Von Anthrazit zu Kaschmir: Diese Küchenplanung nahm eine überraschende Wendung

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Eigentlich war Anthrazit bereits gesetzt. Doch als die Wahl auf eine ausdrucksstarke Keramik fiel, kam auch der Farbton Kaschmir ins Spiel. Die Kombination überzeugte so sehr, dass das optische Konzept der Küche noch einmal neu gedacht wurde. Wie genau es zu diesem Richtungswechsel kam, erzählt Urs Semmelroth von küchen haus winter, dem Studio hinter der Planung.

Ursprünglich sollte diese Küche anthrazit werden

Manchmal kommen Kunden ohne eine bestimmte Idee in ein Küchenstudio. Bei diesem Projekt war allerdings schon vieles erstaunlich konkret. Die Bauherren hatten im Vorfeld den Grundriss der Etage sowie die Position der Küche festgelegt. Auch die Farbe der Fronten schien längst beschlossene Sache zu sein: Sie sollten anthrazit werden. Doch im Laufe der Planung änderten die Kunden ihre Meinung noch einmal.

Sie entschieden sich bei der Arbeitsplatte nämlich für die außergewöhnliche Keramik Mabe Tundra. Mit ihrer charakteristischen Zeichnung in Beige- und Grautönen, den dunkleren Partien und der feinen bronzefarbenen Aderung strahlt sie eine starke gestalterische Präsenz aus. Als der Küchenprofi ihnen dann eine Kombination mit Fronten im zeitlosen Farbton Kaschmir zeigte, waren sie sofort begeistert. „Deshalb haben wir die Küche bereits im zweiten Entwurf sozusagen von dunkel auf hell gedreht„, erzählt Urs Semmelroth.

Helle Küche in Kaschmir von küchen haus winter mit großer Kochinsel, ausdrucksstarker Keramikarbeitsplatte und raumhoher Schrankwand. Die Mabe-Tundra-Keramik setzt sich in der großzügigen Spülennische als Rückwand fort und verbindet beide Küchenbereiche gestalterisch miteinander.
Vom dunklen Entwurf ist nichts mehr zu spüren: Die Kombination aus Kaschmir und Keramik wirkt heute erstaunlich selbstverständlich. (Foto: küchen haus winter)

Und eigentlich war auch die Rückwand anders geplant

Mit dem Wechsel zu Kaschmir war der Wandel allerdings noch nicht abgeschlossen. Denn ursprünglich sollte die Keramik Mabe Tundra ausschließlich als Insel-Arbeitsplatte zum Einsatz kommen. Für die Nische innerhalb der Hochschrankzeile war hingegen eine spiegelnde Rückwand in Bronze vorgesehen.

Auf dem Papier klang diese Kombination schlüssig, im weiteren Planungsprozess überzeugte sie jedoch nicht vollständig. „Uns war es letztendlich doch zu viel Bronze und gleichzeitig etwas zu eintönig. Es fehlte noch dieses eine Element, an dem der Blick hängen bleibt“, erinnert sich Urs Semmelroth.

Also griff das Team die Idee der Keramik noch einmal auf und führte Mabe Tundra von der Insel bis zur Nische weiter. Dort verkleidet sie heute nicht nur die Rückwand und Arbeitsfläche, sondern auch die seitlichen Wangen. Dadurch entsteht eine gestalterische Verbindung zwischen den beiden gegenüberliegenden Küchenbereichen, ohne dass dafür ein weiteres Material ins Spiel gebracht werden musste.

Detail der Spülennische einer Küche in Kaschmir mit großformatiger Mabe-Tundra-Keramik an Rückwand, Arbeitsfläche und Seitenwange. Eine bronzefarbene Quooker-Armatur, schwarze Spüle und dunkle Accessoires greifen einzelne Farbtöne der ausdrucksstark gezeichneten Keramik auf; im Vordergrund ist die passende Keramikarbeitsplatte der Kücheninsel zu sehen.
So wird aus der Nische ein gestalterisches Bindeglied: Die Keramikplatte setzt sich von der Insel bis in die Hochschrankzeile fort. (Foto: küchen haus winter)

Bronze, Schwarz und Kaschmir sind bis ins Detail abgestimmt

Fast könnte man meinen, nach diesen sorgfältig überlegten Schritten fügte sich in dieser Küche alles wie von selbst zusammen. Tatsächlich ist jedoch kaum ein Detail dem Zufall überlassen, wie Urs Semmelroth verrät: „Alles, was wir in der Küche eingeplant haben, findet sich in der Farbwelt der Keramikplatte wieder.“

