Die wichtigsten Interior-Messen von Paris bis Mailand sind Geschichte. Zeit, einen Blick auf die derzeitigen Wohntrends 2025 zu werfen: Was hat sich bestätigt, was kommt neu dazu – und was haben Pilze und Tonkabohnen mit Sesseln und Sofas zu tun? Ein Überblick über 5 aktuelle Entwicklungen.
Design ist beständig im Wandel – daher lohnt es sich, auch mal unterjährig einen Blick auf die neuesten Entwicklungen in Sachen Interior zu werfen. Schließlich kommen all jene Trends, die noch Ende letzten Jahres für 2025 prognostiziert wurden, endlich im Handel und in unserem Zuhause an: Beige-, creme- und nudefarbene Töne, voluminöse Couch- und Polstermöbel, starke Stein-Statements in traumhafter Marmorierung für Tische und Oberflächen.
Parallel dazu schüren zahlreiche Designmessen die Vorfreude auf neue Liebhaberstücke. Die Maison&Objet in Paris, die Heimtextil in Frankfurt, der Salone del Mobile in Mailand und natürlich die zahlreichen kleineren Treffpunkte der kreativen Wohnszene in London, München, Stockholm und Kopenhagen zeigen, was kommt, was geht und was bleibt – und welche Wohntrends 2025 sich bereits fest etabliert haben.



Die Top 5 der Wohntrends 2025
1. Grobe Stoffe: Bouclé & Chenille
Eigentlich ist es nur eine konsequente Weiterentwicklung: Wo vormalig geradlinige Sofas und Beistelltische mit „klarer Kante“, minimalistische Beleuchtungen und zurückhaltende Accessoires als skandinavisch-japanische Wohnelemente dominierten, hält seit geraumer Zeit die italienische Großzügigkeit Einzug. Skulpturale Rundungen, organisch geformte Beistelltische und massiver Materialeinsatz – von Stein bis Wolle – charakterisieren den so lässigen wie eleganten Wohnstil.
Die ohnehin „taktilen“ Stoffe und Textilien werden nun zunehmend gröber: So halten neben Wolle, Cord und Leinen auch Bouclé (eine Mischung aus z.B. Wolle, Viskose und Acryl) und Chenille (das „Raupen-Garn“) Einzug bei Sofas und Polstermöbeln. Sie weisen oftmals eine typische „Knötchenstruktur“ oder ein grob geflochtenes Muster auf, das wiederum einen warmen und einladenden Eindruck erzeugt. Zusätzlicher Vorteil dieser Materialwahl: Flecken und Sitzabdrücke sind deutlich weniger sichtbar.


Schon gewusst? Wolle und Acryl haben eine höhere „Lichtechtheit“ als beispielsweise Baumwolle und Nylon. Dadurch halten sie länger einer konstanten Sonneneinstrahlung stand, ohne zu verblassen. Zugleich fangen diese grob gewebten Stoffe einfallendes Tageslicht aufgrund ihrer offen strukturierten Fläche besser ein und reflektieren es auf harmonische Weise.
Tipp: Einen spannenden Kontrast erzeugen Polstermöbler wie die österreichische Manufaktur Sedda, indem sie groben Wollstoff mit glattem Büffel- oder Rinderleder veredeln, beispielsweise an den Reißverschlüssen der Couch- und Kissenbezüge.
2. Die Wand als Gestaltungselement: Tapeten & Wandteppiche
Ihren, nun ja, „Durchbruch“ als Gestaltungselement erleben Wände alle paar Jahre wieder. Wer sich an das Thema herantraut, probiert sich zunächst an Wandfarben aus, die dem Raum einen gewissen Charakter verleihen.
Auf die Spitze getrieben wird die Wand als Wohntrend 2025 allerdings mit kräftig bedruckten Tapeten und Wandteppichen. Als digital bedruckte Textilie lassen sich damit nicht nur sämtliche Motive abbilden, sondern auch im Handumdrehen Räume einkleiden. Dazu braucht es nicht einmal besonders viel Fingerspitzengefühl, weil sich moderne Tapeten sehr simpel lösen und wiederverwenden lassen. Beliebt sind – wie schon im Polstermöbelbereich – grob texturierte Oberflächen aus Glasfaser, Vlies oder Flachs. Mit speziellen Oberflächenbeschichtungen lassen sich diese Tapeten und Wandverkleidungen sogar wasserfest in Bad oder Küche einsetzen – und verleihen dem Interieur mit Dschungel-, Blüten- oder unifarbener Stilistik eine unvergleichliche Note. Das Highlight für 2025? Animal Prints.


Schon gewusst? Neben digital bedruckter Glasfaser gibt es auch den Rohstoff „Grasfaser“. Er wird aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt, ist nachhaltig, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend – und besticht mit einer natürlich texturierten Oberfläche.
Tipp: Außergewöhnliche Tapeten in hoher Qualität bieten unter anderem die bayerische Manufaktur „k’moor“ aus Kolbermoor bei Rosenheim sowie die Ben Elmecker GmbH („Fresko Wandbekleidung“) aus dem österreichischen Rainbach im Mühlkreis.
3. Retro-Charme: Cognac und Mokka treffen auf Gelb und Blau
Die Farbe des Jahres 2025 ist bekanntermaßen „Mocha Mousse“ – ein warmes, sattes Braun in köstlicher Nuancierung, das sich von luftigen Terrakotta-Tönen bis hin zu kräftigem Cognac oder dunkelbraunem Cord variieren lässt. Polstermöbel in diesen Tönen passen sich hervorragend an den harmonischen Farbmix aus Creme, Magnolie und Beige an und „erden“ einen Raum buchstäblich.
Als ob die Rückkehr des charakteristischen 1970er Jahre-Brauns nicht genug wäre, platzieren viele Möbelhersteller derzeit Tische, Stühle und Sideboards in Orange und Gelb als Eye-Catcher im Wohnraum. Frische und Farbintensität vermittelt beispielsweise Fermob mit den Tönen „kandierte Orange“ und „Maya-Blau“. Dazu kombiniert der französische Produzent – „quelle surprise“ – das dunkle Braun der Tonkabohne.



