur Hochglanzfront zu ziehen, nur von Mattlack die Rede sein. Samtmatte Oberflächen werden durch ein besonderes Silikatmineral im Lack erreicht, dass das einfallende Licht dank seiner Porösität „schluckt“ und einen matten, samtigen Eindruck hinterlässt. „Pelle di pesca“, Pfirsichhaut, ist ein beliebter Ausdruck für diese Oberflächen. Doch die Porösität hat auch ihre Nachteile.

Tatsächlich wird die Porösität in matten Lackoberflächen durch ein mikroskopisch feines Anschleifen einer glänzenden Lackauflage erreicht, was bedeutet, dass die Oberfläche ungleich offenporiger und somit anfälliger für Verschmutzungen ist. Fingerabdrücke, Flecken und Feuchtigkeit können schneller in die Küchenfronten eindringen und sich dort festsetzen, daher wird zu einem sofortigen Abwischen auftretender Flecken geraten.

 

Flecken oder Fettspritzer sollten bei matten Küchenfronten sofort entfernt werden. (Foto: Selektion D)

Flecken oder Fettspritzer sollten bei matten Küchenfronten sofort entfernt werden. (Foto: Selektion D)

Fettflecken und Spritzer müssen schnell entfernt werden

Setzen sich Johannisbeersaft, Tomatenmark, Rotweinspritzer oder Fettflecken erstmal fest, muss man entweder mit der Patina dieser Küche leben, oder den matten Fronten mit wirkungsvolleren Reinigungsmitteln an den Kragen gehen. Allerdings besteht hier die Gefahr, mit allzu aggressiven Mitteln oder Scheuermitteln die Oberfläche aufzupolieren und auf dem gewünschten matten Untergrund einen hässlichen Glanzfleck zu hinterlassen. Gefärbte Reiniger können überdies mit ihren Farbstoffen Rückstände hinterlassen und sollten maximal sparsam dosiert eingesetzt werden.

 

Die Küchenfront muss zur Lebenssituation passen

Dennoch: Mit etwas Vorsicht und einem feuchten Tuch zur Hand lassen sich auch matte Küchenfronten reinigen. Ob sie zur jeweiligen Lebenssituation (Kinder, Intensität des Kochens etc.) passen, lässt sich im intensiven Gespräch mit einem Küchenplaner beraten. Und immerhin haben matte Fronten auch einen entscheidenden Vorteil: Sie wirken im Gegensatz zu Hochglanzfronten nicht „protzig“, sondern bodenständig – und können mit kräftigen Farben auftrumpfen, die in schimmernden Lack schnell überdrüssig werden.

Unser Praxistipp: Schauen Sie im Küchenstudio Ihrer Wahl vorbei – und testen Sie die Spur der Fingerabdrücke für Hochglanz oder matte Fronten – und Ihre Frustrationstoleranz! – ganz einfach mal vor Ort…

 

Zum Autor
Susanne Maerzke
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.