KonMari-Methode für die Küche: Aufräumen nach Marie Kondo

Ordnung im Haus ist gleich Ordnung im Kopf? Laut Marie Kondo schon. Das Buch „Magic Cleaning“ der japanischen Aufräum-Expertin ist längst zu einem internationalen Bestseller geworden. Mit Hilfe ihrer KonMari-Methode lässt sich jedes Chaos bändigen – radikal, aber wirksam. Und ein bisschen spirituell. Das System ist auch auf die Küche anwendbar. Also: Ärmel hoch und das neue Jahr mit einer aufgeräumten Küche beginnen. Der aufgeräumte Geist folgt.

Marie Kondo findet: Eine Küche muss leicht zu reinigen sein. Das bedeutet: freie Flächen schaffen und alles aus dem Sichtfeld entfernen, das nicht benötigt wird.

Ziel der KonMari-Methode in der Küche: freie Flächen schaffen. (Foto: Adobe Stock / denisismagilov)
Ziel der KonMari-Methode in der Küche: freie Flächen schaffen. (Foto: Adobe Stock / denisismagilov)

Achtung: wer mehrere Räume einem Neujahrs-Makeover unterziehen will, sollte nicht mit der Küche anfangen, denn nach KonMari ist eine Küche die Königsdisziplin des Aufräumens. Sie ist voller Kleinkram, der leicht den Überblick verlieren lässt. Zudem sammeln sich beim Aufräumen des restlichen Wohnbereichs Ordnungshelfer an, die man in der Küche wiederverwenden kann. Beginnt man in der Küche, sollte man also zu allererst eine Grundausstattung an Schachteln und Boxen einkaufen.

„Magic Cleaning“ von Marie Kondo: Inhalte kategorisieren

Marie Kondo geht in allen Räumen gleich vor, wenn aufgeräumt werden soll. Man widmet sich nicht dem Aufräumen eines bestimmten Schranks oder einer ganz bestimmten Schublade, sondern denkt in inhaltlichen Kategorien. In der Küche sind das laut Marie Kondo folgende Bereiche:

  • Besteck und Geschirr (Esswerkzeug)
  • Töpfe und Pfannen (Kochutensilien)
  • Zutaten und Gewürze (Nahrungsmittel)

Zunächst räumt man alle Dinge einer bestimmten Kategorie zusammen auf den Tisch oder auf den Boden. Was zunächst chaotisch klingt, bringt in der Praxis den nötigen therapeutischen Schock: Zu sehen, wie viel man besitzt und was alles unnötig oder gar doppelt vorhanden ist, dürfte den Aufräum-Ehrgeiz endgültig wecken. Ziel: Am Ende sollte der vorhandene Stauraum für alle Küchenutensilien reichen und die Arbeitsfläche möglichst frei sein.

KonMari-Methode für die Küche: vom Glücksgefühl leiten lassen

Schritt 1: Marie Kondo rät, jeden Gegenstand einzeln in die Hand zu nehmen und sich dann die Frage zu stellen: „Macht es mich glücklich, wenn ich diesen Gegenstand in der Hand halte?“ Was glücklich macht, bleibt – alles andere kommt weg. Zugegeben: Ein Topf wird es schwerer haben, uns glücklich zu machen, als ein liebgewonnenes Kleidungsstück. Übersetzt auf die Küche sollten Sie sich aber durchaus fragen, ob Sie Dinge auch wirklich benutzen – und dies gerne tun.

Was zunächst etwas esoterisch anmutet, soll unseren Fokus auf die wirklich notwendigen Dinge lenken. Denn was uns glücklich macht, das behandeln wir wertschätzend und haben noch lange Freude daran.

