Das BORA Professional 3.0: bleibt (fast) alles gleich

10.09.2020 | Frederik Dix
Das neue BORA Professional 3.0 besticht durch eine harmonische, einheitliche Optik. Auf aufregende technische Neuerungen wartet man allerdings vergeblich. (Foto: BORA)

BORA versendet wenige Tage vor der großen Küchenherbst-Messe in Ostwestfalen die Nachricht, dass es ein Produkt-Update gibt: das großartige Professional 2.0 erlebt mit dem BORA Professional 3.0 einen Nachfolger. Die Begeisterung weicht jedoch schnell der Erkenntnis: bis auf einen neu designten Bedienknebel und kleinere technische Anpassungen bleibt nahezu alles beim Alten.

 

 

Möbelmesse M.O.W. in Ostwestfalen: BORA zu Gast in der Architekturwerkstatt in Löhne

Es war klar, dass etwas kommen würde. Für die in normalen Zeiten deutschlandweit größte Küchen- und Möbelmesse M.O.W./ Küchenmeile A30 im September in Ostwestfalen hatte BORA schon vor Wochen angekündigt, eine Sonderausstellung zu konzipieren. Unterschlupf findet das Unternehmen aus dem bayerischen Raubling unter anderem im Haus der Architekturwerkstatt in Löhne, welches als feststehendes Gebäude seit 2019 die Hersteller LEICHT, V-ZUG, Liebherr, Gessi und Inalco beherbergt und das ganze Jahr hindurch zugänglich ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen, nicht ortsansässigen Küchen- und Geräteherstellern, die durch die pandemiebedingt gestrichenen Ausstellungen dieses Jahr auf digitale Präsentationen ausweichen müssen, wird BORA also vom 20.-24. September 2020 in Löhne vor Ort vertreten sein. Wie schon gesagt: es war klar, dass etwas kommen würde. Die Pressemeldung über die zu erwartende Neuheit überraschte dann aber doch. BORA präsentiert für 2021 das BORA Professional 3.0.

 

Auf der von LEICHT, V-ZUG, Gessi, Liebherr und Inalco gemieteten Fläche der "Architekturwerkstatt" wird auch BORA zur M.O.W. vertreten sein. (Foto: Architekturwerkstatt Löhne)

Auf der von LEICHT, V-ZUG, Gessi, Liebherr und Inalco gemieteten Fläche der “Architekturwerkstatt” wird auch BORA zur M.O.W. vertreten sein. (Foto: Architekturwerkstatt Löhne)

 

 

Die Entwicklung der BORA-Kochfelder: 2007 BORA Professional, 2020 BORA Professional 3.0

Der Weg BORAs in die Zukunft scheint mit dem neuen BORA Professional 3.0 plötzlich transparenter geworden zu sein. Auf das allererste Produkt aus dem Hause BORA, das BORA Professional-Kochfeld mit patentiertem Kochfeldabzug in 2007, folgten in kurzen Abständen die Abstufungen BORA Classic und BORA Basic. Rund zehn Jahre ließ man sich in der Entwicklung bei BORA Zeit, bis das bis dato legendäre Gründungsprodukt im High End-Bereich ein Update erhielt und 2017 als BORA Professional 2.0 an den Start ging. Anfang 2019 legte der Abzugsspezialist mit dem BORA Classic 2.0 und einem bunten Zwillingsprodukt des Basic-Abzugs – dem BORA Pure – nach.

Dass nun mit dem BORA Professional 3.0 ein dritter, neuer Ableger des Ursprungsprodukts in so kurzem Zeitabstand folgt, zeichnet die kommenden Jahre ein wenig vor. Als Neuküchenkäufer wird man sich bereitwillig zu den neuesten Modellen beraten lassen; als Bestandskunde kann man sich ärgern, wenn man das erst vor drei Jahren präsentierte und damals hochgelobte Professional 2.0-Modell erworben hat. Das könnte zur Folge haben, dass eine Kaufentscheidung zugunsten BORAs künftig noch stärker herausgezögert wird, im Glauben, dass in absehbarer Zeit ein Nachfolger in den Startlöchern steht.

