Jamie Olivers Geschirr: Einfach (und) wunderschön

24.08.2016 | Susanne Scheffer
Geschirrserie Jamie Oliver, Foto: design3000

Jamie Oliver ist in seiner Rolle als Fernsehkoch und Spaßvogel weltberühmt. Das Imperium des 41-Jährigen umfasst neben unzähligen Kochbüchern und Fernsehsendungen mittlerweile auch Pfannen, Messer und Gewürzmischungen aller Art. Aber haben Sie schon mal von Jamies Keramik-Geschirr gehört? Es kann wie seine Speisen beschrieben werden: Einfach, schlicht und wunderschön.

 

Jamie Oliver an seiner Küchenfront, Foto: Seriouseats

Jamie Oliver wurde bereits mit 27 berühmt mit seinen Kochshows. Mittlerweile gibt es zahlreiche Bücher und Küchen-Gadgets von ihm. (Foto: seriouseats)

Jamie Oliver bringt Spaß am Kochen zurück

Der britische Koch und Fernsehstar Jamie Oliver hatte es bereits im jungen Alter von 27 Jahren geschafft. Und zwar gleich drei Dinge auf einmal: Er war erfolgreich, er verdiente sehr viel Geld – und er hatte das Showkochen im Fernsehen entstaubt und der jüngeren Generation die Freude am Kochen zurückgebracht. Noch heute ist er großes Vorbild für den Beruf und die Begeisterung an Kochshows hierzulande; zudem hat er beliebten Köchen wie Tim Mälzer, Steffen Henssler und der Köchin Sarah Wiener den Weg geebnet. Es vergeht kein Tag im Fernsehen ohne „Kochduell“, die „Küchenprofis“ oder eine „Küchenschlacht“, und dank der vielen witzig aufbereiteten Formate hat die halbe Welt, ob jung oder alt, wieder Spaß daran gefunden. Kochshows erzielen traumhafte Einschaltquoten, Küchengeräte finden reißenden Absatz und Gewürzregale werden jetzt von Eigenkreationen vieler namhafter Küchenchefs gesäumt.

Ihnen allen voraus läuft Jamie Oliver, der sich ein mächtiges Küchenimperium rund um seine vielen TV-Sendungen geschaffen hat. Seit seiner Serie „The Naked Chef“ 2002, die ihm den Spitznamen auch aufgrund der Einfachheit seiner Zutaten und Zubereitung der Speisen eingebracht hat, dreht sich die Maschinerie Jamie Oliver. Mit Fernsehhits wie „Jamie’s Kitchen“, „Jamie’s School Dinners“ oder „Jamie’s American Roadtrip“ und seinem Engagement in britischen Schulen zur Verbesserung der Essensqualität zum kleinsten Preis hat sich die Zahl seiner Anhänger vervielfacht.

 

Produktmaschinerie Jamie Oliver: Küchengeräte, Zubehör und mehr

In erster Linie zeichnet Jamie Oliver tatsächlich die Freude am Kochen und seine unbändige Energie aus, die ihm während seiner Shows und dem Kontakt mit Mensch und Land anzumerken ist. Aber natürlich hat Oliver auch ein feines Näschen für Geschäfte, und so verdient er mittlerweile, fast 15 Jahre später und Vater von fünf Kindern, sein Geld hauptsächlich mit lukrativen Werbedeals, die aus seiner Tätigkeit als Fernsehkoch entstanden sind. Kein Küchenprodukt, das nicht in optimaler Passform mit dem Namen Olivers gebrandmarkt ist, kein Gewürz, keine Sauce, kein Pesto, die er nicht nach Eigenregie hat abfüllen lassen. Es gibt Jamie-Tefalpfannen, Jamies Schneidebretter und Auflaufschalen, Jamies Schürzen, Messer, Küchenreiben, Essigflaschen, Grill, Gläser, Gewürze, und natürlich sogar eine eigene Hello Fresh-Food-Box mit Rezepten zum Nachkommen – fast vom Maestro selbst bestückt.

