Die Küchentrends 2019: viel Holz, viel Schwarz, viel Stauraum

10.10.2018 | Susanne Scheffer
Die Küchentrends 2019 handeln von viel Holz, halboffenen Küchen - und einem neuen Mittelpunkt des Küchenraums. (Foto: next125)

Was erwartet uns 2019 in der Küche? Kurzgesagt: interessante Gegensätze. Die puristische Gemütlichkeit zieht dank klarer Formen und warmer Materialien wie Holz in den Küchenraum ein. Lesen Sie unsere Prognose zu den Küchentrends 2019, die sich um dunkle Möbel, warme Holztöne und sanft abgegrenzte Küchenräume drehen. Und um die Küchenspüle natürlich.

 

 

Echte Trends brauchen Jahre, um sich durchzusetzen – und verschwinden auch nicht so schnell wieder von der Bildfläche. Dennoch füttern uns Möbel- und Gerätehersteller auf den zahlreichen Küchenmessen jedes Jahr wieder mit Neuigkeiten, die das kommende Küchenjahr bringen soll. Warum es sich trotzdem lohnt, genauer hinzuschauen, ist schnell erklärt: irgendwann nehmen Trends ihren Lauf, und das kann nur wissen, wer jetzt schon liest, was morgen kommt.

So halten die Küchentrends 2019 auch einige Designideen bereit, die lange schon erahnbar waren – wie die Weiterentwicklung des Smart Home oder der Einfluss dunkler Töne auf den Küchenraum – und kreieren doch auch Überraschungen: die Küchenspüle wird bei vielen Herstellern nun als das neue Zentrum der Küche zelebriert.

Lesen Sie, welche sieben Küchentrends 2019 wichtig werden:

 

 

Küchentrends 2019: 1) Offene Wohnküchen werden begrenzt

Die offene Küche ist aus modernen Planungen nicht mehr wegzudenken; sei es aus ästhetischen Gründen oder auch einfach, weil der knapp bemessene Wohnraum Architekten dazu zwingt. Dennoch kündigt sich für das Jahr 2019 eine Trendwende an: Küchen teilen zwar weiterhin einen Raum mit Ess- und Wohnmöbeln, werden aber zunehmend leicht abgegrenzt in ihrer Einheit.

Das kann über Raumteiler in Form von Regalen geschehen, die von beiden Seiten aus zugänglich sind, aber auch über reale, halbeingezogene Wände oder sogar über verschiedene Ebenen der Wohnung, die über offene Brüstungen und Treppen miteinander verbunden sind. In den USA macht sich dieser Trendwandel als sogenanntes „Broken Plan Living“ schon länger bemerkbar. In Deutschland und Europa sorgen Firmen wie LEICHT, häcker, bulthaup und SieMatic mit Metallstreben, freischwebenden Hängeregalen oder speziellen Sideboards für eine sanfte Abgrenzung des offenen Küchenraums, der dennoch fließend in den Wohnbereich übergeht.

 

 

Die Küche bleibt auch in 2019 offen geschnitten. Das "Broken Plan Living" sorgt aber erstmals seit Jahren wieder dafür, dass Zwischenwände und Schränke den Raum dezent begrenzen. (Foto: Dross & Schaffer München Ost)

Die Küche bleibt auch in 2019 offen geschnitten. Das “Broken Plan Living” sorgt aber erstmals seit Jahren wieder dafür, dass Zwischenwände und Schränke den Raum dezent begrenzen. (Foto: Dross & Schaffer München Ost)

 

 

Küchentrends 2019: 2) Die Spüle als neuer Mittelpunkt der Küche

Es waren natürlich zunächst die Spülenhersteller selbst, die der Küchenspüle eine besondere Funktion zuschrieben: die Spüle als Ort des Geschehens in der Küche, an der man nahezu alle Schritte des Arbeitsprozesses in der Küche erledigen kann. BLANCO ließ verschiebbare Schneidbretter auf den Abtropfbereich seiner Spülen anpassen und kreierte beim Modell COLLECTIS 6 S einen Auffangbehälter für Küchenabfälle gleich mit dazu. SCHOCK rief die Prepstation aus, die mit einem Holzbrett als Arbeitsplatz an der Spüle und der kratzfesten Oberfläche Cristadur für das direkte Schneiden auf der Spülenplatte geeignet ist. Und Franke kreierte das Franke Box Center, das Schneidebretter und Schneidemesser griffbereit an der Spüle platziert.

