Eleganz in Zwischentönen: Eine Küche mit Leichtigkeit

HomeKüche des MonatsEleganz in Zwischentönen: Eine Küche mit Leichtigkeit

Im selbst entworfenen Haus von Birgit Rau und Heinrich Gentner zeigen sich Purismus und Gemütlichkeit nicht als Gegensätze, sondern gehen fließend ineinander über. Eine moderne Küche mit Insel bildet darin den ruhenden Mittelpunkt. Das Ergebnis: Eine Wohnwelt, die nicht nur aus Schwarz und Weiß, sondern vielen sanften Zwischentönen besteht. So wie das Leben eben auch.

Geplant wurde die Küche von Irmgard Silberbaur, Inhaberin des Küchenstudios küche und raum Ulm, die mit ihrem Gespür für Material, Licht und Raum eine ebenso funktionale wie emotionale Lösung entwickelte.

Moderne Küche mit dunklen, matten Fronten und integriertem Backofen auf der rechten Seite. Links eine Kücheninsel mit Kochfeld und drei runden Bedienknöpfen, darauf eine Spüle mit hohem, gebogenem Wasserhahn und ein grüner Pflanzenübertopf. Heller Holzboden und weiße Wände, im Hintergrund eine offene Treppe mit Holzstufen und indirekter Beleuchtung an der Wand.
Jede Küche besteht aus einem Kompromiss zwischen Ästhetik und Funktionalität. Wie schön dieser Kompromiss aussehen kann,
sieht man hier. (Foto: Günther Bayerl)

Ein Ort zum Durchatmen

Das vielbeschäftigte Paar schätzt jede freie Minute in seinem neuen Refugium, das ihm als Ort der Erholung dient. Besonders die Stunden am und im heißgeliebten Pool, der den beiden „tausend Prozent mehr Lebensqualität“ bringt. Auch die riesigen Fensterfronten, die den offenen Wohnbereich mit der ländlich-entspannten Umgebung verschmelzen lassen, waren ein absolutes Muss.

Die enorme Raumhöhe begründet die selbständige Physiotherapeutin mit dem Bedürfnis: „Wir wollen durchatmen.“ Anstatt auf Schnickschnack oder tonangebende Kunst, fällt der Besucherblick hier auf aparte Design-Elemente wie Sichtbeton-Wände, puristische Lichtkanäle an der Decke oder die ungewöhnliche „schwebende“ Treppe.

„Wer sich dort nicht hochtraut, kann mit dem Aufzug fahren“, erklärt Birgit Rau mit einem Augenzwinkern. Fakt ist: Bei der Planung des hanglagigen Gebäudes wurde auch an Barrierefreiheit gedacht.

Moderne Küche mit Insel: Planung mit Gefühl und Präzision

Zentraler Hingucker und zugleich der Ort, an dem die Fäden des Hauses zusammenlaufen, ist – wie so oft – auch in diesem Zuhause die Küche. Anfangs hatte das Paar überhaupt keine genaue Vorstellung, wie der Kochbereich einmal aussehen sollte. Doch gemeinsam mit der Planerin Irmgard Silberbaur kam man der Sache schnell näher:

„Welches Gefühl wollen Sie in Ihren Räumen haben?“, war eine der ersten Profi-Fragen, die dazu führten, dass sich heute Kücheninsel, Hochschränke und Wohnbereich wie selbstverständlich mit der sie umgebenden Architektur und Einrichtung verbinden. Die natürliche Autorität dieser puristischen Küche ist das komplette Gegenteil des gefürchteten „Graue-Maus-Effekts“. Ihre grifflosen Glasfronten, die dünne Keramik-Arbeitsfläche samt edelster Technik sind ein Paradebeispiel von schlichter Eleganz.

Moderne Küchenplanung mit einer Kücheninsel in mattem Dunkelgrau, ausgestattet mit einem Kochfeld und einem Spülbecken. Auf der Kücheninsel stehen eine Vase mit weißen Blumen und ein Topf. Im Hintergrund befindet sich eine Wand mit hochglänzenden, dunkelgrauen Küchenschränken und einem eingebauten Backofen. Rechts ist eine große Glas-Schiebetür, die Tageslicht hereinlässt. Links führt eine Treppe mit Holzstufen und Glasgeländer in den oberen Stock. Der Boden ist aus hellem Holz, die Wände sind weiß gestrichen. Ein hoher, schmaler Pflanzenkübel mit grüner Pflanze steht neben der Treppe.
Klarheit in Reinform: Die moderne Küche mit Insel fügt sich nahtlos in die offene Architektur ein. (Foto: Günther Bayerl)

Purismus mit Persönlichkeit

Um eine Brücke von ihrer Coolness zur Wohnlichkeit zu schlagen, hat man sich Fenster und Material zunutze gemacht. In den polierten Glasflächen des Hochschranks spiegeln sich im Laufe des Tages die unterschiedlichsten Lichtstimmungen wider. So zeigt sich der Grauton der modernen Küche mit Insel in den verschiedensten Nuancen. Oder wie Birgit Rau es begeistert ausdrückt: „Die Küche lebt.“

Zum Hochschrank-Block sei auch erwähnt, dass dieser bewusst nicht bis zur Decke reicht, um den Raum in seiner Gesamtheit zu bewahren und größer wirken zu lassen. Damit wird dieser Baukörper von einer bloßen Wand zur Skulptur.