Zwischen all diesen Merchandise-Produkten, die schön, sauber und komfortabel anzusehen sind, aber eben das praxisorientierte Hausfrauenimage mit Tefal-Schriftzug innehaben, findet sich nun noch ein kleinerer weiter Schatz für die Küche. Jamie Oliver hat nämlich auch eine Geschirrserie produziert, die an Schönheit, Schlichtheit und Gemütlichkeit kaum zu überbieten ist. Mag sein, dass die Pfannen und Messer aus Olivers Schmiede ebenfalls nicht nur nett anzusehen, sondern auch qualitativ sehr hochwertig sind. Wer aber einmal die Gewürztöpfchen, Servierschalen, Salatschüsseln und Keramikteller gesehen hat, die Jamies „Serveware“ ausmachen, weiß, dass der Mann nicht nur einen Sinn fürs Geschäft, sondern auch ein Herz für Zuhause hat.

Schälchen, Krüge, Milchkannen oder Olivenölspender: Die Homeware-Serie ist urban und ländlich zugleich - in jedem Fall aber angesagt. (Foto: design3000)

Schälchen, Krüge, Milchkannen oder Olivenölspender: Die Homeware-Serie ist urban und ländlich zugleich – in jedem Fall aber angesagt. (Foto: design3000)

Jamies Geschirr-Serie wirkt wie seine Kochkunst: Schlicht und wunderschön

Die Produkte dieser Linie sehen aus, als hätte man sie auf dem Handwerkermarkt erstanden, und tatsächlich sind die feinen Keramikschalen und -Vasen auch handbemalt. Grundlegender Charakterzug ist das kräftige Terrakottabraun am Boden des jeweiligen Gegenstandes; darüber sind die herrlich familiären Steingut-Produkte in zarten Pastellfarben bepinselt. Hier ein zartes Mint, da ein sanftes Hellblau, ein zitronengelber Anstrich oder ein zurückhaltender Weißton. Besonders als Gruppe im Regal wirkt die Geschirrserie herzallerliebst und zugleich wie aus der Zeit gefallen, damals, als die Mutter noch mit Kopftuch und Schürze die Butter stampfte und den Rahm dafür aus hellbraunen Tonkrügen in die Schüssel goss. Hinzu kommen die fast schon altmodischen Verwendungsformen der Krüge und Töpfe, die seit dem Verschwinden der Speisekammer vor allem in der Stadt kaum noch gebraucht werden: Zwiebeltopf und Knoblauchtopf, Essig- und Olivenölflaschen, Aufbewahrungsdöschen für Gewürze und ein typischer alter Milchkrug.

Nun gut, dank angesagter Kartonage und Stempelaufdruck um das Produkt herum wird man schnell wieder ins 21. Jahrhundert befördert, und auch der elektronische Bestellvorgang – immerhin zu humanen Preisen – tut sein Übriges. Passend werden dazu sofort das „Jamie Oliver Superfood für jeden Tag“-Kochbuch und das Antipasti-Servierbrett angepriesen, als Erinnerung daran, was andere Kunden noch toll fanden und gekauft haben. Womit wir wieder beim Geschäftssinn des Briten angekommen wären. Aber Geschmack hat er eben definitiv auch, das muss man ihm lassen.

 

(1) Gewürzdosen und Schalen für die eingesammelten Eier: Das Leben wie anno dazumal, nur schöner.

Gewürzdosen und Schalen für die eingesammelten Eier: Das Leben wie anno dazumal, nur schöner. (Foto: design 3000)

 

(2) Ja, auch Knoblauch- und Zwiebel-Töpfe gab es damals noch. Und sind heute trotz fehlender Speisekammer wieder in.
Ja, auch Knoblauch- und Zwiebel-Töpfe gab es damals noch. Und sind heute trotz fehlender Speisekammer wieder in.

 

(3) Einfach mal wieder die Milch wertschätzen und in einem frischen Tonkrug auf den Tisch stellen. So sieht der Frühstückstisch noch schöner aus!

Milchkrug Jamie Oliver, Foto: Design3000

 

(4) Kümmel, Pfeffer, Rosmarin und andere Gewürze behalten ihr intensives Aroma, wenn sie in einem neutralen Steingut-Produkt aufbewahrt werden.

Gewuerztoepfe Jamie Oliver, Foto: design3000

 

(5) Natürlich packt Jamie Oliver seine Produkte (hier: der Zwiebeltopf) in recycelbare Kartonage. Sieht aber auch gleich nochmal so ländlich und schön aus.

Zwiebeltopf Jamie Oliver, Foto: Design3000

 

(Alle Fotos sowie der dazugehörige Shop: design3000.de)

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.