Welches Schneidebrett eignet sich für die Küche?

23.07.2017 | Susanne Maerzke
Ein Schneidebrett aus Holz, Kunststoff und Glas: Welches schneidet besser ab im Vergleich? (Foto: stock)

Das Schneidebrett ist der vielleicht meistgenutzte Gegenstand der ganzen Küche. Jeden Tag schnippeln wir Obst, Gemüse, Fleisch, Gewürze und andere Lebensmittel darauf – und benutzen die Schneidunterlage oftmals über Jahre hinweg, in denen Gerüche, Verfärbungen und Rillen großen Einfluss auf Zustand und Hygiene des Brettes haben. Doch welches Schneidebrett eignet sich eigentlich am besten für die Küche: eines aus Holz, aus Kunststoff, aus Glas oder gar aus Stein?

 

Jedes der vier Materialien hat in Bezug auf die tägliche Küchenarbeit seine Vor- und Nachteile, aber tatsächlich kommen nur zwei in die engere Auswahl. Schneidebretter aus Holz oder Kunststoff sind pflegeleicht, gut abwaschbar und schonen dank ihres weicheren Materials hochwertige Messer und Klingen in der Küche.

 

Schneidebretter aus Glas oder Stein sehen ästhetisch und elegant aus, sind aber der natürliche Feind eines jeden scharfen Messers: Die Oberfläche ist schlichtweg zu hart für die Klingen. (Foto: stock)

Schneidebretter aus Glas oder Stein sehen ästhetisch und elegant aus, sind aber der natürliche Feind eines jeden scharfen Messers: Die Oberfläche ist schlichtweg zu hart für die Klingen. (Foto: stock)

 

 

Schneidebretter aus Glas oder Stein nicht zu empfehlen

Schneidebretter aus Glas oder Stein, beispielsweise Marmor, können von vorneherein ausgeschlossen werden. Viele Küchenkunden greifen zu einem Schneidbrett dieser Art, da es hochwertig und elegant aussieht und überdies dank der glatten Fläche schnell zu reinigen ist. Tatsächlich haben aber Glas und Stein eine derart harte Oberfläche, dass sie damit Messer enorm schnell abstumpfen und somit unbrauchbar werden lassen.

Die Messer immer wieder zu schärfen, ist auf Dauer nicht ratsam, da hier bei jedem Vorgang auch immer etwas Metall abgeschliffen wird. Überdies muss zumindest Marmor von Hand gespült werden, um ein Aufquellen in der Geschirrspülmaschine, das das Material porös werden lässt, zu verhindern.

Eine Möglichkeit, dennoch Glasschneidebretter wie das Franke FS Lightboard zu verwenden, ist die Auflage einer Schutzschicht, z.B. in Form eines Softpads aus Silikon. Dieses schont die harte Unterlage vor Kratzspuren und Küchenmesser vor der Abnutzung. Es kann problemlos im Geschirrspüler gereinigt werden, überdeckt aber zeitgleich die ästhetische Optik eines Glasschneidebretts.

 

 

Das Franke Lightboard wird als Glasschneidebrett beworben - hält aber ein zusätzliches Softpad bereit, damit die Messer darauf nicht stumpf werden. (Foto: Franke)

Das Franke Lightboard wird als Glasschneidebrett beworben – hält aber ein zusätzliches Softpad bereit, damit die Messer darauf nicht stumpf werden. (Foto: Franke)

 

Schneidebrett aus Holz oder Kunststoff: Es entscheidet die Optik

Daher stellt sich für die meisten Menschen die Frage: Wähle ich Holz oder Kunststoff für mein Schneidebrett in der Küche?

Tatsächlich ist das eine Frage des Geschmacks, da sich beide in puncto Optik und Handhabung (z.B. beim Spülen) unterscheiden, nicht jedoch in der Hygiene. Generell gilt, dass ein Haushalt mindestens drei Schneidebretter besitzen sollte: Eines für Fleisch oder Fisch, eines für Gemüse (also Rohkost) und eines für Brot.

Der Grund hierfür ist, dass tierische Lebensmittel oftmals mit antibiotika-resistenten Keimen behaftet sind, die sich auf dem Schneidebrett ausbreiten und auf andere Lebensmittel übergreifen könnten, die wiederum nicht abgekocht werden.

Gemüse kann wiederum beim Schneiden stark abfärben (Rote Bete) oder intensive Gerüche entwickeln (Zwiebel, Knoblauch), die ans Schneidebrett abgegeben werden. Weder Brot noch Fleisch sollte im Anschluss darauf geschnitten werden und womöglich den Geruch des Gewürzes annehmen.

 

 

Schneidebretter aus Holz entwickeln über die Zeit oftmals eine schöne Patina. Sie sind langlebig und robust. (Foto: stock)

Schneidebretter aus Holz entwickeln über die Zeit oftmals eine schöne Patina. Sie sind langlebig und robust. (Foto: stock)

 

 

Schneidebrett aus Holz: Mit natürlicher Patina

Wer auf eine Mischung aus hochwertiger Optik und Hygiene setzt, wählt ein Schneidebrett aus Holz für die Küche. Bestimmte Holzsorten wie Kiefer, Bambus oder Olive haben dank ihrer besonders intensiven Gerbsäuren, sogenannte Tannine, eine antibakterielle Wirkung auf Lebensmittel. Zudem entwickelt Holz mit Kratzern und der Säure von Lebensmitteln über die Zeit eine schöne Patina, die jedes Schneidebrett einzigartig macht.