Grundsätzlich klar ist damit auch, dass BORA weiterhin vorrangig auf seine drei Zugpferde Basic, Classic und Professional setzt – mit designaffinen Ausreißern wie dem BORA Pure und BORA X Pure als willkommene Abwechslung.

 

 

Eigentlich - aber was ist schon im Jahr 2020 normal - gilt jedes Produkt-Update von BORA als etwas Besonderes. Neue technische Features sucht man beim BORA Professional 3.0 leider vergebens. (Foto: BORA)

Eigentlich – aber was ist schon im Jahr 2020 normal – gilt jedes Produkt-Update von BORA als etwas Besonderes. Neue technische Features sucht man beim BORA Professional 3.0 leider vergebens. (Foto: BORA)

 

 

Was ist neu am BORA Professional 3.0: Blick auf das Design

Vielleicht ist das wirklich Verblüffende am neuen Kochfeldabzug BORA Professional 3.0 nicht, dass man auf die in Perfektion gegossene Ästhetik des Professional 2.0 noch eins draufsetzen kann oder will. Es überrascht mehr, dass BORA sich bislang jedes Produkt-Update reiflich überlegt zu haben schien, welches den bereits bekannten Namen der Serie forttragen durfte – und doch im Fall des BORA Professional 3.0 erstaunlich wenig neue Details bringt.

Unterschiede zum Professional 2.0 machen sich in erster Linie gestaltungstechnisch bemerkbar: der signifikante Bedienknebel, von Tag 1 an das Markenzeichen und funktionale Herz des Professional-Dunstabzugssystems, wurde auf dezente Weise neu gestaltet. Noch immer glänzt er in massivem, gebürsteten Edelstahl mit aufgerauter Profilierung, um bei allen Kochvorgängen sicher in der Hand zu liegen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Metallring – der seit März 2019 auch in der Version All Black zu haben ist – wirkt die neue Version schmaler und eleganter.

Das einst helle Touchdisplay mit tiefroter Zahlengebung zur Anzeige von Kochstufe und Temperatur ist einem opaken Schwarz gewichen, auf dem die LED-Anzeige in weißen und gestochen scharfen Zahlen leuchtet. Zugleich hat sich die Touch-Oberfläche etwas vergrößert. Mit dem neuen Bedienknebel-Design kann BORA künftig auf die spezielle Kombination aus Schwarzglas und Edelstahl eingehen, die bei der „All Black“-Edition bereits sehr gut ankommt und nun auch für das herkömmliche Modell umsetzbar ist.

 

 

Der Bedienknebel ist das Herzstück der Professional-Kochfeldmodelle. Für die Version 3.0 wurde er nun schlanker und schlichter gestaltet, mit Schwarzglas hinterlegt und klaren, weißen LED-Ziffern programmiert. (Foto: BORA)

Der Bedienknebel ist das Herzstück der Professional-Kochfeldmodelle. Für die Version 3.0 wurde er nun schlanker und schlichter gestaltet, mit Schwarzglas hinterlegt und klaren, weißen LED-Ziffern programmiert. (Foto: BORA)

 

 

Was ist neu am BORA Professional 3.0: Blick auf die Technik

Technische Neuerungen, die auch für den Endkunden des BORA Professional 3.0 auf den ersten Blick ersichtlich wären, gibt es nicht. Wie alle Professional- und Classic-Geräte der BORA-Produktfamilie lässt sich das Professional 3.0 in Optik und Funktionalität modular aufbauen, sprich aus den einzelnen Kochfeldern (Induktion, Gas, Tepan-Edelstahlgrill) individuell zusammenstellen. Die Übergröße von 54 cm wurde ebenfalls beibehalten, um für ausreichend Platz beim Kochen und Braten mit großen Töpfen sowie Brätern zu sorgen.

