Outdoor-Küchen 2022: Anbieter, Preise, Ausstattung

Das Interesse an Outdoor-Küchen hat sich in den vergangenen zwei Jahren vervielfacht. Etliche Anbieter feilen daran, die Behelfsküche im Grünen zu einem individuellen Designobjekt werden zu lassen – mit Erfolg. Das Ergebnis sieht nicht nur gut aus, sondern lässt uns draußen so komfortabel und genussvoll kochen wie nie zuvor. Ein Überblick zu Anbietern, Ausstattungsmöglichkeiten und Kosten von Outdoor-Küchen.

Eine Outdoor-Küche planen? Fangen Sie am besten schon mal an zu planen

Wir staunten nicht schlecht, als uns vor wenigen Tagen eine Anfrage erreichte mit der Bitte, einen Küchenfachhändler für Outdoor-Küchen zu empfehlen. Jetzt? Im Januar? Bei diesen Temperaturen? Mutig, wer da an warme Sommertage und Barbecue-Sessions im Freien denkt. Aber auch: klug, wer sich schon jetzt mit dem Thema beschäftigt. Schließlich ist der Markt für Outdoor-Küchen mittlerweile so groß und vielfältig, dass sich die persönliche Recherche nicht mehr nur auf einzelne Edelstahl-Module und Grillstationen beschränkt.

Wer sich außerdem zu Beginn des neuen Jahres mit seinem Haushaltsbudget befasst und Anschaffungen für Haus und Garten plant, tut gut daran, schon jetzt den ein oder anderen Euro für die Outdoorküche zurückzulegen. Das Trendprodukt ist eine gute Investition in die eigene Gartengestaltung, aber alles andere als günstig.

Wozu also warten? Unser Überblick zum Thema Outdoor-Küchen informiert Sie über Anbieter und Ausstattungsmöglichkeiten der „Küche im Grünen“, die bisweilen ihrem Pendant in der Wohnung an luxuriöser Stilfindung in nichts nachsteht. Wir gehen auf die oft gestellte Frage ein, ob man eine Outdoor-Küche selber konzipieren kann und mit welchen Kosten man rechnen muss.

Ein kleiner Tipp vorweg: Viele Küchenhändler haben ihre Ausstellung mittlerweile um Outdoor-Küchen erweitert und bieten neben der professionell geplanten Gartenküche auch elementare Ausstattung (Grill, Weinkühler, Plancha) an – für passionierte Hobbygriller bis hin zur Spitzenküche unterm Sternenhimmel.

Im Januar schon an die Outdoor-Küche denken: Es gibt einige gute Gründe, die dafür sprechen. (Foto: Jokodomus)
Im Januar schon an die Outdoor-Küche denken: Es gibt einige gute Gründe, die dafür sprechen. (Foto: Jokodomus)

Anbieter von Outdoor-Küchen: aus Deutschland, Österreich, Italien und Schweden

Mit dem steigenden Interesse an Outdoor-Küchen wächst der Kreis ambitionierter Hersteller. Nicht immer stecken bekannte Küchenproduzenten dahinter; vor allem auf dem deutschsprachigen Markt wird die Branche weitestgehend von Aufsteigern dominiert.

Deutschland

Hier haben sich die Marken BURNOUT.kitchen und O.C.Q. Outdoorküchen mittlerweile einen Namen gemacht. Beide feilen daran, sich als Premiumproduzent im Segment für Gartenküchen aufzustellen. Anders als viele europäische Mitbewerber setzen die beiden Firmen nicht primär auf Edelstahl als allwetterfestes Outdoor-Material, sondern auf Naturstein und Echtholz.

Burnout Kitchen schwingt sich zur Luxusmarke für Outdoor-Küchen auf. Immer fest integriert: ein guter Grill. (Foto: Burnout Kitchen)
Burnout Kitchen schwingt sich zur Luxusmarke für Outdoor-Küchen auf. Immer fest integriert: ein guter Grill. (Foto: Burnout Kitchen)

Das trägt dem Trend für Naturmaterialien Rechnung, der sich derzeit bereits in der Indoor-Küche vollzieht. Echtholz, Stein und empfindliche Metalle wie Kupfer oder Messing werden eingesetzt, um einer hochwertigen Küche mit der Zeit eine Patina zu verleihen und damit den letzten „individuellen Schliff“. Dennoch sind diese Küchen dank Speziallackierungen natürlich vor Korrosion geschützt.

