Vakuumier- und Wärmeschubladen: Funktionen für Feinschmecker

Wenn Sie bislang dachten, Wärmeschubladen seien nur etwas für höherwertige Restaurants zum Warmhalten von Tellern und Tassen, dürfen Sie gespannt sein: neue Geräte eignen sich nämlich auch zum Niedriggaren, Entfrosten und sogar Dörren von Lebensmitteln. Warum die Wärmeschublade auch beim Backen komfortable Ergebnisse erzielt und wieso sich eine Vakuumierschublade nicht nur zum Kochen lohnt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wärme- und Vakuumierschubladen ergeben ein äußerst professionelles Bild im Küchenraum. Tatsächlich lässt sich damit aber spielerisch leicht kochen - und die Möglichkeiten sind groß. (Foto: Gaggenau)
Wärme- und Vakuumierschubladen ergeben ein äußerst professionelles Bild im Küchenraum. Tatsächlich lässt sich damit aber spielerisch leicht kochen – und die Möglichkeiten sind groß. (Foto: Gaggenau)

Die moderne Küche ist ein aufregendes Spielfeld für Hobbyköche. Innovative Geräte, vom Dialoggarer bis hin zum High-Tech-Mixer, bieten eine unglaubliche Varianz in der Zubereitung von Gerichten an. Zusätzlich unterstützen intelligente Programme mit automatisierten Abläufen, die das Backen und Kochen einfacher und zugleich professioneller machen sollen.

Wer eine neue Küche plant, sollte sich allerdings nicht nur zu (Dampf-)Backofen, Induktionsherd und Mikrowelle beraten lassen. Unscheinbar in einer Schublade versteckt und optisch mit dem Möbelstück verwachsen, bieten Wärmeschubladen und Vakuumierschubladen heute ungeahnte Möglichkeiten für die schonende und äußerst aromatische Zubereitung von Lebensmitteln.

Wärmeschubladen: optimale Temperatur zum Servieren

Die Entwicklung der Wärmeschublade sagt viel über das Selbstverständnis moderner Küchen aus. Was früher Profiköchen vorbehalten war, um Teller und Tassen für Gäste vorzuwärmen, findet sich immer öfter in Privathaushalten als fester Bestandteil der Kücheneinrichtung wieder.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Speisen entfalten auf angewärmten Tellern ihr volles Aroma und bleiben länger heiß; ebenso verhält es sich mit dem frisch aufgebrühten Kaffee. Wer gern und oft für Freunde kocht und dabei mehrere Teller anrichten möchte, ist dankbar um den Zeitaufschub zwischen Drapieren und Servieren, die ein warmer Teller bietet, bevor eine Mahlzeit die Küche nur noch lauwarm verlassen muss. Die optimale Serviertemperatur wird mit angewärmten Tellern stabil gehalten.

So kennt man Wärmeschubladen aus Profiküchen: sie dienen zum Anwärmen von Tassen und Tellern für ein verbessertes aromatisches Erlebnis. (Foto: Miele)
So kennt man Wärmeschubladen aus Profiküchen: sie dienen zum Anwärmen von Tassen und Tellern für ein verbessertes aromatisches Erlebnis. (Foto: Miele)

Auch „kochen“ ist möglich mit Wärmeschubladen: durch Niedrigtemperaturgaren

Doch nicht nur zur semi-professionellen Bewirtung von Gästen macht sich eine Wärmeschublade verdient. In ihnen kann richtiggehend „gekocht“ werden, jedenfalls, wenn es sich um den Vorgang handelt (und nicht um den Siedepunkt bei 100°C). Die meisten Wärmeschubladen am Markt erhitzen sich auf sanfte 30 bis 80 Grad; die BORA Multischublade sogar auf die besagten 100°C.