Schon gewusst? Weil die Farben Gelb, Orange und Braun im Farbkreis nebeneinander liegen, lässt sich dieser Trend mit Retro-Charme als sanftes „Colour-Blocking“ im Wohnraum einsetzen.
Tipp: Im Sortiment von Christine Kröncke sowie beim österreichischen Möbelproduzenten Schösswender finden sich unzählige Polsterdekore in leuchtenden Farben wieder. Einige Modelle lassen sich sogar nach individuellen Vorstellungen beziehen – für Einzelstücke, die keinem Trend folgen, sondern nur dem persönlichen Geschmack.
4. Smart Furniture: Mit Soundmodul und KI-Design
Work smarter, not harder: Das könnte die neue Devise sein, denen Möbeldesigner – gleich nach dem Allzeitklassiker „form follows function“ – künftig deutlich öfter folgen. „Smart Furniture“ ist ein Riesentrend der globalen Möbelszene, der gerade noch in seinen Anfängen steckt. Er nähert sich dem Thema Einrichtung von gleich zwei Seiten: Zum einen ist damit die Art und Weise gemeint, wie Möbel produziert werden. So nutzt beispielsweise die Outdoor-Kollektion „Alma“ von Paola Lenti schon jetzt generative Algorithmen und CNC-Technologie, um leichte Edelstahlrahmen mit elastischem Netzgewebe zu schaffen. Sie verzichtet auf traditionelle Polsterungen und setzt dafür auf nachhaltige Materialien wie biologisch abbaubare, recycelte Polyesterfüllungen.
Zum anderen werden Möbel durch „Smart Furniture“ zu multifunktionalen Einrichtungselementen. Tische, Stühle und Sitzmöbel werden mit eingebauten Ladestationen, Soundmodulen und Lichtquellen ausgestattet, die mitunter bereits kabellos verbaut sind. Eine IoT-Anbindung („Internet of Things“) ermöglicht Einstellungen für Stühle oder Betten, die auf Benutzerpräferenzen angepasst sind und zukünftig nicht nur als komfortable Spielerei dienen sollen, sondern zu Vermessungszwecken herangezogen werden können: Beispielsweise als intelligenter Bettrahmen mit Sensoren zur Gesundheitsüberwachung, geführten Meditationsroutinen und Positionsanpassungen zur Schnarchreduktion; ebenso als Spiegel mit Augmented-Reality-Funktionen, die virtuelle Outfits anzeigen oder Gesundheitsdaten in Echtzeit liefern.


Schon gewusst? Die von Designer Philippe Starck für KARTELL entwickelte „A.I. Family“ wurde mithilfe Künstlicher Intelligenz entworfen und gilt als das weltweit erste Designobjekt aus der Hand einer KI.
Tipp: Der „Sobro Smart Coffee Table“ ist ein Couchtisch mit eingebauten Lautsprechern, Kühlschrankfach, LED-Beleuchtung und USB-Ladeanschlüssen.
5. Down to Earth
Bevor wir uns mit Künstlicher Intelligenz in die unendlichen Sphären zukünftiger Designvisionen katapultieren, kehren wir lieber nochmal zu den Wohntrends 2025 zurück, die bereits ganz real existieren. Zugegeben: Die Nachhaltigkeit steht als Kaufkriterium in klammen Zeiten leider nicht ganz oben auf der Liste derzeitiger Möbelshopper. Bei Designerinnen und Designern aber glücklicherweise umso mehr. In die oben genannten Entwicklungen – also Wolle und Leinen als Polsterbezug, Flachs und Grasfaser für Wandverkleidungen – reiht sich auch Linoleum als natürliches Material aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Das Produkt setzt sich hauptsächlich aus Leinöl, Holz- oder Korkmehl, Kalksteinpulver, Naturharzen und Jutegewebe zusammen und kommt bereits als Frontverkleidung für Sideboards, Schränke und Küchenauszüge zum Einsatz.
Öfter zum Zug kommen mittlerweile auch Materialien wie Kork, Bambus, Jute oder sogar Myzelium (eine Pilzstruktur), die als Polsterung für Sitzschalen oder als Verkleidung für Wohnmöbel genutzt werden.



Schon gewusst? Einige Designer tüfteln gerade an biobasierten Schaumstoffen aus Algen, die ressourcenschonend gewonnen werden können. Sie könnten für Sitzmöbel sowie Matratzen zum Einsatz kommen.
Tipp: Möbelproduzenten mit nachhaltigen Materialien im Sortiment sind u.a. Normann Copenhagen, Jan Cray, Brühl, Livom, Leicht Küchen und Rotpunkt Küchen.
>>> Lassen Sie sich bei ausgewählten Küchen- und Möbelhäusern zu den aktuellen Wohntrends 2025 beraten – garantiert stilvoll und zeitlos. Profi-Einrichter finden Sie unter diesem Link.