Wer sich mit dem Sortiment der Outdoorküchen-Anbieter beschäftigt, stellt schnell fest, dass sich vielfältige Planungsmöglichkeiten ergeben. Mehr dazu unter Ausstattung.

Viel Holz, viel Stein: ocq (Outdoor Kitchen Queen) setzt auf hochwertige Materialien für die Küche im Garten. (Foto: OCQ/ Oliver Wenzig)
Viel Holz, viel Stein: ocq (Outdoor Kitchen Queen) setzt auf hochwertige Materialien für die Küche im Garten. (Foto: OCQ/ Oliver Wenzig)

Italien

Italien ist, wie so oft in der Küchenbranche, ein äußerst erfolgreicher Spitzenreiter in Sachen Trends (und Stil): Arclinea, Abimis, Alpes Inox und Steel Cucine beeindrucken mit luxuriösen Edelstahl-Monolithen, in denen Gasgrill und Weinkühler gemeinsam mit der Küchenzeile zu einer architektonischen Einheit verschmelzen.

Jokodomus aus Südtirol gilt gar als einer der ersten Anbieter von Outdoor-Küchen, deren Markenzeichen die modulare Zusammensetzung von Blöcken aus Edelstahl und Holz ist. Die einzelnen Stahlelemente eignen sich bereits für kleine Terrassen und Gärten, in denen Abstell- und Arbeitsfläche parallel zum Grill benötigt wird. Die Module lassen sich aber auch individuell zu einer großen Gartenküche zusammensetzen.

Die Südtiroler Jokodomus fertigen schon lange sogenannte "Butcher Blöcke" und andere Edelstahl-Module für die Nutzung im Garten an. (Foto: Jokodomus)
Die Südtiroler Jokodomus fertigen schon lange sogenannte „Butcher Blöcke“ und andere Edelstahl-Module für die Nutzung im Garten an. (Foto: Jokodomus)

Österreich

Wenn ein Österreicher eine Outdoor-Küche auf Herz und Nieren testet, dann zieht es ihn natürlich in die Berge. Wo sonst lässt sich die Robustheit eines Materials besser testen als auf 2.000 Metern Höhe – mit Extremtemperaturen im Minusbereich, intensiver Sonneneinstrahlung und frostigem Schneegestöber?

Martin Steininger, Inhaber des Architekturbüros STEININGER, entwarf bereits 2016 das Modell „ROCK.AIR“, eine modulare Outdoor-Küche. Als Material für die Fronten nutzt er eine pulverbeschichtete Stahlhülle in Anthrazit oder wahlweise Sand, die die einzelnen Grill-, Spül- und Kühlblöcke laut eigener Aussage „vor sämtlichen Wetterkapriolen“ schützt.

Schweden

Schwarz gepulverte Stahlmodule, glänzende Edelstahl-Einsätze, warmes Echtholz in heller Eiche – und das ganze in luxuriöser Umgebung unter Palmen: Röshults, der schwedische Anbieter von Outdoor-Küchen, wirbt mit gänzlich ungewohnten Bildern für skandinavischen Purismus im eigenen Garten. Anstelle von schwedischer Landhausidylle erwartet Käuferinnen und Käufer elegantes Mittelmeerflair mit präziser Stahltechnik und Hochleistungs-Grillstationen.

Der Booster BBQ Grill 94 ist beispielsweise der erste Kohlegrill weltweit, der von Infraschall – unterhalb der menschlichen Hörweite – in Sekundenschnelle erhitzt wird und für eine gleichmäßige, heiße Glut sorgt.

Luxus unter Palmen - mit skandinavischen Outdoormöbeln und hocheffizienter Grilltechnik. Ja, das passt zusammen! (Foto: Röshults)
Luxus unter Palmen – mit skandinavischen Outdoormöbeln und hocheffizienter Grilltechnik. Ja, das passt zusammen! (Foto: Röshults)

Weitere Anbieter

Lassen sich Outdoor-Küchen noch individueller konfigurieren? Ja – mit der Planungshilfe eines Küchenstudios und verschiedenen Oberflächenherstellern, die widerstandsfähige Feinsteinzeug- oder Natursteinplatten vertreiben.

