Renovieren in der Küche: wann, wenn nicht jetzt?

07.04.2020 | Dilara Suzuka
Das Renovieren in der Küche passt nicht nur perfekt zum Monat April, in dem alles neu hergerichtet wird - es ist jetzt auch die richtige Zeit, um über wichtige Entscheidungen nachzudenken. (Foto: adobe stock/ aetb)

Viele Menschen suchen nach guten Nachrichten dieser Tage, in denen die Magazine gefüllt sind mit Krankenstatistiken und düsteren Wirtschaftsprognosen. Doch es gibt sie, die optimistischen Aussichten für die 2. Jahreshälfte 2020: endlich werden Projekte angegangen, die viel zu lange brach liegen und stets aufgeschoben wurden – zum Beispiel das Renovieren in der Küche. Waren die Fallzahlen für 2018 und 19 bereits sehr gut, könnte sich das 2020 nochmals steigern. Zu tun gibt es genug – und wer mehr Zeit zuhause verbringt, sieht auch die Notwendigkeit deutlicher. Wir geben Ihnen einen Überblick, wieviel Geld eine Renovierung in der Küche durchschnittlich kostet und welche Beweggründe Kunden hierfür angeben.

 

 

Prognose: Shutdown birgt auch Chancen

Eine waghalsige Prognose für 2020 könnte lauten: 98% der Menschen haben sich den Beginn des Jahres 2020, das die Renaissance der „Goldenen 20er Jahre“ einläuten sollte, anders vorgestellt. Schließlich schmieden viele Menschen schon am Ende eines Jahres große Pläne für die kommenden zwölf Monate. Endlich in unbekannte Gefilde verreisen, endlich einen Karrieresprung machen, endlich Umzug, Renovierung oder Kauf von wichtigen Objekten anstreben. Doch mit dem Coronavirus kam der Stillstand.

Optimisten gehen aber bereits jetzt davon aus, dass der erzwungene Shutdown durch COVID-19 auch gewisse Chancen birgt. Fernab von Zynismus sollte man sicherlich all jene bedenken, die finanzielle, wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden durch das Virus davon tragen und sich in der zweiten Jahreshälfte 2020 davon zunächst erholen müssen. Für viele andere jedoch bedeutet die gesetzlich vorgeschrieben Hausquarantäne bisweilen auch die Möglichkeit, vor sich hergeschobene Projekte anzugehen – und endlich zu realisieren.

 

 

Viele Menschen arbeiten derzeit im Home Office - und verbringen generell mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Da kann nicht nur Langeweile aufkommen, sondern auch der Wunsch, lang liegengelassene Projekte endlich anzugehen. (Foto: adobe stock/ SkyLine)

Viele Menschen arbeiten derzeit im Home Office – und verbringen generell mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Da kann nicht nur Langeweile aufkommen, sondern auch der Wunsch, lang liegengelassene Projekte endlich anzugehen. (Foto: adobe stock/ SkyLine)

 

 

Architekturplattform Houzz: Studie zum Renovieren in der Küche

Im September 2019 veröffentlichte die große Interior- und Architekturplattform Houzz die alljährliche Umfrage zu Renovierungen im Privathaushalt. Abgefragt werden neben der Art der Renovierung auch die Beweggründe, Höhe der Ausgaben und die am häufigsten angegangenen Projekte. Allen Vorhaben an Haus und Garten stets eine Nasenlänge voraus: die Küche. Sie bildet nach wie vor das Herzstück des Wohnens, wird mit dem meisten Geld bedacht und ist am häufigsten Zielobjekt einer Überarbeitung oder Neuplanung.

Mag das noch voraussehbar gewesen sein, überrascht der Anlass, mit dem das Renovieren in der Küche häufigsten begründet wurde: „lange geplant und jetzt endlich Zeit dafür gefunden“ gaben ganze 42% der Befragten zu Protokoll. Die Zahl rangiert vor einem Hauskauf, Familienzuwachs oder langem Sparen, das den Projektbeginn veranlasst hätte.

Das lässt Küchenplaner trotz aller Einschränkungen des öffentlichen und geschäftlichen Lebens vorsichtig zuversichtlich auf die zweite Jahreshälfte 2020 blicken. Die Zahlen von 2018 und 2019 werden sich voraussichtlich auch 2020 zugunsten der Küche entscheiden. Wann, wenn nicht jetzt sitzen viele Bürger daheim und versuchen, die Zeit zwischen Kinderbetreuung, Home Office und den allernotwendigsten Einkäufen totzuschlagen? Es soll weniger eine verharmlosende Betrachtung denn eine hoffnungsvolle Chance sein, jetzt über das Renovieren in der Küche nachzudenken. Studios können verlorengegangenen Umsatz und hart erkämpfte Mieteinnahmen aufholen; Käufer können hinausgezögerte Projekte angehen.