Den wirklichen Ritterschlag als Küchentrend 2019 bekam die Spüle dann allerdings, als Premiumküchenhersteller bulthaup sie zum neuen Mittelpunkt der Küche ausrief. Der Grund? Profiköche könnten stundenlang ohne Strom, aber nie ohne Wasser auskommen, um ihre Speisen zu kreieren. Anlass genug für die bulthaup-Designer, die Spüle noch funktionaler zu gestalten (beispielsweise mit abgeschrägtem Abtropfbrett und einsetzbaren Körben). Für 2019 darf damit gerechnet werden, dass auch andere Küchenhersteller diesem Beispiel folgen.

 

 

Die Spüle rückt auf zum individuell ausstattbaren Zentrum der Küche. Viele Arbeiten wie Waschen, Schneiden, Spülen und Anrichten lassen sich direkt hier verrichten - unter besonders hygienischen Umständen. (Foto: BLANCO)

Die Spüle rückt auf zum individuell ausstattbaren Zentrum der Küche. Viele Arbeiten wie Waschen, Schneiden, Spülen und Anrichten lassen sich direkt hier verrichten – unter besonders hygienischen Umständen. (Foto: BLANCO)

 

 

Küchentrends 2019: 3) Holz kehrt zurück

Holz ist eines der schönsten Materialien, die die Natur zu bieten hat. Und so richtig war Holz natürlich auch nie weg – jedoch: in der Küche verband man damit jahrelang altmodische Landhausküchen und schwer zu pflegendes Material, das sich ausdehnt, Schmutz wie Farbstoffe aufsaugt und durch Flüssigkeiten wie Wasser aufquillt und verzieht.

Mit dem Interesse am dänischen Lebensstil „Hygge“ und der damit verbundenen Hinwendung zu den gemütlichen eigenen vier Wänden ist auch die Begeisterung für Holz wieder gewachsen. Küchenhersteller LEICHT präsentierte Holz als Bestandteil seiner Küchentrends 2019 – im Modell „Solid“ wird es mit minimalistischem Kunststofflack matt kombiniert und erzeugt so ein bodenständiges Wechselspiel zwischen elegant und natürlich. Auch in der Materialkombination „Metropolitan Merge“ tritt Holz wieder auf den Plan, dieses Mal als exotische Bergrubinie.

Ebenso auf Holz setzt der ostwestfälische Küchenhersteller rational, der sich mit seinem Rahmenprogramm „cascade“ einen neuen Anstrich verliehen hat und nun neben deutscher Ingenieurskunst auf italienisches Design setzt. Das beinhaltet neben feinstem Naturstein auch elegante dunkle Hölzer wie Nussbaum, Berglärche und Wildeiche.

Luxusküchenhersteller SieMatic verarbeitet Echtholz in seinen kostbaren Küchenmodellen gemeinsam mit Glas, Metall und Naturstein, sodass aus dunklen, schweren Holzschränken mit den richtigen Lichteinsätzen und metallischen Streben majestätisch anmutende Küchenzeilen werden, die Purismus neu definieren.

Auch Arbeitsplattenhersteller Lechner, der mit der am häufigsten beanspruchten Oberfläche der Küche arbeitet, präsentierte erst kürzlich auf der area30 neue Arbeitsplatten aus Massivholz in sechs unterschiedlichen Dekors, die entsprechend gepflegt werden müssen, aber warmes und modernes Design in den Küchenraum bringen.