Dazu gehört beispielsweise der spanische Konzern Cosentino, der mit seinem Produkt Dekton ein äußerst witterungsbeständiges, belastbares und pflegeleichtes Material erschaffen hat, das Naturstein verblüffend ähnelt und, neben zahlreichen Anwendungsfällen in der Küche, ebenfalls im Outdoorbereich eingesetzt werden kann.

Konkurrent SapienStone aus Italien, zur großen IrisCeramica-Gruppe gehörend, bietet mit seinen gesinterten Keramikplatten ebenfalls äußerst widerstandsfähige Oberflächen, die individuell bedruckt werden können. Die UV-beständigen Platten können beispielsweise in Marmor- oder Terrazzo-Optik gewählt werden und zeichnen sich neben ihrer Belastbarkeit mit standfester Eleganz aus.

Sprechen Sie Ihr Küchenstudio auch gern auf die Steinmanufaktur MCR (Marmor-Center Römhild) an. Die Steinspezialisten aus Südthüringen arbeiten seit vielen Jahren mit ausgewählten Küchenhändlern zusammen und liefern wunderschöne Kücheninseln für den Garten auf Maß. Hätten Sie gedacht, dass sich selbst Fronten mit Stein verkleiden lassen? Bei MCR sind individuelle Intarsien möglich, die in die Steinoberfläche eingearbeitet werden. Für den Outdoor-Küchenbereich hält MCR bereits verschiedene Steinmodule bereit, in die sich BBQ-Grill und Arbeitsfläche integrieren lassen.

Ausstattung von Outdoor-Küchen: So luxuriös geht es im Garten zu

Kochfeld, Kühlschrank, Platz zum Schneiden – wenn es so banal zuginge, wären Outdoor-Küchen womöglich nicht so beliebt. Der Reiz liegt im bisweilen fast schon überflüssigen Luxus, der das Kochen und Genießen unter freiem Himmel so komfortabel und besonders wie nur möglich macht.

Kochen

Dazu trägt in erster Linie natürlich ein spektakulärer Grill bei, wie ihn das „Big Green Egg“ und sein rotes Pendant, „Kamado Joe“, verkörpern. Beide Grill-Module sind der japanischen Kochkunst aus dem Tontopf nachempfunden, die bereits seit über 3000 Jahren im Land der aufgehenden Sonne praktiziert wird. Die strukturierte Außenhaut aus Keramik bringt beste Isoliereigenschaften mit sich und sorgt dafür, dass Temperaturen zwischen 70° und 250°C sehr sensibel eingestellt werden können.

Das "Big Green Egg" ist in verschiedenen Größen erhältlich und kann auch passgenau in eine Outdoor-Kücheninsel integriert werden. (Foto: Big Green Egg)
Das „Big Green Egg“ ist in verschiedenen Größen erhältlich und kann auch passgenau in eine Outdoor-Kücheninsel integriert werden. (Foto: Big Green Egg)

Weitere hochkarätige Grillstationen werden unter anderem produziert von Napoleon Grills (z.B. Heckbrenner für Drehspieße, integrierter Räucher-Einsatz), Monolith (inkl. Holzchips zum Räuchern und 3 Grillebenen), Beef Eater (schlichtes Design mit Plancha-Grillstahlplatte) oder Broil King (Rotisserie mit Motor).

Große BBQ-Grillstationen stehen nun auch vermehrt in deutschen und österreichischen Gärten. Der neue Luxus: Outdoor-Grillen. (Foto: Napoleon Grills)
Große BBQ-Grillstationen stehen nun auch vermehrt in deutschen und österreichischen Gärten. Der neue Luxus: Outdoor-Grillen. (Foto: Napoleon Grills)

Mit Otto Wilde Grillers ist ein recht neues Start-Up auf dem Markt der Grillgeräte und Outdoor-Küchen angekommen. Das junge Unternehmen startete erst Ende 2019 mit Oberhitzegrills, die auch indoor das perfekte Grillerlebnis ermöglichen sollen. Seit 2020 tüftelt Otto Wilde an einem großzügigen Outdoor-Grill, der mit verschiedenen Küchenmodulen verkauft werden soll. Seit Großkonzern Miele eingestiegen ist, blickt die Küchenbranche gespannt auf das Unternehmen und seine Entwicklung. Die Besonderheit: mittels App lassen sich Rezepte auf den Grill entsenden; die Temperaturen werden automatisch per Sensor (oder ebenfalls bequem per Smartphone) angepasst.

