Siemens-Kochfelder “freeInduction Plus” vs. “inductionAir”: Freiheit vs. frische Luft

04.01.2019 | Jesper Thiersemann
Die Siemens Kochfelder freeInduction und inductionAir sind vielversprechende Elektrogeräte für die Küche 2019. Entscheiden muss sich der Kunde nur zwischen einem Gerät mit Dunstabzug - und einem mit maximaler Kochfreiheit. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Das Kochfeld wird 2019 interessanter denn je: es verleiht seinen Nutzern im Privathaushalt die Kochmöglichkeiten eines Profis – und sieht dabei auch noch gut aus. Kleiner Wermutstropfen: ähnlich wie die Siemens-Kochfelder „inductionAir“ und „freeInduction Plus“ kann ein Kochfeld nicht alle Wünsche erfüllen. Nutzer müssen sich entscheiden zwischen Freiheit und frischer Luft.

 

 

2019 ist das Jahr, in dem Sie sich entscheiden müssen. Ein Jahr, in dem die neuesten Kochfelder namhafter Hersteller selbst im eigenen Haus miteinander konkurrieren: auf der einen Seite das beeindruckende Vollflächeninduktionskochfeld, das von nahezu allen Produzenten als Innovation des Jahres angekündigt wird und dem Nutzer freie Platzwahl auf dem Induktionskochfeld durch unzählige Sensoren verspricht – und auf der anderen Seite das Kochfeld mit integriertem Dunstabzug, das zwei Geräte in einem anbietet und für bündige Ästhetik im Küchenraum sorgen soll.

Für welches Produkt würden Sie sich entscheiden? Wir haben hochwertige Siemens-Kochfelder unter die Lupe genommen, die – ähnlich wie bei Miele, V-ZUG oder Gaggenau – besonders viel Freiheit beim Kochen oder besonders frische Luft garantieren.

Mit dem Siemens inductionAir-System bietet das Münchner Unternehmen seit 2017 einen präzise arbeitenden, geschmackvoll integrierten Dunstabzug in den Kochfeldern seiner iQ700- und iQ500-Serien an. Voller Stolz präsentiert Siemens nun für 2019 aber auch das freeInduction Plus Vollflächen-Induktionskochfeld: das größte Kochfeld aus dem Hause Siemens überhaupt, das in glanzvoller Ästhetik, mit raffinierter Beleuchtungsmethodik und hochwertigem Touchdisplay daherkommt – allerdings ohne Dunstabzug.

Es ist wie so oft im Leben; wer die Wahl hat, hat die Qual. Die leicht unterschiedlichen Zielgruppen helfen dabei, zu distinguieren, welches Kochfeld am besten für Sie geeignet ist.

 

 

Makellos-ästhetisch erscheinen beide Siemens Kochfelder auf den ersten Blick. Während das "inductionAir" mit einem zusätzlichen Kochfeldabzug aufwartet, bietet das "freeInduction Plus" jedoch Profi-Qualitäten. Für welches würden Sie sich entscheiden? (Foto: Siemens Hausgeräte)

Makellos-ästhetisch erscheinen beide Siemens-Kochfelder auf den ersten Blick. Während das “inductionAir” mit einem zusätzlichen Kochfeldabzug aufwartet, bietet das “freeInduction Plus” jedoch Profi-Qualitäten. Für welches würden Sie sich entscheiden? (Foto: Siemens Hausgeräte)

 

 

Siemens-Kochfelder, Part 1: Das inductionAir-System im Überblick

Die Zukunft der Küche setzen viele Beobachter des Marktes mit dem Verschwinden der Dunstabzugshaube gleich. Der in das Induktionskochfeld eingelassene Kochfeldabzug, wie es das Siemens inductionAir-System beinhaltet, bietet gleich mehrere Vorteile für Privathaushalte: es lässt den unverbauten Blick auf einen offenen, formschön gestalteten Küchenraum zu, arbeitet effizienter und leiser als herkömmliche Hauben und kann auf Wunsch sogar automatisch mit dem Kochfeld kommunizieren, sodass der Nutzer sich auf den Kochprozess konzentrieren kann.

