Zurückhaltend und skulptural: Moderne Edelstahl-Küche in alter Wirtschaft

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In einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude am Wörthersee entsteht ein modernes, lichtes Wohnhaus, das sich architektonisch auf das Nötigste reduziert. Eine puristische Edelstahl-Küche von WR Küchen fügt sich mit gekonntem Understatement in das offene Raumkonzept ein – und überführt die historische Bausubstanz ins Hier und Jetzt. Ein Projekt, das zum näheren Hinsehen einlädt.

Wunsch der Auftraggeber: Eine reduzierte Edelstahl-Küche

Vom Showroom der Rindlisbachers in der Nähe des Millstätter Sees sind es nur wenige Autominuten bis zum nächsten Traumdomizil in Österreichs Süden, dem Wörthersee. Dort hat sich ein Unternehmerpaar aus der Hotellerie parallel zum geschäftigen Treiben im eigenen Gasthaus einen privaten Rückzugsort zum Kochen, Wohnen und Leben erschaffen. Vor vielen Jahren als Wirtschafts- und Vereinsgebäude genutzt, überblickt das nunmehr behutsam renovierte Wohnhaus mit seinen bodentiefen Atelier-Fenstern und einem freigelegten, luftigen Grundriss den malerischen Wörthersee von oben.

Schon mehrfach zuvor hat Werner Rindlisbacher außergewöhnliche Küchenräume in dieser Region realisiert. Seit mehr als 30 Jahren sind er und seine Frau Cornelia als erfahrene Küchenplaner tätig. Mit WR Küchen leiten sie ein Studio, das sich auf die Konzeption hochwertiger Küchenräume bis hin zum Innenausbau spezialisiert hat. Sowohl bei Privathäusern als auch Ferienchalets arbeiten die Rindlisbachers daher oftmals eng mit Architektinnen und Raumplanern zusammen.

So auch in diesem Fall: WR Küchen wurde von der Architektin der Auftraggeber auf die Ausgestaltung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes angesprochen. Die Kunden hatten genaue Vorstellungen von ihrer zukünftigen Wohnküche, sagt Werner Rindlisbacher. Edelstahl sollte darin eine zentrale Rolle spielen – und den Küchenraum skulptural auskleiden, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wie auch in der übrigen Raumgestaltung legte das Ehepaar Wert auf eine puristische Ästhetik, die sich geradlinig in die historische Bausubstanz einfügt und offene Blickachsen vom Wohn- bis zum Essbereich wahrt.

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Ein altes Wirtschaftsgebäude verwandelt sich in einen ruhigen, lichtdurchfluteten Rückzugsort eines Ehepaares – mit hochmoderner Architektur und eleganter Edelstahl-Küche. (Foto: Christian Brandstätter)

Edelstahl-Küche von eggersmann: Monolithischer Kubus als Mittelpunkt

Gelungen ist das mit einer Küche von eggersmann. Die Manufaktur aus dem ostwestfälischen Hiddenhausen produziert maßgefertigte Küchenräume, die innerhalb der Produktion mitunter sogar von Hand veredelt werden. Eine Vorproduktion von Einzelteilen gibt es also nicht. Speziell aufwändige Küchenmodule mit komplexer Material- und Fertigungstiefe – beispielsweise aus Stein oder Edelstahl – werden passgenau auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten.

So auch im Fall der außergewöhnlichen Edelstahl-Küche am Wörtersee, in deren Zentrum ein monolithischer Kubus aus blankgewalztem Stahl alle Blicke auf sich zieht – und das Gesicht der Kochnische mit kraftvoller Materialität und handwerklicher Präzision entscheidend prägt.

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Ein nahezu fugenloser Schliff macht die Edelstahl-Küche zum monolithischen Hingucker. Und doch tritt sie in der Raumarchitektur behutsam zurück. (Foto: Christian Brandstätter)

silverTouch-Ausführung der Edelstahl-Küche: Material aus dem Schiffsbau

In der Ausführung silverTouch ummantelt das robuste Material den gesamten Küchenkorpus von der Arbeitsplatte bis zu den Wangen wie ein silberner Kokon. Einst im Schiffsbau verwendet, hat eggersmann das Material für den Möbelbau neu definiert – mit fugenlos verschweißten Nähten und einer speziellen Schleiftechnik, die die Oberfläche weniger anfällig für Kratzer und Abdrücke macht.

Zugleich mildert die helle, glatte Verarbeitung des Edelstahls die technische Strenge des Küchenblocks ab. Im Zusammenspiel mit dem aufgearbeiteten Dachgebälk aus gebeiztem Holz setzt der Monolith ein architektonisches Statement im offenen Raum.

