So planen Sie eine kindersichere Küche: Oberflächen, Geräte, Schränke

22.03.2019 | Dilara Suzuka
Kinder in der Küche? Für viele Eltern ein Albtraumgedanke ob der vielen Gefahren, die dort potentiell lauern. Mit ein paar einfachen Planungstricks machen Sie Ihre Küche aber rasch sicher - im wahrsten Sinne des Wortes "kinderleicht". (Foto: Kelly Sikkema)

Wir suchen Küchen nach Geschmack und Funktionalität aus. Doch haben Sie mal daran gedacht, ob Ihre Küche auch kindersicher ist? Spitze Messer, elektrische Geräte und heiße Herdplatten sind die größten Gefahrenherde für Kinder im Küchenalltag. Wir geben Ihnen einen Überblick für die kindersichere Küche und verraten Ihnen, welche Hersteller schon jetzt smarte Alternativen für Gefahrenquellen anbieten.

 

 

Es brodelt, blubbert, dampft und blinkt: die Küche ist ein wahrlich interessanter Ort für Kinder, die die Welt erkunden und dabei Geräuschen und Gerüchen nachgehen wollen. Was Kindern wie eine riesige Spielwiese erscheinen muss, sehen Eltern berechtigterweise mit Sorge. Ein Raum wie die Küche, in dem mit elektronischen Geräten, Wärme, Feuer und Flüssigkeiten hantiert wird, hält gleich mehrere potenzielle Gefahrenquellen für Kinder bereit.

Tatsächlich geschehen die häufigsten Unfälle im Alltag nach wie vor im Haushalt. Unachtsamkeit, Ablenkung oder einfach unglückliche Zufälle provozieren Jahr für Jahr Missgeschicke, die zwar oftmals glimpflich ablaufen, aber vermeidbar wären. Während Haushalts-Unfälle für Erwachsene oft selbstverschuldet sind, können Eltern viele Vorkehrungen treffen, um ihren Nachwuchs vor den Gefahren einer Küche zu schützen.

Hierbei gibt es schnelle Maßnahmen für eine kindersichere Küche, die Eltern in einer bestehenden Küche nachrüsten können. Noch besser haben es Eltern getroffen, die gerade mitten in der Küchenplanung zu einer neuen Küche stecken: Hersteller moderner Küchengeräte helfen mit simplen Tricks dabei, eine Küche unsichtbar kindersicher zu machen – und auch bei der Zusammenstellung der Möbel reichen oft wenige Handgriffe, um das Schrankinnenleben vor neugierigem Nachwuchs abzusichern.

 

 

Für Kinder ist die Küche ein buntes Spieleparadies voller Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Gut beraten ist da, wer auf eine kindersichere Küche setzt - zum Beispiel in Form von kratzfesten Oberflächen und harmlosen Spielecken. (Foto: homlicher küche - raum - manufaktur)

Für Kinder ist die Küche ein buntes Spieleparadies voller Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Gut beraten ist da, wer auf eine kindersichere Küche setzt – zum Beispiel in Form von kratzfesten Oberflächen und harmlosen Spielecken. (Foto: homlicher küche – raum – manufaktur)

 

 

Die kindersichere Küche: Oberflächen und Fronten

Professionelle Küchenstudios achten bei der Planung einer neuen Küche auf die Lebensumstände des Käufers und gehen häufig von selbst auf das Thema „kindersichere Küche“ ein. Schließlich hat das nicht, wie die meisten vermuten würden, nur etwas mit elektrischen Geräten und Steckdosen zu tun. Die bewusste Entscheidung für eine kindersichere Küche fängt nämlich bereits bei der Auswahl der Küchenfronten und Arbeitsplatten an: Glasfronten können spitze Kanten aufweisen, Mattlack- oder HochglanzlackFronten fallen Kratzern zum Opfer und Folien-Fronten sind sowieso nie von langer Lebensdauer.

Für die kindersichere Küche eignet sich daher Schichtstoff (bspw. HPL) am besten, der robust und widerstandsfähig gegen Kratzer und Tritte, aber vor allem auch leicht zu reinigen ist. Darüber freut sich jeder, dessen künstlerisch veranlagtes Kind sich bereits mit Wachsmalstiften an der weißen Küchenfront verewigt hat.