Neben einem Kombi-Dampfgarer von V-ZUG und jeder Menge Stauraum verbirgt sich darin auch die Spülmaschine von Miele. Und zwar ebenfalls in Greifhöhe, denn Ergonomie ist ein zentrales Thema. Dies gilt vor allem, wenn die Küche – wie hier – als Werkstatt im Wohnraum begriffen wird.

Moderne offene Küche mit einer großen Kücheninsel in mattem Dunkelgrau, ausgestattet mit einem Kochfeld und mehreren Schubladen. Die Arbeitsplatte ist hell und glatt. Im Hintergrund links befindet sich ein Essbereich mit einem langen Tisch und mehreren Stühlen, davor große Fenster mit Blick ins Grüne. Rechts ist eine Wand mit eingebauten schwarzen Backöfen zu sehen. Neben der Kücheninsel führt ein offener Durchgang zu einer Treppe mit schwebenden Holzstufen an einer hellen Wand. Der Boden besteht aus hellem Holz, und die Decke ist mit schmalen, linearen LED-Leuchten ausgestattet. Die Küche wurde von Frau Silberbaur vom Küchenstudio küche und raum in Ulm geplant.
Mit dem Grauton der gläsernen Küchenfronten wird die Farbe der Fensterrahmen aufgegriffen. (Foto: Günther Bayerl)

Versteckte Zweitküche als Arbeitsort

„Gewerkelt“ wird bei Birgit Rau und Heinrich Gentner auch gerne mal hinter den Kulissen. An der Rückseite des hohen Küchen-Elements befindet sich ein nobler Hauswirtschaftsbereich mit zweiter Spüle. In dessen funktionalen Schränken finden all die Geräte ihren Platz, die selten zum Einsatz kommen.

Dieses „Raum im Raum“-Prinzip folgt dem Trend der „zweiten Küche“ (gerne auch „Wet Kitchen“ oder „Dirty Kitchen“ genannt), die Alltag und Repräsentation elegant voneinander trennt. So bleibt die moderne Küche mit Insel stets aufgeräumt und wirkt wie ein architektonisches Statement im offenen Wohnraum.

Moderne Küchenplanung mit mattschwarzen, grifflosen Küchenfronten und integrierten Schubladen. Die Küche ist in einem offenen Raum mit hellem Holzboden und großen Fenstern, die viel Tageslicht hereinlassen. Unter den Oberschränken befindet sich eine durchgehende LED-Beleuchtung. Im Hintergrund ist ein Essbereich mit einem runden, schwarzen Hängeleuchter und einem großen Fenster mit Blick ins Freie zu sehen.
Hinter der Hauptküche verbirgt sich ein funktionaler Rückzugsort: Der Hauswirtschaftsbereich nimmt Geräte und Arbeitszonen auf, ohne den puristischen Gesamteindruck zu stören. (Foto: Günther Bayerl)

Moderne Küche mit Insel: Reduziert, elegant, lebendig

Auch bei der Kochinsel, die sich dem Essbereich mit edler Mattglas-Front präsentiert, vereinen sich Schönheit und Komfort. Hier zeigt sich, was eine moderne Küche mit Insel ausmacht: klare Linien, intelligente Technik und wohnliche Atmosphäre.

Die planen Kochfelder und das eingelassene Spülbecken inklusiv eines multifunktionalen Wasserhahns von Quooker verkörpern das Motto reduced to the max. Es findet sich im gesamten Einrichtungsstil und in der Wertigkeit des Hauses wieder.

„Es ist so toll, dass mein Partner und ich den selben Geschmack haben“, betont Birgit Rau zum Schluss noch einmal. Sie freut sich, in Zukunft ihre Arbeitsstunden etwas reduzieren zu können. Denn damit bleibt mehr Zeit, die eigene Küche zu genießen – und das Leben darin.

>>> Verschaffen Sie sich einen Überblick zum Ulmer Küchenstudio „küche und raum“ unter diesem Link. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten des Studios sowie ein Terminplanungstool.

>>> Zur Homepage von „küche und raum“ Ulm gelangen Sie unter diesem Link.

Julia Maier
Julia Maier
Was gibt es Cooleres als Kochen? Essen! Ganz klar. Für eine genussfreudige Person, die schöne Räume liebt und gemütliche Unterhaltungen schätzt, haben Küchen einen ganz besonderen Reiz. Die Münchner Diplom-Designerin Julia mit einem Faible für Innenarchitektur, Kunst, Kulinarik und Unkonventionelles freut sich darüber, dass sie in diesem Magazin all ihren Leidenschaften nachkommen kann. Julias geheime Inspirationsquelle: die Floh- und Antikmärkte dieser Welt.