In Alufolie gewickelte Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch oder Fisch können so über mehrere Stunden hinweg unter gleichmäßiger Wärmezufuhr sanft gegart werden. „Niedrigtemperaturgaren“ nennt man das. In neuen Produkten, wie den Gourmet-Wärmeschubladen der Generation 7000 von Miele, kann die Temperatur innerhalb der Schublade sogar gradgenau eingestellt und die Gardauer programmiert werden. Von unterwegs kann der Nutzer die Wärmeschublade über die Miele@mobile-App dann bereits einschalten. Auch bei BORA lässt sich die Wärmeschublade über WLAN steuern, allerdings muss das Gerät hier zuvor an den Dampfbackofen BORA X BO gekoppelt werden.

Wärmeschubladen eignen sich auch sehr gut zum Auftauen von tiefgefrorenen Speisen. Was bei Raumtemperatur wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, wird durch die sanfte Wärmezufuhr beschleunigt, ohne wertvolle Nährstoffe durch eine zu schnelle Erhitzung zu zerstören. Sollen bereits zubereitete Lebensmittel wie Aufläufe oder Pizzen nur kurz noch einmal erwärmt werden, kann hierfür ebenfalls die Wärmeschublade genutzt werden.

Auftauen, Erwärmen, Schmelzen: dank des Niedrigtemperaturgarens können Wärmeschubladen für denkbar viele Vorgänge in der Küche genutzt werden. (Foto: Miele)
Auftauen, Erwärmen, Schmelzen: dank des Niedrigtemperaturgarens können Wärmeschubladen für denkbar viele Vorgänge in der Küche genutzt werden. (Foto: Miele)

Wärmeschubladen zum Dörren oder für den Backvorgang

Wer gerne backt, findet in der Wärmeschublade überraschenderweise ein nützliches Küchengerät vor. Viele Brot- und Kuchensorten, darunter beispielsweise Hefeteig, gehen bei moderater Wärmezufuhr von 35 bis 50 Grad leichter und aromatischer auf – das Ergebnis gelingt fluffiger. Zusätzlich kann die Wärmeschublade zum Schmelzen von Glasuren, wie Butter oder Schokolade, genutzt werden. Die niedrige Temperatur sorgt für ein gleichmäßig flüssiges Ergebnis ohne Anbrennen.

Die Funktionen der Wärmeschublade können abwechselnd genutzt werden. Zwischen 35 bis 80°C wird eine Wärmeschublade heiß. (Foto: Gaggenau)
Die Funktionen der Wärmeschublade können abwechselnd genutzt werden. Zwischen 35 bis 80°C wird eine Wärmeschublade heiß. (Foto: Gaggenau)

Für alle Hobbygärtner unter den Hobbyköchen eignet sich die Wärmeschublade übrigens auch zum Dörren von selbstangebautem Obst und Kräutern. Diese werden in der Wärmeschublade schonend getrocknet und somit auch länger haltbar gemacht. Getrocknetes Obst eignet sich hervorragend als Snack für zwischendurch oder als gesunde Mischung zum Müsli.

Die Vakuumierschublade: Schmoren im eigenen Saft

Wer sich nicht nur für gutes Essen, sondern auch die gesunde und nahrhafte Zubereitung von Speisen interessiert, wird im Zuge seiner Recherchen schon bald auf das Sous-vide-Garen stoßen. Sous-Vide ist ein Prozess aus der angesehenen französischen Küche, der übersetzt „unter Vakuum (kochen)“ bedeutet. Lebensmittel werden in Plastikbeuteln eingelegt, woraus ihnen mittels einer Vakuumierschublade oder eines Vakuumiergeräts die Luft entzogen wird. Infolge dessen schmoren Fleisch, Fisch oder auch frische Gemüsespalten in ihrem eigenen Saft, wenn sie anschließend bei niedrigen Temperaturen im Wasserbad über einen längeren Zeitraum erhitzt werden.

Diese Zubereitungsmethode garantiert zum einen intensive Aromen, die sich im Vakuum nicht – wie sonst – über Luft oder Wasserdampf verflüchtigen können. Zum anderen greifen die niedrigen Temperaturen die komplexen Nährstoffstrukturen innerhalb des Lebensmittels nicht so stark an wie ein herkömmlicher Kochprozess. Vitamine und Nährstoffe sowie die zarte Konsistenz bleiben somit weitestgehend erhalten und das Lebensmittel wird überdies gleichmäßig von allen Seiten gegart.