 

 

Houzz ist eine amerikanische Plattform, die Vorher-Nachher-Projekte für alle Räume des Hauses vorstellt und regelmäßig Studien erhebt zum Renovierungsverhalten seiner Leser. Besonders beliebt: die Küche. (Foto: Houzz)

Houzz ist eine amerikanische Plattform, die Vorher-Nachher-Projekte für alle Räume des Hauses vorstellt und regelmäßig Studien erhebt zum Renovierungsverhalten seiner Leser. Besonders beliebt: die Küche. (Foto: Houzz)

 

 

Gründe zum Renovieren in der Küche: verbesserte Funktionalität – und Design

Dabei hilft nicht nur, dass viele nun endlich die notwendige Zeit und Muße haben, sich auseinanderzusetzen mit einem Neukauf oder dem Renovieren in der Küche. Durch die vielen verbrachten Stunden daheim wird auch bewusst, was man ändern könnte oder gar muss: mehr Stauraum muss her durch die erheblich vergrößerten Vorratsmengen, die Beleuchtung ist nur unzureichend auf Essen und Arbeiten in der Küche ausgelegt und ein Backofen auf Brusthöhe, damit man sich nicht ständig bücken muss – das wär’s.

Außerdem macht der alte Dunstabzug so viel Lärm, dass man tatsächlich über diese neuen Induktionskochfelder mit Downdraft nachdenken könnte; der Geschirrspüler gehört repariert und das Kochen wird umso schöner, je schneller man die notwendigen Utensilien zur Hand hat. Laut der Houzz-Studie macht eine verbesserte Funktionalität aber tatsächlich „nur“ 54% der Beweggründe für eine Renovierung der Küche und anderer Räume aus.

An erster Stelle steht eine Verbesserung des Designs bzw. „look-and-feels“ mit satten 60%. Das können im Fall der Küche ausgetauschte Fronten, neue Arbeitsplatten oder eine Neugestaltung des Essbereichs sein, oder aber, etwas größer gedacht, eine Neugestaltung des Raums, um endlich die ersehnte Wohnküche mit freistehender Kücheninsel zu realisieren.

 

 

Das Renovieren in der Küche kann nun endlich durchdacht werden. Vom Austauschen der Geräte oder Fronten bis hin zum Mauerdurchbruch mit Erweiterung des Essbereiches ist alles möglich - Planer und Monteure stehen bereit. (Foto: adobe stock/ ArchIVIZ)

Das Renovieren in der Küche kann nun endlich durchdacht werden. Vom Austauschen der Geräte oder Fronten bis hin zum Mauerdurchbruch mit Erweiterung des Essbereiches ist alles möglich – Planer und Monteure stehen bereit. (Foto: adobe stock/ ArchIVIZ)

 

 

Gern gesehen: die Nachhaltigkeit – selten genutzt: das Smart Home

Immerhin ein Großteil der Befragten nutzen die Renovierung der Küche und des Hauses auch zur Verbesserung der Energieeffizienz (45%) sowie zur Integration umweltfreundlicher Materialien (32%). Soweit, so erwartbar? In Erstaunen versetzt die Studie mit dem hinteren, weit abgeschlagenen Rang: lediglich 12% der Befragten wollten ihre Renovierung in der Küche auch für eine Integration des Smart Home nutzen. Damit wird klar: Kühlschränke dürfen effizienter kühlen, Backöfen schneller backen und Dunstabzüge optisch verschwinden. Innovationen wie die Vernetzung der Geräte untereinander oder die externe Steuerung der Objekte durch das Smartphone des Nutzers werden aber nur schwer in den Alltag integriert.

Die Renovierung der Küche lassen sich die Befragten der repräsentativen houzz-Studie rund 13.000 Euro (Stand: 2018) kosten, rund 4.500 Euro mehr als das Bad. Dabei werden sowohl Bad als auch Küche gleich häufig beim Experten angefragt: jeweils 17% der Küchen- und Badrenovierer vertrauten sich einem fachlich geschulten Studio an.

