Neues EU-Energielabel: A bis G statt A+++

23.03.2017 | Jesper Thiersemann
Die Liste für Energielabel ist lang - und wurde nun endlich wieder vereinfacht. (Foto: stock)

Früher war ein Kühlschrank mit dem Energielabel „A“ das Nonplusultra. Mittlerweile sind viele Verbraucher verwirrt: Wenn A+++ existiert, wie gut sind dann noch A oder B? Weil die Energieeffizienz-Skala für Kühlschränke, Geschirrspüler und Waschmaschinen immer unübersichtlicher geworden ist, hat sich die EU nun auf neue Kennzeichnungen für Elektrogeräte geeinigt.

 

 

Die alte Skala für das EU-Energielabel wurde immer unübersichtlicher: Braucht man A+++, wenn A+ ja schon grün ist? Das ändert sich nun wieder. (Foto: Stock)

Die alte Skala für das EU-Energielabel wurde immer unübersichtlicher: Braucht man A+++, wenn A+ ja schon grün ist? Das ändert sich nun wieder. (Foto: Stock)

Neue Skala ist auch die alte: Weg mit den Pluszeichen

Die neue Skala ist auch die alte: In Zukunft werden die Zeichen A bis G anzeigen, wie energiesparend ein Haushaltsgerät wirklich ist. A steht im Energielabel dann wieder für die besten Geräte am Markt, G für die größten Stromfresser. Tatsächlich galt diese Abstufung schon früher. Als jedoch neue, moderne Produkte hinzukamen, wurden ihre nun ineffizienteren Vorgänger nicht automatisch herabgestuft, sondern einfach ein Pluszeichen beim besseren Modell angefügt.

Die Folge: Eine schlechte Vergleichbarkeit der Energielabel zwischen A, A+, A++ und A+++ –  und die falsche Annahme beim Verbraucher, dass A ja durchaus sparsam sei, auch wenn es mittlerweile weitaus bessere Modelle gibt. Künftig soll bei Erscheinen neuer elektronischer Küchen- und Haushaltsgeräte laufend nachgebessert werden, sodass A die beste Kategorie bleibt.

 

 

So nützt das EU-Energielabel dem Verbraucher

Künftig sieht der Verbraucher nicht nur auf einen Blick, welches Gerät – vergleichbar mit Schulnoten – bei der Energieeffizienz auf dem Energielabel am besten abschneidet. Die Geräte sollen dann auch noch in einer Produktdatenbank registriert werden, durch die Verbraucher per Datenbank-Recherche das sparsamste Gerät finden können. Die EU-Kommission erhofft sich davon Energieeinsparungen in großem Stil. EU-Umweltkommissar Miguel Arias Canete rechnet vor, dass Haushalte so fast 500 Euro im Jahr sparen können.

Das scheint den Europäern auch wichtig zu sein: Laut einer Umfrage achten rund 85 % von ihnen beim Kauf neuer Elektrogeräte auf dieses Energielabel. Bis die neue alte Verordnung des 20 Jahre alten Energielabels jedoch in Kraft tritt, können noch gut zwei Jahre vergehen. Solange dauert es, bis das Gesetz durchgewunken, umgesetzt und die entsprechenden Energielabel auch auf den Produkten im Laden zu finden sind.

Es bleibt spannend zu sehen, wie die Hersteller der betroffenen Küchengeräte wie Miele, Gaggenau, Siemens, Electrolux und Co. auf diese Veränderung reagieren. Ein guter Schritt in Richtung Umwelt- und Verbraucherschutz ist es allemal – und wer gut kauft, findet auch gut drin.

Zum Autor
Jesper Thiersemann

Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.