Der Sensor-Backofen von Bosch: künstliche Intelligenz in der Küche

08.10.2019 | Jesper Thiersemann
Der perfekte Backofen? Der Sensor-Backofen von Bosch sagt dank künstlicher Intelligenz künftig voraus, wann der Schokokuchen fertig ist - auch bei individuellem Rezept. (Foto: Bosch)

Die Künstliche Intelligenz (KI) dringt in den Küchenraum vor: Geräteriese Bosch präsentiert für 2020 sein neuestes Modell, den smarten Sensor-Backofen der Serie 8, der nicht nur mit den Funktionen PerfectBake und PerfectRoast, sondern erstmals auch mit KI ausgestattet ist. Das Gerät kümmert sich künftig weitgehend autonom um Braten und Kuchen – erfahren Sie mehr:

 

 

Künstliche Intelligenz: von der Science Fiction ins tägliche Leben

Wann immer uns Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, begegnet, erschaudert man innerlich. KI bezeichnet nicht etwa die automatisierten Funktionen eines Geräts, sondern etwas, das sich fortwährend im Wandel befindet: das maschinelle Lernen, mit dem elektronische Objekte – wie Roboter, aber auch Backöfen – ihre smarten Funktionen beständig verfeinern und verselbständigen sollen.

Die Furcht, dass intelligente Maschinen unser Leben bestimmen könnten, macht Menschen seit jeher misstrauisch. Man kennt Künstliche Intelligenz aus Science Fiction-Filmen, in denen Maschinen sich den Menschen zum Untertan machen und mit Kalkül die Welt beherrschen. Plot Twist: eine lichtdurchflutete Küche mit ästhetischen verglasten Einbaugeräten ist der Ort der tatsächlichen Künstlichen Intelligenz, die derzeit den Küchenmarkt umtreibt – und die ihn entscheidend voranbringen will.

 

 

Wieviel Science Fiction steckt in dieser Küche? Bald wohl mehr, als Sie denken: die Künstliche Intelligenz hält Einzug, beispielsweise in den Sensor-Backofen von Bosch. (Foto: Bosch)

Wieviel Science Fiction steckt in dieser Küche? Bald wohl mehr, als Sie denken: die Künstliche Intelligenz hält Einzug, beispielsweise in den Sensor-Backofen von Bosch. (Foto: Bosch)

 

 

Künstliche Intelligenz in der Küche: macht den Menschen gläsern und trifft Entscheidungen

Tatsächlich ist die Künstliche Intelligenz ein Faszinosum. Es speist Geräte mit Unmengen an Daten des täglichen Lebens, die, darauf basierend, selbstständig Entscheidungen zu treffen lernen. Das mag man ebenfalls skeptisch beäugen: eine Maschine lernt – verknüpft über App mit allen anderen Küchengeräten – wie der Mensch seinen Kaffee gern zubereitet, wann er zu Abend isst und wie oft er sein Haus verlässt. Das macht den modernen Menschen gläsern. Dennoch: moderne Technik und KI bedeuten auch Entlastung und Weiterentwicklung.

Entlastung, weil Aufgaben übernommen werden, an die der Mensch nicht mehr selbst denken muss: habe ich den Herd auch wirklich ausgestellt, wieviel Milch ist noch im Kühlschrank, läuft der Geschirrspüler schon? Mithilfe von Sensoren, Kameras und intelligenter Verknüpfung via App erstellen Küchengeräte Einkaufslisten und funken ihren derzeitigen Status ans Handy.

Weiterentwicklung kommt hinzu, wenn KI das volle Potenzial ausspielt: die künstliche Intelligenz kann auf Basis ihrer Erfahrungen Vorschläge machen. Das Hühnchen im Kühlschrank ist möglicherweise nicht mehr frisch. Der bevorzugte Aromagrad beim Morgenkaffee beträgt Stufe 9. Und nun, ganz neu: der Backvorgang der individuellen Pizza/ des Kuchens/ des Bratens beträgt noch genau X Minuten.

KI speichert also nicht nur unsere persönlichen Vorlieben ab, sondern registriert auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln, macht uns zu besseren Köchen dank feiner Sensorik in Eigenregie – und kann überdies viel energiesparender wirtschaften, als der Mensch es durch Hoch- und Runterregeln zu tun vermag.

