Kochfeld autark oder mit Backofen: So treffen Sie die richtige Wahl

27.09.2016 | Susanne Maerzke
Miele Einbauserie ArtLine nun auch in Graphitgrau - komplett grifflos. (Foto: Miele Presse)

Bei der Planung einer neuen Küche oder zumindest der Anschaffung neuer Haushaltsgeräte haben Sie die Qual der Wahl: Mittlerweile gibt es neben den herkömmlichen Kombigeräten aus Herd und Backofen auch autarke Kochfelder oder Backöfen mit integrierter Mikrowelle und Wärmeschublade. Was Sie brauchen, hängt von Ihren Kochgewohnheiten ab – wir klären auf.

 

Haushaltsgeräte sollten alle 5-10 Jahre getauscht werden

Kochfelder werden immer öfter unabhängig (autark) in Küchenoberflächen eingebaut. Hersteller wie V-ZUG bieten 3 Arten von Kochfeldern an: Induktion, Toptronic (Glaskeramik) und Quicklight in Kombination mit einem Einbauherd. (Foto: V-ZUG)

Wie leben Sie heute? Danach richten sich auch Ihre Küchengeräte. Hersteller wie V-ZUG bieten 3 Arten von Kochfeldern an: Induktion, Toptronic (Glaskeramik) und Quicklight in Kombination mit einem Einbauherd. (Foto: V-ZUG)

Es kommt die Zeit, in der Sie merken werden, dass auch die verlässlichsten Haushaltsgeräte den Geist aufgeben oder ihren Zenit in Sachen Preis-Leistung und Stromverbrauch längst überschritten haben. Vielleicht ist es aber auch Ihr persönlicher Lebensumstand, der sich geändert hat: Sie kochen nun öfter selbst, Sie haben eine Familie gegründet oder Sie engagieren sich seit neuestem in der Umweltschutzpolitik und wollen daher lieber in ein sauberes, stromsparendes Gerät investieren.

Was auch immer der Grund ist: Nach etwa fünf bis zehn Jahren tauschen die Deutschen im Schnitt ihre Elektrogeräte im Haushalt aus, wobei für Küchengeräte wie Kühlschrank, Backofen und Herd eine etwas längere Lebensdauer erwartet wird als für Laptop oder Fernseher. Nicht immer ist ein defektes Gerät die Ursache für einen Neukauf. Oftmals schreitet die Technik im Laufe der Jahre einfach so schnell voran, dass es Sinn machen kann, sich mit den Vorteilen – gesundheitlich wie ökonomisch – eines neuen Geräts auseinanderzusetzen. Andere Käufer wiederum sind neugierig auf das, was der Markt ihnen zu bieten hat, und das wird speziell im Bereich der Küchengeräte und Küchenmöbel immer komfortabler und ausgefeilter, wie die großen Technik- und Möbelmessen IFA und M.O.W. zeigen.

 

Kochfeld autark oder als Backofen-Kombi?

Bei der Planung einer neuen Küche müssen Sie speziell für das Kochen und Backen nun gleich mehrere Entscheidungen treffen: Möchten Sie ein Kombigerät verbauen lassen, das über ein Kochfeld und einen Backofen verfügt und für beide einen einzigen Anschluss an das Strom- bzw. Gasnetz besitzt, oder zwei unabhängig – also autark – voneinander arbeitende Geräte, die Sie dann passenderweise auch an verschiedenen Stellen im Küchenraum einbauen können? Und überhaupt: Wählen Sie den Induktionsherd, die Glaskeramik-Kochplatte (im Volksmund fälschlicherweise bekannt als „Ceranfeld“ nach der Marke SCHOTT) oder den Gasherd hierfür aus? Alle Geräte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, der zusätzlichen Extras und ihres Anschaffungspreises bzw. Stromverbrauchs. Ein Vergleich der Modelle und das Beraten mit dem Küchenplaner und Fachmann lohnt sich daher in jedem Fall.

 

(Foto: Miele: Modell Backofen H 2566 BP)

Auch in modernen Kücheninseln werden nach wie gerne Kombigeräte aus Backofen und Kochfeld eingebaut. (Foto: Miele, Modell Backofen H 2566 BP)

Kombigerät aus Kochfeld und Backofen

Das Kochfeld mit einem darunter fest installierten Backofen, also dem Einbaubackofen, war die früher häufigste Form der Geräteanordnung in der Küche und ist auch heute noch traditionell beliebt. Dabei wird das Kochfeld, z.B. aus Glaskeramik, an den Backofen angeschlossen; beide Geräte werden als vollständige Einheit an das Stromnetz bzw. an das Gasnetz angeschlossen. Über Schalter am Backofen erfolgt die Bedienung beider Modelle, die daher nicht an unterschiedlichen Orten (bspw. der Kücheninsel und Küchenwand) angebracht werden können.

