Stelton und seine Designer: Von Arne Jacobsen bis Norman Foster

28.02.2018 | Frederik Dix
Die "Cylinda Line" von Stelton ist noch nach über 50 Jahren ein ikonisches Aushängeschild des Unternehmens. (Foto: Stelton)

Stelton ist mehr als nur Kunst für den Kaffeetisch. Die dänische Designfirma, die einst zur Produktion von Sportschuhen gegründet wurde, steht seit mehr als einem halben Jahrhundert für die minimalistische Verbindung von Funktionalität und Design. Um die ikonischen Karaffen, Teekannen, Cocktailmixer und Geschirrsets des Unternehmens immer wieder neu in Szene zu setzen, arbeitet Stelton seit 1963 mit verschiedenen Designern zusammen, die oftmals zu den besten ihrer Branche zählen.

 

 

Kaffeekanne, Zuckerdose, Milchkännchen: Die puristische Kollektion "Cylinda Line" von Arne Jacobsen ist trotz ihres 50-jährigen Bestehens so zeitlos wie zeitgemäß zugleich. (Foto: Stelton)

Kaffeekanne, Zuckerdose, Milchkännchen: Die puristische Kollektion “Cylinda Line” von Arne Jacobsen ist trotz ihres 50-jährigen Bestehens so zeitlos wie zeitgemäß zugleich. (Foto: Stelton)

 

 

Stelton und die „Cylinda Line“ von Arne Jacobsen

Der Durchbruch gelang Stelton mit der geometrisch geformten „Cylinda Line“, die der dänische Architekt Arne Jacobsen, Stiefvater des verantwortlichen Exportmanagers von Stelton und bereits damals einer der international bedeutendsten Architekten, für das Unternehmen entwarf. Die geometrischen, kantigen Griffe der Kannen und der glänzende, elegante Edelstahlkörper sind noch heute ikonografische Aushängeschilder des dänischen Unternehmens.

Sein Stil folgt dem Funktionalismus, dem Stelton sich mit allen Produkten auf puristische – und doch anmutige – Weise verschrieben hat. Noch heute sind die Teekannen, Zuckerschalen, Cocktailshaker, Aschenbecher, Salz- und Pfeffermühlen sowie Salatzubehör ausschließlich in glänzendem, kühlen Stahl erhältlich und vervollständigen die moderne, puristische Küche elegant und zeitgemäß.

 

 

Eine Erinnerung an frühere Zeiten: Schon 1963 landete Stelton mit dem Kaffeeservice einen internationalen Verkaufsschlager. (Foto: Stelton)

Eine Erinnerung an frühere Zeiten: Schon 1963 war die “Cylinda Line” ein internationaler Verkaufsschlager. (Foto: Stelton)

 

 

Stelton und die „EM 77 Isolierkanne“ von Erik Magnussen

Ein weiteres symbolträchtiges Produkt von Stelton, das ein weltweiter Verkaufsschlager werden sollte, entstand 1977 mit der EM 77 Isolierkanne unter der Federführung des Designers Erik Magnussen. Der gelernte Keramiker imitierte den eckigen Stil des Funktionalismus seines großen Vorgängers Jacobsen und fügte der zylindrischen Form einen kantigen, überaus praktischen Kipp-Verschluss hinzu.

Dank des Kipp-Verschlusses bleibt die Isolierkanne bis zum Moment des Einschenkens verschlossen und hält die Temperatur des Heißgetränks im Inneren konstant hoch. Auch nach sechs Stunden ist das Getränk noch etwa 71°C heiß. Beim Einschenken wiederum entfällt das Aufdrehen oder unsaubere Ausschenken des Kaffees oder Tees, weil die Öffnung verrutscht ist. Der Kippschalter gibt den Weg erst frei, wenn die Kanne einen bestimmen Kippwinkel erreicht hat.