Ebenso geeignet sind Anti-Fingerprint-Beschichtungen, wie es beispielsweise das Material Fenix aufweist, das zudem bei oberflächlichen Kratzern auch thermisch ausgebügelt werden kann. Für die Arbeitsplatte eignet sich das Material ebenso wie Natursteine oder Verbundwerkstoffe, die wahlweise echt oder zumindest durchgedruckt sind und somit bei kleinen Rissen keine Untergrundplatte zutage fördern. Eine kostengünstige Alternative ist hier erneut Laminat bzw. Schichtstoff.

 

 

Oberflächen aus Kunst- oder Schichtstoff sind erschwinglich und dennoch langlebig gegen Kratzer. Zudem können sie schnell gereinigt werden und besitzen immer öfter eine imprägnierende Antifinger-Print-Beschichtung. (Foto: Häcker Küchen)

Oberflächen aus Kunst- oder Schichtstoff sind erschwinglich und dennoch langlebig gegen Kratzer. Zudem können sie schnell gereinigt werden und besitzen immer öfter eine imprägnierende Antifinger-Print-Beschichtung. (Foto: Häcker Küchen)

 

 

Die kindersichere Küche: Schubladen, Schränke, Griffe

 

Schubladen: Klemmschutz & Schutzriegel

Wo ein Griff, da auch ein Weg – ganz klar, Kinderlogik folgt hierbei ganz einfachen Spielregeln. Daher sollten Küchenschubladen und Auszüge, die mit Griffen versehen sind, unbedingt mit einem Schutzriegel (z.B. Fanghakensicherung) ausgestattet werden, der die Schublade nur wenige Zentimeter öffnet und dann stehen lässt. Eine zurückschnellende Schublade könnte Kinderhände einklemmen. Erwachsene öffnen und schließen diese mithilfe eines an der Unterseite angebrachten Riegels mühelos. In der Schublade mit Klemmschutz können im hinteren Bereich Messer, Gabeln und Besteckutensilien einsortiert werden, an die Kinder nicht gelangen dürfen. Harmlos im vorderen Bereich: Kochlöffel, Kuchengabeln, Trinkhalme.

Vorsicht vor grifflosen Türen und Schränken: diese können ohne weiteres Zutun von Kindern geöffnet werden. Während ein Modell mit abgeschrägter Griffleiste noch durch eine Magnetvorkehrung gesichert werden kann, ist man bei grifflosen Schranktüren nahezu machtlos.

 

 

Gut ist die Anordnung von Schubladen, in denen harmlose Gegenstände wie Töpfe und Plastikdosen in den unteren, schnell erreichbaren Auszügen gelagert werden - und spitze oder scharfe Gegenstände erst darüber. (Foto: LEICHT)

Gut ist die Anordnung von Schubladen, in denen harmlose Gegenstände wie Töpfe und Plastikdosen in den unteren, schnell erreichbaren Auszügen gelagert werden – und spitze oder scharfe Gegenstände erst darüber. (Foto: LEICHT)

 

 

Vollauszug

Nahezu alle modernen, gehobenen Küchen verfügen über einen Vollauszug ihrer Schubladen, der ab einem gewissen Punkt stoppt. Ist dieser bei günstigeren Modellen nicht vorhanden, riskiert man, dass die Schublade womöglich ganz herausziehen lässt und sich mitsamt ihrem Inhalt auf das Kind ergießt.

Ebenso gefragt wie selbstverständlich sind heutzutage Vollauszugs-Dämpfer, die die Schublade geräuschlos von selbst einfahren lassen – spätestens im Teenager-Alter macht diese Vorrichtung sich voll bezahlt.