 

 

Geräte werden gern ausgetauscht, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Auch in Sachen Materialien denken Renovierer nachhaltiger. Auf der Strecke bleibt jedoch nach wie vor das Smart Home. (Foto: adobe stock/ estradaanton)

Geräte werden gern ausgetauscht, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Auch in Sachen Materialien denken Renovierer nachhaltiger. Auf der Strecke bleibt jedoch nach wie vor das Smart Home. (Foto: adobe stock/ estradaanton)

 

 

Wichtig für Renovierung in der Küche: gute Vernetzung von Kunden und Experten

Was die Experten selbst, also bundesweit ansässige Küchen- und Badstudios, angeht, scheinen die Wege dorthin gut vernetzt zu sein. Lediglich 27% gaben an, es sei eine Herausforderung, „den richtigen Dienstleister zu finden“, und 20% erklärten, die Zusammenarbeit mit den Dienstleistern selbst sei eine anspruchsvolle Aufgabe. Sicherlich liegt der vergleichsweise niedrige Wert auch im zunehmend gut aufgestellten Online-Konzept der Studios.

Kunden können sich mittlerweile auf Homepages und Social Media-Kanälen informieren, bevor sie sich für ein Studio entscheiden. Attraktive Online-Auftritte und eine entsprechend breite Referenz-Galerie geben dem künftigen Kunden bereits vorab Einblick in die Arbeitsweise des Studios. So können Enttäuschungen beim tatsächlichen Zusammentreffen oder am Beginn der Planung vermieden werden. Kunden sind folglich zufriedener und profitieren mehr von einer Zusammenarbeit, statt sie als eine Herausforderung anzusehen.

 

 

Wichtig in diesen Zeiten ist eine gute Vernetzung zwischen Kunden und Händlern: online können Referenzen eingesehen, das Team vorgestellt - oder sogar Planungen vorgenommen werden. (Foto: adobe stock/ ArchIVIZ)

Wichtig in diesen Zeiten ist eine gute Vernetzung zwischen Kunden und Händlern: online können Referenzen eingesehen, das Team vorgestellt – oder sogar Planungen vorgenommen werden. (Foto: adobe stock/ ArchIVIZ)

 

 

Renovieren in der Küche 2020: was haben Sie vor?

Es bleibt abzuwarten, in welchem Rahmen das Renovieren in der Küche auch im Jahr 2020 vorangetrieben werden kann, da die zeitlichen Ressourcen reichlich gefüllt, die finanziellen aber knapp sein könnten. Doch jetzt in der Krise wie auch in guten Zeiten zeigt sich: die Küche ist und bleibt das Herz des Hauses, in dem man zusammenkommt und Kinder, Home Office und Hausarbeit jonglieren kann. Schenken wir der Küche also die notwendige Aufmerksamkeit und Zuwendung – durch eine Planung, die nun endlich angegangen werden kann.

Schreiben Sie uns, was Ihre Pläne zum Renovieren der Küche für 2020 sind. Wir sind gespannt auf Zuschriften unter info@kuechen-design-magazin.de. Eine Liste der besten Ideen & häufigsten Antworten veröffentlichen wir auf unserem Facebook-Kanal.

Wer noch auf der Suche nach entsprechenden Planern und Beratern zum Umbau oder Neubau ist, kann in dieser Liste durch Postleitzahlensuche ein Studio in seiner Nähe finden.

 

 

Die Fronten erneuern oder... (Foto: adobe stock/ dsheremeta)

Die Fronten erneuern oder… (Foto: adobe stock/ dsheremeta)

 

...neue Geräte verbauen lassen? Was ist Ihr Projekt für die Renovierung in der Küche? (Foto: adobe stock/ Angelov)

…neue Geräte verbauen lassen? Was ist Ihr Projekt für die Renovierung in der Küche? (Foto: adobe stock/ Angelov)

 

 

Zum Autor
Dilara Suzuka
Redakteurin

Die Küche war für Dilara schon immer ein magischer Anziehungspunkt; als Nesthäkchen mit vier Geschwistern drehte sich schon im Familienhaushalt immer alles um den heiligen Ort des Zusammenseins beim Essen, Kochen, Hausaufgaben machen, Malen, Diskutieren, Entscheidungen verkünden. Auch in ihrer WG während des Studiums kreuzten sich in der Küche sämtliche Lebenswege. Die Webdesignerin entschied deshalb, dass es an der Zeit wäre, diesem Altar des Essens und der Entscheidungen auch im Internet ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. Los geht’s.