 

 

KI kann schon jetzt Back- und Garvorgänge im Ofenraum überwachen. Bald weiß der Sensor-Backofen von Bosch alles über Vorlieben des Nutzers und kann Rezepte und Garzeiten vorhersagen. (Foto: Bosch)

KI kann schon jetzt Back- und Garvorgänge im Ofenraum überwachen. Bald weiß der Sensor-Backofen von Bosch alles über Vorlieben des Nutzers und kann Rezepte und Garzeiten vorhersagen. (Foto: Bosch)

 

 

Der Sensor-Backofen von Bosch: sagt Back- und Garzeiten verlässlich voraus

Eine nennenswerte Entwicklung in der Küche auf dem Gebiet der KI ist der neue, smarte Sensor-Backofen der Serie 8 von Bosch. Entscheidendes Charakteristikum: er sagt voraus, wann Kuchen oder Braten fertig sein werden – selbst bei höchst individuellem Rezept. Möglich macht das zum einen die bereits bekannte Bosch-Hochleistungssensorik „PerfectBake“, die permanent den Feuchtigkeitsgehalt im Backofen misst und daraufhin den Backvorgang – inklusive Temperatur und Heizart – selbständig anpasst.

Nun kommt Künstliche Intelligenz im Sensor-Backofen von Bosch hinzu: das vernetzte Gerät speichert anonymisiert Back- und Bratenvorgänge und sendet die erfassten Messwerte über die Home Connect-Vernetzung kontinuierlich an einen cloudbasierten Rechner. Mit einer wachsenden Menge an Daten setzt das sogenannte „Machine Learning“ ein: der Rechner kann auf Basis der Daten vorausgegangener Backprozesse ein Prognosemodell erstellen, wann mit dem Ende des Backvorgangs zu rechnen ist und in welchem Zustand sich das Lebensmittel dann befindet.

 

 

Sensor-Backofen von Bosch: KI kombiniert mit PerfectRoast und PerfectBake

Beispielhaft gesprochen wird ein Flammkuchen, der individuell belegt ist und daher in Größe und Feuchtigkeitsgehalt variiert, lediglich als „Blechform“ im Menü angeklickt und anschließend in den Ofen geschoben. Der Sensor-Backofen von Bosch setzt aufgrund seiner Voreinstellungen eine bestimmte Betriebsart sowie Temperatur ein und überwacht den Backvorgang dank des Prognosemodells, das alle 30 Sekunden aktualisiert wird. Aufgrund der Lernerfahrung des Geräts kann zudem das Ende des Backvorgangs prognostiziert werden, dessen Vorhersage genauer wird, je mehr Konsumenten den Sensor-Backofen zukünftig einsetzen und den Rechner mit Daten füttern.

Je öfter ein bestimmtes Gericht in einem Haushalt vorbereitet wird, desto selbständiger wird das Gerät überdies in der Anwendung. Es lernt dann, dass eine bestimmte Konsistenz oder ein Bräunungsgrad bevorzugt wird. Die KI passt sich dem Menschen an – und bestimmt, wenn gewünscht, seinen Alltag.

Der smarte Sensor-Backofen von Bosch kann übrigens für süße wie herzhafte Gerichte gleichermaßen genutzt werden. Für Braten kommt der Bosch-Bratsensor PerfectRoast zum Einsatz: das Bratenthermometer ermittelt mithilfe dreier Messpunkte die Kerntemperatur des Bratguts auf ein Grad genau und garantiert somit genussvolle Ergebnisse im Backofen-, Mikrowellen- oder Dampfbetrieb.

 

 

Der Backofen kommt mit den hochfunktionalen Sensoren "PerfectBake" und "PerfectRoast" daher. Erhältlich wird das neue Modell der Serie 8 in der Bosch accent line carbon black ab Frühjahr 2020. (Foto: Bosch)

Der Backofen kommt mit den hochfunktionalen Sensoren “PerfectBake” und “PerfectRoast” daher. Erhältlich wird das neue Modell der Serie 8 in der Bosch accent line carbon black ab Frühjahr 2020. (Foto: Bosch)

 

 

Sensor-Backofen soll anonym und kundenzentriert arbeiten – ab Frühjahr 2020

Bosch betont, die Künstliche Intelligenz bei seinem Sensor-Backofen lediglich mit anonymisierten Daten einzusetzen und kundenzentriert zu nutzen. „Wir (…) wollen die wahren Bedürfnisse der Menschen erkennen und erfüllen.“ Wer noch seine Zweifel hegt, kann die Funktionen PerfectRoast und PerfectBake im Sensor-Backofen der Serie 8 natürlich auch unabhängig von KI nutzen. Solange das Kalkül der Maschine aber ist, den perfekten Braten zu servieren, scheint der Nutzen momentan noch größer zu sein als die Sorge vor Datenverlust.

 

Der Sensor-Backofen Serie 8 von Bosch kommt im Frühjahr 2020 als Teil des Bosch accent line-Programms auf den Markt. Mehr Infos zu den funktionalen und optisch ästhetisch reduzierten Geräten von Bosch erfahren Sie beim Endkundenhändler – Adressen gibt’s hier.

 

Zum Autor
Jesper Thiersemann

Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.