IFA 2016: Smart Homes und intelligente Küchengeräte

30.08.2016 | Susanne Scheffer
Foto: Messe Berlin, IFA 2016
Die Technik des Smart Homes wird immer populärer: Geräte werden intelligent miteinander vernetzt und können autonom handeln. (Foto: bauen.de)

Die Technik des Smart Homes wird immer populärer: Geräte werden intelligent miteinander vernetzt und können autonom handeln. (Foto: bauen.de)

Was ist die IFA?

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin ist jedes Jahr wieder so etwas wie das Mekka der technologischen Neuheiten und ein Gradmesser für den Fortschritt der Gesellschaft. Die weltweit führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances hat schon einige bedeutende Weltneuheiten hervorgebracht, die den Lebenskomfort und die Vernetzung der Menschheit rasant vorangetrieben hat. War das 1935 eben noch das erste Tonbandgerät, wurde bereits 1967 der erste Farbfernseher vorgestellt und 1999 das Mobiltelefon mit Internetzugang.

2016 werden sich die Hersteller technischer und elektronischer Artikel auf rund 158.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren. Vergangenes Jahr zog die Messe rund 240.000 Besucher an, ein fast noch größerer Ansturm wird dieses Jahr erwartet.

 

Smartphones, Smarthomes: Unser Leben wird immer vernetzter und klüger

Was heute alles wie ein alter Hut klingt, war damals eine Sensation. Doch auch heute werden Entwickler und Forscher nicht müde, uns zu überraschen: Es geht schließlich immer höher, besser, schneller, weiter. Oder, im Falle intelligenter „Smart Homes“ und ausgeklügelter Küchengeräte, eben komfortabler und wesentlich umweltschonender. Der Gradmesser der Technik zeigt uns, dass wir schon an einem Punkt angelangt sind, an dem wir sicher, schnell und einfach haushalten können – nun soll das Ganze wahlweise autonom, also nur per Gestensteuerung oder von den Geräten selbst ausgeführt, erfolgen, oder aber besonders umweltsparend und energieeffizient sein.

 

Der neue Siemens Dampfbackofen aus der besonders intelligenten iQ700 Smart Home-Serie: Kocht und bäckt und jetzt noch schonender - und schneller. (Foto: Siemens)

Der neue Siemens Dampfbackofen aus der besonders intelligenten iQ700 Smart Home-Serie: Kocht und bäckt und jetzt noch schonender – und schneller. (Foto: Siemens)

Das Internet der Dinge: Backöfen handeln 2016 autonom

Ein großes Stichwort auch in diesem Jahr ist „das Internet der Dinge“. Galt dies bislang noch für app-gesteuerte Küchengeräte wie den Kühlschrank, die automatisch den Füllstand ermittelten oder Bilder ans Smartphone vom beleuchteten Inhalt schickten, kommunizieren die Geräte nun auch untereinander. Siemens schickt auf der IFA 2016 erstmals Kochfeld und Haube ins Rennen: Die neuen iQ700 Kochfelder und Dunstessen tauschen sich aus und leiten selbständig Aktionen ein, um mittels Sensoren den Koch jederzeit bei seiner Arbeit auf optimale Weise zu unterstützen. Natürlich behält der Mensch die Kontrolle und kann sich zu jeder Zeit in den maschinellen Workflow einschalten – weit weg vom autonomen Kochen ist man damit aber nicht mehr.

Das Potenzial scheint riesig. Nicht nur miteinander, sondern auch mit den Diensten anderer Anbieter ließe sich die Home Connect App verbinden und steuern, so Roland Hagenbucher, Geschäftsführer Siemens Haushaltsgeräte Deutschland. Der Konzern arbeite zum Beispiel mit dem Lebensmittel- und Rezeptanbieter Das Kochhaus daran, Informationen zum Wunschrezept direkt vom Shop zu den Geräten nach Hause zu schicken. So wird Kochen noch schneller, selbständiger und funktionaler.