Siemens entwickelte das leistungsstarke inductionAir-System aus dem seitlich platzierten modulAir-System und stellte es auf der Küchenmesse LivingKitchen 2017 erstmals als Teil der Siemens-Kochfelder-Familie vor. Die nahtlose Funktionalität von Kochfeld und mittig platziertem Kochfeldabzug wird über den sogenannten „Luftgütesensor“ gewährleistet, der Intensität und Verschmutzungsgrad der Wrasen misst und daran die Leistungsstufe des Kochfeldabzugs im inductionAir-System bemisst. Weitere Funktionen, die das private Kochfeld zu einer semi-professionellen Erfahrung werden lassen, setzt Siemens Hausgeräte mit den Sensoren „Bratsensor Plus“ und „Kochsensor Plus“ um: diese überwachen stetig das gewünschte Temperaturlevel und halten eine exakte Gradzahl, um ein Überkochen oder Anbraten zu verhindern.

Auch optisch setzt das Unternehmen mit dem inductionAir-System für seine Siemens Kochfelder-Reihen iQ700 und iQ500 smarte Akzente im Küchenraum. Das autarke Induktionskochfeld mit integriertem Lüftungsmodul ist flächenbündig und platzsparend angelegt, sodass die darunterliegenden Schubladen weitestgehend einschränkungsfrei genutzt werden können. Der charakteristische Metallrahmen, der den Lüfter aus dem flächenbündigen Kochfeld optisch heraushebt, kann zum Abstellen von heißen Töpfen benutzt werden. Ein signalrot leuchtender „dual lightSlider“ zeigt an, welche Kochplatten genutzt oder zusammengeschaltet werden können. Siemens titelt für das „inductionAir“-System, es sei „komplex in den Möglichkeiten und intuitiv in der Bedienung“.

 

Eine beliebte Variante der Siemens Kochfelder iQ500 und iQ700 ist die Kombination aus Induktionsfeld und Kochfeldabzug - wie hier beim Siemens inductionAir System. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Eine beliebte Variante der Siemens-Kochfelder iQ500 und iQ700 ist die Kombination aus Induktionsfeld und Kochfeldabzug – wie hier beim Siemens inductionAir System. (Foto: Siemens Hausgeräte)

 

 

Siemens-Kochfelder, Part 2: Das freeInduction Vollflächen-Induktionskochfeld

Noch eine wesentliche Spur professioneller wird es nun im Privathaushalt 2019 mit dem Siemens freeInduction Vollflächen-Induktionskochfeld. Das mit Stolz auf der IFA 2018 in Berlin vorgestellte Produkt ist das bislang großflächigste aller Siemens-Kochfelder im Bereich der Flächeninduktion und bietet auf 90 Zentimetern Breite erstmals bis zu sechs Töpfen und Pfannen gleichzeitig Platz. Der Clou: dank 56 ovaler Mikro-Induktoren, die unter einer vollflächigen Glaskeramikplatte nebeneinander verbaut sind, kann das Kochgeschirr frei wählbar auf der Kochfeldfläche abgestellt werden und wird in Form und Größe automatisch erkannt sowie beheizt. Damit entfällt das Zusammenschalten von Kochzonen und das erzwungene Fixieren von Kochgeschirr auf Kochplatten einer bestimmten Größe.

Ein intelligentes Bediensystem, das auf dem vierfarbigen Full-Touch-TFT-Display wiedergegeben wird, registriert die Position des Kochgeschirrs sowie die vorgenommenen Temperatureinstellungen und nimmt diese mit, sobald Töpfe oder Pfannen auf neue Positionen geschoben werden. Diese Positionen können übrigens auch höchst professionell in fünf Zonen unterteilt werden: nah am Kochenden befindet sich dann die höchste Temperaturstufe zum Braten, am Ende des Kochfelds eine niedrige Stufe zum Warmhalten von Speisen. Ist dieser Modus aktiviert, kann der Koch allein durch das Verschieben des Kochgeschirrs zwischen den Kochvorgängen wechseln.