 

 

Holz dominiert wieder die Küchenentwürfe der hochwertigen Hersteller wie LEICHT, SieMatic und rational. Als Furnier oder Dekor, als Kante oder Echtholzfront wird es als warmer Kontrast zu Glas und Metall eingesetzt. (Foto: LEICHT)

Holz dominiert wieder die Küchenentwürfe der hochwertigen Hersteller wie LEICHT, SieMatic und rational. Als Furnier oder Dekor, als Kante oder Echtholzfront wird es als warmer Kontrast zu Glas und Metall eingesetzt. (Foto: LEICHT)

 

 

Küchentrends 2019: 4) Der Landhausstil kehrt zurück

Früher durch altmodisch zugeschnittene Holzfronten verschrien, kehrt der Landhausstil mit modern geschliffenen Holzfronten in zarter Rahmenoptik zurück. Elegante Ausprägungen hierfür finden sich in LEICHTs Modell „Verve, welches allerdings schon für 2018 präsentiert wurde. Dass der Trend sich 2019 fortsetzt, zeigt der anhaltende Erfolg der britischen Firma Neptune, die mittlerweile auch in Deutschland sehr erfolgreich rustikale Küchen im englischen Landhausstil verkauft – und damit einhergehend Maßstäbe für individuell handgeschreinerte Küchenmöbel setzt.

Fündig werden Interessenten in allen Preiskategorien: der budgetfreundliche Hersteller häcker hält ebenso wunderschöne Küchen im Landhausstil bereit wie der Premiumküchenhersteller zeyko. Die Küchentrends 2019 zeigen, dass sich die Begriffe „puristisch“ oder „elegant“ und „Landhaus“ nicht mehr ausschließen.

 

 

Der Landhausstil wird puristischer, klar definierter - und damit auch wieder modern: Hersteller setzen für die Küchentrends 2019 verstärkt auf diesen Stil. (Foto: häcker)

Der Landhausstil wird puristischer, klar definierter – und damit auch wieder modern: Hersteller setzen für die Küchentrends 2019 verstärkt auf diesen Stil in modernen Farben und Materialien. (Foto: häcker)

 

 

Küchentrends 2019: 5) Black is… the new Black

Bereits auf der EuroCucina 2018 im April zeigte sich, was 2019 – und voraussichtlich auch die kommenden Jahre – als Farbgebung den Küchenraum dominieren wird. Darunter sind viele dunkle Töne wie eloxiertes Aluminium, anthrazitfarbener Kunststoff oder Natursteine in Greige, weil die Italiener schwere Töne lieben und, anders als ihre deutschen Nachbarn, auch für einen lebhaften Raum wie die Küche nicht scheuen.

Auf Schwarz wiederum können sich die Designer aller Länder einigen: die geheimnisvolle, tiefdunkle Farbe kommt einfach nie aus der Mode und war in satten, mattlackierten Tönen auch bei vielen deutschen Küchen- und Geräteherstellern zu sehen. Schwarz taucht als Farbe von Regalstreben auf (LEICHT), als elegante Arbeitsfläche in Fenix mit Antifingerprint (next123) oder als getöntes Glas in Carbonblack für hochwertige Einbaugeräte (Bosch). Hieß es früher bei Farbtrend, es sei das neue Schwarz, kann man für die Küchentrends 2019 festhalten: Schwarz hat sich seinen Platz zurückerobert – falls es je weg war.

 

 

Reduzierte Optik, sinnliche Farbgebung: Schwarz wird 2019 wieder ein Favorit als Küchenfarbe, der Fronten, Arbeitsplatten und Geräte erfasst. (Foto: next125)

Reduzierte Optik, sinnliche Farbgebung: Schwarz wird 2019 wieder ein Favorit als Küchenfarbe, der Fronten, Arbeitsplatten und Geräte erfasst. (Foto: next125)

 

 

Küchentrends 2019: 6) Neue Stauräume werden erschlossen

Ein Küchenraum ist nur so gut wie der Planer, der ihn realisiert. Stauraum ist eine der drängendsten Anforderungen, die es zu beachten gilt – und geht doch oft zulasten der Ästhetik eines schönen Küchenraums. Dennoch kristallisiert sich für die Küchentrends 2019 eine klare, visuelle Einbeziehung des Stauraums ab: er wird in Form von vertikal genutzten Flächen und horizontal verschiebbaren Flächen sichtbar gemacht.

