Alpine Elemente zaubern ein unmittelbares Urlaubsgefühl in den Raum. So auch die Liaison aus Altholz und Stein. Martin Waltl vom Küchenstudio Austria Classica nutzt das charmante Duo für eine rustikale Familien-Küche, die die Natur vorm offenen Fenster buchstäblich nach drinnen holt. Das bietet gleich mehrere Hingucker – wobei einer sich gut versteckt hat.
Im schönen Österreich lebt man dort, wo andere Menschen Urlaub machen: mit Blick ins Grüne oder auf atemberaubende Gipfel. Die Verbundenheit zur Natur kommt auch in der modernen Küche zum Tragen. Viele Möbelstücke werden direkt vom Tischler oder von manufakturnahen Küchenproduzenten gefertigt. Eine Veredelung mit Holz oder Stein verleiht Küchen dabei eine alpine Handschrift, die Ruhe und Wertigkeit ausstrahlt und zugleich herrlich rustikal ist.
So auch beim Küchenprojekt des Studios Austria Classica, dessen Kundenpaar die schöne Aussicht auf den Berg zwar schon „von Haus aus“ mitbrachte – aber den Traum einer großen, offenen Familienküche erst jetzt realisierte. Im Fokus der Planung: Mehr Platz, mehr Genuss, mehr Geselligkeit. Und eine Altholzküche, die den modernen Wohnraum aus Beton und Stahl mit gemütlichem Charme tagtäglich aufs Neue bereichert.


Vorher-Nachher-Küchenvergleich: Von winzig zu weit
Von einer winzigen und funktionalen U-Form zur ausladenden Familienküche: Wer die Vorher-Nachher-Fotos des ambitionierten Planungsprojekts vergleicht, versteht schnell, warum der großangelegte Umbau der rustikalen Wohnküche mitsamt Renovierung und Montage rund zwei Monate verschlungen hat.
Über viele Jahre zuvor bildete der achteckige Esstisch mit umlaufender Sitzbank zwar die Anlaufstelle der vierköpfigen Familie. In der Küche daneben konnte jedoch nur bedingt zusammen gekocht werden. Im funktionalen Dreieck aus Schneiden, Spülen und Kochen war weder viel Platz noch Stauraum vorhanden. Und auch die in die Jahre gekommene Optik aus blauen, weißen und nussbraunen Oberflächen machte den Besitzern keine Freude mehr.


Renovierung der rustikalen Küche: 2 Monate Bauzeit
Martin Waltl, Küchenplaner bei Austria Classica, sagt, es sei an der Zeit gewesen, bestehende Mauern zu durchbrechen. Und zwar wortwörtlich: Der vormals abgetrennte Küchenraum mit separatem Zugang sollte einem fließenden Grundriss weichen, in dem die rustikale Küche zum kommunikativen und stilistischen Mittelpunkt aufrückt. Gesagt, getan.
Während die Familie in eine vorübergehende Bleibe zog, entkernte das Team von Austria Classica die ehemaligen Räumlichkeiten. Sie zogen neue Türzugänge ein und verwandelten die Wohn-Koch-Zone mithilfe einer modernen Spachteltechnik in ein loftartiges und lichtdurchflutetes Zuhause. Ein heller Betonboden bildet die optische Brücke zwischen den verschiedenen Bereichen, während eine erdige Wandfarbe die zeitlose Basis für einen modernen Einrichtungsstil setzt.

Rustikale Küche aus Altholz mit Maserung
In dessen Mittelpunkt rückt nun die außergewöhnliche Alpenküche mit rustikaler Finesse. Gefertigt ist sie aus Altholz-Furnier, das vom Küchenhersteller Ballerina exklusiv in Serie produziert und unter anderem aus alten Dielen nachhaltig gefertigt wird. Eine charakterstarke Maserung aus Ast-Einschlüssen ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern bietet durch dezente Einkerbungen und natürliche Schraffuren auch ein taktiles Erlebnis im Küchenalltag.
Das wertige Material ist das stilprägende Element des gesamten Wohnraums. Vom Küchenhochschrank – der sich bis unter die Decke emporstreckt und Stauraum schafft – über die vorgelagerte Kochinsel bis hin zur fenstergebundenen Zeile mit eingebautem Weinkühler ummantelt das naturbelassene Holz die rustikale Küche. Eine täuschend ähnliche Holznote setzte das Studio Austria Classica auch für die wohnlichen Dielen ein, die den Übergang zum Sitzbereich markieren. Ein Raumtrenner mit mehreren schmalen Holzverstrebungen und lichtem Rillenversatz trägt zur sanften Zonierung der Wohnküche bei.



