Nanaimo Bars: die berühmte Süßigkeit Kanadas, ganz ohne Backen

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Schokoladig, cremig – und ganz ohne Backofen: Nanaimo Bars sind der Beweis, dass große Desserts keine Hitze brauchen. Die legendären Schokoschnitten aus Kanada bestehen aus drei perfekt abgestimmten Schichten, werden nicht gebacken und gelingen dennoch beeindruckend mühelos. Genau das macht sie so besonders – und so beliebt. Ein Rezept für alle, die Genuss lieben, aber es unkompliziert mögen.

Eine süße Ikone mit Kultstatus

Im April 2019 vertrieb die Canada Post ein Briefmarkenheftchen, in dem fünf der beliebtesten kanadischen Desserts abgebildet waren. Neben der Tarte au Sucre, der Tartelette au Beurre, dem Blueberry Grunt und dem Saskatoon Berry Pie schaffte es auch der Nanaimo Bar auf eine Briefmarke.

Die süße Köstlichkeit in Riegelform besteht aus drei unterschiedlichen Schichten. Anders als die anderen vier Desserts werden Nanaimo Bars allerdings nicht gebacken.

Drei übereinander gestapelte Nanaimo-Bars mit dreischichtiger Struktur aus Schokoladenboden, Vanillecreme und Schokoladenglasur auf weißem Papier auf Holztisch
Das Schichtdessert ist nach der zweitgrößten Stadt auf Vancouver Island benannt, wird aber überall in Kanada gern serviert. (Foto: Canva-gettysignature)

Ein Rezept mit Geschichte

Der „Teigboden“ der Nanaimo Bars besteht unter anderem aus zerkrümelten Keksen und Butter, die in einem Topf erhitzt wird. Das erste gedruckte Rezept des Riegels befand sich angeblich in dem 1952 erschienenen Women’s Auxiliary to the Nanaimo Hospital Cookbook.

In Nanaimo, der mit rund 90.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt auf der Pazifikinsel Vancouver Island (British Columbia) ist man also schon länger stolz auf die lokale Köstlichkeit.

Vom Regionalrezept zum Nationaldessert

Zu landesweiter Popularität verhalf unter anderem die Expo 86 in Vancouver, auf der der Nanaimo Bar als klassisches kanadisches Dessert angepriesen wurde.

2016 schaffte es die schokoladige Schnitte sogar auf ein Staatsbankett, das der damalige US-Präsident Barack Obama zusammen mit seiner Frau Michelle zu Ehren des kanadischen Premierministers Justin Trudeau ausrichtete.

Inzwischen sieht man in der gleichnamigen Stadt vielfältigste kulinarische Kreationen, die auf dem bekannten Dessert beruhen. All diese feinen bis kuriosen Adressen sind unter dem Stichwort „Nanaimo Bar Trail“ zu finden.

Mehrschichtige Nanaimo-Bars mit dunkler Schokoladenschicht, gelber Creme und knuspriger Kakaoboden auf blauem Teller
Kein Vorheizen, keine Backzeit: Nanaimo Bars verbinden unkomplizierte Zubereitung mit maximalem Genuss. (Foto: Canva-gettyimages)

Rezept: So gelingen Nanaimo Bars einfach & schnell zu Hause

Zutaten

  • 100 g weiche Butter, in Stücke geschnitten
  • 5 EL Kakaopulver
  • 50 g Zucker
  • 1 großes Ei, verquirlt
  • 420 g Graham-Cracker, zerkrümelt (alternativ Vollkorn-Butterkekse)
  • 100 g Kokosraspeln
  • 125 g Mandeln, fein gehackt
  • 125 g weiche Butter, in Stücke geschnitten
  • 3 EL Sahne
  • 2 EL Puddingpulver
  • 400 g Puderzucker
  • 100 g Zartbitterschokolade
  • 2 TL Butter

Zubereitung der Nanaimo Bars

  1. Für den Boden 100 g weiche Butter, Kakaopulver und Zucker in einen Topf geben und im Wasserbad unter gelegentlichem Umrühren schmelzen, bis eine glatte Masse entsteht.
  2. Das Ei ca. 3 Minuten unterrühren, bis die Masse dickflüssig ist.
  3. Vom Herd nehmen und die Graham-Cracker-Krümel, Kokosraspeln und Mandeln untermischen.
  4. Anschließend auf den Boden einer ungefetteten, quadratischen Springform (24 cm) streichen und ca. 20 Minuten kalt stellen.
  5. Für die mittlere Schicht die restliche weiche Butter mit der Sahne und dem Puddingpulver schaumig schlagen. Puderzucker unterrühren, bis eine glatte Masse entsteht.
  6. Dann auf der unteren Schicht in der Form verteilen und zum Festwerden ca. 30 Minuten kalt stellen.
  7. Für die oberste Schicht Zartbitterschokolade zusammen mit 2 Teelöffel Butter in der Mikrowelle oder im Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen.
  8. Nun nur noch auf der mittleren Schicht in der Form verteilen und so lange kühl stellen, bis die Schokolade fest ist.
  9. Abschließend zum Anrichten in kleine rechteckige Stücke schneiden.

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Julia Maier
Julia Maier
Was gibt es Cooleres als Kochen? Essen! Ganz klar. Für eine genussfreudige Person, die schöne Räume liebt und gemütliche Unterhaltungen schätzt, haben Küchen einen ganz besonderen Reiz. Die Münchner Diplom-Designerin Julia mit einem Faible für Innenarchitektur, Kunst, Kulinarik und Unkonventionelles freut sich darüber, dass sie in diesem Magazin all ihren Leidenschaften nachkommen kann. Julias geheime Inspirationsquelle: die Floh- und Antikmärkte dieser Welt.