Immerhin können diese Kombigeräte jedoch gleichzeitig mit Strom und Gas versorgt

Open Kitchen der Firma miniki. (Foto: miniki)

Kochfeld-Backofen-Kombinationen können auch als freistehende Geräte, die miteinander fest verbunden sind, verwendet werden (ohne Einbau in eine Arbeitsplatte): Wie hier bei den Open Kitchen der Firma miniki. (Foto: miniki)

werden. Manche Menschen bevorzugen zwar einen Gasanschluss beim Kochen, greifen beim Backen jedoch aufgrund der größeren Programmvielfalt lieber auf einen Stromanschluss zurück. Dies ermöglicht ein Kombigerät mit strombetriebenen Backofen und einem Gaskochfeld.

Dieses Kombigerät muss übrigens nicht zwangsläufig ein Einbauherd und -backofen sein, die in eine Kochinsel oder Arbeitsplatte eingelassen sind: Auf dem Markt finden sich ebenso freistehende Geräte, bei denen das Kochfeld fest am Backofen montiert ist. Nicht selten besitzen solche Geräte einen Deckel zum Verschließen der Kochplatte und werden gern in sogenannten Modulküchen als freistehendes Element verwendet. Hier hat man ebenfalls die Wahl zwischen Strom und Gas.

 

Autarke Kochfelder

(Foto: Leicht), Kochfeld, Schublade

Autarke Kochfelder, wie hier bei der Firma Leicht, lassen Platz für Stauraum im Unterschrank – zum Beispiel für Besteckschubladen, Töpfe, Pfannen, Gewürze & Co. (Foto: Leicht)

Autarke Kochfelder haben einen eigenen Anschluss an die Strom- oder Gasversorgung und sind damit „unabhängig“ von einem darunterliegenden Backofengerät. Kochfelder mit elektrischem Betrieb werden heutzutage in der Regel mit einem Touchscreen bedient, der im vorderen Bereich der Kochstelle eingelassen ist; es gibt aber natürlich immer noch Kochfelder mit den herkömmlichen Drehschaltern. Diese sind übrigens auch bei autarken Kochfeldern mit Gasanschluss vorzufinden.

Der Vorteil von autarken Kochfeldern ist zum einen die optische Präsenz und Mobilität in der Küche, da sie gern in Kücheninseln mit Blick auf das Wohngeschehen eingebaut werden und somit auch Mittelpunkt eines Kochabends mit Freunden sein können, während andere Kochhelfer problemlos an die Backofentür gelangen können; zum anderen wird der Platz unterhalb des Kochfelds bis auf eine schubladenhohe Blende, in der Stromanschluss und Technik des Kochfelds versteckt werden, frei. Hier können weitere Küchenregale für Töpfe, Pfannen und Gewürze eingeplant werden, die man beim Kochen schnell zur Hand haben möchte.

Bei Kochfeldern, egal ob autark verbaut oder als Kombigerät genutzt, sollten Sie je nach Ihrer Lebenssituation auf weitere Extras achten. Für Familien lassen sich an den Kochgeräten Kindersicherungen einbauen, damit Kinder nicht aus Versehen die Herdplatte einschalten und sich daran verbrennen können. Einige Geräte schalten sich zudem automatisch ab, wenn über einen längeren Zeitraum keine Einstellungen getätigt wurden. Beeinflussen können Sie das zusätzlich mit einem Timer, der den Backofen oder das Kochfeld nach einem vorgegebenen Zeitraum abschaltet oder ein akustisches Signal sendet. Dies ist vor allem bei länger köchelnden oder brutzelnden Speisen eine praktische Installation.

(Foto: Varenna; Küchenmodell: Artex)

Platz da: Küchen mit getrennten Einbaugeräten, also autarken Kochfeldern und Backöfen, bieten mehr Bewegungsfreiheit und Platz zum gemeinsamen Kochen. (Foto: Varenna; Küchenmodell: Artex)

Ob Ihr Kochfeld aus Glaskeramik (Wärmestrahlung) gebaut oder die Speisen mittels Induktion (magnetisches Wechselfeld) erwärmt werden sollen, ist eine Frage der Nutzungshäufigkeit und des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Während die Induktion Speisen innerhalb kürzester Zeit erwärmt und sich als stromsparendste Methode erwiesen hat, ist der Anschaffungspreis sehr hoch – hier kann sich ein gegenüber alten Herdplatten ebenfalls deutlich effizienteres Ceranfeld mit niedrigeren Kosten vielleicht sogar eher lohnen. Lesen Sie hier nach, welche der Beheizungsarten für Sie die Richtige sein könnte.

