Küchen im Industrial-Look: Metall, Holz und Beton

29.07.2016 | Susanne Scheffer
Stillgelegte Fabrikhallen und Industriegebäude werden immer öfter umgebaut in großzügige, elegant und gemütlich eingerichtete Lofts. (Foto: unsplash)

Stillgelegte Fabrikhallen und Industriegebäude werden immer öfter umgebaut in großzügige, elegant und gemütlich eingerichtete Lofts. (Foto: unsplash)

Industrial Design mit Holz, Metall und Backstein

Wohnen im modernen Industrial-Look findet heute jeder cool. Unverputzte Backsteinfassaden, Holz, Metall, Beton und Stein sowie großzügig geschnittene Räume und viel Licht definieren diesen Stil, und es scheint eine gewisse Lässigkeit derer, die dort wohnen, durchzudringen – dabei ist die Wohnung bis ins kleinste Detail durchdacht und ausgestattet. Tatsächlich ist der raue Einrichtungsstil heutiger designorientierter Großstädter eigentlich die Errungenschaft von Künstlern und Freigeistern, die verfallene, leerstehende Fabrikhallen Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre in lichtdurchflutete Küchen- und Wohnräume, sogenannte Lofts oder Penthouses, verwandelten.

Hohe Decken, freigelegte Rohre und Massivholzschränke unterstreichen den einfachen, harten Industrial-Look.

Hohe Decken, freigelegte Rohre und Massivholzschränke unterstreichen den einfachen, harten Industrial-Look. (Foto: Olya Shangina, Russland)

Wie hole ich mir den Industrial Look nach Hause?

Lofts oder großzügige Altbauwohnungen im Industrial Look zeichnen sich oftmals vor allem durch extrem hohe Decken, große Fenster und geräumige, kaum unterteilte Zimmer aus. Die alte Halle oder ehemalige Industriebüros bleiben durch Steinmauern oder Betonwände sichtbar; auch alte Bodendielen oder Betonböden bleiben oftmals so, wie sie sind und werden lediglich einer intensiven Pflege unterzogen.

Der Charme liegt beim Industrial-Look im Kontrast: Den rauen Materialien und dunklen Stoffen gegenüber treten helle Kissen und Decken, Lammfellvorleger, skulpturartige Leuchten, warme Holztische und cleane Küchen im einfach-puristischen,

Dank ihrer Größe sind ehemalige Industrie-Lofts oftmals sehr geräumig und lichtdurchflutet. (Foto/Design: Diana de Kergal, Paris)

Dank ihrer Größe sind ehemalige Industrie-Lofts oftmals sehr geräumig und lichtdurchflutet. (Foto/Design: Diana de Kergal, Paris)

unifarbenen Stil mit grüner Bepflanzung und hochmodernen Geräten. Industrial Design hat also immer auch etwas mit einem Materialmix zu tun, ob grob mit weich, dunkel mit hell oder alt mit neu – und durchdesignt. Denn das ist allen Wohnungen, die im Industrie-Look umgebaut werden, gleich: Sie setzen die Wohn- und Küchenräume so in Szene, dass man ein Gefühl von Freiheit bei zeitgleicher absoluter Behaglichkeit erlangt.

 

Industriefassaden passen zuhause wie im Café nebenan

Nachdem sich Architekten und Designer an den ersten Lofts, Appartements und Fabrikhallen bereits vor Jahren schon privat versucht hatten und damit erfolgreich fuhren, setzt sich das Konzept nun immer weiter durch – sei es in den eigenen vier Wänden oder auch in der Gastronomie und im Modesektor. Zwischen roten Backsteinziegeln und unlasierten Holzböden werden Jeans ebenso verkauft wie frisch aufgebrühter Arabica-Kaffee und von Hand belegte Lachsbagel. Die Menschen fühlen sich wohl im Industrial-Look, weil es eine Lässigkeit an den Tag legt, der man sonst nur zuhause begegnet – hier kann man sein, wie das verarbeitete Material, nicht ganz perfekt, mit Ecken und Kanten, aber doch bewusst in Stil und Ausdruck. Nicht umsonst wird der Industrial-Look oftmals auch als Urban Look bezeichnet: Es ist die Naturverbundenheit des Großstädters, die er im Gegensatz zum Landhauslook dann lieber doch mit Stahl, Massivholz, Stein und Beton ausdrückt. Wild eben – und ziemlich individuell.

 

Schauen Sie bei unserer Fotogalerie vorbei und lassen Sie sich inspirieren vom rauen und doch charmanten und wohnlichen Industrielook.

Auch in Restaurants und Coffeeshops wird immer öfter der angesagte Industrial-Look eingesetzt: Warmer Kaffee und weiche Buns zwischen rauen Fassaden. (Foto: Nafinia Putra)

Auch in Restaurants und Coffeeshops wird immer öfter der angesagte Industrial-Look eingesetzt: Warmer Kaffee und weiche Buns zwischen rauen Fassaden. (Foto: Nafinia Putra)

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Der Industrial Look soll ästhetisch und einfach rüberkommen, ist oftmals aber sogar ziemlich teuer. Um “heruntergekommen” auszusehen und dennoch Wohnstandards zu genügen, muss viel in Wärme- und Schalldämmung investiert und Materialien erneuert werden. Dafür heißt es beim Interior oft genug “DIY (Do it yourself)” – als Regale bieten sich alte Lagergestelle an, die mit Holzplatten ausgelegt werden. Stühle und Kissen dürfen zusammengewürfelt vom Flohmarkt kommen. Und die nackte Lampe ohne Leuchtschirm ist ebenfalls wieder in! Eine gute Gelegenheit, den Küchen- und Wohnraum mal wieder ein wenig kostengünstig umzuräumen, findet unsere Autorin. Hochwertige Accessoires und Industrie-Design findet sich übrigens auch hier.