Vakuumierschubladen fügen sich ästhetisch und unauffällig in die Küchenarchitektur ein. Sie stehen für eine schonende, vitaminreiche Zubereitung. (Foto: Miele)
Vakuumierschubladen fügen sich ästhetisch und unauffällig in die Küchenarchitektur ein. (Foto: Miele)
Fleisch, Fisch und Gemüse wird durch das Garen "im Vakuum" im eigenen Saft besonders aromatisch und schonend geschmort. (Foto: Miele)
Fleisch, Fisch und Gemüse werden durch das Garen „im Vakuum“ im eigenen Saft besonders aromatisch und schonend geschmort. (Foto: Miele)

Vakuumierschubladen: machen bereits geöffnete Gläser wieder haltbar

Vakuumierte Lebensmittel sind selbstverständlich länger haltbar, wodurch die Vakuumierschublade auch zum Konservieren von Speisen genutzt werden kann. Der erzeugte Unterdruck macht aber auch bereits geöffnete Flaschen und Gläser wieder haltbar: geöffnete Pesto- und Marmeladengläser oder auch entkorkte Weinflaschen können mithilfe von speziellen Schläuchen und einer Vakuumierschublade wieder luftdicht verschlossen werden. Dieses besondere Angebot können zum Beispiel Gaggenau-Kunden nutzen.

In einem Vakuumierbeutel können Lebensmittel auf raffinierte Weise länger haltbar gemacht werden. Möglich ist auch das Wiederverschließen von Gläsern und Flaschen. (Foto: Neff)
In einem Vakuumierbeutel können Lebensmittel auf raffinierte Weise länger haltbar gemacht werden. Möglich ist auch das Wiederverschließen von Gläsern und Flaschen. (Foto: Neff)

Vakuumierschubladen können in der Küche im perfekten Zusammenspiel mit Backofen und Dampfbackofen eingesetzt werden, die heute schon oft über eine eigene Sous-vide-Betriebsart mit exakter Temperaturregelung verfügen. Hierfür muss nicht immer Platz geschaffen werden. Wer einen 45 cm hohen Backofen wählt, kann sich beispielsweise von Gaggenau eine 14 cm hohe Vakuumierschublade verbauen lassen und erfüllt damit die klassische 60 cm-Backofennische einer herkömmlichen Küche. Selbstverständlich sind Vakuumierschubladen aber auch in 29 cm Höhe erhältlich.

Sowohl Wärmeschubladen als auch Vakuumierschubladen lassen sich heute oft an die jeweilige Farbwahl von Backofen und Dampfgarer anpassen und fügen sich damit hochwertig und professionell ins ästhetische Erscheinungsbild einer (semi-)professionellen Küche ein.

Übrigens: Als einer der ersten Hersteller bietet der Schweizer Premiumproduzent V-ZUG seine Wärme- und Vakuumierschubladen als vollintegrierte Produkte an, die hinter der Optik einer gewünschten Front (z.B. aus Holz oder Lack) verschwinden können. Auch BORA hat dieses Feature für seine Multischublade nachgezogen.

Genießen Sie die Vorteile, die die moderne Küchentechnik Ihnen bietet. Lassen Sie sich zu Wärmeschubladen und Vakuumierschubladen im Küchenstudio Ihres Vertrauens beraten. Ansprechpartner finden Sie unter diesem Link.

>>> Dieser Artikel wurde am 16. April 2019 erstveröffentlicht und am 31. März 2022 auf den neuesten Stand der Industrie gebracht.

Jesper Thiersemann
Unser Analytiker Jesper nutzt seine geräumige Küche mit Südbalkon gern, um abends von der Welt der Zahlen und Fakten Abstand zu nehmen und den Tag mit einem guten Essen oder einem kühlen Bier in der untergehenden Abendsonne ausklingen zu lassen. Wenn seine Jungs mit Kugelgrill und Zubehör anrücken, ist die Ruhe zwar vorbei. Aber wo ließe sich schöner Trubel und Entspannung gleichzeitig genießen als in der eigenen Küche? Eben.

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