Die Glücks-Regel: nur was uns glücklich macht, darf laut KonMari bleiben. (Foto: Dominika Roseclay / Pexels)
Die Glücks-Regel: nur was uns glücklich macht, darf nach der KonMari-Methode bleiben. (Foto: Dominika Roseclay / Pexels)

Laut Marie Kondo sollte zudem alles aus der Küche verbannt werden, das kaputt ist, zu einem unvollständigen Set gehört, nicht benutzt wird oder nicht mehr gefällt. „Viele Menschen leben in einer Umgebung voller ‚Irgendwie-brauche-ich-das-noch-Dinge’: Machen Sie sich bewusst, wie viele dieser ‚Irgendwie-Dinge’ Sie noch besitzen. Möchten Sie ein ‚Irgendwie-Leben’ führen? Bleiben Sie standhaft und behalten Sie nur, was Sie wirklich glücklich macht“, schreibt sie in „Magic Cleaning“, ihrem Bestseller-Ratgeber, der mittlerweile in fast 40 Sprachen übersetzt wurde.

Das große Geschirr-Set, das irgendwann mal zur großen Familienfeier zum Einsatz kommen soll, muss zwar nicht gleich entsorgt werden – zumindest sollte es nach KonMari aber in den Keller wandern.

Schritt 2: Hat man mit Hilfe der Glücksgefühl-Methode radikal aussortiert, sollte man einen festen Aufbewahrungsort für die Dinge finden, die man noch besitzt.

Marie Kondo findet: Ordnung halten fällt leichter, wenn alles seinen festen Platz hat. (Foto: Adobe Stock / Tatyana A. - tataks)
Marie Kondo findet: Ordnung halten fällt leichter, wenn alles seinen festen Platz hat. (Foto: Adobe Stock / Tatyana A. – tataks)

KonMari-Methode für die Küche: richtig falten und verstauen

Haben alle Lieblingsteile ihren Platz gefunden, geht es ans richtige Verstauen. Marie Kondo ist mitunter berühmt geworden für ihre besondere Falttechnik für Kleidung, Unterwäsche oder auch Geschirrtücher und Tischdecken.

Geschirrtücher werden in Päckchen gefaltet und „stehend“ aufbewahrt. Das sorgt für eine bessere Übersicht und schützt die Teile vor Falten. Bewahren Sie Textilien farblich aufsteigend auf: Dunkle Teile lagern hinten, helle kommen nach vorne. Alternativ: links dunkel, rechts hell. Schubladen sollten nach Marie Kondo nur zu 90 Prozent befüllt werden. So ist genug Platz zum Aus- und Einräumen und der Inhalt bleibt dennoch als Päckchen stehen.

Links dunkel, rechts hell: Ein Farbverlauf von dunkel nach hell sorgt für das maximale Glücksgefühl beim Öffnen einer Schublade. (Foto: Adobe Stock / Anikonaann)
Links dunkel, rechts hell: Ein Farbverlauf von dunkel nach hell sorgt für das maximale Glücksgefühl beim Öffnen einer Schublade. (Foto: Adobe Stock / Anikonaann)

Tipps für die richtige Aufbewahrung nach der KonMari-Methode

Marie Kondo empfiehlt grundsätzlich eine vertikale Aufbewahrung: das schafft nicht nur auf einen Blick ein klares und ästhetisches Bild aller Habseligkeiten, sondern ist auch effizient und platzsparend. Legen Sie eine logische Ordnung fest. Alles, was Sie zum Kochen brauchen, sollte in der Nähe des Herdes sein. Bestimmen Sie eine bestimmte Arbeitsfläche für die Zubereitung der Speisen. Schwere Gegenstände gehören in die unteren Schränke, leichte nach oben.