 

Oops! Schränke und Auszüge, die auf Druck hin reagieren, lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht öffnen. Verstauen Sie daher nur harmlose Gegenstände in diesen Schubladen. (Foto: Blum)

Oops! Schränke und Auszüge, die auf Druck hin reagieren, lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht öffnen. Verstauen Sie daher nur harmlose Gegenstände in diesen Schubladen. (Foto: Blum)

 

 

Schränke

Generell gilt: lassen Sie, sofern möglich, alle wandgebundenen Küchenzeilen und Schränke sachgemäß vom Monteur Ihres Vertrauens an der Wand festschrauben. Kleine Kinder ziehen sich an allem hoch und klettern auch gerne auf Erhöhungen herum – je nach Situation kann ein Küchenbord so zum Kippen gebracht werden.

Offene Oberschränke und Holzbordüren sind zwar gerade stark angesagt, verleiten aber auch dazu, sich an ihnen festzuhalten. Dabei können die darin ausgestellten Objekte von ungestümer Kinderhand schnell abgeräumt werden. Besser sind geschlossene Oberschränke, die, mit Verglasungen und Licht versehen, ebenso filigran und leicht wirken können.

 

 

Die kindersichere Küche: Arbeitsfläche

 

Kleingeräte

Neben der Auswahl des richtigen Materials für robuste Arbeitsplatten in der Küche sollten Eltern auch die Bestückung derselben beachten. Häufig stehen Kleingeräte wie Wasserkocher, Toaster oder Kaffeemaschine lose im Arbeitsbereich herum, die nicht nur aufgrund ihres Stromanschlusses, sondern auch aufgrund von Wärme und Flüssigkeiten darin gefährlich für Kinder werden können.

Eine smarte Idee ist hierbei der Pocketschrank („Taschenschrank“): dieser Küchenschrank versteckt eine zweite Arbeitsfläche zum Abstellen von Geräten in seinem Inneren und kann mit einer herausziehbaren Schranktür verschlossen werden. So müssen kleine Alltagsgeräte nicht ständig verräumt werden nach ihrem Gebrauch. Wer seine Küche nachträglich kindersicher rüstet, kann auf Kippschalter zurückgreifen, mit denen diese elektrischen Geräte zumindest ausgeschaltet bleiben. Auch dieser muss sich dann außerhalb der Reichweite von Kindern befinden.

 

 

Ein Pocketschrank oder auch Taschenschrank (hinten links) bietet Platz für Kleingeräte wie Toaster und Kaffeemaschine. So müssen diese zur Sicherheit nicht täglich verräumt werden nach Benutzung - und die Arbeitsplatte sieht obendrein puristisch und aufgeräumt aus. (Foto: Lang Küchen & Accessoires)

Ein Pocketschrank oder auch Taschenschrank (hinten links) bietet Platz für Kleingeräte wie Toaster und Kaffeemaschine. So müssen diese zur Sicherheit nicht täglich verräumt werden nach Benutzung – und die Arbeitsplatte sieht obendrein puristisch und aufgeräumt aus. (Foto: Lang Küchen & Accessoires)

 

 

Relingsystem

Klar ist: ein wunderschönes Relingsystem aus Edelstahl, an dem Küchenmesser, Küchenutensilien und Topflappen hängen, bedarf entweder großer Aufmerksamkeit durch die Eltern – oder ist tabu. Zu leicht gelangt der Nachwuchs an spitze und scharfe Gegenstände. Das gilt übrigens auch für den Messerblock. Allzuoft bewahrheitet sich hier der mahnende Spruch aus alten Zeiten, dass „Messer, Schere, Gabel, Licht“ sich für kleine Kinderhände nicht eignen.

 

 

Ein Relingsystem für die Küchenrückwand, das mit Messern und Gewürzen bestückt werden kann, ist funktional für den Koch - und gefährlich fürs Kind. (Foto: AMK Ratgeber)

Ein Relingsystem für die Küchenrückwand, das mit Messern und Gewürzen bestückt werden kann, ist funktional für den Koch – und gefährlich fürs Kind. (Foto: AMK Ratgeber)

 

 

Barbereich

Immer öfter wünschen sich Kunden eine integrierte Küchenbar an ihrer freistehenden Kücheninsel. Das wird beispielsweise über einen Holzaufsatz oder eine auskragende Küchenarbeitsplatte realisiert. In jedem Fall geht mit dieser modernen Planung das Aufstellen mehrerer Barhocker einher, die – ohne ein Spielverderber sein zu wollen – ein Paradies für Kinder zum Hochklettern und Umfallen sind. Eltern sollten ihren Kindern daher rechtzeitig einschärfen, dass diese Kletterhilfen – ebenso wie Trittleitern oder herkömmliche Esszimmerstühle – tabu sind.

