Sproutr: Sprossen selber ziehen

03.02.2017 | Dilara Suzuka
Der donut-förmige Sproutr mit einem Deckel aus Steingut und der dazugehörigen App: Sprossen züchten in wenigen Tagen. (Foto: Sproutr/ Vooking)

Wer schon immer mal dem Gras beim Wachsen zuschauen wollte, hat jetzt quicklebendig die Möglichkeit dazu: Mit dem Sproutr von Vooking kann man seine eigenen Gräser und Kräuter züchten.

 

Neue Ideen für die Küche im Bereich der Architektur und Technik stellen wir Ihnen fast täglich vor. Heute präsentieren wir Ihnen aber eine Neuigkeit für Leib und Seele: Den Sproutr, der das Herz von Veganern, Vegetariern und gesundheitsbewussten Allesessern höherschlagen lässt. Der Name stammt vom englischen „to sprout“ ab und bedeutet auf Deutsch „sprießen, keimen“, was vor allem Harry Potter-Fans seit der liebenswürdigen Professorin Sprout, Lehrerin für Kräuterkunde in Hogwarts, bekannt sein dürfte.

 

 

Wasserdampf steigt auf, und ein bisschen sieht es wie die smarte Evolution aus dem Keimglas aus: In jedem Fall ist das Konzept des Sproutrs aber komplett neu. (Foto: Sproutr/ Vooking)

Sproutr: Das erste smarte Keimglas der Welt

Eine ganz eigene Kräuterkunde kann zukünftig bald jeder in den eigenen vier Küchenwänden vornehmen. Der Sproutr ist, seinen Erfindern von Vooking zufolge, das erste smarte Keimglas der Welt und zieht Küchenkräuter, Sprossen und sogar kleine Gemüsesorten in kürzester Zeit dank Ultraschall-Bewässerung hoch. Wenn Sie schon immer mal Gras beim Wachsen zusehen wollten, haben Sie nun die Chance dazu.

Die Vorgehensweise des Sproutrs ist denkbar einfach: Das Saatgut wird in einem Behälter aus hochwertigem Steingut und Glas verteilt, anschließend füllt man Wasser in den kleineren Kegel, der in der Mitte des Behälters sitzt. Ein weißer, runder Deckel wird auf den donut-förmigen Sproutr gesetzt und per Knopfdruck gestartet. Mithilfe eines Ultraschall-Zerstäubers werden die Sprossen nun vollautomatisch und sekundengenau bewässert, während man den Keimlingen förmlich beim Wachsen zusehen kann.

 

 

Mit der dazugehörigen App lässt sich die Produktion im Sproutr überwachen, Nährwerte kontrollieren oder Rezepte sammeln. (Foto: Sproutr/ Vooking)

Mit der dazugehörigen App lässt sich die Produktion im Sproutr überwachen, Nährwerte kontrollieren oder Rezepte sammeln. (Foto: Sproutr/ Vooking)

Eine App dazu: Für Nährwerte und Rezepte

Ein nettes Extra-Gimmick haben sich die Entwickler von Vooking außerdem mit ihrer App einfallen lassen: Auf dem Smartphone kann der Benutzer künftig seine verwendeten Sprossen auf Nährwerte testen, sich Rezepte zum Weiterverarbeiten herunterladen und wird auch via Push Notification erinnert, wann die Erntephase erreicht ist. Dem Saatgut wiederum wird das sortenabhängige, benötigte Wachstumsmilieu geboten, das die Gräser und Kräuter zügig sprießen lässt.

Neben der Tatsache, dass der Anwender sich nicht mehr ans tägliche Gießen und Bewirtschaften erinnern muss, glänzt der Sproutr, der jüngst zum Patent angemeldet wurde, mit einer Wassereinsparung von mehr als 80%. Zudem sind alle selbstgezogenen Sprossen und Gemüsesorten garantiert frei von Schadstoffen und liefern dank der sorgfältigen Zucht alle natürlichen Vitamine und Nährstoffe.

 

Mehr als 20 Sorten bereits getestet: Von Brokkoli bis Weizengras

Die Erfinder haben, eigenen Aussagen zufolge, bereits 20 Sorten getestet, die erfolgreich gezogen wurden – neben Weizengras, Kresse und Brokkolisprossen auch Radieschen und Knoblauch. Je nach Sorte benötigen die Keimlinge 4 bis 10 Tage, bis sie erntefertig sind. Für alle, die also keinen eigenen Kräutergarten am Haus hochziehen, eine echte Alternative.

Übrigens: Warum sich die Erfinder des Sproutrs gerade so um die „grüne Küche“ bemühen? Mit ihrem ersten Projekt „Vooking“, einer Konzeptküche für Vegetarier, wurden sie bereits vor zwei Jahren quasi über Nacht auf der LivingKitchen bekannt. Nun arbeiten sie am nächsten „über Nacht“-Prinzip, das ab März 2017 in die Kickstarter-Offensive geht, um eine Serienproduktion des Sproutr zu ermöglichen. Wer sich beteiligen möchte, kann dem Start-Up schon mit kleinen Beiträgen helfen, ein Patent zu finanzieren. Via Facebook können Sie sich über den Sproutr auf dem Laufenden halten.

 

Und so geht’s – in Bildern:

1. Das Saatgut in den äußersten Ring des "Donuts" einfüllen. (Foto: Sproutr/ Vooking)

1. Das Saatgut in den äußersten Ring des “Donuts” einfüllen. (Foto: Sproutr/ Vooking)

 

2. Wasser in den Steingut-Behälter im Inneren des Sproutrs füllen. (Foto: Sproutr/ Vooking)

2. Wasser in den Steingut-Behälter im Inneren des Sproutrs füllen. (Foto: Sproutr/ Vooking)

 

3. Mit einem sanften Druck wird der Bestäubungsprozess ausgelöst - angezeigt durch eine Licht-Corono. (Foto: Sproutr/ Vooking)

3. Mit einem sanften Druck wird der Bestäubungsprozess ausgelöst – angezeigt durch eine Licht-Corono. (Foto: Sproutr/ Vooking)

 

4. Belegen, Kochen, Anrichten - und Genießen! (Foto: Sproutr/ Vooking)

4. Belegen, Kochen, Anrichten – und Genießen! (Foto: Sproutr/ Vooking)

 

 

Zum Autor
Dilara Suzuka
Redakteurin

Die Küche war für Dilara schon immer ein magischer Anziehungspunkt; als Nesthäkchen mit vier Geschwistern drehte sich schon im Familienhaushalt immer alles um den heiligen Ort des Zusammenseins beim Essen, Kochen, Hausaufgaben machen, Malen, Diskutieren, Entscheidungen verkünden. Auch in ihrer WG während des Studiums kreuzten sich in der Küche sämtliche Lebenswege. Die Webdesignerin entschied deshalb, dass es an der Zeit wäre, diesem Altar des Essens und der Entscheidungen auch im Internet ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Los geht’s.