 

Autarke Backöfen

Ein autarker Backofen ist losgelöst aus der Kochstelle-Backofen-Kombination und wird somit nicht nur an einen eigenen Stromkreis angeschlossen, sondern kann auch im Küchenraum beliebig aufgestellt oder in einem Einbauschrank verbaut werden. Heutzutage wird dies sehr gerne genutzt, um den Backofen auf Oberkörperhöhe in den Küchenschrank einzulassen; somit entfällt das lästige Bücken oder wackelige Versuche, die randvolle Auflaufform von unten nach oben zu balancieren. Zeitgleich kann man seine Speisen beim Garen und Backen besser im Auge behalten oder über die Zeit verfeinern.

 

(Foto: V-ZUG mit Einstellknopf)

Backöfen warten heute mit mannigfaltigen Programmen und Extras auf: z.B. Dampfgarern, integrierten Mikrowellen, Sous-Vide-Garern, Wärmeschubladen uvm. (Foto: V-ZUG mit Einstellknopf)

Alle gängigen Backofenprogramme bei beiden Modellen

Für Alleinstehende und Singles bietet sich ebenfalls die Trennung Backofen und Herdplatte an, da man ein kleineres, energiesparenderes Modell wählen kann, das für die meisten Backvorgänge vollkommen ausreicht. Bei allen Modellen, egal ob groß, klein, autark oder mit angeschlossenem Kochfeld, finden sich in der Regel alle gängigen Garprogramme wieder, so z.B. Ober- und Unterhitze, Umluft oder Heißluft, eine Auftaustufe, die Grillfunktion oder sogar eine Brotbackstufe. Zudem kann man entscheiden, ob sich die Tür nach vorne öffnet mittels eines Teleskopauszugs, der die erhitzten Lebensmittel bis zuletzt sicher auf dem Backblech transportiert, oder einer seitlich zu öffnenden Backofentür, bei der das anstrengende Rein- und Rausheben der Speisen entfällt. Kräfteschonend ist ebenfalls die bei neueren Modellen wählbare Katalyse bzw. Pyrolyse: Dabei entfällt das mühsame entfernen festgebackener Lebensmittelreste nach dem Benutzen des Backofens, da sich dieser dank einer extrem hohen Erhitzung selbst reinigen kann.

 

Ein Dampfbackofen mit integrierter Vakuumierschublade. (Foto: Miele)

Autarke Backöfen haben den Vorteil, in Brusthöhe angebracht und somit komfortabler bedient werden zu können. Hier außerdem im Bild: Ein Dampfbackofen mit integrierter Vakuumierschublade. (Foto: Miele)

Schonende Zubereitung von Lebensmitteln dank Garfunktion

Auch bei Backöfen gibt es heutzutage viele Extrafunktionen, die das Garen und Backen komfortabler, zeitsparender oder sogar gesünder ermöglichen. Einige Modelle enthalten eine integrierte Mikrowelle oder sind mit einem Drehspieß ausgestattet; auch eine Wärmeschublade unterhalb des Backofens, in dem zubereitete Speisen warmgehalten oder bei 30 – 100°C sehr sanft und langsam durchgegart werden können, ist keine Seltenheit mehr. Andere neuere Geräte sind eine Kombination aus Dampfgarer und Backofen. Die sogenannten Dampfbacköfen garen die Lebensmittel mithilfe von Wasserdampf und Heißluft, das heißt, sie werden (z.B. bei Fisch, Gemüse oder Braten) innen vorsichtig erhitzt und behalten dank der sanften Zubereitungsweise den Großteil ihrer Vitamine und Nährstoffe, außen aber dank der Heißluft knusprig braun und kross.

Wer sich restlos auf eine nährstoffreiche und schonende Essenszubereitung verlassen möchte, greift zu einem Sous-Vide-Garer. Hier werden die Lebensmittel vor dem Garen mithilfe einer Vakuumierschublade in eine umweltfreundliche, luftdurchlässige Folie eingeschweißt und im Dampfgarer bei niedrigen, gleichbleibenden Temperaturen über einen längeren Zeitraum hinweg gegart. Die meisten Dampfbacköfen sind Einbaugeräte; man findet sie aber auch als Kombigeräte mit integriertem Kochfeld auf dem Markt.

 

Zum Autor
Susanne Maerzke
Redakteurin

Kochen ist Lebensfreude, gemeinsame Zeit mit Freunden, Belohnung, Versöhnung, Hobby und Genuss. Und so sieht auch unsere Redakteurin die Küche als das Herzstück der Wohnung – schließlich stehen bei jeder Party zurecht die coolsten Leute in der Küche neben dem Kühlschrank mit kühlem Bier und den letzten Guacamole-Resten. Es lohnt sich also definitiv, sein Augenmerk auf die Ausstattung der Küche zu richten und mal bei den neuesten Trends, Geräten und Designern nachzuhaken: Auch als Gesprächsgrundlage für die nächste Feier.