Die intuitive Benutzung des Siemens freeInduction Vollflächen-Induktionskochfelds wird auch optisch unterstützt durch die Siemens-Weltneuheit „activeLight“. Das sind LED-Lichtstreifen, die an den Längsseiten des Glaskeramik-Kochfelds integriert sind. Ihr Aufleuchten signalisiert die Benutzung einer bestimmten Kochzone und informiert den Nutzer über notwendige Aktionen, beispielsweise die Beendigung eines Kochvorgangs. Als optisches Highlight des ästhetischen Schwarzglas-Kochfelds sollen die Lichtstreifen den Designanspruch der Siemens studioLine-Kollektion unterstreichen, in dessen Rahmen das freeInduction Vollflächen-Induktionskochfeld erhältlich sein wird.

 

 

Der neueste Clou der Siemens Kochfelder ist das Siemens freeInductionPlus: Kochgeschirr kann auf dem Induktionsfeld beliebig abgestellt und verschoben werden. Die Erfassung erfolgt über 56 kleine Induktoren. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Der neueste Clou der Siemens-Kochfelder ist das Siemens freeInductionPlus: Kochgeschirr kann auf dem Induktionsfeld beliebig abgestellt und verschoben werden. Die Erfassung erfolgt über 56 kleine Induktoren. (Foto: Siemens Hausgeräte)

 

 

Gemeinsamkeiten der Siemens-Kochfelder: powerMove für professionelles Kochen

Die Siemens-Kochfelder freeInduction und inductionAir unterstützen den Nutzer mit semi-professionellen Koch-Optionen. Dafür sorgt die Funktion powerMove, die das Kochfeld in mehrere verschiedene Kochzonen aufteilt. Werden beim Siemens inductionAir noch drei Zonen angeboten – von Braten (Stufe 9) über Simmern (Stufe 5) bis zum Warmhalten (Stufe 1), so wird der „powerMove Plus“-Modus zum „powerMove Pro“ beim freeInduction-Kochfeld mit 5 verschiedenen Kochzonen. Das steigert die Professionalität beim Kochen, weil so viel zügiger auf einzelne Kochprozesse reagiert und mehrere Töpfe gleichzeitig überwacht werden können.

Optisch fügen sich zunächst beide Siemens-Kochfelder hochästhetisch, weil flächenbündig, in die Kochinsel sein. Im ausgeschalteten Zustand markieren lediglich zarte Trennlinien das Rahmenprofil von freeInduction und inductionAir. In Benutzung zeichnet sich jedes Modell durch ein eigenes, auffälliges Element aus: während das massive Kochfeldabzug-Gitter beim inductionAir stets sichtbar bleibt, macht beim freeInduction-Modell das große TFT-Display auf sich aufmerksam.

 

 

Eine entscheidende Funktion haben die beiden Siemens Kochfelder gemeinsam: der sogenannte "powerMove" unterteilt das Kochfeld in mehrere Hitzezonen, zwischen denen durch bloßes Verschieben des Kochgeschirrs mal angebraten, mal gewärmt werden kann - wie in der Profiküche auch. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Eine entscheidende Funktion haben die beiden Siemens-Kochfelder gemeinsam: der sogenannte “powerMove” unterteilt das Kochfeld in mehrere Hitzezonen, zwischen denen durch bloßes Verschieben des Kochgeschirrs mal angebraten, mal gewärmt werden kann – wie in der Profiküche auch. (Foto: Siemens Hausgeräte)

 

 

Unterschiede der Siemens-Kochfelder: Freiheit oder frische Luft

Von vorneherein steht fest: noch gibt es kein Modell für Siemens Kochfelder, das die Vorzüge eines Kochfeldabzugs mit der beeindruckenden automatischen Kennleistung eines Vollflächen-Induktionskochfelds vereint. Wer sich also für die schöne neue Freiheit beim Kochen mit dem Siemens freeInduction-Vollflächeninduktionskochfeld entscheidet, muss einen zusätzlichen Tischlüfter oder Decken-Dunstabzug dazuwählen. Als kleiner Trost erscheint es da, dass diese Systeme via „cookConnect“ per WLAN miteinander verbunden werden können: die optische Eleganz eines unverbauten Küchenblicks bleibt hierbei verwehrt.