Unsichtbarer Hauswirtschaftsraum: Schwingtür in rustikaler Küchen-Front
Die Verschmelzung von Küche, Wohn- und Essbereich war dem Kundenpaar besonders wichtig, erzählt Martin Waltl von Austria Classica. Im nunmehr offenen Raum werden Freunde und Gäste empfangen, bei einem gemütlichen Kaminfeuer zusammengesessen, Hausaufgaben gemacht. Weshalb der polygonale Esstisch erhalten blieb und durch eine erneuerte Sitzbank aus dunklem Nussholz an das Altholzfurnier der Küche erinnert. Als Verlängerung der Essecke dockt die Bank an die Kochinsel der Küche an und hat dort ein eigenes, offenes Regal zur Ablage von Stiften und Heften erhalten.
Unmittelbar hinter der Zeile integrierten die Küchenprofis von Austria Classica einen begehbaren Hauswirtschaftsraum in die rustikale Küche. Er ist von außen nicht sichtbar und lässt sich durch eine Schwingtür grifflos betreten. Sogar eine zweite, sogenannte Wet Kitchen als Teil eines Hauswirtschaftsraums findet sich dort. Hier können Spülmaschine beladen und Vorräte gelagert werden, ohne im vorderen Bereich Chaos zu stiften.

Naturstein „Infinity„ in rustikaler Küche: „Wie ein Abbild der Erde“
Dort herrscht eine cleane Optik. Während beim Küchenhochschrank sehr schmale, frontgebundene Griffleisten den Zugriff auf Kühlschrank und Auszüge ermöglichen, ist die Kücheninsel lediglich mit einer Griffmulde versehen. Die wird wiederum charakteristisch ummantelt. Als wiederkehrendes Element im offenen Raum kennzeichnet nämlich auch der Naturstein „Infinity“ des österreichischen Oberflächenproduzenten Strasser Steine die moderne rustikale Küche. Mit seiner grobsteinigen Zusammensetzung soll das brasilianische Hartgestein laut Hersteller wie ein Abbild der Erde wirken – und ein „Universum aus Kontinenten, Flüssen, Gebirgen und Seen bilden“.
Selbiges ist nun in Österreich zuhause. Und fasst unter anderem ein vollständig integriertes Unterbaubecken als Spüle, das aus dem gleichen Naturstein wie die Arbeitsplatte gefertigt wurde.
Eine Multifunktionsarmatur von Quooker in dunkler Messing-Patina schließt zum dritten, signifikanten Gestaltungsmerkmal auf. Neben Altholz und Stein gesellen sich schwarze, ausdrucksstarke Einbaugeräte und Einrichtungsgegenstände zur rustikalen Küche.


Skulpturale Leuchten als modernes Gegengewicht
Auf Brusthöhe verbaut nimmt eine Gerätezeile aus Backofen, Dampfgarer, Kaffeevollautomat und Vakuumierschublade von Luxusgerätehersteller Gaggenau den zentralen Teil der Schrankhochwand ein. Gegenüber ist ein flächenbündiges Kochfeld von V-ZUG unauffällig in die Arbeitsplatte integriert. Das 2-in-1-Modell mit Downdraft erübrigt einen deckenhängenden Dunstabzug. Deshalb griffen die Planer von Austria Classica dort zu einer hochwertigen schwarzen Leuchte des Labels „Bomma“.
So, wie im übrigen Wohnraum auch: Hier verleihen skulpturale Kristall- und Metallleuchten von Bomma und Occhio der rustikalen Küche einen hocheleganten Touch. Sie lassen sich ebenfalls im Showroom von Austria Classica bestellen und vollenden dort Küchen- und Wohnräume, die sich nahezu in Gänze – vom Boden bis zur Steckdose – aus einer Hand planen lassen.


Liebe zum Detail in Küche und Wohnraum
Unterstrichen wird die zeitlose und gemütliche Atmosphäre des Raums ebenso mit den Möbelstücken des Interior-Labels Christine Kröncke in Grau, Taupe und Holz. Eine wundervolle Hommage an die Natur vor dem Fenster setzt indes die „lebende“ Mooswand aus Geflecht und Blüten, die Martin Waltl von Austria Classica als vertikale Wandbegrünung – in einen speziell dafür geschaffenen Wandvorsprung – integrieren ließ.
Mit viel Liebe zum Detail, Fingerspitzengefühl in der Materialauswahl und maßgeschreinerten Anpassungen hat das Studio Austria Classica mit der rustikalen Küche einen lebendigen Raum für Austausch und Genuss im Herzen von Österreich geschaffen. Und zwar da, wo andere Urlaub machen – und eine vierköpfige Familie nun den Ausblick auf die eigene Heimat genießt.
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