Das H.O.M.E. Haus 2026 zeigt erneut, wie visionär Wohnen heute gedacht werden kann. Jedes Jahr lädt das Design- und Architekturmagazin H.O.M.E. ein renommiertes Architekturbüro ein, ein Wohnkonzept zu entwerfen. Es soll Trends, Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen in einem Gebäude bündeln. Auch für das kommende Jahr entsteht so ein Entwurf, der nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch als Inspirationsquelle für künftige Wohnformen dient.
Vor diesem Hintergrund präsentiert das österreichische Studio Precht den Entwurf Down to Earth, der Natur, Gemeinschaft und Wandelbarkeit neu interpretiert. Weiche Linien, fließende Übergänge und Holz als tragendes Material formen Räume, die Geborgenheit ausstrahlen und zugleich offen für Wandel bleiben. Genau diesem Prinzip folgt auch die Küche des Projekts – exklusiv entworfen von den Designern von Dross&Schaffer.


Down to Earth: Die Idee hinter dem H.O.M.E. Haus 2026
Auf den ersten Blick wirkt der Entwurf wie ein modernes, nachhaltiges Dorf. Die runden Baukörper erinnern an kleine Bungalows, die sich zwischen Bäumen und Landschaftsformen verteilen. Doch tatsächlich handelt es sich um ein einziges Gebäude, das nur von oben wie ein Cluster aus vielen Einheiten erscheint. Im Inneren verschmelzen diese Module zu einem zusammenhängenden Organismus, der sich in unterschiedliche Wohnungen und Lebensbereiche auffächert.
Der Entwurf folgt klar dem Prinzip des Fließenden. Geschwungene Wände, kreisförmige Öffnungen und weiche Übergänge prägen die Architektur. Räume gehen ohne harte Brüche ineinander über. Wände werden zu Decken, Decken zu Rundungen, Rundungen zu Wegen. Alles wirkt wie in Bewegung und zugleich sehr beruhigend reduziert.
Innerhalb dieser Struktur spielt Individualität eine zentrale Rolle. Jede Einheit besitzt eine eigene Gestaltung, geprägt durch unterschiedliche Lebensstile. Trotz dieser Vielfalt bleibt das Gebäude durch seine geschlossene Außenform ein gemeinschaftliches Ganzes. Es schafft Nähe, ohne Gleichförmigkeit zu verlangen. „Dem Individualismus die nötige Freiheit zu geben, ist sicherlich der schönste Teil des Hauses. Weil jeder einen anderen Hintergrund hat, wird das Haus reichhaltiger und vielseitiger, als wenn alles aus der Perspektive eines Einzelnen heraus geplant wird“, erklärt Fei Precht, Mitgründer von Studio Precht.


Architektur trifft Alltag: Die Küche im H.O.M.E. Haus 2026
Die Küche für das H.O.M.E. Haus 2026 wurde gemeinsam von den renommierten Studios Dross&Schaffer Ludwig 6 und Dross&Schaffer Ingolstadt entwickelt. Zusammen greifen sie die Grundidee des Hauses auf und übersetzen sie in eine Planung, die Gestaltung und Funktion verbindet. „Die Küche versteht sich nicht als Möbelstück, sondern als Fortsetzung der Architektur – modular, anpassungsfähig und Teil eines sich wandelnden Raums“, bestätigt Marcel Hufnagel, Geschäftsführer von Dross&Schaffer Ingolstadt.
Zwei Inselmodule bilden dabei das Zentrum. Eine durchgehende Arbeitsplatte verbindet beide Blöcke zu einem offenen Arbeits- und Kommunikationsbereich. Die leicht versetzten Formen erzeugen eine subtile Spannung, die dem Raum Tiefe verleiht, ohne ihn unruhig wirken zu lassen. So entsteht ein Mittelpunkt, der sowohl für gemeinsames Kochen als auch für ruhige Momente geeignet ist.
Hinter flächenbündigen Taschentüren liegt eine zweite Arbeitsebene. Hier befindet sich eine Arbeitszeile mit zusätzlicher Spüle, Abstellflächen und ausreichend Platz für Kleingeräte. Dieser Bereich kann komplett geschlossen werden. Dadurch wirkt der vordere, sichtbare Bereich im stressigen Alltag stets aufgeräumt.

Materialkonzept: Ein Spiel aus Stein, Glas und Farbe
Das Materialkonzept prägt die Küche und verleiht ihr ihre besondere Ausstrahlung. Drei Elemente tauchen immer wieder auf: Verde-Alpi-Marmor, roter Hochglanzlack und gelbes Strukturglas. Sie bilden kein starres System, sondern eine fließende Komposition, die unterschiedliche Bereiche verbindet und dem Raum eine moderne Raffinesse verleiht.
Der Verde-Alpi-Marmor setzt dabei den mineralischen Akzent: als Fronten, Kücheninsel und Arbeitsplatte. Subtile Highlights: Das Spülbecken in der Back Kitchen wurde auf Gehrung in die Arbeitszeile eingesetzt und bleibt somit Teil des Marmors. Anders bei der vorderen Showküche: „Ein Spülausschnitt in der Glasplatte gibt hier den Blick auf den Marmorblock frei, der damit zum Boden der Spüle wird“, erklärt Felix König, Planer bei Dross&Schaffer Ludwig 6. Dadurch scheint das Wasser direkt in den Stein einzutauchen und verleiht der Spüle eine besondere Ruhe.
Der rote Hochglanzlack bildet den farblichen Gegenspieler. Er prägt die linke Kücheninsel und verleiht ihr eine starke Präsenz. Auch im Innenleben der Küche taucht diese Farbe auf: Schubkästen und Fächer im selben Ton schaffen eine visuelle Verbindung bis ins Detail und verstärken den Dialog der Materialien.
Zu Naturstein und Lack gesellt sich gelbes Strukturglas. Die besondere Oberfläche wirkt je nach Blickwinkel mal leicht durchscheinend, mal beinahe wie gehämmertes Gold. Es bildet die verbindende Platte zwischen den beiden Inseln und setzt einen warmen, leicht transparenten Akzent. Die Oberfläche bricht das Licht weich und wirkt fast wie ein Filter zwischen Funktion und Atmosphäre. Das Material taucht auch an der Durchgangstür zur Back Kitchen auf. Dort setzt es einen hellen Akzent und führt das Spiel aus Transparenz und Farbe fort.



Das H.O.M.E. Haus 2026 ist ein Ausblick auf das Leben von morgen
Das H.O.M.E. Haus 2026 zeigt, wie Wohnen künftig aussehen könnte: offen, flexibel und geprägt von einer Architektur, die sich tatsächlich an Leben orientiert. Die Küche folgt dieser Haltung und übersetzt sie in den Alltag – mit Materialien, die wirken, als wären sie gewachsen, und einer Planung, die Klarheit und Leichtigkeit verbindet.


(Fotos: Felix Koenig/Ficus Visuals, Mir für Studio Precht)