Dennoch bleibt auch ganz klar erkenntlich, dass das freeInduction-Feld gegenüber den inductionAir-Kochfeldern mit zunehmender Professionalität heraussticht. Statt des dual lightSliders, mit dem per Fingertipp Kochzone und Temperatur ausgewählt wird, erhält der Benutzer über ein hochauflösendes TFT-Touchdisplay Plus beim Siemens freeInduction-Kochfeld Anweisungen, Tipps oder Hinweise.

Statt drei oder vier Kochtöpfen haben auf dem geräumigen 90 cm-Kochfeld des freeInduction-Kochfeldes überdies bis zu sechs Utensilien Platz – und diese können wiederum zwischen fünf statt drei professionellen Kochzonen hin- und hergeschoben werden. Die automatische Topferkennung nimmt dem Kochenden zudem das eigenständige Zusammenschalten von Zonen ab und unterstützt damit die Leichtigkeit und Freiheit beim Kochen.

 

 

Während das Siemens inductionAir-Modell mit Kochfeldmodul überzeugt, kann der Koch beim Siemens freeInduction-Modell auf ein hochprofessionelles TFT-Display mit geführter Kochanleitung zugreifen. (Foto: Siemens Hausgeräte)

Während das Siemens inductionAir-Modell mit Kochfeldmodul überzeugt, kann der Koch beim Siemens freeInduction-Modell auf ein hochprofessionelles TFT-Display mit geführter Kochanleitung zugreifen. (Foto: Siemens Hausgeräte)

 

 

Fazit für Siemens-Kochfelder: freeInduction für Profis, inductionAir für Auswahl und Frischluft

Wie so oft bleibt die Wahl des richtigen Kochfelds am Ende eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ein zukunftsweisender Schritt für die Küche im Allgemeinen ist die Integrierung des Kochfeldabzugs in das Induktionskochfeld, ohne den kaum eine moderne Küche noch auszukommen vermag. Zu effektiv und geruchsarm ist die Absaugung der Wrasen, um jemals wieder darauf verzichten zu wollen. Hierbei ist das Siemens inductionAir-System ein elegantes und erfolgreiches Koch- und Entlüftungssystem. Zudem ist inductionAir bereits in verschiedenfacher Ausführung für mehrere Modellserien der Siemens Kochfelder erhältlich (iQ 700, iQ 500) und kann sogar im günstigen Segment mit Elektroplatten erworben werden.

Wer auf absolute Professionalität setzt – und diese stufenlosen Kochzonen dann tatsächlich auch im Kochalltag nutzt – wird mit dem freeInduction-Vollflächeninduktionskochfeld von Siemens glücklich. Das technisch reizvolle und ästhetisch designte Kochfeld der Siemens studioLine ist der Startschuss für einen intuitiven Kochprozess, bei dem der Nutzer mehr Freiheiten genießt, als bei jedem anderen Modell der Siemens-Kochfelder.

Wer sich nicht entscheiden kann, darf mit uns auf die Entwicklung des Vollflächeninduktionskochfeldes mit Kochfeldabzug hoffen – 2019 hat ja gerade erst begonnen.

Informieren Sie sich mithilfe unserer Postleitzahl-Suche nach geeigneten Küchenfachhändlern in Ihrer Umgebung, die Sie anhand Ihrer persönlichen Lebensumstände zu einem Kochfeld-Modell beraten können.

 

 

Zum Autor
Jesper Thiersemann

Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.