 

 

Überkragende Arbeitsplatten, die als Küchenbar genutzt werden, sehen toll aus und sind funktional für ein Getränk oder ein schnelles Frühstück. Vorsicht jedoch bei den Barhockern: Kinder nutzen diese gern zum Klettern und Kippeln. (Foto: Küchen-Atelier Hamburg, Ilagan)

Überkragende Arbeitsplatten, die als Küchenbar genutzt werden, sehen toll aus und sind funktional für ein Getränk oder ein schnelles Frühstück. Vorsicht jedoch bei den Barhockern: Kinder nutzen diese gern zum Klettern und Kippeln. (Foto: Küchen-Atelier Hamburg, Ilagan)

 

 

Die kindersichere Küche: Elektrogeräte

Die moderne Küche kommt Eltern beim größten Gefahrengut der Küche, den Elektrogeräten, weit entgegen. Das beginnt bei Geräten, die außerhalb der Reichweite von Kindern angebracht werden können oder automatisch mit Kinderschutz ausgestattet sind, und reicht bis hin zu unsichtbaren Steckdosen. Der Überblick:

 

Herd/Kochfelder

Für eine kindersichere Küche sind Eltern mit einem Induktionskochfeld bestens beraten. Im Gegensatz zu Elektroherdplatten wird beim Induktionsvorgang lediglich der Topf- bzw. Pfannenboden erwärmt; die Restwärme der angeschalteten Platte verfliegt zügig. Nebenbei kann so auch das Essen für den ungeduldigen Nimmersatt schneller erwärmt werden.

Problematisch sind in diesem Zusammenhang allerdings die aktuell angesagten Touchscreens. Diese sind nicht automatisch gegen Kinderhände gesichert; eine spezielle Sperre muss aktiviert und bei Benutzung jederzeit aufs Neue entsperrt werden. Eine unkomplizierte Alternative bietet das hochwertige BORA Professional 2.0-Kochfeld mit integriertem Kochfeldabzug: die Metallhülle des Bedienknebels, der alle Vorgänge des Kochfelds steuert, lässt sich nach getaner Arbeit abnehmen und als Kindersicherung in einer – gesicherten – Schublade aufbewahren.

Wer ein Gaskochfeld oder Cerankochfeld besitzt, kann dies mit speziellen Abdeckplatten zumindest optisch schützen. Beim Kochen selbst sollte darauf geachtet werden, dass Pfannen- und Topfstiele möglichst nach hinten vom Benutzer weggedreht sind und nicht unachtsam heruntergerissen werden können.

 

 

Praktisch: die Bedienknebel beim BORA Professional 2.0 können bei Nichtgebrauch entfernt werden und setzen damit die Funktion des Kochfelds außer Kraft. Neben dieser Art der Kindersicherung ist ein Induktionskochfeld besonders sicher. (Foto: BORA)

Praktisch: die Bedienknebel beim BORA Professional 2.0 können bei Nichtgebrauch entfernt werden und setzen damit die Funktion des Kochfelds außer Kraft. Neben dieser Art der Kindersicherung ist ein Induktionskochfeld besonders sicher. (Foto: BORA)

 

 

Backofen, Dampfgarer

Backofen und Dampfgarer werden in der modernen Küche gern auf Brusthöhe von Erwachsenen geplant. Das trägt zum rückenschonenden Arbeiten bei und eignet sich ganz nebenbei als kindersichere Alternative zum herkömmlichen Unterschrank-Einbau.

In Küchen, in denen der Backofen nicht anders verbaut werden kann, können Eltern auf ein sogenanntes Schutzgitter zurückgreifen, das sowohl beim Herd als auch beim Backofen als Aufsatz montiert werden kann.