Trinken

So manche Outdoor-Küche wird als verlängerter Arm der Hausbar genutzt. Verständlich, lässt sich ein kühler Aperitif oder ein Drink zum Feierabend doch in lauer Abendstimmung auf der eigenen Terrasse am besten genießen.

In vielen Outdoor-Küchen finden sich daher präsent ausgestellte Weinklimaschränke und Weinkühler wieder, in denen bei Bedarf auch andere Getränke gekühlt werden können. Möglich machen das unterschiedliche Temperaturzonen in einem Gerät, in denen die Flaschen gelagert werden.

Als spannende Designidee hat sich in den vergangenen Jahren die „bordbar“ entwickelt: Das gleichnamige Unternehmen verwandelt ausrangierte Bordtrolleys verschiedener Airlines zu multifunktionalen Aufbewahrungsorten, die sich als mobile Bar auf Rollen sowohl an jeder Grillstelle als auch direkt bei Tisch verdient machen.

Essen

Luxus-Küchenhersteller Arclinea bietet in seiner „Artusi Outdoor“-Küche eine eingebaute Wärmeschublade an, die das frisch gegrillte Gargut vom Rost über Stunden weiter warm hält – praktisch für jeden Zeremonienmeister, der auch während des Grillens mal Platz am Tisch nehmen will.

In andere Outdoor-Küchen, beispielsweise der Rock.Air von Steininger, lassen sich Kühlschubladen einbauen, die Getränke und Speisen gleichermaßen frisch halten.

Materialien für Outdoorküchen: Edelstahl und Stein, aber auch Aluminium und Beton

Im Outdoorküchenglanz hat Edelstahl in der Regel die Nase weit vorn – dicht gefolgt von Naturstein und Holz. Neue Materialien lassen aber nicht auf sich warten: Das Möbel-Label Kettal hat beispielsweise eine „Outdoor Kitchen“ entworfen, die aus leichtgewichtigem Aluminium besteht und in 30 Farben erhältlich ist.

Das italientische Unternehmen Elmar Cucine wiederum hat es geschafft, das eigenwillige Material Beton in eine schlanke Linie zu gießen – ökologisch nachhaltig, versteht sich. Diese Küchen schlagen aber eher mit hohen Preisen zu Buche.

Was kosten Outdoor-Küchen?

Wie bei jeder herkömmlichen Küchenplanung hängt der finale Endpreis einer Outdoor-Küche von der individuellen Ausstattung, Größe und Beschaffenheit ab. Soviel sei jedoch gesagt: Outdoor-Küchen sind teuer. Das liegt zum einen daran, dass sie aus absolut hochwertigem und wetterbeständigem Material gefertigt sein müssen, um ihr Soll über Jahre hinweg zu erfüllen. Zum anderen werden sie aktuell in noch so kleiner Stückzahl verkauft, dass man damit eher ein Liebhaberstück als ein „Produkt von der Stange“ ersteht.

Einzelne Outdoor-Module wie z.B. von Jokodomus beginnen bei rund 2.000 bis 5.000 Euro. Ein Bordbar-Modul lässt sich ebenfalls für rund 2.000 Euro erwerben. Die meisten gängigen Outdoorküchen liegen jedoch bei rund 8.000 bis 10.000 Euro inklusive Ausstattung, bei der allein die hochwertigen Outdoor-Grills mit rund 1.000 bis 2.000 Euro zu Buche schlagen.

Auch, wenn es jetzt im Januar also noch zu zeitig erscheint, um eine Outdoor-Küche zu planen: Man kann nie früh genug anfangen zu träumen – und zu sparen.

Eine tolle Investition in den Sommer: Beginnen Sie am besten jetzt mit der Planung Ihrer Outdoor-Küche. (Foto: Steininger)
Eine tolle Investition in den Sommer: Beginnen Sie am besten jetzt mit der Planung Ihrer Outdoor-Küche. (Foto: Steininger)

>>> Unsere ausgesuchten Küchenhändler in Deutschland und Österreich können Sie zum Thema Outdoor-Küchen beraten und eine Planung zu Modulen, Geräten und Kosten erstellen. Finden Sie mithilfe Ihrer Postleitzahl einen Fachhändler in Ihrer Nähe unter diesem Link.

Frederik Dix
Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.