Das Schwarz ihrer markanten Zeichnung taucht etwa als farblicher Akzent bei den Einbaugeräten wieder auf, vom Kochfeld bis zu Backofen und Kaffeemaschine. Bei der Wahl der Gerätemarke fiel die Entscheidung dabei auf NEFF. Denn dank dem innovativen Flex Design lassen sich sogar die seitlichen Lisenen individuell abstimmen und wurden hier passend zum Farbkonzept in Bronze gewählt. Gemeinsam mit der Multifunktionsarmatur von Quooker und den Griffmulden der Hochschrankzeile im gleichen Metallic-Ton setzen sich die warmen Nuancen der Keramik subtil fort. Und die Fronten in Kaschmir bieten dafür die ideale Bühne.

Die Insel wird zum Mittelpunkt des offenen Raums

Bei aller Präsenz der Keramik bleibt die Küche erstaunlich ausgewogen. Das liegt nicht zuletzt an ihrer Position im Raum: Als offene Wohnküche schließt sie zwar unmittelbar an den Wohnbereich an, der eigentliche Kochbereich liegt jedoch leicht zurückversetzt und erhält dadurch eine gewisse Eigenständigkeit. Im Zentrum dieser Zone sitzt die großzügige Insel, auf der gekocht wird und die sich zur Fensterfront hin um eine Sitzmöglichkeit erweitert.

Die raumhohe Schrankzeile dahinter fungiert wie der nötige Rahmen, der alles zusammenhält. Gerade diese klare Verteilung der Rollen macht das Raumkonzept überzeugend: Die geschlossene Schrankwand bringt Ruhe in die Planung, die Insel schafft Nähe zum Wohnbereich und die Keramik setzt genau dort Akzente, wo das Auge ohnehin hängen bleibt.

Auch im Alltag überzeugend: Was man auf den ersten Blick nicht sieht

So ausdrucksstark Materialien und Farben in dieser Küche sind, einige der durchdachtesten Entscheidungen bleiben beim Eintreten nahezu unsichtbar. Dazu gehören vor allem die Unterschränke. Für mehr Stauraum und komfortableres Arbeiten wurden sie mit 61 Zentimetern übertief geplant und zusätzlich mit einer automatischen Innenbeleuchtung ausgestattet: „Beim Öffnen geht das Licht direkt an. So muss man nicht jedes Mal die gesamte Küche beleuchten, nur um etwas in der Schublade zu finden“, erklärt Urs Semmelroth. Eine kleine Funktion, über die man sich vor allem im Alltag freut.

Ähnlich verhält es sich mit der handwerklichen Geschick, das hinter der großflächigen Keramik steckt. Denn gerade die bereits beschriebene Verkleidung der seitlichen Wangen machte den Einbau besonders anspruchsvoll. Schließlich mussten die großformatigen Elemente an Rückwand, Arbeitsfläche und Seiten passgenau aufeinandertreffen. „Durch die enge Abstimmung mit unserem Steinmetz konnten wir die Keramik aber so einbauen, dass es wie aus einem Guss erscheint“, erzählt der Profi.

Fazit: Warum sich Umplanen manchmal lohnt

Am Ende waren es ausgerechnet zwei Abweichungen vom ursprünglichen Plan, die dieser Küche ihren Charakter gegeben haben: der Wechsel von Anthrazit zu Kaschmir und die Entscheidung, die Keramik weit über die Insel hinaus einzusetzen. Beides zeigt, wie viel ein Entwurf gewinnen kann, wenn er sich im Laufe der Planung weiterentwickeln darf.

>>> Sie möchten mehr über das Studio erfahren oder einen persönlichen Termin vereinbaren? Hier geht’s zur Studioseite von küchen haus winter. Oder besuchen Sie direkt die Website des Studios. Weitere erfahrene Küchenprofis finden Sie ganz einfach mit unserer Studiosuche.

Lisa Demmel
Lisa Demmel
Party-Mittelpunkt, Home-Office, Frühstücks-Platz: An die perfekte Küche hat unsere Redaktionsleiterin viele Ansprüche. Beim Kochen sind für sie Schnelligkeit und Effizienz wichtig, bei der Ästhetik wiederum Formgefühl und Nachhaltigkeit. Um ihre Küche noch organisierter, funktionaler oder schöner zu machen, durchforstet sie das Internet nach eindrucksvollen Trends, smarten Geräten und cleveren Hacks.