Dank des natürlichen Quellvorgangs können Holzschneidebretter kleine Schnitte und Kratzer auf der Oberfläche ausgleichen. Aus dem gleichen Grund dürfen sie aber oftmals nur von Hand gespült werden: Heiße Temperaturen und Spülmaschinenreiniger setzen Schneidebrettern aus Holz schneller zu und lassen sie rissig werden. Eine regelmäßige Imprägnierung mit Speiseöl kann kurzfristig Abhilfe schaffen.

 

 

Spülmaschine oder Handspülen ist gleichermaßen hygienisch

Unhygienischer ist eine Reinigung per Hand aber nicht: Laboruntersuchungen, die der WDR 2013 in Auftrag gab, haben ergeben, dass die meisten Keime sich auf einem Brett wiederfanden, das in der Spülmaschine gereinigt wurde. Holzbretter, die mit der Hand gespült wurden, sollten allerdings vollständig trocknen können. Die meisten Erreger, so die Experten, seien nicht trocknungsresistent und würden dadurch eliminiert werden.

Der Nachteil eines Schneidebretts aus Holz ist die schnelle Aufnahme von Gerüchen und Farben durch das Material: Rote Bete, Petersilie und andere stark färbende Lebensmittel sind noch Wochen nach dem Spülvorgang sichtbar und können mit ihren Farbpigmenten gut in das weiche Holz vordringen. Hier ist die Holzsorte von Bedeutung: dunkles Nussholz zeigt sich etwas resistenter gegen Verfärbungen als helles Eichen- oder Bambusholz.

 

 

Schneidebretter aus Kunststoff sind farbenfroh und langlebig. Aufgrund der Kerben und Rillen sollten sie aber noch gründlicher gereinigt werden, um Essensrückstände zu vermeiden. (Foto: stock)

Schneidebretter aus Kunststoff sind farbenfroh und langlebig. Aufgrund der Kerben und Rillen sollten sie aber noch gründlicher gereinigt werden, um Essensrückstände zu vermeiden. (Foto: stock)

 

 

Schneidebrett aus Kunststoff: Leicht, günstig und spülmaschinenfest

Schneidebretter aus Kunststoff sind leicht im Gewicht sowie unkompliziert in Reinigung und Handhabung. Da scharfe Messer schneller Rillen und Kratzer in dem weichen Material hinterlassen, ist es außerordentlich wichtig, die Kunststoff-Brettchen nach Benutzung ordentlich zu säubern. So wird vermieden, dass sich Essensreste und Keime in den Rillen festsetzen können.

Speziell ein Kunststoff-Schneidebrett für Fleisch sollte immer bei etwa 60 Grad gereinigt werden, um alle Bakterien beim Spülen abzutöten. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Brett für eine derartige Temperatur deklariert ist. Verfärbungen und Gerüche werden überdies bei so hohen Temperaturen zuverlässig vom Kunststoff gelöst und stellen kein Problem für ein Kunststoff-Brett in der Küche dar.

Das Schneidebrett aus Kunststoff ist also, ähnlich wie das Schneidebrett aus Holz, gut für den Umgang mit Lebensmitteln in der Küche geeignet. Unterschiede finden sich beim Preis, da Kunststoff-Schneidebretter wesentlich günstiger zu haben sind als Schneidebretter aus Holz. Zudem können Schneidebretter aus Kunststoff schnell billig wirken und sollten regelmäßig neu gekauft werden, um Abrieb und Gebrauchsspuren entgegenzuwirken.

 

 

Mit einer frischen Zitrone und grobkörnigem Salz lässt sich ein in die Jahre gekommenes Holzbrett rasch wieder säubern und desinfizieren. (Foto: stock)

Mit einer frischen Zitrone und grobkörnigem Salz lässt sich ein in die Jahre gekommenes Holzbrett rasch wieder säubern und desinfizieren. (Foto: stock)

 

Fazit… und ein Tipp zur Reinigung

Auf Schneidebretter aus Glas oder Stein (Marmor) sollten Sie in der Küche gänzlich verzichten. Kunststoff und Holz wiederum eignen sich nach Meinung von Experten gleichermaßen gut für den Gebrauch in der Küche. Je nach Optik und Stabilität unterscheiden sich die beiden Materialien stark im Preis: Holz kann schnell doppelt so teuer wie Kunststoff sein, wirkt aber auch hochwertiger und ist von Natur aus antibakteriell.

Während ein Schneidebrett aus Kunststoff problemlos im Geschirrspüler gereinigt werden kann, gibt es für die Reinigung von Holzbrettern neben einer heißen Temperatur auch den Trick mit Zitrone und Salz: Man reibe die benutzte Seite des Schneidbretts mit der Hälfte einer halbierten Zitrone ein und bedecke die Holzfläche mit einer dünnen Schicht an grobem Salz. Nach einer Einwirkzeit von 10 bis 15 Minuten reibt man das Salz mit der zweiten Zitronenhälfte nochmal in das Brett ein – gegebenenfalls mit ein paar Spritzern Zitronensaft.

Anschließend wird das Schneidebrett mit Wasser gesäubert – und ist damit nicht nur wieder sauber, sondern gleich auch desinfiziert.

 

Zum Autor
Susanne Maerzke
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.