Küche aus Eichenholz: 5 Gründe, die dafür sprechen

Eiche ist weiterhin das Lieblingsholz der Deutschen, wenn es um die Einrichtung geht. Die Küche aus Eichenholz bleibt 2021 Trend, wenn auch leicht abgewandelt: Anstatt ausschließlich auf helles, wohnliches Holz im skandinavischen Look setzen Küchenhersteller vermehrt auf Eichenholz-Fronten in dunklen Tönen. Wir liefern Ihnen 5 Gründe, die für eine Küchenplanung mit Eiche sprechen.

Die Vorliebe für das Laubholz ist längst auch in die Küche vorgedrungen: in Form von Echtholz oder Nachbildungen, sogenannten Dekoren oder Optiken. Warum ist eine Küche aus Eichenholz überhaupt eine gute Idee?

1. Grund: eine Küche aus Eichenholz ist facettenreich

Kaum ein Holz ist so facettenreich wie die Eiche. Die unendliche Vielfalt der Maserungen lässt dem Kunden die Wahl: mal kommt das Holz elegant und feinsinnig daher, mal lebendig und rau. Nicht nur die Baumnachbarn im Wald entscheiden dabei über die Maserung. Auch die Erde, auf der die Eiche wächst, beeinflusst die Struktur des Holzes: die in der Erde enthaltenen Gerbsäuren bestimmen die Farbintensität. Der hohe Gerbsäureanteil sorgt übrigens auch dafür, dass sich die Eiche vorzüglich räuchern lässt. Mit dieser Methode erhält das Holz jene Tönung, die es ansonsten im Lauf der Zeit durch die Einwirkung von Luft und Licht annehmen würde.

Ihre charakteristische, lebendige Oberfläche erhält die Eiche durch ihre großen Poren: So entstehen spannende Licht- und Schattenwirkungen, die mit den Jahren an noch Intensität zunehmen.

Küche aus Eichenholz

2. Grund: eine Küche aus Eichenholz ist nachhaltig

Trotz der großen Beliebtheit der Eiche macht der jährliche Holzeinschlag nur etwa 2,5 Prozent am Gesamtvolumen aus: Laut Statistischem Bundesamt fallen unter die 68,2 Millionen Kubikmeter Holz, die im Jahr 2019 eingeschlagen wurden, nur 1740 Kubikmeter Eichenholz.

Dies sage aber wenig über die Bedeutung von Eichenholz für den Möbelbau aus, meint Andreas Ruf, Geschäftsführer der Initiative Pro Massivholz: Grundsätzlich sei der Nadelholzeinschlag deutlich höher als der Einschlag von Laubholz, da der Bedarf an Nadelhölzern für die Bau- und Papierindustrie deutlich über dem Bedarf der Möbelindustrie liege. Wenn man bedenkt, dass auch Nadelholzarten wie Fichte, Kiefer oder Tanne oft und gerne für Küchenmöbel verwendet werden, ist die Eiche dennoch eine gute Wahl in punkto Nachhaltigkeit.

Was aussieht wie massives Echtholz, ist in Wirklichkeit eine Spanplatte mit einer dünnen Echtholz-Beschichtung: ein Kompromiss zwischen Echtholz und Reproduktion. (Foto: Rotpunkt)

Eine spannende Option sind auch sogenannte Furniere: das sind Holzwerkstoffe wie Spanplatten oder MDF, die mit hauchdünnem, echtem Eichenholz beschichtet werden. Einige Hersteller wie Rotpunkt Küchen haben solche Fronten im Programm. Vorteil: Das wertvolle Eichenholz wird sparsamer eingesetzt, es entsteht dennoch die Optik und Haptik einer Massivholz-Front – bei niedrigeren Herstellungskosten. Nachteil: Die dünne Echtholz-Schicht ist empfindlicher als die Massivholz-Variante und erlaubt kein mehrfaches Abschleifen.

3. Grund: eine Küche aus Eichenholz ist regional

Eiche wächst in ganz Deutschland von Bremen bis Bad Tölz. Dabei ist sie nicht nur in Wäldern fest verwurzelt, sondern tummelt sich auch auf Wiesen, Weiden und Äckern. Bei der letzten Bundeswaldinventur 2013 machte die Eiche rund 11 Prozent der bewaldeten Fläche in Deutschland aus. Dabei weist die Eiche viele verschiedene Arten auf: Neben der heimischen Trauben- und Stieleiche findet sich auf deutschem Boden auch die ausgesprochen seltene und wertvolle Mooreiche oder die aus den USA eingeführte Roteiche.

Mindestens 120 Jahre wächst die Eiche, bis sie für den Möbelbau abholzbereit ist. Anschließend folgt eine Trocknungszeit von 6-18 Monaten. (Foto: Adobe Stock / satori)
Mindestens 120 Jahre wächst die Eiche, bis sie für den Möbelbau abholzbereit ist. Anschließend folgt eine Trocknungszeit von 6-18 Monaten. (Foto: Adobe Stock / satori)

Ein weiterer Vorteil: Das große Vorkommen in unseren Breitengraden macht Importe aus dem Ausland überflüssig. Dadurch entfallen lange Transportwege – die CO2-Bilanz dankt.