  • Plastiktüten lagert Marie Kondo stehend in einer Box: so sind alle Tüten immer griffbereit.
  • Besteck kommt bei Marie Kondo nicht in eine Schublade, sondern stehend in ein aufrechtes Gefäß oder in eine Schachtel. Schubladeneinsätze machen dennoch Sinn, um Utensilien zu ordnen. Marie Kondo bevorzugt dafür Trennwände aus Holz – das ist hochwertig und ästhetisch zugleich.
  • Tupperdosen werden für eine maximale Platzeffizienz ineinander gestapelt und die Deckel separat in der Nähe aufbewahrt. Dasselbe gilt für Töpfe und Schüsseln.
  • Auch Schwamm und Spülmittel bewahrt Marie Kondo nicht etwa am Spülbecken auf, sondern gesammelt in einer Box unter der Spüle. So bleibt das Becken frei von Wasser- und Kalkflecken.
  • Freistehende Mülleimer stören laut Marie Kondo das Bild einer aufgeräumten und gut organisierten Küche. Also, wenn möglich: ab unter die Spüle.
  • Kleingeräte wie Toaster, Kaffeemaschine oder Küchenmaschine sollten an einem zentralen Ort in der Küche Platz finden: entweder im Inneren eines Schranks oder auf einem Regal. Unser Tipp: einige Hersteller bieten hierfür ausziehbare Pocketschränke an.
  • Vorräte wie Nudeln und Reis sollten Sie nach dem Kauf für den besseren Überblick in eigene, transparente Behälter umfüllen: so vermeiden Sie doppelte Käufe und haben die Lebensmittel schnell griffbereit.
  • Laut Marie Kondo kommt es beim Aufräumen der Küche nicht auf eine besonders einfache Ordnung an: man muss nur immer wissen, wo man etwas findet.
Marie Kondo empfiehlt, Schubladen mit Boxen und Trennwänden zu strukturieren - am besten aus Holz. (Foto: Poggenpohl)
Marie Kondo empfiehlt, Schubladen mit Boxen und Trennwänden zu strukturieren – am besten aus Holz. (Foto: Poggenpohl)

Seinen Besitz schätzen lernen

Spannend, aber etwas gewöhnungsbedürftig ist auch der folgende Ansatz der KonMari-Methode: Bei allen Dingen, die Sie aussortieren, müssen Sie sich zuvor bedanken. Sagen Sie Danke zu einem alten Dosenöffner, der Ihnen in Studientagen zur schnellen Mahlzeit verholfen hat und Danke zum Geschirr-Set, das in der ersten eigenen Wohnung Teil Ihres Lebens war – und sortieren Sie es aus. Aber nicht nur bei den unliebsam gewordenen Teilen soll man sich bedanken.

„Wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, sagen Sie der Kleidung, die Sie ausziehen und wieder aufhängen doch mal: ‚Vielen Dank, dass du mich heute wieder gewärmt hast.’ […] Und wenn Sie die Tasche in den Schrank zurückstellen: ‚Mit deiner Hilfe konnte ich heute wieder sehr gute Arbeit leisten. Dankeschön!’“

Marie Kondo in „Magic Cleaning“

Was zunächst lustig klingt, ist nichts anderes als ein Appell zur Achtsamkeit: Wer seinen Besitz wertschätzt, behandelt ihn pfleglich und hat länger etwas davon. Dieses Bewusstsein soll uns auch davon abhalten, permanent neue Dinge zu kaufen, die wir gar nicht brauchen.

Download: Checkliste für den Aufräum-Tag

Zu guter Letzt: Drucken Sie sich unsere Checkliste zum Abhaken aus und halten Sie sie am Aufräum-Tag bereit. Sneak Peak: Sie werden den großen Tag mit einem aufgeräumten Geist beenden.

Julia Dau
Julia Dau
Das Gefühl grenzenloser Freiheit beim Entdecken einer dampfenden Köstlichkeit in den Garküchen Asiens, wohlige Aufregung beim Anschneiden eines perfekt gegarten Steaks, und manchmal auch Pioniergeist, wenn der Kern des Lava Cake zum ersten Mal weich und unverschämt herrlich duftend über den Teller fließt: Kochen und Essen ist für unsere Redakteurin Abenteuer, Experiment und pure Harmonie. Als studierte Informationsdesignerin mit Leidenschaft für Ästhetik, Innenarchitektur und gutes Essen fasziniert sie besonders, wie alle Sinne in der Küche – und auch ein bisschen in unserem Magazin – verschmelzen.

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