Glücklicherweise verfügen die meisten Backöfen heutzutage über wärmeisolierende Türen, sodass sich die Hitze im Inneren nicht auf äußere Griffe überträgt. Dennoch sollten Eltern auf den Begriff „Cool Door“ oder „Iso-Front“ für eine kindersichere Küche achten.

 

 

Moderne Backöfen und Dampfgarer werden gerne rückenschonend auf Brusthöhe verbaut. Das ist zeitgleich auch eine sichere Maßnahme für die kindersichere Küche. (Foto: Miele)

Moderne Backöfen und Dampfgarer werden gerne rückenschonend auf Brusthöhe verbaut. Das ist zeitgleich auch eine sichere Maßnahme für die kindersichere Küche. (Foto: Miele)

 

 

Einbaugeräte: Geschirrspüler, Kühlschrank

Am besten geschützt vor neugierigen Kinderhänden sind Küchengeräte, die optisch gar nicht präsent sind. Geschirrspüler und Kühlschrank werden beispielsweise immer öfter vollintegriert. Diese mit Schrankfronten ausgestatteten Türen erwecken kaum das Interesse von Kindern und sind überdies relativ schwer zu öffnen. Wer seinen Kleinen dennoch nicht über den Weg traut, kann am Kühlschrank eine zusätzliche Türsicherung oder ein Türschloss anbringen lassen, um alkoholische Getränke oder Süßigkeiten wegzuschließen.

Diese Türsicherung ist auch für Haushaltsschränke, in denen Putzmittel oder andere toxische Chemikalien enthalten sind, enorm wichtig. Hierbei versteckt man die Objekte bestenfalls nicht nur, sondern verräumt sie in obere, für Kinder nicht erreichbare Etagen.

 

 

Schränke, die Lebensmittel, Putzzeug oder Haushaltswaren enthalten, sollten so angeordnet werden, dass harmlose Dinge sich im leicht erreichbaren Fußbereich befinden - und Chemikalien ganz oben. (Foto: LEICHT)

Schränke, die Lebensmittel, Putzzeug oder Haushaltswaren enthalten, sollten so angeordnet werden, dass harmlose Dinge sich im leicht erreichbaren Fußbereich befinden – und Chemikalien ganz oben. (Foto: LEICHT)

 

 

Armaturen

Verzichten Sie bei Ihrer Küchenplanung bestenfalls ganz auf den Kinderschreck Wasserkocher. Smarte, moderne Armaturen sind heutzutage oft mit einem Normalwasser- und einem Kochend-Wasserhahn ausgestattet, die in einer Armatur zusammenlaufen. Diese Modelle gibt es beispielsweise bei BLANCO, Franke oder Grohe. Spitzenreiter ist die niederländische Armatur des QUOOKER, die dank eines Systems aus Doppeldruck-und-Dreh bestens vor unvorsichtigen Kinderhänden geschützt ist. Verbrühungen können so nahezu komplett ausgeschlossen werden.

Herkömmliche Küchenarmaturen besitzen allerdings oft auch schon einen Temperaturregler, der Wasser bis zu einer voreingestellten Maximaltemperatur ausgibt. Erkundigen Sie sich hierfür bei Ihrem zuständigen Küchenstudio.

 

Der Quooker, eine Armatur mit Heißwasser, Kochendwasser, Sprudel- und Filterfunktion, ist für Kinder, Teenager und Eltern gleichermaßen sicher dank eines ausgeklügelten Öffnungsmechanismus. (Foto: Quooker)

Der Quooker, eine Armatur mit Heißwasser, Kochendwasser, Sprudel- und Filterfunktion, ist für Kinder, Teenager und Eltern gleichermaßen sicher dank eines ausgeklügelten Öffnungsmechanismus. (Foto: Quooker)

 

 

Steckdosen

Viele Eltern mögen noch daran denken, scharfkantige Ecken in der Küche mit Kantenschützern aus Silikon o.Ä. abzudecken. Doch der Schalk sucht sich seinen Weg: Steckdosen bleiben oft unbeachtet und werden schnell mit Stiften oder zumindest den eigenen Fingern abgetastet und untersucht. Das kann lebensgefährlich sein.