 

Schneller kochen und kühlen: Aber bitte energieeffizient

Liebherr Kühlschrank BluPerformance, Foto: Liebherr

Die BluPerformance-Kühlschrankmodelle von Liebherr beinhalten z.B. eine BioFresh-Schublade, mit der Obst und Gemüse bei einer konstanten Temperatur von knapp 0°C länger frisch bleiben. (Foto: Liebherr)

Speed ist übrigens das zweite große Stichwort: Frisches Essen muss heutzutage nämlich besonders schonend, aber eben auch schnell zubereitet werden, denn schließlich soll der Alltag effizient sein. Und so schickt auch LG Electronics den Speed Oven+ ins Rennen, der dank einer innovativen Dampfgar- und Infrared-Heating-Technologie für stark verkürzte Kochzeiten bei gleichbleibender Geschmacksintensität sorgen soll. Auch andere Hersteller sorgen mit Backöfen, die auf über 200 Automatikprogramme und eine umfangreiche Datenbank an Kochvorgängen zugreifen, dafür, dass Kochen in Zukunft kinderleicht und vor allem sicherer wird. Kochfelder, die Überhitzung verhindern, smarte Kochtöpfe, die Zutaten wiegen und Kühlschränke, die mithilfe einer Memory-Funktion Nutzer-Gewohnheiten erinnern und auf ein optimales Energie-Management in Temperaturverteilung und Luftfeuchtigkeit achten.

Der deutsche Vorreiter für Kühl- und Gefriergeräte, Liebherr, stellte übrigens letztes Jahr bereits seine BluPerformance-Serie für intelligent vernetzte Kühlsysteme vor. Hier dürfen wir in diesem Jahr noch einmal eine Ausbaustufe erwarten, auch wenn sich der Hersteller bereits jetzt mit diesen Modellen der Energieeffizienzklasse A+++/-20% in den Olymp der umweltschonenden Haushaltsgeräte katapultiert hat, die satte 20% sparsamer agieren als der bisher beste Grenzwert A+++.

 

Flüsterleise Geschirrspüler: Immer einen Schritt voraus

Schonender laufen auch die neuesten Geschirrspül-Geräte vor sich hin – aber vor allem für das menschliche Ohr: AEG schafft es mit seinem neuen Modell ComfortLift, die Lautstärke des Spülvorgangs je nach Programm auf 37 bis 40 Dezibel zu senken. Das entspricht laut Bundesumweltministerium etwa einem nahen Flüsterton und ist besonders für offene Küchenräume geeignet, wo Küche, Ess- und Wohnzimmer ineinander übergehen und miteinander harmonieren sollen. Das Modell verdient seinen Namen übrigens noch wegen einer anderen Funktion – der untere Korb fährt beim Öffnen in die Höhe, sodass man ihn ohne tiefes Bücken leeren und wieder befüllen kann.

Der neue LG SteamClean Geschirrspüler macht ebenfalls Furore und wirft mit hochtechnologischen Begriffen nur so um sich: Unter Hochtemperatur-Dampf („TrueSteam“ Technologie) sorgt er dafür, dass auch härteste Lebensmittelreste eingeweicht und gelöst werden; mit den QuadWash-Armen werden Sprühwasserströme in alle Ecken gleichmäßig verteilt und die LG Inverter-Direct-Drive-Motor-Technologie sorgt für die optimale Intensität des Wasserdrucks und Spülgrads. Die Technik ist dem Menschen hier schon weit überlegen – und das alles, um dessen Leben einfacher und entspannter zu machen.

 

Foto: AEG, electrolux, Comfort Lift Geschirrspüler

Sieht auf den ersten Blick aus wie ein normaler Geschirrspüler? Ja – aber die “vorgeschobene” Schublade ist tatsächlich die untere, dank ComfortLift-Technologie. (Foto: AEG, electrolux)

Smart Kaffee: Eigentlich ganz praktisch

Das könnte einem nun Angst machen, aber zeitgleich nimmt man die Autonomie der Geräte eben auch gern an, wenn sie im Gegenzug Zeitersparnis und niedrigere Stromkosten liefern, leise sind und die Umwelt schonen. Man gibt die Kontrolle ab, erst zögerlich, dann immer selbstverständlicher – und manchmal sogar gern. Wie zuletzt geschehen beim Kaffeevollautomaten Latte Smart von Krups. Der rührt den Kaffee per Klick auf das Smartphone selbständig an, und hat man sich dann aus dem Bett gequält, wartet das dampfende Heißgetränk bereits in der voll vernetzten Küche darauf, dem Kaffeetrinker Beine zu machen. Diese selbstdenkenden Küchengeräte, sie haben doch auch etwas Gutes.

 

Die IFA 2016 findet vom 02.-07. September in den Messehallen unter dem Berliner Funkturm statt.

Zum Autor
Susanne Scheffer
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.