Wie schon beim Vorgängermodell Professional 2.0 wirbt BORA bei der Version 3.0 mit der präzisen Temperaturkontrolle des Tepan-Edelstahlgrills, der sich innerhalb von weniger als fünf Minuten auf 250 Grad aufheizt und sich im weiteren Verlauf gradgenau einstellen lässt. Speziell für den BORA Tepan hat das Unternehmen auch jüngst ein Buch lanciert, das auf 224 Seiten Rezepte zum Kochen mit dem Indorgrill präsentiert. Neben gegrilltem Fisch, Fleisch oder Gemüse verraten fünf ausgewählte Köche zusätzlich Tricks zum Zubereiten von Soßen, Pasta oder Süßspeisen auf dem Grill. So gesehen ist das Buch „INDOOR GRILLEN – Das große BORA Tepan-Buch“ die eigentliche Überraschung für diesen Messeherbst.

Übernommen vom Professional 2.0 und mutmaßlich nachjustiert wurde die automatische Abzugssteuerung beim Professional 3.0, bei der Kochfeld und Dunstabzug miteinander kommunizieren und sich in ihrer Leistung aufeinander einstellen. Diese Besonderheit ist allerdings nicht voreingestellt und muss manuell bei jedem Kochvorgang angestoßen werden – ähnlich eines Tempomats. Wie seine Vorgängermodelle wird das BORA Professional 3.0 selbst bei hoher Leistungsstufe als „flüsterleise“ bezeichnet.

 

 

Der Tepan-Edelstahlgrill ist als Modul zwar beliebt, jedoch mit all seinen Möglichkeiten noch nicht angekommen in deutschen und österreichischen Küchen. Das Buch "INDOOR GRILLEN" soll Inspiration verschaffen. (Foto: BORA)

Der Tepan-Edelstahlgrill ist als Modul zwar beliebt, jedoch mit all seinen Möglichkeiten noch nicht angekommen in deutschen und österreichischen Küchen. Das Buch “INDOOR GRILLEN” soll Inspiration verschaffen. (Foto: BORA)

 

 

Fazit zum BORA Professional 3.0: nur kosmetische Neuerungen

Es ist allem voran eine optische Neuerung, die BORA mit dem neuen BORA Professional 3.0-Abzug präsentiert. In dem Gerät findet sich die gewohnte Eleganz des flächenbündig eingelassenen Kochfelds mit glatter Oberfläche wieder, das viele Premiumkunden als das i-Tüpfelchen einer gehobenen, puristischen Küchenausstattung empfinden. Der neue Bedienknebel in klar fokussierter, weißer LED-Beleuchtung wirkt reiner und minimalistischer als das dominante Rot zuvor.

Wer sich vom Technikspezialisten BORA mit dem aufregenden 3.0-Update einen funktionalen Quantensprung erhofft hat, wird in diesem Jahr enttäuscht. Das vom Unternehmen angekündigte “Nonplusultra für die Küche” bleibt bei “non plus” (Französisch für “nicht mehr”) stehen. Statt fulminanter Neuerungen gibt es den dezenten Feinschliff. Es mag daran liegen, dass das BORA Professional 2.0 eben schon alles hatte, was man sich von einem erstklassigen Kochfeldabzug wünscht. Kunden, die selbiges bereits nutzen und möglicherweise erst kürzlich erworben haben, müssen sich jedenfalls nicht ob der Ankündigung des Nachfolgermodells ärgern. Zur M.O.W.-Messe in Ostwestfalen wird es in diesem Jahr von BORAs Standpunkt aus betrachtet heißen: im Westen nichts Neues.

 

 

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Zum Autor
Frederik Dix
Redakteur

Mit Sägespäne im Haar und Holzleim an den Händen wuchs der Sohn eines Möbelschreiners praktisch in der Werkstatt seines Vaters auf, lernte früh, mit Hammer und Säge umzugehen und probierte sich an selbstgezimmerten Kunststücken, die an die arme Verwandtschaft verschenkt wurden. Dennoch sollten sich die handwerklichen Fähigkeiten in seinem Architekturstudium bemerkbar machen. Heute sieht Frederik in Küchenräumen sofort den Raum zur Verbesserung, das Zusammenspiel von Materialien – und wer das ein oder andere Stück selbst gezimmert hat.