Welches Material eignet sich für Küchenfronten und Arbeitsplatten?

13.07.2016 | Frederik Dix

Sind Sie eher der natürliche Typ, der sich gern mit dem würzig-frischen Duft von Pinienholz umgibt und die raue Charakteristik einer Naturstein-Arbeitsplatte liebt? Der elegante Typ, der auf spiegelnde Marmor-Oberflächen und glänzend polierte Glas-Fronten setzt? Oder doch der nordisch-nüchterne Typ, der es glatt, blass und mit einer Spielerei aus Metall und Massivholz am besten hält?

Welches Material Sie für Küchenfronten, Arbeitsplatten, Wände, Boden, Tisch und Licht, Korpusteile und Griffe oder sämtliches Innenleben von Schränken und Schubladen wählen, bleibt Ihrem individuellen Geschmack vorbehalten – hat aber gleichzeitig einen großen Einfluss auf Außenwirkung, Optik und Preis Ihrer neuen Küche.

 

 

Bei der Auswahl der Materialien und Stoffe haben Sie nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Einsatzbereichen, die unterschiedlich intensiv in Anspruch genommen werden – zum Beispiel Arbeitsplatten versus Küchenfronten – sondern auch zwischen Haptik, Optik und Materialeigenschaft, also robust, zerbrechlich, geschliffen oder unbearbeitet, glänzend oder matt.

 

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In Zusammenspiel mit der Auswahl Ihrer favorisierten Farben ergibt sich die gewollte Atmosphäre in Ihrer Küche: Weiß, glatt, und glänzend ist kühl und elegant, Pastelltöne und Holz sorgen für
klare Linien und Strukturen, Kassettenfronten und warme Töne erzeugen einen gemütlichen, klassischen Landhausstil. Allerdings kann jeder Küchenstil durch eine kontrastierende Wandfarbe oder Bodenwahl entschärft oder auch verstärkt werden.

 

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Wie Sie Ihre Küchenwand aus Stein, Glas oder mit Holzpaneelen verkleidet in die Küchenplanung einbeziehen und wie sich das auf Raumwirkung und die Küchenoptik selbst auswirkt, erfahren Sie hier.

Welche Rolle die Auswahl des Küchenbodens spielt und warum Beton nicht mehr der unansehnliche Baustoff der 70er ist, sondern in einem modernen Haus stylish in Szene gesetzt werden kann, können Sie wiederum hier nachlesen.

 

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Arbeitsplatten

Das richtige Material für Ihre Arbeitsplatten in der Küche auszuwählen, ist gar nicht mal so einfach. Es genügt nicht, sich lediglich für die Farbe der Schichtstoffplatte zu entscheiden – besonderer Wert wird heutzutage auf Langlebigkeit und Robustheit des Materials gelegt.

Granit beispielsweise hat den unschlagbaren Vorteil, auch nach 20 Jahren noch wie am ersten Tag auszusehen – und auch Glas, insofern nachhaltig verhärtet und abgesehen von fallengelassenen Tassen und Tellern – verändert sich nur wenig in dieser Zeit. Vielleicht tragen jedoch gerade Gebrauchsspuren als natürliche Patina zum Charme einer gelebten u
nd geliebten Küche bei? Holz, Kalkstein, Beton und Edelstahl verändern nämlich ihr Aussehen je nach Benutzung im Laufe der Jahre: Das kann sogar immer schöner aussehen.

Aber auch andere Anforderungen an Arbeitsplatten müssen beim Küchenkauf bzw. vorab bei der Küchenplanung beachtet werden: Sie muss hohen Temperaturen und dauerhafte mechanischen Beanspruchungen standhalten, hinzu kommen Rotweinflecken oder dreckige Kinderhände. Manchmal ist die Überlegung einer strukturierten oder gemusterten Oberfläche anstelle einer unifarbenen Arbeitsplatte also Gold wert. Auch wenn Sie letzteres als Arbeitsplatte nur schwer erstehen werden können.

 

 

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Küchenfronten

Als Küchenfronten bezeichnet man die sichtbaren Schrankvorderteile mit Tür- und Schubladenfunktion, die aufgrund ihrer Größe und Optik das Erscheinung des gesamten Küchenraums bestimmen und zu den wichtigsten Gestaltungselementen zählen. Da Schranktüren in der Regel viel weniger beansprucht werden als andere Küchenteile oder die Gefahr einer Verkratzung niedriger ist, können hier hochwertige Materialien eingesetzt werden. Dazu zählen Glanz- und Mattlacke, Holzfurniere oder eloxiertes Aluminium.

Selbst ungewöhnliche Leder- oder Stoffbezüge sind machbar, aber dennoch in ihrer Praktikabilität zu überdenken. Wer auf den kleinen Geldbeutel setzt, kann heute aus einer Vielzahl an Kunststoffoberflächen wählen, die gar nicht mehr „billig“, sondern modern und schön daherkommen.

 

 

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Zum Autor
Frederik Dix
Redakteur

Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.