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Bündig schließt die Edelstahl-Kücheninsel mit dem vorgelagerten Kamin als halboffener Raumtrenner ab. Auf freie Sichtachsen wurde innerhalb der lichten Architektur sehr geachtet. (Foto: Christian Brandstätter)

Grifflose Hochschrankwand mit reduziertem Fugenbild

Die reduzierte Optik der Edelstahl-Küche setzt sich an der grifflosen Hochschrankwand fort. Diese wurde entlang ihrer gesamten Breite flächenbündig ins Mauerwerk integriert. Ihr symmetrisches Fugenbild wird lediglich durch leicht zurückversetzte Oberschränke innerhalb der Spülnische bewusst durchbrochen. Das verleiht dem Stauraum-System einen einrahmenden Charakter – und sorgt im Gesamtbild der Küche für räumliche Tiefe mit Substanz.

Fronten in Samtlack perlweiß fügt sich plan in den schmalen Wandausschnitt ein. Die hochwertige Lackierung aus dem eggersmann-Sortiment zeichnet sich durch ihre softe Haptik aus und schützt dennoch zuverlässig vor Fingerabdrücken und Schmutz.

Hinter den bodentiefen Schranktüren offenbart sich der technologische Anspruch des Kundenpaares: So sind Backofen und Dampfbackofen von Miele in einem Pocket-Schrank verborgen, dessen Flügeltüren sich bei Benutzung der Geräte seitlich einschieben lassen. Ebenso platzierten Werner und Cornelia Rindlisbacher dort Kleingeräte wie Wasserkocher und Kaffeemaschine, die dadurch aus dem Sichtfeld verschwinden.

Eine ebenfalls in die Schrankwand integrierte Kühl-Gefrier-Kombination von Liebherr lässt sich durch ein sanftes Anklopfen an der Front öffnen – bekannt als sogenannte Knock2Open-Technologie. Nahezu unsichtbare Schwingtüren führen zudem in einen versteckten Hauswirtschaftsraum, in dem Vorratsregale und Reinigungsutensilien Platz finden.

Edelstahl-Küche trifft Galerie: Viel Luft und Licht

Unterdessen bleibt vorne im Sichtbereich der Küche das Arbeitsdreieck aus Kühlen, Kochen und Spülen gewahrt. Auf Wunsch der Auftraggeber inkludierte das Studio WR Küchen sogar eine zweite, schmalere Spüle direkt neben dem Kochfeld. „Schwere Töpfe, zum Beispiel für Nudelwasser, können dadurch direkt befüllt und platziert werden“, erklärt Werner Rindlisbacher. „Und auch andere Zutaten lassen sich dadurch direkt am Kochfeld säubern und schneiden.“

Zubereitet wird das Essen auf einem Induktionskochfeld mit integriertem Dunstabzug, das den ungestörten Blick ins Grüne wahrt – und in den offenen Raum, der sich mit einem Essbereich anschließt.

Seitlich begrenzt wird die Edelstahl-Küche von einem halbhohen Kaminvorsprung, der zugleich den Übergang in den Wohnraum markiert. Oberhalb der Küche schließt sich eine Galerie mit hellen Verstrebungen an, die das Licht der Gaubenfenster aus großer Höhe in den Raum fallen lässt. Unter den großzügigen Dachschrägen kann man gemütlich lesen – und auch innerhalb des Hauses darf der Blick dabei in die Ferne schweifen.  

Mit dem Ausbau des alten Gebäudes haben die Besitzer und ihre Architektin nicht nur gestalterisches Fingerspitzengefühl bewiesen, sondern sich zugleich ein stilles Refugium geschaffen, in dem der hektische Alltag außenvorbleiben darf. Die hochmoderne und minimalistische Ästhetik der Edelstahl-Küche trägt zum zeitlosen und harmonischen Wohngefüge aus hellbraunem Holz, weißem Mattlack und schwarzen Stahlstreben bei. Eine ausdrucksstarke Architektur, die Tradition und Moderne mit klarer Hand zusammenführt – und doch genügend Freiraum zum Träumen bietet.

>>> Entdecken Sie weitere Projekte von WR Küchen aus Lieserbrücke bei Villach (Österreich) und lernen Sie das Studio kennen.

Susanne Maerzke
Susanne Maerzke
Kochen ist Lebensfreude, Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Auch unsere Redakteurin sieht die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich endet jede gute Party zurecht in der Küche neben den letzten Käsehäppchen und einem Glas Wein. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.