 

 

Kantig, präzise, formvollendet: Die EM 77 Isolierkanne von Erik Magnussen ist ein schönes Objekt für moderne, puristische Küchen. (Foto: Stelton)

Kantig, präzise, formvollendet: Die EM 77 Isolierkanne von Erik Magnussen ist ein schönes Objekt für moderne, puristische Küchen. (Foto: Stelton)

 

 

EM 77 von Stelton in einem bunten Farbenstrauß erhältlich

Die beliebte Isolierkanne ist bis heute eines der Markenzeichen Steltons. Im Laufe der letzten Jahre konnte sich das Modell als Modeobjekt etablieren, das Trends bei Frühjahrs- und Herbstfarben setzt. Die EM 77 ist mittlerweile neben dem gesetzten Edelstahldesign in einem bunten Blumenstrauß an Farben aus hochwertigem Kunststoff erhältlich, so z.B. Korallenrot, Mintgrün, Safran, Weiß, Lime, Schiefer, Lavendel oder Sand. Zum vierzigjährigen Jubiläum 2017 wurde eine Dreier-Serie von eleganten, matten Metalloberflächen in Mattschwarz, Dunkelbraun und Dunkelblau entworfen. Seit Anfang 2018 gibt es die EM 77 Isolierkanne in einem betörenden Ultramarine-Blau.

 

 

Die ikonische Isolierkanne EM 77 mit dem funktionalen Kippschalter gibt es mittlerweile in vielen knallbunten, aber auch gedämpften oder sogar metallischen Tönen. (Foto: Stelton)

Die ikonische Isolierkanne EM 77 mit dem funktionalen Kippschalter gibt es mittlerweile in vielen knallbunten, aber auch gedämpften oder sogar metallischen Tönen. (Foto: Stelton)

 

 

Stelton und die „Norman Foster Kollektion“ von Norman Foster

Eine aufregende neue Design-Kooperation kündigt Stelton auf der Messe Ambiente in Frankfurt für Juni 2018 an: Die Norman Foster Kollektion wird derzeit vom berühmtesten britischen Architekten dieser Tage für das dänische Label entworfen. Norman Foster, Gründer des einflussreichen Architektur-Unternehmens Foster + Partners und seit 1990 von der Queen als Ritter in den Adelsstand erhoben, hat so bedeutende ikonische Bauten entworfen wie „The Gherkin“ und  die Millennium Bridge (anlässlich des Jahrtausendwechsels) in London, den Apple Park in Cupertino (Kalifornien) oder die gläserne Reichtagskuppel in Berlin.

Viel verrät Stelton noch nicht über diese neue Designkooperation, deutet aber an, dass sich die Vorliebe Fosters für kraftvolle Kurven, skulpturale Formen und sanfte Linien, die man an seinen Gebäuden und Brücken sieht, auch in der Ausformung des Geschirrs niederschlagen wird.

 

 

Erste Blicke auf die brandneue "Norman Foster Kollektion" konnte man auf der Messe "Ambiente" werfen: Zartes Porzellan, glänzender Edelstahl und sanfte Rundungen zeichnen Fosters Handschrift aus. (Foto: Stelton)

Erste Blicke auf die brandneue “Norman Foster Kollektion” konnte man auf der Messe “Ambiente” werfen: Zartes Porzellan, glänzender Edelstahl und sanfte Rundungen zeichnen Fosters Handschrift aus. (Foto: Stelton)

 

 

So sieht die Norman Foster Kollektion für Stelton aus

Der neugierige Betrachter bekommt hauchdünnes, zart und rund ausgeformtes Porzellan für Milchkännchen und Zuckerdosen zu sehen, die zu ebenfalls grazil geformten Edelstahlkannen und Bechern mit einer speziellen, goldfarbigen Metall-Legierung kombiniert werden. Das handwerklich gefertigte Geschirr Norman Fosters sei, laut Stelton, eine Antwort auf die jeweilige Funktion, die es erfülle, und finde sich optisch in einer einheitlichen Formsprache wieder.

Wir dürfen gespannt sein, welche Produkte Stelton im 55. Jahr seines Bestehens von den besten Designern der Welt veröffentlichen lässt. Nur eines ist sicher: Es wird so zeitgemäß wie zeitlos sein.

 

Zum Autor
Frederik Dix
Redakteur

Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.