4. Grund: eine Küche aus Eichenholz ist widerstandsfähig

Eiche ist der Fels in der Brandung unter den Massivhölzern. Eichenholz ist robust und langlebig und zeichnet sich besonders durch einen hohen Abriebwiderstand aus. Nicht umsonst ist die Eiche auch das Holz der Wahl für den bewitterten Außenbereich – ihre Unempfindlichkeit macht sie damit auch ideal für den Einsatz in der Küche.

Aber Achtung: Eichenholz sollte nicht mit Metallen wie Eisen oder Stahl in Berührung kommen, wie sie mitunter in manchen Besteckarten vorkommen. In Kombination mit Feuchtigkeit reagiert die Gerbsäure im Holz häufig mit einer schwarzen Verfärbung. Lösung: Besteck aus Edelstahl verwenden.

Auch Weinkorken bestehen aus Eichenholz: insbesondere aus der Rinde der Korkeiche, die in Portugal wächst.

Schon gewusst?

5. Grund: eine Küche aus Eichenholz ist wandlungsfähig und zeitlos

Fronten aus Massivholz lassen sich abschleifen und mit einer neuen Lackierung oder einer speziellen Behandlung wie dem Räuchern optisch umgestalten. So muss nicht gleich die ganze Küche ausgetauscht werden, wenn der Raum nach einigen Jahren renoviert werden soll. Wer sich gegen massives Eichenholz und für eine günstigere Nachbildung entscheidet, ist dennoch gut beraten: Die anhaltende Beliebtheit der Eiche lässt darauf schließen, dass das Holz auch in der Zukunft eine gute Figur im Küchenraum machen wird.

Holzküchen in Eiche: Hersteller-Trends für 2021

Der Hersteller Schüller arbeitet in seiner Premium-Küchenlinie next125 gerne mit hochwertigen Eichenfronten. 2021 geht der Trend zunehmend in Richtung der dunklen Töne.

Eine dunkle Variante der Eichenholz-Front präsentiert next125 in seinen Neuheiten für 2021: „Eiche elegant graphitgrau“ heißt der neue Farbton. (Foto: next125)

Auch Küchenriese Häcker aus dem ostwestfälischen Rödinghausen setzt für die neue Saison auf die beliebte Eichenfront, jedoch ebenso in dunklen Ausführungen wie der „Vulkaneiche“ oder der „Räuchereiche“.

Bossa, die neue Front des süddeutschen Herstellers LEICHT mit der charakteristischen, filigranen Stäbchen-Optik besteht ebenfalls aus Eichenholz-Furnier.

„Bossa“ von LEICHT fasziniert mit schmalen, aneinander gereihten Holzstäben, die eine geschlossene Wohnwand bilden – und in der Eichenfassung an den skandinavischen Wohnstil anknüpfen. (Foto: LEICHT)

Der Premium-Küchenhersteller SieMatic nähert sich dem Thema der Küche aus Eichenholz auf eine ausgesprochen elegante Art und Weise: „Eiche schwarzmatt“ heißt der Farbton, auf den der Hersteller mitunter für die neue Saison 2021 setzt. Besonders elegant wirkt das dunkle Eichenholz in Verbindung mit dem Farbspiel der Schwarztöne von Arbeitsplatte und Nische.

Nicht weniger elegant interpretiert der Hersteller eggersmann die Eichenküche 2021 in der Designlinie „Lausanne“: mit exakt auf Maß gearbeiteten Lamellen-Fronten in „Silbereiche geölt“. Wie spannend das Gesamtbild durch Varianten der Holzverarbeitung sein kann, zeigt das Zusammenspiel der planen Arbeitsplatte und der Schränke und Fronten mit Lamellen in handwerklicher Perfektion: es entsteht ein Spiel aus Farbakzenten und Schattierungen

Eiche ist also nicht gleich Eiche: Das heimische Holz passt zu zahlreichen Küchenstilen und verleiht dem Küchenraum nicht nur eine optische, sondern auch eine qualitative Hochwertigkeit.

Küche aus Eichenholz
Julia Dau
Julia Dau
Das Gefühl grenzenloser Freiheit beim Entdecken einer dampfenden Köstlichkeit in den Garküchen Asiens, wohlige Aufregung beim Anschneiden eines perfekt gegarten Steaks, und manchmal auch Pioniergeist, wenn der Kern des Lava Cake zum ersten Mal weich und unverschämt herrlich duftend über den Teller fließt: Kochen und Essen ist für unsere Redakteurin Abenteuer, Experiment und pure Harmonie. Als studierte Informationsdesignerin mit Leidenschaft für Ästhetik, Innenarchitektur und gutes Essen fasziniert sie besonders, wie alle Sinne in der Küche – und auch ein bisschen in unserem Magazin – verschmelzen.

Related Posts

None found