Die perfekte Realisierung zeigte bulthaup auf der EuroCucina 2018 mit seinem neuen Modell der bulthaup b3: die Kücheninsel besteht nun aus einer offenen Edelstahlwanne für Küchenutensilien aller Art, die mit verschiebbaren Arbeitsplatten abgedeckt und bei Bedarf verschlossen werden kann. So ist alles schnell zur Hand und dennoch nach außen hin minimalistisch gestaltet und nicht einsehbar.

Premiumküchenhersteller SieMatic wiederum spielt mit Stauraum an der Küchenrückwand, in dem Nischen mit Ölen, Gewürzen oder Küchenwerkzeug befüllt werden können, die sich anschließend mit einer Klappe visuell verschließen lassen. Neue Stauräume helfen, für Ordnung zu sorgen, ohne die Küche mit zusätzlichen Schränken verstellen zu müssen. Eine kreative Idee für wandhängenden Stauraum finden Sie hier.

 

 

Stauräume werden 2019 auf spielerische Weise neu erschlossen: diese Edelstahlwanne des Luxusküchenherstellers bulthaup lässt sich individuell bestücken und kann, je nach Bedarf, mit verschiebbaren Arbeitsplatten vor neugierigen Blicken verborgen werden. (Foto: bulthaup)

Stauräume werden 2019 auf spielerische Weise neu erschlossen: diese Edelstahlwanne des Luxusküchenherstellers bulthaup lässt sich individuell bestücken und kann, je nach Bedarf, mit verschiebbaren Arbeitsplatten vor neugierigen Blicken verborgen werden. (Foto: bulthaup)

 

 

Küchentrends 2019: 7) Das Smart Home: weniger Tasten, mehr Automation durch Sensoren

Natürlich darf es nicht fehlen: wer über die Zukunft berichten will, und damit über die Küchentrends 2019, muss sich mit dem Smart Home auseinandersetzen. Ähnlich wie der offene Küchenraum, die Farbe Schwarz oder Holz als Hauptmaterial einer Küche hat das Smart Home als Trend schon lange Bestand – und entwickelt sich doch beständig weiter.

Für 2019 kündigt sich eine weitere Automation des Smart Homes an, ohne, dass der Nutzer es via Smartphone extra in Gang setzen muss, so zum Beispiel in Form des selbstdosierenden Geschirrspülers (Miele), der selbstdosierenden Waschmaschine (Bosch, Siemens) oder des mitdenkenden Kochfelds (V-ZUG, Miele, Siemens), dessen Gareinstellungen dem jeweiligen Kochgeschirr überallhin folgen auf dem Kochfeld.

Zukünftig wird das Smart Home zudem nicht nur mit weniger menschlichen Eingriffen in die Technik zurechtkommen, sondern sich auch im Design verschlanken: immer weniger Tastengriffe und Knöpfe werden nötig sein, um Einstellungen zu treffen. Vieles generiert das Smart Home aus gesammelter Erfahrung (beispielsweise, wie lang ein Gericht zum Backen benötigt, bis es gar ist), anderes wird über Sensoren wahrgenommen (beispielsweise, wie verschmutzt Teller und Tassen im Geschirrspüler sind).

Ein puristisches Design bietet auch die Aussicht des neu präsentierten Lichtsystems CERAN EXCITE, das Nutzer künftig über LEDs lenken oder den Kochprozess steuern soll. Knöpfe und Hebel fallen weg. Die Zukunft wird filigraner denn je.

 

 

Das Smart Home wird uns künftig nicht nur verstärkt Arbeit abnehmen, sondern diese auch selbst anweisen und prozessieren. Statt wie bisher auf Knopfdruck, wird vieles automatisch voreingestellt ablaufen und durch Lichtsignale angezeigt werden. (Foto: SCHOTT Ceran Excite)

Das Smart Home wird uns künftig nicht nur verstärkt Arbeit abnehmen, sondern diese auch selbst anweisen und prozessieren. Statt wie bisher auf Knopfdruck, wird vieles automatisch voreingestellt ablaufen und durch Lichtsignale angezeigt werden. (Foto: SCHOTT Ceran Excite)

 

 

Küchenfachhändler, die mit Ihnen gern ins neue Küchenjahr 2019 und die Zukunft der Küche starten, finden Sie hier.

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.