Für eine kindersichere Küche sollten Steckdosen daher wahlweise mit einem Stecker geschützt oder aber mit einer Sicherung verklebt oder verschraubt werden. Moderne Küchen bieten zudem die Möglichkeit, ausfahrbare oder einklappbare Steckdosen in und an der Arbeitsplatte anzubringen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar oder schwer zugänglich für Kinder sind. Pionierarbeit leistet hier beispielsweise der Küchenzulieferer naber.

 

 

Steckdosen sind am sichersten, wenn sie von außen gar nicht einsehbar sind - und erst, wie dieser USB-Anschluss oder eine richtige Steckdose, zum Zwecke des Arbeitens ausgeklappt werden. (Foto: Henrybuilt)

Steckdosen sind am sichersten, wenn sie von außen gar nicht einsehbar sind – und erst, wie dieser USB-Anschluss oder eine richtige Steckdose, zum Zwecke des Arbeitens ausgeklappt werden. (Foto: Henrybuilt)

 

 

Weitere Maßnahmen für die kindersichere Küche

Niemand kann überall mit den Augen gleichzeitig sein. Unfälle passieren, und aus einigen Vorfällen – insofern sie nur mit einem gehörigen Schreck enden – lernen Kinder mehr, als aus unzähligen Verboten. Um dennoch Schlimmeres zu vermeiden, sollten Sie Ihre Kinder anhalten, in der Küche nicht zu rennen und möglichst nicht hochzuklettern (viel Erfolg dabei…). In jedem Fall aber sollten Kinder über die Gefahren von Strom, Hitze und Säuren aufgeklärt werden.

Kleine Lifehacks, mit denen Sie zusätzlich für eine kindersichere Küche sorgen:

  • Verzichten Sie auf Tischtücher – ein Kind hält sich beispielsweise beim Kippeln reflexartig daran fest.
  • Binden Sie Ihr Kind zielgerecht in die Arbeit der Küche mit ein: zeigen Sie ihm zum Beispiel kleinere Handgriffe, die es selbst erledigen kann oder bauen Sie in einer Ecke der Küche eine Kinderküche auf, in der Ihr Kind bedenkenlos mit Plastikgeschirr hantieren
  • Verbote reizen zum Überschreiten: befüllen Sie daher doch einfach die unteren Schubladen der Kücheninsel mit harmlosen Aufbewahrungsdosen und Töpfen, an die Ihr Kind bedenkenlos herantreten kann.
  • Ablenkung: neben der Kinderküche sind auch magnetische Tafelfronten beliebt, die z.B. auf Kühlschrankvorderseiten angebracht und bemalt werden können. Allerdings steigt hier das Risiko, dass Ihr Kind auch auf der Front nebenan weitermalt.

 

 

Bieten Sie Ihrem Kind Ablenkung in der Küche, anstatt nur zu verbieten: in seiner eigenen Küche kann es beispielsweise mit harmlosem Plastikgeschirr spielen und Funktionen erkunden. (Foto: homlicher küche - raum - manufaktur)

Bieten Sie Ihrem Kind Ablenkung in der Küche, anstatt nur zu verbieten: in seiner eigenen Küche kann es beispielsweise mit harmlosem Plastikgeschirr spielen und Funktionen erkunden. (Foto: homlicher küche – raum – manufaktur)

 

 

Zum Autor
Dilara Suzuka
Redakteurin

Die Küche war für Dilara schon immer ein magischer Anziehungspunkt; als Nesthäkchen mit vier Geschwistern drehte sich schon im Familienhaushalt immer alles um den heiligen Ort des Zusammenseins beim Essen, Kochen, Hausaufgaben machen, Malen, Diskutieren, Entscheidungen verkünden. Auch in ihrer WG während des Studiums kreuzten sich in der Küche sämtliche Lebenswege. Die Webdesignerin entschied deshalb, dass es an der Zeit wäre, diesem Altar des Essens und der Entscheidungen auch im Internet ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Los geht’s.